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	<title>Kommentare zu: House gegen Kant</title>
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	<description>Bürger zur Sonne, zur Freiheit!</description>
	<lastBuildDate>Thu, 29 Jul 2010 10:51:25 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33221</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 13:12:58 +0000</pubDate>
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		<description>@R.A.

&lt;blockquote&gt;Wenn der Arzt im Managerbeispiel w&#252;&#223;te, da&#223; die Kinder des Patienten widerliche Blagen sind, deren asoziales Benehmen Magengeschw&#252;re hervorruft, sollte er einen anderen Rat geben.

Und wenn der Arzt wei&#223;, da&#223; F. bei ihrer Sortierung “lieber ein Leben mit halber Leber, aber in gl&#252;cklicher Partnerschaft, als mit ganzer Leber und alleinstehend” von falschen Pr&#228;missen ausgeht, dann sollte er sie (so zul&#228;ssig) darauf hinweisen.&lt;/blockquote&gt;

Im erstgenannten Fall w&#252;sste ich zwar nicht, welchen Rat der Arzt bezogen auf die Kinder geben k&#246;nnte. Er betr&#228;fe dann aber das medizinische Problem.

Im zweitgenannten Fall betrifft der Rat das medizinische Problem der Patientin (Risiko einer Organentnahme) nicht. 

Mal ganz abgesehen von der Frage, ob die Pr&#228;misse, von einer dauerhaft gl&#252;cklichen Partnerschaft auszugehen, nicht sowieso nur subjektiv und unsicher bleiben muss und jeder konkrete Zweifel angesichts der generellen Unw&#228;gbarkeiten der Liebe nicht von vornherein nur einer unter vielen ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@R.A.</p>
<blockquote><p>Wenn der Arzt im Managerbeispiel w&#252;&#223;te, da&#223; die Kinder des Patienten widerliche Blagen sind, deren asoziales Benehmen Magengeschw&#252;re hervorruft, sollte er einen anderen Rat geben.</p>
<p>Und wenn der Arzt wei&#223;, da&#223; F. bei ihrer Sortierung “lieber ein Leben mit halber Leber, aber in gl&#252;cklicher Partnerschaft, als mit ganzer Leber und alleinstehend” von falschen Pr&#228;missen ausgeht, dann sollte er sie (so zul&#228;ssig) darauf hinweisen.</p></blockquote>
<p>Im erstgenannten Fall w&#252;sste ich zwar nicht, welchen Rat der Arzt bezogen auf die Kinder geben k&#246;nnte. Er betr&#228;fe dann aber das medizinische Problem.</p>
<p>Im zweitgenannten Fall betrifft der Rat das medizinische Problem der Patientin (Risiko einer Organentnahme) nicht. </p>
<p>Mal ganz abgesehen von der Frage, ob die Pr&#228;misse, von einer dauerhaft gl&#252;cklichen Partnerschaft auszugehen, nicht sowieso nur subjektiv und unsicher bleiben muss und jeder konkrete Zweifel angesichts der generellen Unw&#228;gbarkeiten der Liebe nicht von vornherein nur einer unter vielen ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: R.A.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33220</link>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 13:06:06 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:
Wir sind uns doch &#252;ber das Prinzip einig: &quot;Nur die medizinische Relevanz z&#228;hlt&quot;.
Damit ist das House-Thema erledigt.

Es ist nur strittig (und kann es letztlich auch bleiben), wie weit die medizinische Relevanz auch psychische Rahmenbedingungen ber&#252;cksichtigen sollte.

Wenn der Arzt im Managerbeispiel w&#252;&#223;te, da&#223; die Kinder des Patienten widerliche Blagen sind, deren asoziales Benehmen Magengeschw&#252;re hervorruft, sollte er einen anderen Rat geben.

Und wenn der Arzt wei&#223;, da&#223; F. bei ihrer Sortierung &quot;lieber ein Leben mit halber Leber, aber in gl&#252;cklicher Partnerschaft, als mit ganzer Leber und alleinstehend&quot; von falschen Pr&#228;missen ausgeht, dann sollte er sie (so zul&#228;ssig) darauf hinweisen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:<br />
Wir sind uns doch &#252;ber das Prinzip einig: &#8220;Nur die medizinische Relevanz z&#228;hlt&#8221;.<br />
Damit ist das House-Thema erledigt.</p>
<p>Es ist nur strittig (und kann es letztlich auch bleiben), wie weit die medizinische Relevanz auch psychische Rahmenbedingungen ber&#252;cksichtigen sollte.</p>
<p>Wenn der Arzt im Managerbeispiel w&#252;&#223;te, da&#223; die Kinder des Patienten widerliche Blagen sind, deren asoziales Benehmen Magengeschw&#252;re hervorruft, sollte er einen anderen Rat geben.</p>
<p>Und wenn der Arzt wei&#223;, da&#223; F. bei ihrer Sortierung &#8220;lieber ein Leben mit halber Leber, aber in gl&#252;cklicher Partnerschaft, als mit ganzer Leber und alleinstehend&#8221; von falschen Pr&#228;missen ausgeht, dann sollte er sie (so zul&#228;ssig) darauf hinweisen.</p>
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	<item>
		<title>Von: freiburgerthesen</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33215</link>
		<dc:creator>freiburgerthesen</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 12:19:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33215</guid>
		<description>F&#252;r die ethische Beurteilung ist m. E. auch relevant, in welcher Rolle die ethische Entscheidung gef&#228;llt wird. Und insofern k&#246;nnte man sagen, dass Dr. House der bessere Arzt, Dr. Cameron hingegen der (ethisch) bessere Mensch ist.

Die ethische Entscheidung f&#252;r den Arzt ist relativ einfach. Zur Schweigepflicht gegen&#252;ber dem Patienten (denn Cameron hat die relevanten Informationen ja in einem &#228;rztlichen Gespr&#228;ch gewonnen) kommt auch noch die Verpflichtung hinzu (wie oben angemerkt), Heilung des Patienten &#252;ber alles andere zu stellen. &#220;brigens ist die Organentnahme bei einem gesunden Patienten nach &#228;rztlicher Ethik selbst nicht ganz unproblematisch, da hier ein Patient (und P. wurde durch die Situation ja zur Patientin) nicht geheilt, sondern ihm absichtlich Schaden zugef&#252;gt wird.

