Jetzt geht’s lo-hos

Nach kurzer Schreckstarre kommt in der SPD die massive Kritik am Kurswechsel des Vorsitzenden.

Und da geht es nicht nur um die fällige Klärung, wie sich die SPD künftig positionieren soll.
Und auch nicht nur darum, wer sich nun wie in Stellung bringt für die Kanzlerkandidatur 2009.

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Persönlicher Inflationsrechner

Wer schon immer mal wissen wollte wie die persönliche Inflationsrate aussieht kann sich des persönlichen Inflationsrechners des statistischen Bundesamtes bedienen. Schönes Spielzeug…

Ich kann mich kurz fassen

A-Team, Martin, Urteil

Kinderglück?

Reasons Ronald Bailey ist skeptisch:

So, modernity essentially transforms children from capital goods that produce family income into consumption items to be enjoyed for their own sakes, more akin to sculptures, paintings, or theatre. But that’s just the problem—according to happiness researchers, people don’t really enjoy rearing children.

“Economists have modeled the impact of many variables on people’s overall happiness and have consistently found that children have only a small impact. A small negative impact,” reports Harvard psychologist and happiness researcher Daniel Gilbert. In addition, the more children a person has the less happy they are. According to Gilbert, researchers have found that people derive more satisfaction from eating, exercising, shopping, napping, or watching television than taking care of their kids. “Indeed, looking after the kids appears to be only slightly more pleasant than doing housework,” asserts Gilbert in his bestselling, Stumbling on Happiness (2006).

Aber es gibt Hoffnung. Ökonom Bryan Caplan hat ein paar Tipps auf Lager.

Hochgerechnet

Arbeitsplatzabbau ist derzeit ein Verkaufsschlager der Massenmedien. Also ist es attraktiv den Beschäftigungsabbau möglichst hoch auszuweisen: Wer bringt die Schlagzeile mit den höchsten Entlassungszahlen? Und dazu bedienen sich manche Journalisten besonders durchsichtiger Methoden der “Hochrechnung”. So liest man heute bei tagesschau.de:

Allein in Deutschland würden bis zu 2000 Stellen gestrichen, weltweit seien es 3800, teilte die Siemens AG in München mit. Von weiteren 3000 Beschäftigten will sich Siemens durch Verkäufe und Partnerschaften trennen. Damit stehen insgesamt 6800 Arbeitsplätze zur Disposition.

Ich kann so manchen verstehen, der immer wieder in Bastiats “Was man sieht und was man nicht sieht”-Falle tappt, aber derartiger Nonsens stößt schon an die Grenzen des Tolerierbaren. So tun, als würden Verkäufe und Aufgabenauslagerungen Werksschließungen entsprechen. Keine Ahnung wer so etwas ernst nimmt. Aber dennoch, haben die Öffentlich-Rechtlichen einen Verbildungsauftrag?

It’s health care, stupid

Clive Crook skizziert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der wahrscheinlichen Präsidentschafts-Kandidaten von Demokraten und Republikanern, mit einer interessanten Schlusspointe: In den Positionen zur Zukunft der Krankenversicherung kristallisiert sich der Konflikt heraus.

Viel Lärm um nichts

In der letztjährigen Thünen-Vorlesung zur Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik entzaubert Hans-Werner Sinn die deutsche und europäische Klimapolitik. Er lässt in gut einer Stunde so ziemlich jede Illusion von einer Minderung der Kohlendioxidemissionen mit dem klassischen Instrumentenkasten von Emissionshandel bis EEG in Rauch aufgehen. Jeder redet von emissionsmindernder Energieeinsparung und vergisst dabei die Reaktionen der Brennstoffanbieter. Dabei kennen wir doch alle den Winterschlussverkauf.

Der real existierende Sozialismus

Mein Freund Michael Stastny aus Wien liefert gewissermaßen die Illustration zu Boches letztem Hilferuf. So viel Ignoranz gegenüber der Geschichte und Gegenwart wie es das aktuelle Wählerverhalten an den Tag legt ist wirklich unerträglich.

Bundesliga-Notizen, 21. Spieltag

Haben die Schwaben das zweite Derby also gewonnen. Es war nicht unverdient, obwohl das zweite Tor mehr Abseits hätte kaum sein können. Aber diese Deppen, die sich im Stadion als Pyrotechniker betätigen zu müssen meinen, für die müsste man sich als Badener schämen. (mehr…)

Drauf geschissen

Heute soll mal Zeit für ein paar Zeilen Ossi-Sprech sein. Kann grad nicht anders:

Einen Kollegen meines Vaters haben die Linken weggeholt. Machte einen Ulbricht-Witz. War dumm genug nicht aufzupassen, wer zuhörte. Die Frau heulte sich die Augen aus dem Leib. Hat ihren Mann nie wieder gesehen.

