Deutschland ist Europameister

Der Blick auf den Zustand einzelner Bäume liefert vielleicht manchmal falsche Eindrücke über die Größe des Waldes. In bestimmten Kreisen gilt es als angesagt, gerade Deutschland einen besonders restriktiven Umgang mit Flüchtlingen vorzuwerfen. Dass es den im Einzelfall durchaus gibt, könnte aber etwas damit zu tun haben, dass diese Menschen in andere Länder erst gar nicht hineinkämen.

Jedenfalls verblüffte mich angesichts meiner durch Bloglektüre etwas verzerrten Erwartung die aus dem Economist zu entnehmende Feststellung, dass Deutschland an vierter Stelle der Länder mit den meisten aufgenommenen Flüchtlingen steht und an sogar erster Stelle der Länder, die den Zustrom nicht einem Konflikt eines unmittelbaren Nachbarlandes zu verdanken haben (und damit “Europameister” ist).

Auch sowas ist interessant:

It seems that an Iraqi stands a better-than-even chance of being granted asylum in Germany, but virtually no chance in Greece.

Bei aller berechtigten Kritik im Einzelfall ist es auch mal angebracht, auf das Gesamtbild zu verweisen. Sicher, alles könnte besser sein, aber bestimmte Klischees über weißhäutige Besitzer deutscher Pässe überleben anscheinend vor allem deswegen, weil sie eifrig gepflegt werden. Oder aber man nimmt an, dass die Entscheidung über die Aufnahme von Flüchtlingen von einer verschwörerischen Clique gegen den Willen der Mehrheit getroffen wird. Die Partei, die das so sieht, kennen wir.

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6 Kommentare zu “Deutschland ist Europameister”

  1. 23.06.2008 | 22:58

    ob jemand ins Land gelassen wird oder nicht, ist doch gar nicht das interessante Thema. …viel wichtiger finde ich, wie er behandelt wird, wenn er hier ist. …z.B. verstehe ich nicht, warum man diese Menschen nicht arbeiten lässt??? …und ich meine nicht nur Asylsuchende, sondern auch “illegale” Einwanderer und Studenten mit abgelaufendem Visum usw. …

  2. 23.06.2008 | 23:05

    ob jemand ins Land gelassen wird oder nicht, ist doch gar nicht das interessante Thema.

    Oh, ich schätze mal, dass es für Flüchtlinge das Thema schlechthin ist.

    z.B. verstehe ich nicht, warum man diese Menschen nicht arbeiten lässt???

    Ich auch nicht. Oder besser: Ich verstehe es schon, aber ich kann mit der Denke dahinter nichts anfangen.

  3. 24.06.2008 | 4:31

    Asylanten dürfen arbeiten, z.B. in den Asylantenheimen, je nach Arbeitsbedarf. Für diese Tätigkeit erhalten sie mindestens 1,05 Euro/h extra, also etwas mehr als ein “Hartz-IV”-Empfänger.

  4. 24.06.2008 | 18:20

    @Rayson

    Oh, ich schätze mal, dass es für Flüchtlinge das Thema schlechthin ist.

    das glaube ich nicht. ich denke, wenn man vor etwas flieht, ist es nicht so wichtig, ob man jetzt in ein bestimmtes Land reinkommt …dann geht man einfach woanders hin.
    was zählt ist doch: wenn man erstmal in einem neuen Land ist, welche Chancen hat man dort, einer Beschäftigung nachzugehen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen?

    …denn was nützt es jemandem ein Leben in Bedrohung hinter sich zu lassen und am Zielort überhaupt kein Leben mehr zu haben?? bzw. ein Leben auf ‘Pause’. das ist doch kein Leben!

  5. 24.06.2008 | 18:21

    @Marco

    meinst du das sarkastisch oder bist du wirklich so?

  6. 24.06.2008 | 19:11

    @marc

    Hä?

    Keine Ahnung, was Du mir unterstellen willst, aber ich habe einfach nur die Fakten genannt. Darüber hinaus -das habe ich vergessen zu erwähnen- können Asylanten auch eine Arbeitsgenehmigung beantragen, um damit in der (zumindest angeblich) freien Wirtschaft tätig zu werden.

    Dass dies kein toller Zustand ist, weil es eben staatliche Regulation ist, ist eine ganz andere Geschichte. Mir ging es aber nicht um Bewertung, sondern um Beschreibung. Schließlich sollten falsche Informationen nicht unwidersprochen bleiben, wenn man an einer konstruktiven Debatte interessiert ist.

    Das siehst Du wohl nicht so?

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