15. April 2008
Von Blitzen, von Arthur und von Anna
Der Rayson macht das etwa zweimal im Jahr auf lesenswerte Weise: Eine Betrachtung der eigenen Gründe, sich (noch) in der Blogwelt und der politischen Netzlandschaft herumzutreiben. Mein Herumtreiben ist aus beruflichen Gründen zwar seltener geworden. Beim Lesen zweier sehr unterschiedlicher Sachen fielen mir heute genau zwei Gründe ein:
1. Ich erlebte und erlebe erhellende Momente.
Plötzlich wird das Gewirr eigener und fremder Gedanken zu Politik und Gesellschaft vom Blitzstrahl der Erkenntnis getroffen. Und einen Moment lang erlebt man das Glück, das eigentlich Gewusste in einfachen und klaren Worten vor sich zu sehen. So ging es mir hin und wieder bei den vielen Diskussionen mit Bloggern und Kommentatoren. Eben das erlebte ich grad beim Lesen dieses, vom sehr geschätzten Zettel verfassten Beitrags. Speziell folgender Absatz war mir der beschriebene Blitz ins Dunkel:
es ist auch unschwer zu erkennen, warum man nicht zugleich den Sozialismus und die Freiheit haben kann: Weil man dieselbe Kompetenz nicht zweimal vergeben kann.
Sozialismus bedeutet, daß der Staat (zum Wohl seiner Bürger, sagen die Sozialisten) Kompetenzen an sich zieht. Indem er das tut, nimmt er sie den Bürgern, und er beschneidet damit ihre Freiheit.
Ich schlug mir innerlich vor den Kopf: Natürlich! So kann man es simpel und verständlich ausdrücken, warum das Schlagwort vom “freiheitlichen Sozialismus” Nonsens ist.
Das Vereinfachen des Gedachten hin zum Verständlichen – das ist, wenn ich es recht bedenke, immer ein Grund meines Bloggens und Diskutierens gewesen. In der Auseinandersetzung mit Ähnlich- und Andersdenkenden ist mir das manchmal gelungen. Für mich selbst, für meine Gedanken und meine Erkenntnis. Aber wenn ich Glück hatte vielleicht auch für den einen oder anderen Leser. Meine in Diskussionen gelegentlich aufbrausenden (auf der anderen Seite des Internets wohl nicht immer wahrgenommenen) Emotionen haben das Vereinfachen Wollen vielleicht hin und wieder ins rein Schlagworthafte kippen lassen. Ich buche das unter Versuch und Irrtum ab. Wer’s mir übel genommen hat, kann mir sowieso meist gestohlen bleiben.
2. Man hat was zu lachen (wenn man es mal grad nicht ernst zu nehmen gedenkt, was auch seine Berechtigung hätte). Zum Beispiel über Sachen wie dieses Handbuch (PDF) für den guten Autonomen. In lustiger Kindersprache wird dort die Klientel für die Auseinandersetzung mit den Apparaten des zu vernichtenden Rechtsstaats instruiert. Ich fragte mich beim Lesen unversehens, ob die italienische Mafia wohl auch solche Anleitungen für ihre Aktivisten herausgegeben hat. Egal, es ist lustig und wenigstens kein Schwurbeldeutsch.
Ein dritter Grund fällt mir aber auch noch ein: Man lernt nette Leute kennen. Ich nenn jetzt aber keine Namen – denn: Boche hälts Maul.
Verfasst von Boche um 15:29 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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