Grüne Unterlassungssünde

Ein wunderbares Beispiel für Öko-Propaganda, die mit dem unzureichenden naturwissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Wissen ihrer Zielgruppe spielt, ist der Webtrailer “The Story of Stuff”. Nicht dass die zwanzigminütige Missinformationskampagne nicht auch das eine oder andere Fünkchen Realität verarbeitet, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich mit dem Aufzählen der eingebauten Fehler anfangen und wieder aufhören soll. Ich überlasse diese frustrierende Aufgabe daher unseren Lesern. Viel Spaß!

PS: Wer nach dem Filmchen auch seinen iPod wegwerfen möchte, kann ihn gern mir geben. Immerhin hat er oder sie dann auch etwas mehr Zeit noch einmal die Schulbank zu drücken, um ein paar Basics der Ökologie, Chemie, Toxikologie und Ökonomie nachzuholen, die einem bei dieser Reaktion definitiv fehlen.

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14 Kommentare zu “Grüne Unterlassungssünde”

  1. 24.04.2008 | 15:55

    Grmblfjx… Die ständige Erwähnung dieses komischen Teils da von der komischen Firma mit den komischen Fanboys erhöht anscheinend unser Spamaufkommen…

  2. 24.04.2008 | 16:14

    Ups, das habe ich nicht gewollt. Das scheint auch so ein Umweltproblem zu sein… ;-)

  3. 24.04.2008 | 20:17

    Ich will meine 20 Minuten zurück. Wirklich.

    Aber es gibt eine schöne Sache an dem Clip: Annie spricht mit den Zuschauern als wären sie Barney (man beachte die Farbe ihrer Kleidung) und die Zuschauer Kleinkinder. Das passt irgendwie.

  4. 25.04.2008 | 11:28

    Ich muss neidlos anerkennen, dass der Film technisch sehr gut gemacht und sehr unterhaltsam ist. Allerdings: Gegeben, dass alle Informationen nicht vereinfacht und wahr wären, bleibt die Frage unbeantwortet, was konkret zu tun sei, um Abhilfe zu schaffen.

    Weiterhin wird die Aussage, dass – wenn wir alles bezahlten, was wir zur Zeit angeblich nicht bezahlen – alles deutlich teurer würde, galant verschwiegen. Nicht, dass eine Änderung der Herstellungsprozesse und Fair Trade per se abzulehnen wären. Aber erwähnen sollte man schon, dass unser Leben sich damit deutlich verteuern und schlussendlich auch radikal ändern würde. Darauf geht der Film in dem nur 1:40 Minuten Teilstück “Another Way” – welcher insgesamt ziemlich schwammig ist – mit keinem Wort ein.

    In Schulnoten eine 1 für Form und eine 3-4 für den Inhalt, allerdings eine 5 für die Präsentation der vorgeblichen Lösung.

  5. 25.04.2008 | 13:20

    Halte das Thema für viel zu überbewertet.
    Es gibt in der Hinsicht ganz andere Probleme.
    Zitatt:”1:40 Minuten Teilstück “Another Way”,
    “Ich will meine 20 Minuten zurück”
    Ihr habt doch nicht zu tun.

    Gruß

    Karl

  6. 25.04.2008 | 18:14

    klassischer Fall von Kreislaufreligion (“you cannot run a linear system on a finite earth indefinitely”).

    Dieser erlag schon mein Erdkundelehrer aus der 8ten Klasse. Mein Vorschlag Atommüll zur Not auf den Mond zu schiessen wurde mit der Begründung abglehnt, dass man dann dem Kreislauf der Erde Sachen entziehen würde und so ein lineares System errichte.

    Das sind die Leute, die anfangen Eigenurin zu konsumieren.

  7. 27.04.2008 | 23:55

    Das Filmchen ist tatsächlich gut gemacht und birgt sogar den einen oder anderen Schmunzler. Doch das ist gar nicht die Frage. Die Frage ist: WARUM BRINGEN ES WIR LIBERALEN NICHT FERTIG, UNSERE IDEEN SO SÜFFISANT RÜBER ZU BRINGEN?

  8. 28.04.2008 | 9:56

    @Müller:

    Weil offenbar Liberalen das enorme Sendungsbewusstsein fehlt, soviel Zeit, Kreativität und evtl. auch Geld in derartige Projekte zu stecken. Ich denke nur an das gescheiterte Bastiat-Projekt.

    Aber sollte sich hier jemand finden, der die Skills und die Muße für eine Umsetzung einer virtuellen “Gegendarstellung” mitbringt, kann sich gern bei mir/uns melden. Ich übernehme gern den inhaltlichen Part, da ich mich mit etwas komparativem Vorteil in Umweltfragen ausgestattet fühle.

  9. 28.04.2008 | 12:36

    Weil die Welt etwas komplizierter ist als “Toxic in toxic out”

  10. 28.04.2008 | 13:17

    Ist sie nicht.
    Ist sie.
    Ist sie nicht.

