Miese Nachbarn

Israel erhält zwei von der Hisbollah entführte, nun tote Soldaten für viele tote und ein paar lebende Terroristen (FAZ / Letters from Rungholt).

Man betrachte, wer im Libanon diesen Mann als Helden feiert.
Und schätze anhand dessen ein, wie wahrscheinlich es ist, dass Israel in näherer Zukunft mit solchen Nachbarn in echtem Frieden leben kann.

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12 Kommentare zu “Miese Nachbarn”

  1. R.A.
    16.07.2008 | 12:12

    Das paßt doch zur Diskussion hier neulich.

    Ich bin ja nun ein Gegner der Todesstrafe – aber wenn sich nun Nasrallah und seine Hisbollah-Schergen mit den freigepreßten Terroristen zur Jubelfeier treffen, dann wünsche ich der ganzen Bande, sie solle baldmöglichst verrecken und würde mich über den Tod jedes einzelnen dieser Typen freuen.

  2. Herbert
    16.07.2008 | 12:16

    War der Libanon-Krieg zur Befreiung der beiden Toten eigentlich eher ein Erfolg oder eher keiner? Es gab damals jede Menge Begeisterung, dass Israel sich über die pseudopazifistische Bedenkenträgerei der verlogenen Europäer hinwegsetzt und endlich das Richtige tut. Blair und Bush haben mit aller Macht verhindert, dass der Krieg frühzeitig abgebrochen wird, damit endlich aufgeräumt werden kann.
    Angesichts dieser Vorgeschichte wundere ich mich ein bisschen darüber, dass in den “Letters from Rungholt” der UNO die Schuld gegeben wird:
    “…ein Sieg, den die UNO mit ihrer ritterlichen Nachsicht der Hisbollah erst geschenkt hat.”
    Gibt es für Israel und Hardcore-Unterstützer überhaupt eine Möglichkeit, falsche Entscheidungen zu treffen und zu unterstützen? Und gibt es für die UNO überhaupt eine Möglichkeit, hinterher nicht der Schuldige zu sein?

  3. R.A.
    16.07.2008 | 12:48

    @Herbert:
    Der Krieg mußte von Israel vor Erreichung seiner Kriegsziele abgebrochen werden – auf Druck der UNO.
    Damit stimmt die Rungholt-Darstellung.

  4. 16.07.2008 | 13:10

    Zum Speien. Meine Hoffnung ist, dass der eine oder andere “Israelkritiker” mal begreift, mit was für Feinden es dieses Land zu tun hat.

    Der wohlgenährte Kindermörder Kuntar durfte übrigens während seiner Haft auf Kosten des israelischen Staates studieren. Man vergleiche seinen Zustand nach 30 Jahren Knast in Israel mit dem der beiden Soldaten nach zwei Jahren Gefangenschaft bei der Hisbollah.

  5. Herbert
    16.07.2008 | 13:12

    @ R.A.
    “Der Krieg mußte von Israel vor Erreichung seiner Kriegsziele abgebrochen werden – auf Druck der UNO.”
    Es ist sehr zweifelhaft, ob die Kriegsziele überhaupt erreichbar waren. Auch das steht in der Rungholt-Darstellung:
    “Hätte Olmert nicht so großmundig ein unmögliches Kriegsziel verkündet, wäre es nicht so leicht für Nasrallah gewesen, einen Sieg zu verkünden.”
    Militärisch war die Operation auch nicht gerade brilliant. Die IDF hat die Gefährlichkeit des Gegners am Boden übel unterschätzt und Verluste erlitten, die Israel zutiefst schockiert haben. Fast alle israelischen Toten waren Soldaten, die von einzelnen Gegnern mit unterlegener Bewaffnung dort getötet wurden, wo praktisch keine Zivilisten mehr waren. Dazu kamen noch die Geschichten über den Armeechef, der als erste Verteidigungsmaßnahme sein Portfolio umgeschichtet hat. Demoralisierend. Die UNO ist nach meiner Meinung nur ein ziemlich billiger Sündenbock.

  6. R.A.
    16.07.2008 | 13:28

    @Herbert:

    Militärisch war die Operation auch nicht gerade brilliant.

    Kann man behaupten, ist aber in diesem Kontext recht irrelevant.
    Die einseitige Parteinahmen der UNO sind auf jeden Fall kritikwürdig, das hat nichts damit zu tun, ob die IDF hätte besser agieren können.

    In der ganzen Weltgeschichte folgen Kriege einem klaren Muster: Eine Seite gewinnt, die andere muß ihre Niederlage eingestehen – und auf dieser Grundlage wird Frieden geschlossen.

    Beim Nahost-Konflikt ist das Muster anders: Die Araber greifen an, sie verlieren den Krieg, aber die UNO interveniert und schützt sie, damit sie ihre Niederlage nicht anerkennen müssen.
    Und dann gibt es eben weiterhin keinen Frieden.

  7. Knut Schreiber
    16.07.2008 | 13:57

    Wenn fremde Menschen in eine Gegend einwandern und auf Kosten der etablierten Bevölkerung einen Staat für sich gründen, darf man sich nicht wundern, dass die Nachbarn einem nicht wohlgesonnen sind. Wenn meine neuen Nachbarn sich mir vorstellen, indem sie erstmal erklären, dass ich hier nichts mehr zu melden hätte und dann einen Teil meines Grundstücks an sich reißen, dann ist das kein gelungener Auftakt für eine gute Nachbarschaft.

