Tageslektüre und Diskussionen am 30. Juli 2008

Hier meine Übersicht über die Weblogs und Internetseiten, die ich heute (in einem Fall gestern) mit Interesse oder Freude oder beidem gelesen habe.
Außerdem erfährt der geneigte Leser, in welchen Kommentarbereichen ich die Klingen der Argumentation mit anderen besonders ausgiebig gekreuzt habe.
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califax beschreibt den politischen Ist-Zustand der EU: fabelhaft und treffend (Link)

Jan Filter mit einigen Wahrheiten über die verbreitete Doppelzüngigkeit der Staatsgläubigen (Link)

Diskussion:
Für Christian von paxx bin ich vulgär – was meine Widerrede hervorrief und zu einem mehr oder weniger ergiebigen Austausch führte (Link)

Vom Spiegelfechter lasse ich mich in die Geheimnisse der Ökonomie einführen (Link)

Und beim law blog stolpere ich in eine Diskussion mit wirklich erschreckend intolerant und freiheitsfeindlich argumentierenden Nichtrauchern (Link)

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15 Kommentare zu “Tageslektüre und Diskussionen am 30. Juli 2008”

  1. 30.07.2008 | 19:55

    “martin” war auch wieder dabei, insofern konnte die Diskussion nichts werden. Dieser Mann hat den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als sich in jede Rauchdiskussion hineinzuhängen, die in der Blogosphäre so stattfindet. Bei Euch war er auch schon mal, wenn ich mich recht erinnere.

  2. 30.07.2008 | 22:39

    @Boche:
    Du hast in dem ersten Kommentar zu Deinem Sarrazin-Thread geschrieben:

    “Er versucht vielmehr den linken Sozialklempnern klarzumachen, dass die vermeintlich so schützenswerten Armen sehr wohl für sich selbst sorgen und denken können und nicht so dumm sind, als bedürftige Almosenempfänger behandelt zu werden.”

    Ich bin ebenfalls in einem Zuhause aufgewachsen, wo aus Kostengründen die Heizung so wenig wie möglich genutzt wurde. Das und Dein klarstellender Kommentar lassen bei mir nicht den Eindruck entstehen, Du seist in irgendeiner Hinsicht vulgär.

  3. DDH
    30.07.2008 | 23:00

    @Dirk: Günter Ederer, ein veritabler Liberaler, hat schon Familien kennengelernt, die im Dunkeln und Winters in der Kälte sitzen. Es ziemt sich nicht, als Liberaler das alles als Phantasmagorie irgendwelcher Sozialhelferkitschverbreiter abzutun.

  4. 30.07.2008 | 23:25

    Dominik, wo Staat der Staat wächst, da wächst auch die Armut. Insofern sehe ich nichts Schlimmes an praktischer Lebenshilfe, die den Unselbständigen Wege aufzeigt, wie sie mit Armut fertig werden. Siehe zum Thema auch hier

  5. der gute don
    30.07.2008 | 23:39

    prima, hab den spiegelfechter gelesen. Die bissigen Liberalen beissen wieder.

  6. der_Neue
    31.07.2008 | 0:43

    @Boche
    Bei paxx hast du dich m.E. gut geschlagen.
    Und ich hab jetzt eine ungefähre Vorstellung davon, was “links-libertär” bedeuten könnte… seltsame Melange von Ablehnung des Staates / Hass auf Konzerne / Umverteilungswünschen.

    Im weiteren Verlauf habe ich noch gegen die (mir besonders krude erscheinende)These “Konzerne als Staatsprofiteure” argumentiert.

  7. stefanolix
    31.07.2008 | 1:28

    Ich will die sozialen Probleme ganz gewiss nicht als Phantasterei abtun und ich denke nicht, dass meine Kollegen das tun wollen. Wir sitzen als Liberale naturgemäß immer zwischen mehreren Stühlen und ich kann das auch eine Weile aushalten. Aber ich fände es wirklich fehl am Platze, wenn man in Zukunft zu jedem Artikel oder Kommentar einen Disclaimer verlinken müsste (»wir sind zwar für Eigenverantwortung, aber wie wollen trotzdem nicht, dass in unserem Land Menschen verhungern oder erfrieren«). Alle intelligenten Leserinnen und Leser unseres Blogs können das bis auf weiteres bitte auch ohne Disclaimer voraussetzen …

    Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich über solche Dinge diskutiere. Damals bei Statler und Waldorf gab es mal eine sehr anstrengende Diskussion über Obdachlosenasyle. Ich kann mich nur noch teilweise daran erinnern. Aber am heftigsten wurde IIRC darüber diskutiert, ob man den Obdachlosen gewisse Eigenleistungen wie Putzen des Quartiers oder Ordnungsdienst zumuten könne. Möglicherweise fielen da auch mal Sätze, die heute nach Sarrazin klingen würden. Aber doch immer unter der Grundvoraussetzung, dass man die Hilfe für diese Menschen grundsätzlich als selbstverständlich erachtet (und dass die Hilfe nicht notwendig vom Staat kommen muss).