Von einem &quot;normal-menschlichen&quot; Standpunkt her s&#228;he die Sache anders aus. W&#228;re Cameron etwa nicht behandelnde &#196;rztin, sondern eine Freundin von F. und P., so h&#228;tte sie m. E. durchaus die Verpflichtung, P. &#252;ber die Absichten von F. aufzukl&#228;ren, bevor diese ihr Leben aufs Spiel setzt, um F. zu helfen. So war die Situation aber nicht, deswegen schlie&#223;e ich mich hier der Mehrheitsmeinung an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r die ethische Beurteilung ist m. E. auch relevant, in welcher Rolle die ethische Entscheidung gef&#228;llt wird. Und insofern k&#246;nnte man sagen, dass Dr. House der bessere Arzt, Dr. Cameron hingegen der (ethisch) bessere Mensch ist.</p>
<p>Die ethische Entscheidung f&#252;r den Arzt ist relativ einfach. Zur Schweigepflicht gegen&#252;ber dem Patienten (denn Cameron hat die relevanten Informationen ja in einem &#228;rztlichen Gespr&#228;ch gewonnen) kommt auch noch die Verpflichtung hinzu (wie oben angemerkt), Heilung des Patienten &#252;ber alles andere zu stellen. &#220;brigens ist die Organentnahme bei einem gesunden Patienten nach &#228;rztlicher Ethik selbst nicht ganz unproblematisch, da hier ein Patient (und P. wurde durch die Situation ja zur Patientin) nicht geheilt, sondern ihm absichtlich Schaden zugef&#252;gt wird.</p>
<p>Von einem &#8220;normal-menschlichen&#8221; Standpunkt her s&#228;he die Sache anders aus. W&#228;re Cameron etwa nicht behandelnde &#196;rztin, sondern eine Freundin von F. und P., so h&#228;tte sie m. E. durchaus die Verpflichtung, P. &#252;ber die Absichten von F. aufzukl&#228;ren, bevor diese ihr Leben aufs Spiel setzt, um F. zu helfen. So war die Situation aber nicht, deswegen schlie&#223;e ich mich hier der Mehrheitsmeinung an.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33214</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 11:55:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33214</guid>
		<description>@R.A.

Ich denke schon, dass wir noch den House-Fall diskutieren.

Dein Manager-Beispiel greift dann n&#228;mlich nicht. Weil die vom Arzt in diesem Fall er&#246;rterten Informationen n&#228;mlich den konkreten Patienten medizinisch betreffen.
W&#228;hrend dies bei der Information &#252;ber die Verlogenheit der Partnerin nicht der Fall ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@R.A.</p>
<p>Ich denke schon, dass wir noch den House-Fall diskutieren.</p>
<p>Dein Manager-Beispiel greift dann n&#228;mlich nicht. Weil die vom Arzt in diesem Fall er&#246;rterten Informationen n&#228;mlich den konkreten Patienten medizinisch betreffen.<br />
W&#228;hrend dies bei der Information &#252;ber die Verlogenheit der Partnerin nicht der Fall ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Michel</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33213</link>
		<dc:creator>Michel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 11:35:30 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33213</guid>
		<description>Der Versuch deontologisch und konsequentalistisch Ethik gegeneinander auszuspielen geht m.E. fehl, gerade unter Zeitdruck und mit Informationsmangel zeigt sich doch dass die deontologischen Prinzipien es erlauben die Handlungsf&#228;higkeit beizubehalten und dass Handlungen die diesen Kriterien entsprechen zwar nicht im jeden Einzelfall, aber doch im Erwartungswert, die g&#252;nstigeren Konsequenzen nach sich zieht. W&#228;hrend eine rein konsquentalistische Handlung durch die menschlche Fehlbarkeit leicht ihr Ziel verfehlt.

Konsequentalistik + Fehlbarkeit = Deontologische Ethik</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Versuch deontologisch und konsequentalistisch Ethik gegeneinander auszuspielen geht m.E. fehl, gerade unter Zeitdruck und mit Informationsmangel zeigt sich doch dass die deontologischen Prinzipien es erlauben die Handlungsf&#228;higkeit beizubehalten und dass Handlungen die diesen Kriterien entsprechen zwar nicht im jeden Einzelfall, aber doch im Erwartungswert, die g&#252;nstigeren Konsequenzen nach sich zieht. W&#228;hrend eine rein konsquentalistische Handlung durch die menschlche Fehlbarkeit leicht ihr Ziel verfehlt.</p>
<p>Konsequentalistik + Fehlbarkeit = Deontologische Ethik</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: R.A.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33212</link>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 11:02:51 +0000</pubDate>
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		<description>@Boche:
Vorab: Wir reden hier nicht mehr &#252;ber den urspr&#252;nglich angerissenen Konflikt. Wir sind uns wohl einig, da&#223; das House-Argument gilt: Nur medizinisch relevante Infos sind Thema.

Die Abgrenzung, welche Infos nun medizinisch relevant sind oder nicht ist relativ flie&#223;end und etwas subjektiv.

Meines Erachtens (und das ist wohl bei &#196;rzten auch herrschende Meinung) geh&#246;rt es sehr wohl zur &#228;rztlichen Beratung, die Lebensumst&#228;nde des Patienten einzubeziehen. 
Es geht nicht nur ums Operieren und Mittel verabreichen, sondern auch um Beratung.

Wenn z. B. der Hausarzt dem Manager empfiehlt, mal eine Stunde fr&#252;her aus dem B&#252;ro zu gehen und mit den Kindern zu spielen, dann ist das legitim und sinnvoll - einfach nur kommentarlos ein weiteres Mittel gegen Magengeschw&#252;re zu verschreiben w&#228;re zu wenig.

Und bei der Beratung reicht es nicht, die Infos einfach nur auszusprechen - der Patient mu&#223; sie ja auch verstehen.
Wenn also der Patient wirklich einer lebensgef&#228;hrlichen Operation zustimmt, NUR weil ihm ein Kasten Bier versprochen wurde - dann ist die Wahrscheinlichkeit gro&#223;, da&#223; er wesentliche Punkte noch nicht verstanden hat.
Wenn er trotz Nachhaken und Erkl&#228;rung dabei bleibt, ist das dann zu akzeptieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:<br />
Vorab: Wir reden hier nicht mehr &#252;ber den urspr&#252;nglich angerissenen Konflikt. Wir sind uns wohl einig, da&#223; das House-Argument gilt: Nur medizinisch relevante Infos sind Thema.</p>
<p>Die Abgrenzung, welche Infos nun medizinisch relevant sind oder nicht ist relativ flie&#223;end und etwas subjektiv.</p>
<p>Meines Erachtens (und das ist wohl bei &#196;rzten auch herrschende Meinung) geh&#246;rt es sehr wohl zur &#228;rztlichen Beratung, die Lebensumst&#228;nde des Patienten einzubeziehen.<br />
Es geht nicht nur ums Operieren und Mittel verabreichen, sondern auch um Beratung.</p>
<p>Wenn z. B. der Hausarzt dem Manager empfiehlt, mal eine Stunde fr&#252;her aus dem B&#252;ro zu gehen und mit den Kindern zu spielen, dann ist das legitim und sinnvoll &#8211; einfach nur kommentarlos ein weiteres Mittel gegen Magengeschw&#252;re zu verschreiben w&#228;re zu wenig.</p>
<p>Und bei der Beratung reicht es nicht, die Infos einfach nur auszusprechen &#8211; der Patient mu&#223; sie ja auch verstehen.<br />
Wenn also der Patient wirklich einer lebensgef&#228;hrlichen Operation zustimmt, NUR weil ihm ein Kasten Bier versprochen wurde &#8211; dann ist die Wahrscheinlichkeit gro&#223;, da&#223; er wesentliche Punkte noch nicht verstanden hat.<br />
Wenn er trotz Nachhaken und Erkl&#228;rung dabei bleibt, ist das dann zu akzeptieren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dirk</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33209</link>
		<dc:creator>Dirk</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 10:12:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33209</guid>
		<description>Ist doch ganz einfacc: Man gr&#252;ndet eine Komission, die die antworten auf solche Frage im  vorhinein festlegt, dann hat hinterher keiner die Verantwortung und niemand Gewissensbisse. Oder wie war das?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ist doch ganz einfacc: Man gr&#252;ndet eine Komission, die die antworten auf solche Frage im  vorhinein festlegt, dann hat hinterher keiner die Verantwortung und niemand Gewissensbisse. Oder wie war das?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33207</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 09:35:08 +0000</pubDate>
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		<description>@stefanolix

