Demokratie zugunsten Microsofts

Microsoft versucht, sein OOXML-Format zum ISO-Standard zu machen (Der Verzicht aufs Passiv ist ein erster Hinweis…).

Es sieht jetzt so aus, als werde die Sache nach dem ersten gescheiterten Anlauf endlich zum Erfolg. Normierungsorgane mehrerer Staaten haben ihre ehemals ablehnenden Stimmen in zustimmende umgewandelt. Wie das so abläuft, ist allerdings geeignet, als Damaskus-Erlebnis für Demokratiefundis zu dienen. (mehr…)

Erschreckende Tierfreunde

Ich mag Tiere. Wir hatten bis vor kurzem einen Hund (der leider eingeschläfert werden musste, weil er sich nur noch mit Schmerzen in den Läufen quälte), und wir haben immer noch einen Papagei, der täglich unser Leben bereichert. Ich kann jeden Menschen gut verstehen, der seine Zeit damit verbringt, sich im Tierheim um herrenlose Tiere zu kümmern, und kann sogar verstehen, wie sehr unser Blognachbar balou seine Kühe gern hat. Aber wo sind die Grenzen der Tierliebe? Das genau festzulegen, würde ich mir nicht zutrauen. Sicher aber bin ich mir, dass sie hier überschritten sind.

Da ermittelt jetzt die Polizei gegen den Direktor des Berliner Zoos, weil er vier verwilderte Katzen getötet hat. Da drohen ihm Tierschutzfanatiker deswegen mit dem Tod. Das ist ziemlich verrückt. Über den Streit des Herrn Blaskiewitz mit der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling kann ich mir keine Meinung bilden; immerhin geht es da um den Vorwurf des  Handels mit geschützten Tierarten und eine offenbar etwas undurchsichtige Bestandsverwaltung im Zoo. Beides ist sicherlich kritisierbar, wenn die Vorwürfe denn eine Grundlage haben sollten.

Eine Meinung hingegen habe ich zu den spinnerten Kommentatoren, die da den Welt-Artikel “bereichern”.

Der Dicke ist ein Mörder und heult sich nun bei der Polizei wegen ein paar E-Mails aus. Ein richtiger Held!

Da Fett bekanntlich schwimmt, kommt für Herrn Blasewitz leider die Aufgrund seiner Tat angemessene artgerechte Tötungsart (Ersäufen) nicht in Frage. Dumm hat eben Schwein.

Wenn nun den Herrn Zoodirektor auch jemanden stört, nervt oder einfach nur zu viel Sauerstoff dieser Erde verbraucht (nach seiner Körperfülle zu urteilen ist das seeeehr viel) – was dann? Muss man ihn dann auch töten?

Solche Kommentare zeigen doch, zu welchem Fanatismus manche Tierschützer (die aber offenbar gar nicht so viel begriffen haben, was die Natur angeht) mittlerweile neigen. Na toll. Mein Lieblingskommentar ist übrigens dieser hier, der auf einige Kommentatoren antwortet, die sich hinter den Direktor stellen:

Mal angenommen in der Klinik, Kinderbetreuung in der Sie waren (sic!), hätte ein Direktor im vorbei gehen erklärt Ihr Leben, Dasein (sic!) entspricht nicht der Einrichtung und Norm. Denn Rest können Sie sich zusammen reimen (sic!)! Mal nachdenken mit was für einer Arroganz Sie hier glänzen! Nur weil Sie die Gnade bzw. Glück (sic!) hatten als Mensch in Westeuropa und nach 1945 geboren zu sein.

Von der mangelhaften Beherrschung der Sprache abgesehen, frage ich mich doch, ob die Relativierung des Holocaust in Deutschland mittlerweile immer dann erlaubt und sogar mehrheitsfähig ist, wenn Tierschützer sie betreiben. Hitlers Opfer mit Stalins aufwiegen, das geht (zurecht!) überhaupt nicht – aber ein paar getötete Katzen mit dem Euthanasie-Programm der Nazis gleichsetzen, das ist vollkommen in Ordnung? Also, nee. Diese PETA-Spinner und ihre ganzen Nachahmer sind für mich das letzte.

