Trittinomics

Es soll Politiker geben, die können nicht nur eins und vier nicht auseinander halten:

Beim Strom gibt es leider keine echten Marktpreise, sondern ein Monopol der großen vier Erzeuger.

Nein, sie geben auch so ohne rot zu werden blanken Unfug von sich. Sollte es daran liegen, dass sie bereits grün sind? Oder das sie von SPON interviewt werden?

Hinweis: Leser, die diese These nicht nur auch fühlen, sondern glauben gut begründen zu können, sind explizit eingeladen mir ein paar wirklich überzeugende Argumente zu liefern. Für eine sachliche Diskussionsgrundlage jedoch vorher hier Informationen einholen.

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19 Kommentare zu “Trittinomics”

  1. F.Alfonzo
    8.07.2008 | 18:41

    Welche These meinst du? Die, dass es nur 4 Anbieter gibt, die, dass es ein Monopol gibt, oder jene, dass ein Markt mit 4 Anbietern als Monopol bezeichnet wird? ;-)
    …ansonsten: Der Mensch, der sich das Flaschenpfand ausgedacht hat, sollte sich aus dem Energiemarkt lieber raushalten, sonst stehen wir bald alle mit Batterien an irgendwelchen Automaten rum ;-)

  2. 8.07.2008 | 18:44

    Der Mann hat einfach recht. Bei den Automobilen ist das nicht viel anders, da liegt ein Monopol von 20 Herstellern vor.

  3. 8.07.2008 | 18:49

    Alfonzo: Du meinst das Dosenpfand. Aber auch das ist nicht in erster Linie auf Trittins Mistchen gewachsen, sondern findet seine Grundlage in der Verpackungsverordnung, die 1991 unter Klaus Töpfer beschlossen und 1998 unter einer gewissen Frau Merkel bestätigt und novelliert. Jürgen war nur der Exekutor.

  4. 8.07.2008 | 18:51

    Da wurde ein “wurde” vergessen geworden.

  5. 8.07.2008 | 18:55

    Jürgen war nur der Exekutor.

    Und das voller Widerwillen, jede Chance beim Schopfe ergreifend, diesen Unsinn zu beenden.

  6. 8.07.2008 | 19:03

    “Der Mensch, der sich das Flaschenpfand ausgedacht hat, sollte sich aus dem Energiemarkt lieber raushalten”
    Einverstanden, dann pfeifen wir Angela Merkel mal sofort vom G8-Treffen zurück. :-D (rot-grün hat ja vieles versemmelt, aber das gerade nicht.)

  7. stefanolix
    8.07.2008 | 19:06

    Richtig: Rot-Grün hat nur die Umsetzung versemmelt, aber jetzt (Jahre später) funktioniert es einigermaßen ;-)

  8. stefanolix
    8.07.2008 | 19:09

    Übrigens kann man von einem Ex-Kommunisten nicht auch noch verlangen, dass er zwischen »Monopol« und »Oligopol« differenziert: das ist für ihn alles böser Kapitalismus;-)

  9. 8.07.2008 | 19:11

    @Rayson: Sag’ ich doch gar nicht. Bloß hat er es sich eben nicht ausgedacht. Ehre, wem Ehre gebührt.

  10. 8.07.2008 | 19:43

    @F.Alfonzo:

    Ich meine die These, dass die Existenz von vier großen Unternehmen mit einem recht hohen Marktanteil automatisch dazu führt, den Wettbewerb an den Nagel hängen zu können. Siehe den verlinkten Link…

  11. 8.07.2008 | 20:14

    Weiß ich doch, David. Ich wollte nur nicht den Eindruck aufkommen lassen, die Jungs und Mädels würden sich in ihren Methoden und Denkweisen irgendwie großartig unterscheiden.

  12. FG
    9.07.2008 | 7:46

    @ F. Alfonzo

    Man kann dem Jürgen so manches zu Recht nachsagen. Aber das Flaschenpfand hat er sich nicht ausgedacht. Noch nicht einmal das Dosenpfand. Die Rechtsgrundlage zum Dosenpfand wurde unter der Kohl-Regierung mit FDP-Beteilligung geschaffen. Und dass die Einführung dann nicht vernünftig geklappt hat ist letztendlich auch auf die krude Verpackungsverordnung von uns Angela mit ihren absurden Definitionen und Ausnahmen zurückzuführen.