&lt;blockquote&gt;denn auch die Spenderin ist letztlich Patientin mit einem hohen Risiko&lt;/blockquote&gt;

Richtig. Aber ich meine, dass er &#252;ber die korrekte und umf&#228;ngliche Darstellung dieses Risikos hinaus nicht viel mehr tun darf oder gar muss. Geh&#246;rt Lebensberatung oder Recherche &#252;ber die pers&#246;nlichen Verquickungen von Patienten zur &#228;rztlichen Pflicht? Wohl kaum.

@R.A.

&lt;blockquote&gt;Gerade bei so grunds&#228;tzlichen Entscheidungen mu&#223; er auch die pers&#246;nliche Lebenssituation des Patienten (gemeint F.) ber&#252;cksichtigen und entsprechend beraten.&lt;/blockquote&gt;

Der Arzt soll in die pers&#246;nlichen Beziehungen seiner Patienten mit Anderen beratend eingreifen? Das s&#228;he ich als problematisch an.

&lt;blockquote&gt;Er wird also nicht nur die Vor- und Nachteile der Transplantation darstellen, sondern auch versuchen abzusichern, da&#223; F. sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewu&#223;t ist, u. a. also auch die Motivation abfragen&lt;/blockquote&gt;

F&#252;r die Einsch&#228;tzung der Tragweite einer Entscheidung tun die Motive nichts zur Sache. Die Motive gehen den Arzt gerade nichts an. 

&lt;blockquote&gt;Eine Antwort “ich tue das aus christlicher N&#228;chstenliebe” wird der Arzt wohl akzeptieren, bei einer Antwort “P. hat mir einen Kasten Bier als Belohnung versprochen” sollte er nachhaken.&lt;/blockquote&gt;

Er sollte nachhaken? Aber warum? Weil das Leben der Anderen mehr wert ist als ein Kasten Bier? Sollte er in deren Interesse einen besseren Preis aushandeln?

&lt;blockquote&gt;Bei einer Antwort “wir lieben uns auf ewig” ist dann ein Nachhaken angebracht, wenn allgemein bekannt ist (nur aber offenbar bei F. nicht), da&#223; P. das ganz anders sieht.&lt;/blockquote&gt;

Aber nein! 

&lt;blockquote&gt;Das Vertrauensverh&#228;ltnis Patient F. zum Arzt erfordert m. E. die &#220;bermittlung aller relevanten Informationen, die &#252;bermittelt werden d&#252;rfen.&lt;/blockquote&gt;

Aller relevanten Informationen? Was ist denn alles potentiell relevant? Recht viel, oder?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@stefanolix</p>
<blockquote><p>denn auch die Spenderin ist letztlich Patientin mit einem hohen Risiko</p></blockquote>
<p>Richtig. Aber ich meine, dass er &#252;ber die korrekte und umf&#228;ngliche Darstellung dieses Risikos hinaus nicht viel mehr tun darf oder gar muss. Geh&#246;rt Lebensberatung oder Recherche &#252;ber die pers&#246;nlichen Verquickungen von Patienten zur &#228;rztlichen Pflicht? Wohl kaum.</p>
<p>@R.A.</p>
<blockquote><p>Gerade bei so grunds&#228;tzlichen Entscheidungen mu&#223; er auch die pers&#246;nliche Lebenssituation des Patienten (gemeint F.) ber&#252;cksichtigen und entsprechend beraten.</p></blockquote>
<p>Der Arzt soll in die pers&#246;nlichen Beziehungen seiner Patienten mit Anderen beratend eingreifen? Das s&#228;he ich als problematisch an.</p>
<blockquote><p>Er wird also nicht nur die Vor- und Nachteile der Transplantation darstellen, sondern auch versuchen abzusichern, da&#223; F. sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewu&#223;t ist, u. a. also auch die Motivation abfragen</p></blockquote>
<p>F&#252;r die Einsch&#228;tzung der Tragweite einer Entscheidung tun die Motive nichts zur Sache. Die Motive gehen den Arzt gerade nichts an. </p>
<blockquote><p>Eine Antwort “ich tue das aus christlicher N&#228;chstenliebe” wird der Arzt wohl akzeptieren, bei einer Antwort “P. hat mir einen Kasten Bier als Belohnung versprochen” sollte er nachhaken.</p></blockquote>
<p>Er sollte nachhaken? Aber warum? Weil das Leben der Anderen mehr wert ist als ein Kasten Bier? Sollte er in deren Interesse einen besseren Preis aushandeln?</p>
<blockquote><p>Bei einer Antwort “wir lieben uns auf ewig” ist dann ein Nachhaken angebracht, wenn allgemein bekannt ist (nur aber offenbar bei F. nicht), da&#223; P. das ganz anders sieht.</p></blockquote>
<p>Aber nein! </p>
<blockquote><p>Das Vertrauensverh&#228;ltnis Patient F. zum Arzt erfordert m. E. die &#220;bermittlung aller relevanten Informationen, die &#252;bermittelt werden d&#252;rfen.</p></blockquote>
<p>Aller relevanten Informationen? Was ist denn alles potentiell relevant? Recht viel, oder?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: R.A.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33206</link>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 09:20:27 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33206</guid>
		<description>@Boche:
Ein Arzt ist ja nun mehr als ein Mechaniker, der kaputte Organe repariert. Gerade bei so grunds&#228;tzlichen Entscheidungen mu&#223; er auch die pers&#246;nliche Lebenssituation des Patienten (gemeint F.) ber&#252;cksichtigen und entsprechend beraten.

Er wird also nicht nur die Vor- und Nachteile der Transplantation darstellen, sondern auch versuchen abzusichern, da&#223; F. sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewu&#223;t ist, u. a. also auch die Motivation abfragen (wobei F. nat&#252;rlich nicht antworten mu&#223;).

Eine Antwort &quot;ich tue das aus christlicher N&#228;chstenliebe&quot; wird der Arzt wohl akzeptieren, bei einer Antwort &quot;P. hat mir einen Kasten Bier als Belohnung versprochen&quot; sollte er nachhaken.