    Ich habe gestern diese Sarrazin-Sache ironisch als Musterbeispiel der Kommunikation bezeichnet und unter Berliner Humor abgeheftet. Vielleicht war die Ironie fehl am Platze. Ich widerspreche jetzt Dirk mal ganz unironisch: nein, was Sarrazin gesagt hat, war keine Lebenshilfe. Es passte noch nicht mal richtig an den Stammtisch. Worin soll denn der Anreiz für die Betroffenen bestehen? Wir brauchen eine Politik, die auch jedem Armen einen kleinen Freiraum für Eigeninitiative lässt, die weiterhin das Existenzminimum absichert und die gleichzeitig dem »moral hazard« einiger Nutznießer des Sozialstaats einen Riegel vorschiebt. Wir brauchen eigentlich keine praktische Lebenshilfe nach der Art des Hauses Sarrazin.

  8. 31.07.2008 | 7:25

    @stefanolix:
    “Ich widerspreche jetzt Dirk mal ganz unironisch: nein, was Sarrazin gesagt hat, war keine Lebenshilfe.”

    Du widersprichst nicht mir, sondern der Interpretation von Boche. Ich habe nicht geschrieben, was ich von Sarrazins Äußerungen halte.

  9. stefanolix
    31.07.2008 | 7:35

    Dirk, Du schriebst: »Insofern sehe ich nichts Schlimmes an praktischer Lebenshilfe …« und darauf hatte ich mich bezogen.

    Boche wird bestimmt zu gegebener Zeit dazu noch seine Meinung sagen. Ich habe das Wort »Lebenshilfe« bei ihm zu diesem Thema [auf die Schnelle] in den beiden Threads bisher nicht gefunden.

  10. Lina
    31.07.2008 | 7:53

    @ stefanolix

    Wir brauchen eigentlich keine praktische Lebenshilfe nach der Art des Hauses Sarrazin.

    Nein, aber wohl doch die darin enthaltene Provokation!

    Was hat der Mann getan? Er hat den Mund aufgemacht und eine Binsenwahrheit herausgelassen, die anscheinend bei den “Profiteuren und/oder Opfern (?) des Etatismus” (wie sich das im irritierenden paxx-Mix aus libertären & sozialistischen Elementen las) zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Dann soll man es auch sagen, finde ich, zumal an diesem wertvollen Hinweis auf selbstständiges Denken und Handeln (!) heutzutage mehr zu hängen scheint, als man glauben möchte…

  11. stefanolix
    31.07.2008 | 8:09

    Lebenshilfe bedeutet doch eigentlich, dass man dem Betroffenen einen Raum für seine Entwicklung gibt und dass man ihm Anreize setzt. Was Sarrazin so loslässt, ist eher der berühmte »Tritt in den Hintern«. Kann [in Berlin] durchaus mal angebracht sein, sollte aber nicht die einzige Maßnahme bleiben …

    Ich laufe jetzt erst mal ganz eigenverantwortlich eine wunderschöne Runde durch Dresden, bevor es zu warm wird. Bis dann;-)

  12. 31.07.2008 | 9:30

    @stefanolix

    Von Lebenshilfe habe ich tatsächlich nichts geschrieben. Weil ich Sarrazins Auslassungen als polemische Spitze verstanden habe, die in eine ganz andere Richtung zielte: Nämlich gegen linke Panikmache von Erfrierenden, denen nur durch Preisdiktate à la Sozialtarife geholfen werden kann.
    Wie ich anderswo (z.B. bei Freiburgerthesen und eben paxx) mehrfach schrieb, hat doch auch Sarrazin gesagt, dass den wirklich Bedürftigen, nämlich den Hartz4-Empfängern natürlich geholfen wird.

    Da ich mich langsam nur noch wiederholen würde und ich den Anlass dann auch nicht für so bedeutend halte, als ich ihn durch tagelanges Wiederkäuen über Gebühr aufwerten wollte.

  13. 31.07.2008 | 20:38

    Der Thread beim lawblog ist wirklich richtig unheimlich. Was da tlw. an Untertanengeist respektive Megalomanie durchscheint lässt einen echt Angst und Bange werden.

    Mein Lieblingsvorschlag war die Einrichtung eines zentralen Raucherregisters.

    Oder: “Ich möchte keinen Überwachungsstaat – ich möchte aber eine Seuche ausrotten”.

    Sind wir schon wieder soweit? ;)

  14. FAB.
    1.08.2008 | 7:19

    Wenn es nur die Lawblog-Kommentatoren wären- denen kann man im RL ja meistenteils einfach aus dem Weg gehen.
    Was mir – vollkommen unironisch – wirklich große Angst macht, ist die Begründung der BVerfG-Entscheidung.
    Da wird im Kern das – behauptete – Bedürfnis einer Bevölkerungsgruppe nach einer bestimmten Dienstleistung, die aber mangels tatsächlicher Nachfrage nur in geringem Maß angeboten wird, als Rechtfertigung hergenommen für staatliche Zwangsmaßnahmen, die ein solches Angebot durch private Unternehmen flächendeckend vorschreiben sollen unter gleichzeitigem Totalverbot jeglicher Alternativangebote, wobei die Grundrechte Dritter, die offenkundig entgegenstehen und durch die Maßnahme massiv beschnitten werden, gleichsam mit einem “gezierten Achselzucken” und ohne ernsthafte Abwägung für irrelevant erklärt werden.
    Diese Entscheidung ist nicht nur schlicht falsch, sie zeigt auch einen so fundamentalen Mangel an grundsätzlichem Freiheitsverständnis, daß es gruselt. Gewaltig.

  15. 1.08.2008 | 9:28

    @FAB

    Stimmt. Dass dieser Mangel an Freiheitsliebe bis ins Verfassungsgericht reicht, ist besorgniserregend.

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