3. Juni 2008
Milchboykott
Noch immer versuchen Deutschlands Milchbauern den Handel mit einem Milchboykott unter Druck zu setzen und scheuen mit Molkereiblockaden auch vor einer Nötigung ihrer Abnehmer nicht zurück. Es mag ihr legitimes Recht sein ihre Milch demonstrativ in den Rinnstein zu kippen, wenn sie glauben, durch eine derartige symbolische Angebotsverknappung die Einkaufspreise erhöhen zu können. Eine Politisierung der Milchpreisbildung über das gegebene Maß der Marktregulierung hinaus ist dagegen eine weitere Frechheit aus dem Lager der subventionsverwöhnten Bauernschaft.
Bekanntlich übt jedoch nicht nur das Angebot einen Einfluss auf die Marktpreise aus, sondern auch die Nachfrage. Wer also den Bauern seinerseits zeigen möchte wo die Harke hängt, kann in den nächsten Tagen ruhig demonstrativ den einen oder anderen Milchkarton im Supermarktregal stehen lassen und auf alternative Nahrungsmittel ausweichen. Wenn dann mit hochboykottierten Preisen ausgezeichnete Milch im Laden vergammelt, werden die Bauern schon sehen wie schmerzlich zu hohe Preise für sie sein können und freiwillig ihre Milch verramschen. Sicherlich zieht eine solche Reaktion der Nachfrager auch unbescholtene Anbieter, die ohne Lobbyismus ihren Job machen, in Mitleidenschaft, doch scheint dies die einzige Möglichkeit der Konsumenten sich auf legitime Weise gegen die Willkür aus der Landwirtschaft zur Wehr zu setzen.
Verfasst von SteffenH um 10:47 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik (Trackback)
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