23. Juni 2008
Deutschland ist Europameister
Der Blick auf den Zustand einzelner Bäume liefert vielleicht manchmal falsche Eindrücke über die Größe des Waldes. In bestimmten Kreisen gilt es als angesagt, gerade Deutschland einen besonders restriktiven Umgang mit Flüchtlingen vorzuwerfen. Dass es den im Einzelfall durchaus gibt, könnte aber etwas damit zu tun haben, dass diese Menschen in andere Länder erst gar nicht hineinkämen.
Jedenfalls verblüffte mich angesichts meiner durch Bloglektüre etwas verzerrten Erwartung die aus dem Economist zu entnehmende Feststellung, dass Deutschland an vierter Stelle der Länder mit den meisten aufgenommenen Flüchtlingen steht und an sogar erster Stelle der Länder, die den Zustrom nicht einem Konflikt eines unmittelbaren Nachbarlandes zu verdanken haben (und damit “Europameister” ist).
Auch sowas ist interessant:
It seems that an Iraqi stands a better-than-even chance of being granted asylum in Germany, but virtually no chance in Greece.
Bei aller berechtigten Kritik im Einzelfall ist es auch mal angebracht, auf das Gesamtbild zu verweisen. Sicher, alles könnte besser sein, aber bestimmte Klischees über weißhäutige Besitzer deutscher Pässe überleben anscheinend vor allem deswegen, weil sie eifrig gepflegt werden. Oder aber man nimmt an, dass die Entscheidung über die Aufnahme von Flüchtlingen von einer verschwörerischen Clique gegen den Willen der Mehrheit getroffen wird. Die Partei, die das so sieht, kennen wir.
Verfasst von Rayson um 20:52 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)
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