23. Juni 2008
Das heilige Eigenheim
Paul Krugman stellt heute in der New York Times eine berechtigte Frage:
But here’s a question rarely asked, at least in Washington: Why should ever-increasing homeownership be a policy goal?
Auch nach Ende der Eigenheimzulage genießt der Eigenheimbesitz in Deutschland den politischen Status einer heiligen Kuh. Dementsprechend wird der Bau und der Erwerb des selbstgenutzten Wohnraums weiterhin gefördert. Dabei ist der Eigenheimbesitz über den Nutzungszeitraum allein aus ökonomischen Gründen oft die günstigere Alternative gegenüber der gleichwertigen Mietwohnung, schließlich spart man sich als Wohnungsbesitzer die Risikoprämie, die ein Vermieter der Miete aufsattelt, weil er davon ausgehen muss, dass Mieter mit der Wohnung weniger pfleglich umgehen wie Eigenheimbesitzer. Ganz zu schweigen von den Kosten, die man als Mieter aufgrund der Mietrechtsregulierung langfristig trägt. Allein wegen dieses Kostenvorteils wäre eine Förderung des Eigenheims nicht nötig.
Krugman nennt entsprechend auch einige Gründe, die in bestimmten Fällen gegen den Eigenheimbesitz sprechen. Höhere finanzielle Risiken und sinkende Mobilität können für manche Haushalte zu einem Problem werden, dass ihnen im Zweifel erspart geblieben wäre, hätte die staatliche Förderung ihnen nicht einen zusätzlichen Anreiz zum Eigenheimerwerb gegeben.
Die eigenen vier Wände können, aber müssen nicht die beste Altersvorsorge sein. Also gibt es kein Grund für die Politik hier mit Fördermitteln nachzuhelfen. Schon gar nicht, wenn man sich später über die unerwünschten Folgen wundert.
Verfasst von SteffenH um 16:18 Uhr in der Kategorie Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik (Trackback)
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