Bei einer Antwort &quot;wir lieben uns auf ewig&quot; ist dann ein Nachhaken angebracht, wenn allgemein bekannt ist (nur aber offenbar bei F. nicht), da&#223; P. das ganz anders sieht.
F. k&#246;nnte sich v&#246;llig zu Recht schwer get&#228;uscht f&#252;hlen, wenn der Arzt ihr in so einem Beratungsgespr&#228;ch verschweigt, da&#223; P. sich &#246;ffentlich so ge&#228;u&#223;ert hat. Das Vertrauensverh&#228;ltnis Patient F. zum Arzt erfordert m. E. die &#220;bermittlung aller relevanten Informationen, die &#252;bermittelt werden d&#252;rfen.
Was nat&#252;rlich bei vertraulichen Infos nicht der Fall ist.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boche:<br />
Ein Arzt ist ja nun mehr als ein Mechaniker, der kaputte Organe repariert. Gerade bei so grunds&#228;tzlichen Entscheidungen mu&#223; er auch die pers&#246;nliche Lebenssituation des Patienten (gemeint F.) ber&#252;cksichtigen und entsprechend beraten.</p>
<p>Er wird also nicht nur die Vor- und Nachteile der Transplantation darstellen, sondern auch versuchen abzusichern, da&#223; F. sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewu&#223;t ist, u. a. also auch die Motivation abfragen (wobei F. nat&#252;rlich nicht antworten mu&#223;).</p>
<p>Eine Antwort &#8220;ich tue das aus christlicher N&#228;chstenliebe&#8221; wird der Arzt wohl akzeptieren, bei einer Antwort &#8220;P. hat mir einen Kasten Bier als Belohnung versprochen&#8221; sollte er nachhaken.</p>
<p>Bei einer Antwort &#8220;wir lieben uns auf ewig&#8221; ist dann ein Nachhaken angebracht, wenn allgemein bekannt ist (nur aber offenbar bei F. nicht), da&#223; P. das ganz anders sieht.<br />
F. k&#246;nnte sich v&#246;llig zu Recht schwer get&#228;uscht f&#252;hlen, wenn der Arzt ihr in so einem Beratungsgespr&#228;ch verschweigt, da&#223; P. sich &#246;ffentlich so ge&#228;u&#223;ert hat. Das Vertrauensverh&#228;ltnis Patient F. zum Arzt erfordert m. E. die &#220;bermittlung aller relevanten Informationen, die &#252;bermittelt werden d&#252;rfen.<br />
Was nat&#252;rlich bei vertraulichen Infos nicht der Fall ist.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: stefanolix</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33205</link>
		<dc:creator>stefanolix</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 09:03:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33205</guid>
		<description>Der Arzt darf nichts weitergeben, was er im pers&#246;nlichen Gespr&#228;ch erfahren hat (Standesregel). Er d&#252;rfte aber Informationen weitergeben, die bereits &#246;ffentlich sind, denn auch die Spenderin ist letztlich Patientin mit einem hohen Risiko.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Arzt darf nichts weitergeben, was er im pers&#246;nlichen Gespr&#228;ch erfahren hat (Standesregel). Er d&#252;rfte aber Informationen weitergeben, die bereits &#246;ffentlich sind, denn auch die Spenderin ist letztlich Patientin mit einem hohen Risiko.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33203</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:30:37 +0000</pubDate>
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		<description>@R.A.

Was &#228;ndert es, wenn P. die private Angelegenheit &#246;ffentlich ge&#228;u&#223;ert hat?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@R.A.</p>
<p>Was &#228;ndert es, wenn P. die private Angelegenheit &#246;ffentlich ge&#228;u&#223;ert hat?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: R.A.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33200</link>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:15:55 +0000</pubDate>
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		<description>Eigentlich ist die Sache doch recht einfach - wenn man ein St&#252;ck Vorgeschichte ber&#252;cksichtigt.

Es ist dann richtig und n&#246;tig F. zu informieren, wenn P.&#039;s Absicht eine &#246;ffentliche Information ist. Sollte P. das z. B. in einem Leserbrief angek&#252;ndigt haben, dann geh&#246;rt es durchaus zur Sorgfaltspflicht des Arztes, F. dies wie alle anderen relevanten Infos (z. B. &#252;ber die Erfolgsquote von Leberoperationen) zukommen zu lassen.

Es ist aber wohl recht unwahrscheinlich, da&#223; dem wirklich so war.

Und wenn die Informationen eine vertrauliche war, dann kann es nicht richtig sein, diese weiterzugeben. Denn es handelt sich letztlich um eine private Beziehung zwischen P. und F., und da z&#228;hlt nur, was die sich gegenseitig anvertrauen und wie sie das bewerten.

Mal abgesehen davon, da&#223; beim Ausplaudern einer vertraulichen Info das Fehler-Risiko noch gr&#246;&#223;er ist. P. k&#246;nnte Grund haben, den Arzt anzul&#252;gen, oder es war ein Mi&#223;verst&#228;ndnis &#252;ber die genaue Art der Beziehung bzw. der Absichten.

