EM-Notizen – vor dem 10. Spieltag: Gottesbeweise

Was für eine grandiose Leistung der Türkei! Ich hätte selbst nach dem 1:2 keinen Pfifferling mehr auf das Team vom Bosporus (welch geniale, nie gehörte Umschreibung!) gewettet.

Aber dann griff Gott ins Spiel ein. Peter Cech, einer der anerkannt besten seines Fachs weltweit, warf dem türkischen Stürmer den Ball direkt vor die Füße. Da war wieder einer dieser Momente, von denen an es für mich klar ist, wie das Spiel ausgeht, denn Gott teilt es uns vorher mit.

Nehmen wir die zwei Spiele der Schweiz, die ich mir angeschaut habe. Zuerst die Begegnung gegen Tschechien: Als Vonlanthen das Kunststück fertig brachte, aus drei Metern genau die Verbindung von Pfosten und Latte zu treffen, war klar: Die Schweiz wird dieses Spiel nie und nimmer gewinnen. Oder umgekehrt: Als gestern in der zweiten Halbzeit der portugiesische Spieler Nani völlig frei vor Zuberbühler nur den Pfosten anschoss, war der Triumph der Eidgenossen (eine noch genialere Umschreibung!) besiegelt.

Auch das Spiel der Deutschen gegen Kroatien hatte solch eine Szene zu bieten. Diese Verkettung von unglücklichen Umständen – erst fälscht Podolski mit der Hand ab, dann lenkt Lehmann genau gegen den Pfosten, schließlich prallt der Ball in die Mitte des Fünfmeterraums zurück genau auf den Fuß des Kroaten – , die zum 2:0 durch Olic geführt hatten, konnten unmöglich ein Zufall sein. Sie waren ein Zeichen.

Achten wir also zusammen auf solche Zeichen heute abend. Egal, wie das Spiel ausgeht, wir können immerhin den endgültigen Beweis aus dieser EM mitnehmen: Gott existiert, und ER greift in unseren Alltag ein.

Hoffen wir dennoch, dass ER nicht unbedingt Österreicher ist. Obwohl: Das würde der letzten Papstwahl interessante Aspekte hinzufügen. Aber auch die Theodizee-Debatte beflügeln, jedenfalls aus österreichischer Sicht.

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2 Kommentare zu “EM-Notizen – vor dem 10. Spieltag: Gottesbeweise”

  1. 16.06.2008 | 23:08

    Die verpasste Chance von Gomez in der fünften Spielminute war so ein Zeichen, dachte ich jedenfalls. Aber Zeichen hin, Zeichen her: der größte Fussball-Hellseher aller Zeiten ist für mich immer noch Gary Lineker.

    Football is a simple game: 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans win.

  2. R.A.
    17.06.2008 | 0:26

    and at the end, the Germans win.

    Ein Satz von profunder Weisheit.
    Aber wie oft mußte man schmerzlich feststellen, daß er doch nicht wahr ist …

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