Und ich denke, diese Meinung teilen vermutlich auch der Hühnermörder Boche und der Rindersklavenhalter balou. :)

Blog-Olymp

Du hast es geschafft, wenn andere sich schon Gedanken machen, worüber du nicht bloggst.

Hoher Einsatz

Ich werde mir das Länderspiel Schweiz-Deutschland im Schweizer Fernsehen anschauen. Warum?

1. Weil ich es kann ;-)
2. Weil die Schweizer Reporter wesentlich weniger zur Schwatzhaftigkeit neigen und mitunter Volker Finke dabei haben.
3. Weil ich es hören will, wie die Schweizer Reporter ihre Niederlage bewerten.

Nur beim dritten Punkt besteht die Gefahr, unangenehm überrascht zu werden.

Much of macroeconomics is anti-economics

Sagt Arnold Kling.

Ich würde dem nicht so ganz folgen, aber es ist instruktiv, wie sehr die Gegensätze, die er beschreibt, gegensätzliche Positionen im bloggerischen und politischen Meinungsstreit unterfüttern. Die sozialdemokratische bis sozialistische Linke steckt in der Regel ganz im Makrodenken, während Liberale sich konsequent auf das beziehen, was Kling nicht so richtig unparteiisch “real economics” nennt.

Damit nichts direkt zu tun hat der folgende Seitenhieb, aber so ein bisschen gegen Richtungen der modernen Ökonomie zu sticheln kann ganz amüsant sein:

It is a graduate textbook in New Keynesian economics. What that means in practice is a bunch of mathematical modeling utterly divorced from reality.

Deutsche Wertarbeit

Nachdem sich der Toyota Prius, Poster-Boy der Öko-Mobilisten, bereits in der Lebenszyklus-Analyse beim Energieverbrauch gegenüber dem Straßenumweltfrevler Nr. 1 Hummer geschlagen geben musste, kann man jetzt sogar im laufenden Straßenverkehr mit einem konventionellen 5er Diesel-BMW mehr Sprit sparen.

Close Encounters of the Left Kind

Beim Zappen bin ich neulich mal auf ein Streitgespräch zwischen Ottmar Schreiner und Hans Werner Sinn gestoßen, das im Rahmen der Reihe “Unter den Linden” auf PHOENIX gesendet wurde (Livestream hier).

Ich gestehe, dass meine Sympathien von Anfang an ungleich verteilt waren, und dass ich mich in der Argumentation Sinns ganz wiederfand. Aber mir fiel auf, wie mühsam nur Schreiner in der Diskussion (die strittigen Themen “Tarifkonflikt” und vor allem “Mindestlohn” folgen erst nach den einleitenden Fragen zur Bankenkrise) seine Erregung unter Kontrolle halten konnte. Ich habe das als ehrliche Gefühlsäußerung verstanden. Sie scheint mir ein Beispiel des Missverständnisses zu sein, das mir in Diskussionen mit den Vertretern “linker” Thesen immer wieder auffällt. (mehr…)

Liberaler Populismus

Oswald Metzger hat nicht ganz unrecht, wenn er kleinen Parteien den Wunsch nach Volksbeglückung vorwirft. Schließlich ist der jüngste Vorstoß der FDP zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Energieträger nichts anderes als platter Populismus im Kampf um Wählerstimmen. Schließlich kommt die Postulierung so mancher Konsumgüter als Grundbedürfnisse beim einfachen Volk immer gut an, sei es nun die Wohnung, der Internetanschluß oder billiger Strom. Ganz abgesehen davon, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer kurzfristig aufgrund der recht hohen Rigidität von Angebot und Nachfrage wohl weniger Preisentlastung, als vielmehr zumindest zeitweise Zusatzgewinne der Energieanbieter bringen würde, ist eine implizite Subventionierung des Energieverbrauchs so ziemlich das Letzte, was Deutschland zwischen Klimaschutzzielen und verstopften Straßen gebrauchen kann.