Und wer wirklich meint, der Arzt m&#252;sse die vetrauliche Info weitergeben - der m&#252;&#223;te eigentlich auch fordern, da&#223; dieser das geheime Tagebuch von P. auswertet oder das Telephon abh&#246;rt, um wirklich alle Infos zu bekommen um F. komplett zu informieren ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist die Sache doch recht einfach &#8211; wenn man ein St&#252;ck Vorgeschichte ber&#252;cksichtigt.</p>
<p>Es ist dann richtig und n&#246;tig F. zu informieren, wenn P.&#8217;s Absicht eine &#246;ffentliche Information ist. Sollte P. das z. B. in einem Leserbrief angek&#252;ndigt haben, dann geh&#246;rt es durchaus zur Sorgfaltspflicht des Arztes, F. dies wie alle anderen relevanten Infos (z. B. &#252;ber die Erfolgsquote von Leberoperationen) zukommen zu lassen.</p>
<p>Es ist aber wohl recht unwahrscheinlich, da&#223; dem wirklich so war.</p>
<p>Und wenn die Informationen eine vertrauliche war, dann kann es nicht richtig sein, diese weiterzugeben. Denn es handelt sich letztlich um eine private Beziehung zwischen P. und F., und da z&#228;hlt nur, was die sich gegenseitig anvertrauen und wie sie das bewerten.</p>
<p>Mal abgesehen davon, da&#223; beim Ausplaudern einer vertraulichen Info das Fehler-Risiko noch gr&#246;&#223;er ist. P. k&#246;nnte Grund haben, den Arzt anzul&#252;gen, oder es war ein Mi&#223;verst&#228;ndnis &#252;ber die genaue Art der Beziehung bzw. der Absichten.</p>
<p>Und wer wirklich meint, der Arzt m&#252;sse die vetrauliche Info weitergeben &#8211; der m&#252;&#223;te eigentlich auch fordern, da&#223; dieser das geheime Tagebuch von P. auswertet oder das Telephon abh&#246;rt, um wirklich alle Infos zu bekommen um F. komplett zu informieren &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: David</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33199</link>
		<dc:creator>David</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:15:01 +0000</pubDate>
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		<description>Ich stimme ebenfalls Boche, Roberto und House zu. Genau das war n&#228;mlich auch das Argument des letzteren: Es handelt sich nicht um medizinisch relevante Informationen. Es ist nicht die Aufgabe von &#196;rzten, solche Informationen weiterzugeben. Sie sind dazu nicht einmal befugt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme ebenfalls Boche, Roberto und House zu. Genau das war n&#228;mlich auch das Argument des letzteren: Es handelt sich nicht um medizinisch relevante Informationen. Es ist nicht die Aufgabe von &#196;rzten, solche Informationen weiterzugeben. Sie sind dazu nicht einmal befugt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Boche</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33198</link>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 08:01:34 +0000</pubDate>
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		<description>Ich stimme hier mit Robertos Einsch&#228;tzung im ersten Teil &#252;berein: Die Beziehungskiste der beiden Frauen ist eine f&#252;r einen Arzt irrelevante Information. 
H&#228;tte er stattdessen erfahren, dass die Todkranke ein Verh&#228;ltnis hat, Alkoholikerin ist, den Hund gar nicht weggegeben sondern get&#246;tet und gegessen hat - all das ist nichts, was eine &#228;rztliche Entscheidung aus meiner Sicht beeinflussen sollte und darf. 
Die Pflicht beschr&#228;nkt sich m.E. darauf, der Spenderin das Risiko f&#252;r das eigene Leben klar zu machen. Gegebenenfalls muss der Arzt auch die medizinischen Erfolgschancen f&#252;r die Empf&#228;ngerin erl&#228;utern, weil es eine nahe Verwandte bzw. die Partnerin ist. Mehr nicht.

Camerons Problem ist nicht, dass sie ethischer agiert oder einer anderen ethischen Logik folgt. Ihr Problem ist, dass sie sich nicht auf die Ethik des Arztberufes beschr&#228;nken kann sondern sich in private Belange der Patienten meint (helfend) einmischen zu m&#252;ssen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme hier mit Robertos Einsch&#228;tzung im ersten Teil &#252;berein: Die Beziehungskiste der beiden Frauen ist eine f&#252;r einen Arzt irrelevante Information.<br />
H&#228;tte er stattdessen erfahren, dass die Todkranke ein Verh&#228;ltnis hat, Alkoholikerin ist, den Hund gar nicht weggegeben sondern get&#246;tet und gegessen hat &#8211; all das ist nichts, was eine &#228;rztliche Entscheidung aus meiner Sicht beeinflussen sollte und darf.<br />
Die Pflicht beschr&#228;nkt sich m.E. darauf, der Spenderin das Risiko f&#252;r das eigene Leben klar zu machen. Gegebenenfalls muss der Arzt auch die medizinischen Erfolgschancen f&#252;r die Empf&#228;ngerin erl&#228;utern, weil es eine nahe Verwandte bzw. die Partnerin ist. Mehr nicht.</p>
<p>Camerons Problem ist nicht, dass sie ethischer agiert oder einer anderen ethischen Logik folgt. Ihr Problem ist, dass sie sich nicht auf die Ethik des Arztberufes beschr&#228;nken kann sondern sich in private Belange der Patienten meint (helfend) einmischen zu m&#252;ssen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Roberto J. De Lapuente</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33197</link>
		<dc:creator>Roberto J. De Lapuente</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 07:05:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33197</guid>
		<description>Vermutlich w&#252;rde sich in der Realit&#228;t kaum ein Arzt damit besch&#228;ftigen (wollen). Freilich geht jeder Patient ein Vertrauensverh&#228;ltnis mit dem behandelnden Arzt ein, aber das macht es  umso wichtiger, ein gesundes Ma&#223; an Distanz zu wahren. Famili&#228;re oder beziehungsrelevante Fragen haben im Verh&#228;ltnis Arzt-Patient keinen Raum. Jeder Arzt wird zwar einen solchen Fall, wie oben erw&#228;hnten, zur Kenntnis nehmen, in einem lichten Moment vielleicht dazu &#252;bergehen, das Thema anzuschneiden, aber letztendlich sich auf die Notwendigkeiten seines Tuns konzentrieren. Des Arztes Ethik ist die Rettung eines Patienten, unabh&#228;ngig von seinem gesellschaftlichen Stand, von seinem Charakter, von Religion, von Herkunft, von seiner Sexualit&#228;t und eben auch unabh&#228;ngig von Beziehungsfragen. Er w&#252;rde seine Kompetenzen ma&#223;los &#252;berschreiten, wenn er sich in die Belange zweiter sich liebender oder sich nicht mehr liebender Menschen widmen w&#252;rde. Zwar herrscht Intimit&#228;t zwischen Patient und Arzt, aber Privatheit bleibt - wie oben gesagt - gerade deshalb ein hohes Gut.

&lt;blockquote&gt;Das Urteil &#228;ndert sich nicht durch die Wendung am Schluss, da diese Wendung nicht vorhersehbar gewesen ist, somit nicht relevant f&#252;r die konkrete Entscheidungsfindung gewesen sein konnte.&lt;/blockquote&gt;