  13. 9.07.2008 | 10:18

    Wer diese Information am schönsten rüberbringt, hat gewonnen! ;-)

  14. FG
    9.07.2008 | 11:02

    @ David
    mein Lernerfolg für heute: erste lesen, dann posten…

  15. KlausHH
    9.07.2008 | 21:40

    Für eine sachliche Diskussionsgrundlage soll man also “Informationen” eines von RWE bezahlten Gutachtens einholen. Naja.

  16. 10.07.2008 | 11:38

    @KlausHH:

    Du sollst mit mir nicht über den Auftraggeber, sondern den Inhalt des Gutachtens diskutieren. Schön das Akismet inzwischen auch unsachliche Kommentare blockt. Das nenne ich künstliche Intelligenz… ;-)

  17. KlausHH
    10.07.2008 | 22:10

    @ SteffenH

    zugegeben: war unsachlich, nehme ich hiermit zurück.

    Und zur Wiedergutmachung: Das Gutachten nimmt eine von der EU-Kommission bezahlte Studie genüsslich auseinander und weist ihr zahlreiche methodische Fehler nach. Diese konstruiere zudem einen fiktiven perfekten Wettbewerb und stelle dann natürlich Wettbewerbsdefizite in Deutschland fest. Es komme aber darauf an, ob der Wettbewerb funktionsfähig ist oder nicht. Soweit stimme ich dem Gutachten zu.

    Dennoch habe ich Zweifel, ob der Wettbewerb tatsächlich langfristig funktioniert, wenn so wenige Versorger einen so hohen Anteil haben und sich Deutschland auch noch regional aufteilen. Auch der Autor des Gutachtens nennt ja am Ende einige Maßnahmen zur Stärkung des Wettbewerbs. So ganz unproblematisch sieht er das also nicht. Der Wettbewerb ist nicht automatisch ausgeschaltet, aber bei dieser Sachlage doch gefährdet.

  18. F.Alfonzo
    11.07.2008 | 21:46

    Oh je, da hab ich ja was losgetreten mit meiner unbedachten Äußerung über das Pfand…
    Nun gut. Notiz: Ein Grund weniger, den Trittin aus dem Dorf zu jagen. Bleiben noch 476 andere Gründe.
    Sorry an Steffen für die Lawine an off-topic Kommentaren.

    Zum Gutachten und der Kritik:
    Leider fehlt’s ein wenig an der Zeit beides detailliert auseinanderzunehmen, habe nur die Abstracts und die Zusammenfassungen gelesen (kann also über die Qualität der empirischen Auswertung nichts sagen).

    Allerdings, KlausHH hat’s angesprochen: Dass die empirischen Ergebnisse der Studie zumindest zweifelhaft sind, weil die Modellierung mit perfektem Wettbewerb (unendlich viele Anbieter) grundsätzlich falsch ist, ist m.E. unumstritten.
    Ich frage mich, warum so vorgegangen wurde; schließlich ließe sich mit fundierten Kenntnissen der Wettbewerbstheorie (ich unterstelle, dass der Autor über diese Kenntnisse verfügt, das ist ja nicht gerade Quantenphysik) doch m.E. auch ein Modell erstellen, welches die Anzahl der Anbieter mit berücksichtigt, oder liege ich da falsch?
    Empirische Ergebnisse sind so oder so leicht angreifbar, da sollte man wenigstens einigermaßen “robust” modellieren…

    @ KlausHH: Den “Genuß” konnte ich da jetzt nicht rauslesen (obwohl es mich nicht wundern würde; jeder Wissenschaftler hat vermutlich Spaß daran, die Arbeit eines anderen in der Luft zu zerreißen ;-) )

  19. 12.07.2008 | 0:22

    @KlausHH:

    Spätestens seit William Baumol wissen wir, dass Wettbewerb auf bestreitbaren Märkten nicht unendlich viele Wettbewerber braucht. Zudem stehen deutsche Stromversorger prinzipiell mit allen europäischen Stromversorgern im Wettbewerb, da man sich als Stromhändler an der EEX mit Strom eindecken kann. Das simple Modell in den Köpfen von Trittin & Co. mit seinen großen vier Bösewichten entspricht nicht viel mehr als dem Wunsch nach der Aufrechterhaltung eines alten Feindbilds, dass von dem eigenen Anteil an der Misere (Emissionshandel etc.) abzulenken vermag.

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