Störrische Amis

Während “pro-westliche” Blogger uns jeden Tag aufs Neue beweisen, wie erfolgreich der Irak-Krieg doch ohne jeden Zweifel war, üben sich nur diese defätistischen Amerikaner wieder im Anti-Amerikanismus, indem sie sich Gedanken darüber machen, warum Schönredner eigentlich so populär sind.

Verliebt

Da ist wohl jemand sehr in seine Rolle als Außenseiter verliebt und kann nicht von ihr lassen.

Eine Wahl, ein Schibboleth

In den USA wird demnächst ein neuer Präsident gewählt. Da es sich hier um die größte militärische und wirtschftliche Macht der Welt handelt, beschäftigt diese Wahl natürlich auch die Einwohner von anderen Ländern. Und da die USA sich entschieden haben, vor den eigentlichen Wahlgang eine Vorwahl zu schalten, kommen die US-Bürger und wir in den Genuss, die jeweiligen Kandidaten schon sehr früh unter die Lupe nehmen zu können. Der Zwiespalt, zunächst dem Parteivolk und dann dem gesamten Land gefallen zu müssen, hat seine eigene Dynamik. (mehr…)

Sündenpfuhl enttarnt

Etwa 5 Kohlendioxidmoleküle pro Millionen Luftmoleküle trennen den Klimasündenpfuhl vom Umwelthimmel auf Erden, weshalb sich eifrige Journalisten sogleich zu Schlagzeilen wie “Europas Kohlendioxidsünder enttarnt” oder “Dicke Luft über Mitteleuropa” berufen fühlen. Wie bedauerlich, dass man mangels sauberer Trennung natürlicher und menschlicher Kohlendioxidquellen die Klimasünder noch nicht vom Weltraum aus unter voller Kontrolle hat. Aber warum nicht trotzdem aus naheliegenden Messergebnissen eine Geschichte zum Naserümpfen machen?

Ostermärsche mal wieder

Gerade im Radio gehört: “In diesem Jahr soll es bei den Ostermärschen vor allem um die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan gehen”. In diesem Jahr?!? Geht es nicht seit einigen Jahren jedes Jahr um die gleichen Einsätze? Wäre es nicht sinnvoll, sich diesmal vielleicht den Auseinandersetzungen in Tibet zu widmen? Oder dem Bürgerkrieg in Niger und Mali? Oder dem Kampf der FARC und der ELN in Kolumbien, der fast zu einem großen Krieg in Südamerika geführt hätte? Möglicherweise dem Bürgerkrieg in Sri Lanka, wo die Regierung im Januar den Waffenstillstand gekündigt hat?

Würde man sich um diese Konflikte kümmern, hätten die Ostermärsche einen wirklichen Sinn. Sie würden nämlich die Aufmerksamkeit der Menschen auf vergessene Kriege lenken und darauf, dass wir vom weltweiten Frieden noch sehr weit entfernt sind. Man würde ein echtes Engagement für den Frieden zeigen.

So, wie die Ostermärsche sind, zeigen sie nur eines: Dass auch die sonst marginalisierten Kommunisten mit Antiamerikanismus immer noch viele Menschen auf die Straße bringen.

Gnade vor Recht!

Zur hiesigen Diskussion (oder besser: Empörung) anlässlich des Falls Patrick Strübing, der wegen grausamer Inzuchtparagraphen inhaftiert werden soll, gibt es hier eine Unterstützerliste einer Petition an den sächsischen Ministerpräsidenten. Mit der Bitte um Gnade. Denn nur die scheint zu bleiben, wenn Recht veraltet und grausam ist.