Im Angesicht kantischer Ethik &#228;ndert die Wendung alles. In jenem Moment, da man eine Tat vollzieht, die nicht mehr der rein ethischen Absicht folgt, sondern einen Nutzen beherbergt, ist die Tat keine &quot;gute Tat&quot; mehr. Anders, kantischer ausgedr&#252;ckt: Die Frau hat ihren N&#228;chsten - dem kranken Mann; die Beziehungslage ist irrelevant - nicht als Zweck, wohl aber als Mittel zur Erlangung eines Zweckes bewertet. Wiederum anders ausgedr&#252;ckt: Diese Frau handelte nicht so, dass die Maxime ihres Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k&#246;nne. Entweder man tut Gutes um des Guten willen oder man kann - im Sinne Kants - gar nichts Gutes tun. Spendenaktionen, die zwar ein gutes Ziel vor Augen f&#252;hren, aber gleichzeitig von Stars und Sternchen benutzt werden, um sich selbst einen Namen zu machen, sind in diesem Sinne keine selbstlosen Taten des Guten, sondern immer die R&#252;ckf&#252;hrung des N&#228;chsten zum Mittel, der Entzug des Zwecks eines jeden Menschen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vermutlich w&#252;rde sich in der Realit&#228;t kaum ein Arzt damit besch&#228;ftigen (wollen). Freilich geht jeder Patient ein Vertrauensverh&#228;ltnis mit dem behandelnden Arzt ein, aber das macht es  umso wichtiger, ein gesundes Ma&#223; an Distanz zu wahren. Famili&#228;re oder beziehungsrelevante Fragen haben im Verh&#228;ltnis Arzt-Patient keinen Raum. Jeder Arzt wird zwar einen solchen Fall, wie oben erw&#228;hnten, zur Kenntnis nehmen, in einem lichten Moment vielleicht dazu &#252;bergehen, das Thema anzuschneiden, aber letztendlich sich auf die Notwendigkeiten seines Tuns konzentrieren. Des Arztes Ethik ist die Rettung eines Patienten, unabh&#228;ngig von seinem gesellschaftlichen Stand, von seinem Charakter, von Religion, von Herkunft, von seiner Sexualit&#228;t und eben auch unabh&#228;ngig von Beziehungsfragen. Er w&#252;rde seine Kompetenzen ma&#223;los &#252;berschreiten, wenn er sich in die Belange zweiter sich liebender oder sich nicht mehr liebender Menschen widmen w&#252;rde. Zwar herrscht Intimit&#228;t zwischen Patient und Arzt, aber Privatheit bleibt &#8211; wie oben gesagt &#8211; gerade deshalb ein hohes Gut.</p>
<blockquote><p>Das Urteil &#228;ndert sich nicht durch die Wendung am Schluss, da diese Wendung nicht vorhersehbar gewesen ist, somit nicht relevant f&#252;r die konkrete Entscheidungsfindung gewesen sein konnte.</p></blockquote>
<p>Im Angesicht kantischer Ethik &#228;ndert die Wendung alles. In jenem Moment, da man eine Tat vollzieht, die nicht mehr der rein ethischen Absicht folgt, sondern einen Nutzen beherbergt, ist die Tat keine &#8220;gute Tat&#8221; mehr. Anders, kantischer ausgedr&#252;ckt: Die Frau hat ihren N&#228;chsten &#8211; dem kranken Mann; die Beziehungslage ist irrelevant &#8211; nicht als Zweck, wohl aber als Mittel zur Erlangung eines Zweckes bewertet. Wiederum anders ausgedr&#252;ckt: Diese Frau handelte nicht so, dass die Maxime ihres Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten k&#246;nne. Entweder man tut Gutes um des Guten willen oder man kann &#8211; im Sinne Kants &#8211; gar nichts Gutes tun. Spendenaktionen, die zwar ein gutes Ziel vor Augen f&#252;hren, aber gleichzeitig von Stars und Sternchen benutzt werden, um sich selbst einen Namen zu machen, sind in diesem Sinne keine selbstlosen Taten des Guten, sondern immer die R&#252;ckf&#252;hrung des N&#228;chsten zum Mittel, der Entzug des Zwecks eines jeden Menschen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: twex</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33196</link>
		<dc:creator>twex</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 06:40:20 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Also k&#246;nnen wir konstatieren, dass die deontologische L&#246;sung des Konflikts mit einer h&#246;heren Wahrscheinlichkeit den Tod eines Menschen in Kauf genommen h&#228;tte als die konsequentialistische. Ist es das wert?&lt;/blockquote&gt;
Wenn man nur den Leib betrachtet, ist die Antwort klar. Aber wenn der Mensch auch eine unsterbliche Seele ist, deren ewige Gl&#252;ckseligkeit durch die S&#252;nde gef&#228;hrdet wird, hat die Tat mehr und gr&#246;&#223;ere Konsequenzen als zun&#228;chst vermutet. Die m&#252;&#223;te dann selbst der Konsequentialist in seine ethischen Kalkulationen miteinbeziehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Also k&#246;nnen wir konstatieren, dass die deontologische L&#246;sung des Konflikts mit einer h&#246;heren Wahrscheinlichkeit den Tod eines Menschen in Kauf genommen h&#228;tte als die konsequentialistische. Ist es das wert?</p></blockquote>
<p>Wenn man nur den Leib betrachtet, ist die Antwort klar. Aber wenn der Mensch auch eine unsterbliche Seele ist, deren ewige Gl&#252;ckseligkeit durch die S&#252;nde gef&#228;hrdet wird, hat die Tat mehr und gr&#246;&#223;ere Konsequenzen als zun&#228;chst vermutet. Die m&#252;&#223;te dann selbst der Konsequentialist in seine ethischen Kalkulationen miteinbeziehen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33194</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 01:00:01 +0000</pubDate>
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		<description>Ich gehe davon aus, dass &#196;rzte schon oft vor &#228;hnlichen Entscheidungen standen - mag dieses konkrete Beispiel auch theoretisch sein, so ist es dennoch sinnvoll, sich Gedanken &#252;ber eine derartige Fragestellung gemacht zu haben, um von einer unter Umst&#228;nden &#228;hnlich gearteten Problematik nicht komplett &#252;berfahren zu werden.

Falls wir nun noch zu dem Indianerstamm kommen wollen: hier bin ich spontan der Meinung, dass man sich nicht in deren Belange einmischen sollte. Viele Ureinwohner bezahlten den Kontakt mit der westlichen Welt bereits mit dem Leben, sei es durch Genozid oder schlichtweg durch eingeschleppte Krankheiten (auf Kuba war man so &quot;erfolgreich&quot;, die komplette indigene Bev&#246;lkerung zu elimineren). Das Werfen von Speeren auf das die Indianer beobachtende Flugzeug (vor ~3 Monaten, wenn ich mich nicht irre), w&#252;rde ich als Willensbekundung verstehen, in Ruhe gelassen zu werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe davon aus, dass &#196;rzte schon oft vor &#228;hnlichen Entscheidungen standen &#8211; mag dieses konkrete Beispiel auch theoretisch sein, so ist es dennoch sinnvoll, sich Gedanken &#252;ber eine derartige Fragestellung gemacht zu haben, um von einer unter Umst&#228;nden &#228;hnlich gearteten Problematik nicht komplett &#252;berfahren zu werden.</p>
<p>Falls wir nun noch zu dem Indianerstamm kommen wollen: hier bin ich spontan der Meinung, dass man sich nicht in deren Belange einmischen sollte. Viele Ureinwohner bezahlten den Kontakt mit der westlichen Welt bereits mit dem Leben, sei es durch Genozid oder schlichtweg durch eingeschleppte Krankheiten (auf Kuba war man so &#8220;erfolgreich&#8221;, die komplette indigene Bev&#246;lkerung zu elimineren). Das Werfen von Speeren auf das die Indianer beobachtende Flugzeug (vor ~3 Monaten, wenn ich mich nicht irre), w&#252;rde ich als Willensbekundung verstehen, in Ruhe gelassen zu werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33193</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:47:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33193</guid>
		<description>Das Dilemma ist &#252;brigens keinesfalls theoretisch. Denken wir an die Argumentation, man m&#252;sse einen neu entdeckten Indianerstamm von jeder Zivilisation fernhalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Dilemma ist &#252;brigens keinesfalls theoretisch. Denken wir an die Argumentation, man m&#252;sse einen neu entdeckten Indianerstamm von jeder Zivilisation fernhalten.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33192</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:38:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33192</guid>
		<description>In dieser konkreten Situation w&#252;rde ich F mit allen Informationen versorgen, die f&#252;r ihre Entscheidung relevant w&#228;ren - mehr kann man meiner Meinung nach nicht tun, denn dies hie&#223;e, Gott zu spielen. Was sie dann daraus macht, ist allein ihre Sache. Ich wollte das nicht beeinflussen, und ich denke auch nicht, dass ich dazu die Berechtigung h&#228;tte.