    Es ist bedauerlich, dass ein solcher Mörder überhaupt wieder frei rumläuft und dann auch noch gefeiert wird. Ich habe dafür keinerlei Verständnis. Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass die Opfer der israelischen Staatsgründung und ihre Freunde diesem Staat nicht gerade positiv gegenüber stehen.

  8. 16.07.2008 | 16:05

    @Knut

    Ich denke, du könntest noch ein wenig Nachhilfe in Geschichte gebrauchen.

  9. 17.07.2008 | 11:29

    Opfer der israelischen Staatsgründung, Schreiber? Doch nicht eher der von arabischen Staaten vom Zaun gebrochenen und verlorenen Kriege? Schon mal 1948 und 1967 nachgeschlagen?

    Wieso ist die Gründung des Staats Israel verwerflich, die des Staats Jordanien aber nicht?

    Fragen über Fragen…. doch warum sich mit historischen Fakten abgeben, wenn ein kräftiges Ressentiment zu viel eindeutigeren Meinungen verhilft!

  10. 17.07.2008 | 14:39

    Nicht aufregen, manche Leute haben halt im Geschichtsunterricht geschlafen, da kann man nichts gegen machen außer sie nochmals zur Schule oder Uni zu schicken. Ob selbiges aber helfen würde wage ich zu bezweifeln…

  11. Knut Schreiber
    17.07.2008 | 15:27

    @Lila: Ich habe zur Staatsgründung Jordanien keinerlei Äußerungen getätigt. Deine Schlussfolgerungen diesbezgl. haben also keine Grundlage. Wir können uns a) über tatsächlich geäußertes unterhalten oder b) über das, was wir als Aussagen des anderen herbeiphantasieren. Ich bin nur für Fall a) zu haben.

    Zum “Geschichtsunterricht”: 1922 lebten mehr als 7mal so viele Muslime wie Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina. Selbst 1948, also zum Zeitpunktes des Un-Teilunghsplanes, betrug der jüdische Anteil an der Bevölkerung nur ein Drittel. Das jüdische Grundeigentum lag im einstelligen Prozentbereich. Dennoch sollte der Staat Israel laut UN-Teilungsplan 55% der Fläche des alten Mandatsgebietes einnehmen. Nun wurde dieses Gebiet clever geschnitten, so dass die Mehrheit in diesem Gebiet knapp jüdisch war (498000 zu 407000, beim arabischen Staat: 725.000 zu 10.000!). Das ändert jedoch nichts an meiner Ausgangsaussage.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Bevölkerungsmehrheit in Palästina ganz klar arabisch. Es kommt jedoch, motiviert durch die Ideologie des Zionismus und zunehmenden Antisemitismus in Europa, zunehmend zu Immigration von Juden, die auf Kosten der Mehrheitsbevölkerung einen explizit jüdischen(!)Staat für sich fordern. Als Alteingessener Araber würde ich mir auch bedroht vorkommen. Man stelle sich vor, die Türken würden Kreuzberg zu türkischem Staatsgebiet erklären.
    Ich kann daher verstehen, warum die Araber den “neuen” Nachbarn nicht gerade freundlich gegenüber stehen. Zu mehr, bspw. dem folgenden Krieg, habe ich keine Aussage gemacht. Ich denke aber, es ist wichtig, die Gründe der jeweiligen Gegenseite zu verstehen.

    Wenn ihr euch lieber damit begnügen wollt, Menschen mit anderer Meinungen pauschal Dummheit, Unwissenheit und niedere Instinkte (Antisemitismuskeule und Co.) zu unterstellen, dann sei dem so. Ich werde dann aussteigen. Auf sachliche Diskussionen lasse mich gern ein.

  12. R.A.
    17.07.2008 | 17:28

    @Schreiber:

    1922 lebten mehr als 7mal so viele Muslime wie Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina.

    1. war dieses Mandatsgebiet viel größer als das heute unter “Palästina” verstandene Gebiet und 2. ist der Stand von 1922 recht egal.

    Entscheidend ist der Stand beim UN-Teilungsplan, da wurde recht fair proportional zum Bevölkerungsanteil geteilt.

    Das jüdische Grundeigentum lag im einstelligen Prozentbereich.

    Das arabische Grundeigentum auch.

    Weil es hier nur um das Privatland geht, die Masse des Gebiets war neutrales (osmanisches/britisches) Staatsland, das eben auch proportional geteilt wurde.

    … 55% der Fläche des alten Mandatsgebietes einnehmen.

    Völliger Unsinn. Mit 55% dieses Gebiets wäre Israels Grenze weit östlich des Jordans gewesen …

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Bevölkerungsmehrheit in Palästina ganz klar arabisch.

    Na und?
    Das ist zum Zeitpunkt der Teilung zwei Generationen her.

    Die jüdischen Siedler sind ganz legal ins Land gekommen und haben sich ihren Grundbesitz gekauft.
    Wie übrigens auch die Mehrheit der heutigen “Palästinenser” erst im 20. Jahrhundert als Einwanderer (vor allem aus Syrien) ins Land kamen – die meisten, um für die Juden als Landarbeiter tätig zu sein.

    Man stelle sich vor, die Türken würden Kreuzberg zu türkischem Staatsgebiet erklären.

    Völlig murksiger Vergleich.
    Als die Türken nach Kreuzberg kamen, war die Zugehörigkeit zu Deutschland eindeutig und sie müssen entweder Deutsche werden oder haben keine Staatsbürgerrechte.

    Sowohl die alteingesessenen wie die eingewanderten Juden und Araber waren dagegen Bürger des Osmanischen Reichs, dann des Mandatsgebiets, und haben erst bei Aufteilung dieses Gebiets eigene Staaten gründen können.

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