Und denen soll man glauben…

ineos1.jpgSchlechte Krisen-PR scheint mehr die Regel als die Ausnahme zu sein. Als gestern bei der Ineos in Dormagen ein Feuer ausbrach, saß man in unserem Wohnzimmer sozusagen auf einem Logenplatz – weit genug weg, um angesichts der Windrichtung keine Sorgen haben zu müssen, aber nahe genug dran, um ständig die Entwicklung des Feuers beobachten zu können. Da kleinere Feuer und Explosionen bei den Betrieben des Chemieparks häufiger auftreten, waren wir zunächst nicht sehr besorgt, sondern hielten den Brand für einen der typischen “Abfackelvorgänge”, bei denen Chemikalien unter Überdruck durch kontrollierte Verbrennung unschädlich gemacht werden.

Als aber nach einer guten Stunde die Intensität der Flammen nicht zurückgehen wollte, wunderte ich mich schon und schaltete um 15 Uhr den lokalen Radiosender ein, um herauszufinden, ob man dort etwas über den Vorfall berichten würde. Und tatsächlich: Ein Unternehmenssprecher der Ineos war zu hören, der berichtete, es habe ein kleines Problem mit einer Rohrleitung gegeben, die in Brand geraten sei. Der Brand sei allerdings mittlerweile unter Kontrolle, eine Gefährdung für die Bevölkerung habe es nie gegeben.

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Subventionsfreie Landwirtschaft

Da gibt es einmal einen deutschen Plantagenbesitzer, der freiwillig auf Agrarsubventionen verzichtet und dann wird der bescheidene Mann auch noch für sein seltenes Handwerk rechtlich belangt. So wird das nie was mit dem ehrlichen Unternehmertum, das zugunsten seiner Konsumenten so manche Gefahr eingeht und dennoch auf die Risikoübernahme durch den Staat verzichtet.

Latexfreie Zone

Man kann ja von der katholischen Kirche in Fulda und ihrer Latexphobie halten was man will, aber Vertrag ist Vertrag:

“Kondome dürfen wir nicht verkaufen, weil das Haus der katholischen Kirche gehört”, erklärt Schlecker-Filialleiterin Monika Michel. Laut einer Sittenklausel im Mietvertrag darf sie in ihrem Laden keine Artikel verkaufen, “die das öffentliche Ansehen der Kirche herabsetzen” könnten. “Durch diese Vorschrift geht Umsatz verloren. Wir müssen Kunden, die Kondome kaufen wollen, zur Konkurrenz schicken”, erklärt sie.

Lindzen vs. Rahmstorf

“An Exchange on Climate Science and Alarm” ist ein sehr lesenswerter Schlagabtausch zwischen den Klimaforschern Richard Lindzen und Stefan Rahmstorf.

Grausam

Anders kann ich das Zerreißen einer Familie, das Entziehen der Kinder und – zu allem Überfluss des Schreckens – das Inhaftieren des Mannes und Vaters nicht nennen.

Angesichts dessen, dass die französische oder niederländische Gesellschaft auch ohne Strafbewehrung von Inzest nicht zusammenbricht, sollten doch Zweifel an der derzeitigen Gesetzeslage angebracht sein. Grundsätzlich lässt sich doch fragen, ob gesellschaftliche Tabus zwingend des Strafrechts zu ihrer Durchsetzung bedürfen. Die gesellschaftliche Ächtung des jungen Paares dürfte eine (von mir nicht unterstützte) Sanktion sein, die schrecklich genug ist und auch das für das Tabu angemessene weil vielleicht natürliche Maß an Abschreckung darstellt.

Letzter Grund

Interessant finde ich, wenn zu einem Argument der letzte Grund, seine Basis sichtbar wird, auf dem es aufgebaut ist.

So wird hier die Privatisierung von Universitäten letztlich und offensichtlich einzig deshalb abgelehnt, dass eine Universität in “öffentlicher Hand” … “demokratischer” sei.
Was auch immer das bedeuten soll.
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