Zum anderen Fall, weil das jetzt ja auch irgendwie dazu geh&#246;rt: es w&#228;re meiner Meinung nach auf jeden Fall moralisch richtig, ja geradezu zwingend notwendig, auf Nachfrage die Gestapo anzul&#252;gen und das Versteck der Juden nicht anzuzeigen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser konkreten Situation w&#252;rde ich F mit allen Informationen versorgen, die f&#252;r ihre Entscheidung relevant w&#228;ren &#8211; mehr kann man meiner Meinung nach nicht tun, denn dies hie&#223;e, Gott zu spielen. Was sie dann daraus macht, ist allein ihre Sache. Ich wollte das nicht beeinflussen, und ich denke auch nicht, dass ich dazu die Berechtigung h&#228;tte.</p>
<p>Zum anderen Fall, weil das jetzt ja auch irgendwie dazu geh&#246;rt: es w&#228;re meiner Meinung nach auf jeden Fall moralisch richtig, ja geradezu zwingend notwendig, auf Nachfrage die Gestapo anzul&#252;gen und das Versteck der Juden nicht anzuzeigen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33191</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:26:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33191</guid>
		<description>@Christian S.

&lt;blockquote&gt;Ich bin nun wirklich kein Kant-Experte&lt;/blockquote&gt;

Ich auch nicht. Aber um so wichtiger w&#228;re es mir, zu erfahren, was andere Menschen denken und nicht nur rezipieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian S.</p>
<blockquote><p>Ich bin nun wirklich kein Kant-Experte</p></blockquote>
<p>Ich auch nicht. Aber um so wichtiger w&#228;re es mir, zu erfahren, was andere Menschen denken und nicht nur rezipieren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33190</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:24:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33190</guid>
		<description>@Christian S.

&lt;blockquote&gt;F h&#228;tte die M&#246;glichkeit haben m&#252;ssen, die Entscheidung so frei wie m&#246;glich, das bedeutet auf der Basis aller vorhandenen Faktoren, zu treffen - was F dann daraus macht, ist allein die Sache von F und liegt nicht mehr in der Hand der anderen.&lt;/blockquote&gt;

Auch auf die Gefahr hin, dass P deswegen stirbt? Wie w&#252;rdest du als Arzt entscheiden?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian S.</p>
<blockquote><p>F h&#228;tte die M&#246;glichkeit haben m&#252;ssen, die Entscheidung so frei wie m&#246;glich, das bedeutet auf der Basis aller vorhandenen Faktoren, zu treffen &#8211; was F dann daraus macht, ist allein die Sache von F und liegt nicht mehr in der Hand der anderen.</p></blockquote>
<p>Auch auf die Gefahr hin, dass P deswegen stirbt? Wie w&#252;rdest du als Arzt entscheiden?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33189</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:20:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33189</guid>
		<description>Ich bin nun wirklich kein Kant-Experte, habe mir aber sagen lassen, dass Kant in so einem Fall f&#252;r die L&#252;ge pl&#228;diert h&#228;tte - die genaue Begr&#252;ndung muss ich leider schuldig bleiben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin nun wirklich kein Kant-Experte, habe mir aber sagen lassen, dass Kant in so einem Fall f&#252;r die L&#252;ge pl&#228;diert h&#228;tte &#8211; die genaue Begr&#252;ndung muss ich leider schuldig bleiben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Shin</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33188</link>
		<dc:creator>Shin</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:10:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33188</guid>
		<description>Mit der deontologischen Ethik ist das immer so eine Sache. In diesem Fall schlie&#223;e ich mich Christian an und halte es ebenfalls f&#252;r richtig, F von Ps Absicht zu unterrichten. Andererseits kann man sie in meinen Augen auf viele Extremf&#228;lle nicht anwenden, beispielsweise in Bezug auf das Ehrlichkeitsgebot. Ein dazu oft genanntes Beispiel ist die Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man als B&#252;rger des 3. Reiches in seinem Haus Juden vor den Nazis versteckt h&#228;tte und von diesen dann danach gefragt w&#252;rde. Ein absolut konsequenter Deontologist d&#252;rfte auf hier nicht l&#252;gen, und Kant selbst forderte bekanntlich auch derartiges, scheinbar widersinniges Verhalten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der deontologischen Ethik ist das immer so eine Sache. In diesem Fall schlie&#223;e ich mich Christian an und halte es ebenfalls f&#252;r richtig, F von Ps Absicht zu unterrichten. Andererseits kann man sie in meinen Augen auf viele Extremf&#228;lle nicht anwenden, beispielsweise in Bezug auf das Ehrlichkeitsgebot. Ein dazu oft genanntes Beispiel ist die Frage, wie man sich verhalten sollte, wenn man als B&#252;rger des 3. Reiches in seinem Haus Juden vor den Nazis versteckt h&#228;tte und von diesen dann danach gefragt w&#252;rde. Ein absolut konsequenter Deontologist d&#252;rfte auf hier nicht l&#252;gen, und Kant selbst forderte bekanntlich auch derartiges, scheinbar widersinniges Verhalten.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33187</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 00:01:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33187</guid>
		<description>Der Punkt ist doch auch, dass hier der m&#246;gliche Tod von F in Kauf genommen wurde, obwohl davon auszugehen war, dass F nicht &#252;ber alle Faktoren, die die Entscheidung m&#246;glicherweise h&#228;tten beeinflussen k&#246;nnen, Bescheid wusste.

Aber auch ohne diesen Aspekt ist die Entscheidung f&#252;r mich pers&#246;nlich sehr einfach: F h&#228;tte die M&#246;glichkeit haben m&#252;ssen, die Entscheidung so frei wie m&#246;glich, das bedeutet auf der Basis aller vorhandenen Faktoren, zu treffen - was F dann daraus macht, ist allein die Sache von F und liegt nicht mehr in der Hand der anderen. So wurde versucht, die Entscheidung Fs vorwegzunehmen - man sollte jedoch niemanden zwingen, sich f&#252;r andere einzusetzen. Diese Entscheidung muss jeder f&#252;r sich selbst treffen. Wenn sich ein Mensch dann als egoistisch erweist oder als kalt und berechnend (wie in diesem Fall im Endeffekt ja auch), dann hat man dennoch sein M&#246;glichstes getan.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Punkt ist doch auch, dass hier der m&#246;gliche Tod von F in Kauf genommen wurde, obwohl davon auszugehen war, dass F nicht &#252;ber alle Faktoren, die die Entscheidung m&#246;glicherweise h&#228;tten beeinflussen k&#246;nnen, Bescheid wusste.</p>
<p>Aber auch ohne diesen Aspekt ist die Entscheidung f&#252;r mich pers&#246;nlich sehr einfach: F h&#228;tte die M&#246;glichkeit haben m&#252;ssen, die Entscheidung so frei wie m&#246;glich, das bedeutet auf der Basis aller vorhandenen Faktoren, zu treffen &#8211; was F dann daraus macht, ist allein die Sache von F und liegt nicht mehr in der Hand der anderen. So wurde versucht, die Entscheidung Fs vorwegzunehmen &#8211; man sollte jedoch niemanden zwingen, sich f&#252;r andere einzusetzen. Diese Entscheidung muss jeder f&#252;r sich selbst treffen. Wenn sich ein Mensch dann als egoistisch erweist oder als kalt und berechnend (wie in diesem Fall im Endeffekt ja auch), dann hat man dennoch sein M&#246;glichstes getan.</p>
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		<title>Von: Rayson</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33186</link>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 23:30:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/#comment-33186</guid>
		<description>@Christian S.