  11. 28.04.2008 | 13:43

    was denn nun? (-:

  12. 28.04.2008 | 14:03

    Sie ist einfach genug, um Grundlinien zu finden und auch propagandistisch gekonnt darzustellen.

    Und sie ist natürlich zu komplex, um endgültige Antworten geben zu können. (Wobei genau diese Feststellung ja auch schon eine wäre.)

  13. Descantes
    30.04.2008 | 13:27

    “…aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich mit dem Aufzählen der eingebauten Fehler anfangen und wieder aufhören soll.”

    Ich fand den Film wirklich interessant und optisch sehr gelungen. Zu den präsentierten Fakten gibt’s auf der Webseite ein Fact-Sheet mit Quellenangaben. Also: Fang doch einfach mal mit dem Aufzählen der Fehler an!

  14. 30.04.2008 | 14:06

    @descantes:

    Interessant und optisch gelungen fand ich den Film auch, aber sicherlich aus einem anderen Grund als du. Ich bin mir nicht sicher, ob wir ernsthaft über einen Trickfilm diskutieren müssen, der postuliert, alles was wir herstellen und benutzen sei auf gesundheitsbedrohliche Art und Weise vergiftet. In diesem Film wird weder der Fakt berücksichtigt, dass die Dosis das Gift macht, noch Rücksicht auf fundamentale ökonomische Zusammenhänge genommen.

    Aber gern, sage ich etwas zu den “Fakten”:

    1/3 der Ressourcen verbraucht: Ja und? Die Ressourcen sind ja nicht in den Weltraum geschossen worden, also befinden sich noch auf der Erde und können recycelt werden. Energie ist genügend da, immerhin reicht die Sonne noch eine Weile. Wir brauchen Technologien zur Umwandlung, aber wir haben auch Zeit diese zu entwickeln. Die Aussage versucht also Sorgen zu erregen, wo es keinen Grund gibt.

    Nur 4% der originalen Wälder erhalten: Selbst wenn es so wäre, das ist Geschichte. Die Natur hat sich damit arrangiert, was nicht heißt wir müssten damit weitermachen. Aber es gibt keinen Grund daraus ein Drama zu machen.

    In der USA mögen zwar 5% der Weltbevölkerung 30% der Ressourcen verbrauchen und 30% des Mülls produzieren, aber welches konkrete Problem resultiert daraus. Weder hat die USA ein Müllproblem, noch die Welt ein Ressourcesproblem, das nicht zu lösen wäre. Immerhin stellen die 5% der Leute auch für den Rest der Welt aus den 30% der Ressourcen wertvolle Güter her, die überall reißenden Absatz finden.

    Wenn alle auf der Welt so wirtschaften würden wie die USA, hätten die Entwicklungsländer keine Umweltprobleme wie sie heute teilweise haben. Jeder der einmal ein Drittweltland besucht hat, dem ist der Dreck aufgefallen, der sich dort ganz unkontrolliert zwischen menschlichen Behausungen auftürmt. Ganz abgesehen davon ist es die Knappheit der Güter, die bei steigender Nachfrage die Menschen zwingt nach ressourcensparenden Verfahren zu suchen.Man kann also nur hoffen, dass der Rest der Welt möglichst schnell wie die Amerikaner leben. Nun in einzelnen Punkten nicht unbedingt, aber generell.

    100000 synthetische Chemikalien in den Gütern: Boa, was für eine Zahl. Und, was sagt uns das? Nichts, solange da keine konkrete Aussage über die Toxizität der Stoffe mit verknüpft ist. Es ist schlichtweg nicht war, dass die Wirkungen der Chemikalien synergistisch nicht abzuschätzen sind. Die zunehmende Lebenserwartung der Menschen und die gesundheitlichen Nutzeffekte, die eine Anwendung der Chemikalien erst möglich gemacht haben, relativieren die Wirkungsunsicherheiten und die damit verbundenen Konsequenzen erheblich.

    Insgesamt werden in diesem Factsheed Fakten dargestellt, die genauso banal wie aussagearm für die eigentlichen Problemlagen sind. Ich will Umweltprobleme nicht leugnen, aber sie haben nicht zwangsläufig etwas mit dem modernen Lebensstil tun, sondern sehr viel mit der Funktionsfähigkeit von Märkten im Umweltschutzbereich. Werden Märkte hier durch eine angemessene Regulierung unterstützt, lassen sich auch auftretende Umweltprobleme in den Griff bekommen.

    Und was das Glück betrifft, es hat schon etwas mit Wohlstand zu tun, auch wenn man nicht unbedingt den ganzen Tag shoppen gehen muss. Im übrigen Empfehle ich als faktischen Kontrapunkt das Buch von Björn Lomborg “Apocalypse No!”, darin stehen die Fakten auf mehr als einer Seite und sind auch nicht mit infantilen Cartoons illustriert.

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