Vielleicht h&#228;tte ich noch den extremen Zeitdruck betonen sollen, unter dem die Entscheidungen zu f&#228;llen waren. Aber egal.

Wenn F die Wahrheit hinterbracht worden w&#228;re und F tats&#228;chlich nichts von den Absichten der P gewusst h&#228;tte: Was h&#228;tte das ge&#228;ndert? Auf jeden Fall h&#228;tte sich die Wahrscheinlichkeit, dass F der P einen Teil ihrer Leber gespendet h&#228;tte, drastisch verschlechtert. Mit dem Ergebnis, dass der Tod der P wahrscheinlicher geworden w&#228;re. Und h&#228;tte Ps Tod irgendjemandem genutzt? Wohl eher nicht.

Nehmen wir jetzt an, F w&#252;rde wahrheitsgem&#228;&#223; informiert, w&#252;sste aber von Ps Entschluss. H&#228;tte sich an der getroffenen Ma&#223;nahme etwas ge&#228;ndert? Nein, denn genau dieser Wissensstand war ausschlaggebend f&#252;r die Entscheidung der F.

Also k&#246;nnen wir konstatieren, dass die deontologische L&#246;sung des Konflikts mit einer h&#246;heren Wahrscheinlichkeit den Tod eines Menschen in Kauf genommen h&#228;tte als die konsequentialistische. Ist es das wert?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Christian S.</p>
<p>Vielleicht h&#228;tte ich noch den extremen Zeitdruck betonen sollen, unter dem die Entscheidungen zu f&#228;llen waren. Aber egal.</p>
<p>Wenn F die Wahrheit hinterbracht worden w&#228;re und F tats&#228;chlich nichts von den Absichten der P gewusst h&#228;tte: Was h&#228;tte das ge&#228;ndert? Auf jeden Fall h&#228;tte sich die Wahrscheinlichkeit, dass F der P einen Teil ihrer Leber gespendet h&#228;tte, drastisch verschlechtert. Mit dem Ergebnis, dass der Tod der P wahrscheinlicher geworden w&#228;re. Und h&#228;tte Ps Tod irgendjemandem genutzt? Wohl eher nicht.</p>
<p>Nehmen wir jetzt an, F w&#252;rde wahrheitsgem&#228;&#223; informiert, w&#252;sste aber von Ps Entschluss. H&#228;tte sich an der getroffenen Ma&#223;nahme etwas ge&#228;ndert? Nein, denn genau dieser Wissensstand war ausschlaggebend f&#252;r die Entscheidung der F.</p>
<p>Also k&#246;nnen wir konstatieren, dass die deontologische L&#246;sung des Konflikts mit einer h&#246;heren Wahrscheinlichkeit den Tod eines Menschen in Kauf genommen h&#228;tte als die konsequentialistische. Ist es das wert?</p>
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	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33185</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 23:18:08 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, man h&#228;tte F von der Absicht Ps unterrichten m&#252;ssen.

Das Urteil &#228;ndert sich nicht durch die Wendung am Schluss, da diese Wendung nicht vorhersehbar gewesen ist, somit nicht relevant f&#252;r die konkrete Entscheidungsfindung gewesen sein konnte.

In diesem Fall h&#228;tte sich durch die Entscheidung, F komplett aufzukl&#228;ren, auch noch nichts ge&#228;ndert. Nun jedoch f&#252;hlt sich P schlecht, weil sie versucht hat, F auszunutzen, Cameron f&#252;hlt sich schlecht, weil sie das Gef&#252;hl hat, benutzt worden zu sein, F f&#252;hlt sich schlecht (oder wird sich noch schlecht f&#252;hlen), weil sie eine im Grunde genommen noble Tat aus niederen Beweggr&#252;nden heraus beging. Der einzige &quot;Gewinner&quot; dieses Schwanks ist der Zyniker House, der sich nat&#252;rlich best&#228;tigt sieht.

Ergo: diese konkrete Entscheidung fiele mir sehr leicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, man h&#228;tte F von der Absicht Ps unterrichten m&#252;ssen.</p>
<p>Das Urteil &#228;ndert sich nicht durch die Wendung am Schluss, da diese Wendung nicht vorhersehbar gewesen ist, somit nicht relevant f&#252;r die konkrete Entscheidungsfindung gewesen sein konnte.</p>
<p>In diesem Fall h&#228;tte sich durch die Entscheidung, F komplett aufzukl&#228;ren, auch noch nichts ge&#228;ndert. Nun jedoch f&#252;hlt sich P schlecht, weil sie versucht hat, F auszunutzen, Cameron f&#252;hlt sich schlecht, weil sie das Gef&#252;hl hat, benutzt worden zu sein, F f&#252;hlt sich schlecht (oder wird sich noch schlecht f&#252;hlen), weil sie eine im Grunde genommen noble Tat aus niederen Beweggr&#252;nden heraus beging. Der einzige &#8220;Gewinner&#8221; dieses Schwanks ist der Zyniker House, der sich nat&#252;rlich best&#228;tigt sieht.</p>
<p>Ergo: diese konkrete Entscheidung fiele mir sehr leicht.</p>
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	<item>
		<title>Von: Denkanstöße zur Nacht &#171; The Outside of the Asylum</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2008/07/08/house-gegen-kant/comment-page-1/#comment-33182</link>
		<dc:creator>Denkanstöße zur Nacht &#171; The Outside of the Asylum</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 22:01:26 +0000</pubDate>
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		<description>[...]  Bei den Liberalen dr&#252;ben ein sehr guter, weil neutraler zum Selberdenken anregender Kommentar: House gegen Kant. Echte Moral, echte Ethik ist das Problem jenseits von Schlagzeilen und [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...]  Bei den Liberalen dr&#252;ben ein sehr guter, weil neutraler zum Selberdenken anregender Kommentar: House gegen Kant. Echte Moral, echte Ethik ist das Problem jenseits von Schlagzeilen und [...]</p>
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