Einen Kumpel haben die Linken nach Bautzen verfrachtet. Haben ihn gefoltert. Haben seinen Zellennachbarn verrecken lassen, als dieser die ganze Nacht mit Herzinfarkt liegen blieb und der Wärter nur mal kurz reinschaute und dann, vom Schreien meines Kumpels ungerührt, seine Schicht ohne Unterbrechung fortführte.

Mir und meinen Mitschülern haben sie in der Schule von Anfang an das Gehorchen beigebracht. Den Kopf mit Parolen und sozialistischem Dummsprech verkleistert. Freizeit mit militaristischen Wehrsportübungen geklaut. Die kleinste politische Betätigung mit Drohungen und Stasi-Besuch bei den Eltern beantwortet.

Dieses linke Pack.

Als ich gerade im Westen angekommen war, es war ein Jahr nach der Wende, arbeitete ich in einem Altenheim.
Irgendwann war Kegeln mit den Kollegen. Einer der Kollegen trank genug, um mir endlich seine Meinung sagen zu können: Wir im Osten hätten doch nie zu arbeiten gelernt. Wir im Osten würden doch gewohnt sein, dass man alles in den A… geschoben bekäme. Wir im Osten sollten doch bitteschön im Osten bleiben.

Später, bei den lieben Franzosen, ähnelte das Unverständnis weniger einer BILD-Schlagzeile. Im Gegenteil: Man versuchte aufrichtig zu verstehen, was die Geschichte dieses netten boche da ausgemacht hat. Was die RDA tatsächlich gewesen sein mag, was der pote einem davon verständlich machen konnte. Es war nicht viel, meinem Gefühl nach. Aber das Bemühen ums Verstehen war ein Geschenk.

Heute wählt der Protestwähler “Linkspartei”. Und der verbitterte oder gelangweilte oder auch nur dämliche “Linke” findet nichts dabei. Findet die Linkspartei normal. Koalitionsfähig. Unverständnis wird zu Ignoranz.

So lange die Grenzen offen sind und Biermann noch da ist: Drauf geschissen, auf dieses Pack.
Auf diese SED, die doch cleverer ist, als man angesichts der senilen Führungsgarde von ‘89 hätte vermuten können. Und auf diese Wessis, die in ihrer ideologisch-dekadenten Verblödung nicht merken, welchen Rattenfängern sie hinterherlaufen.

Zum Wortbruch

Vor der Hessen-Wahl (und ebenso bei der Hamburger Wahl) haben alle Parteien sich Wolkenkuckucksheime aus Wahlversprechungen aufgebaut, im Wissen, dass diese eventuell nicht mehr zu halten sein werden, wenn der Wähler erst einmal gesprochen hat. “Nur Schwarz-Gelb, sonst nix!” und “Nur Rot-Grün, sonst nix!” waren schlicht und einfach idiotische Aussagen, weil abzusehen war, dass keiner dieser Blöcke mehr Sitze erringen würde als der jeweils andere plus Linkspartei. Es hätte gut gehen können, dass es aber schief ging, war nun wirklich keine große Überraschung.

Und nun ist eben ein Wortbruch nötig, um aus dieser verfahrenen Situation wieder herauszukommen. Klar, jeder versucht natürlich, die Sache auszusitzen, in der Hoffnung, einer der anderen würde gegen seine blödsinnige Koalitionsaussagen verstoßen. Die geradezu moralische Aufregung jetzt, wo sich andeutet, dass Andrea Ypsilanti den für sie und ihre Partei noch elegantesten Weg aus der Malaise suchen wird (passenderweise unmittelbar vor der Hamburg-Wahl gestreut) ist aber unangemessen.

Und zu der “Zusammenarbeit” selbst muss man auch noch eins sagen: Eigentlich, also theoretisch, sind Parlament und Regierung in unserem System voneinander getrennt. Es sollte so sein, dass es nach jedem Wahlergebnis zur Wahl einer Ministerpräsidentin kommen kann, unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen – und jeder eben für den Kandidaten stimmt, der ihm noch am Besten gefällt. Und dann kontrolliert das Parlament die Arbeit dieser Regierung. Dass unser System dieses Verhältnis so pervertiert hat, dass es nur noch um Parteien und Sitzzahlen geht, dass die Regierung eine Mehrheit im Parlament bildet, der sie dann befiehlt, wie sie abzustimmen hat (im Zweifelsfall auch mit Drohungen), kann man sicherlich nicht Frau Ypsilanti vorwerfen.

Bei aller Abneigung gegen die Linkspartei: Erstens muss man eine Möglichkeit finden, mit ihr umzugehen, die über die derzeitigen beleidigten Reaktionen hinausgeht – zweitens ist es noch lange keine Zusammenarbeit, wenn die Linksabgeordneten ihre Stimme für eine Kandidatin abgeben. Wechselnde Mehrheiten im Parlament sind kein Verstoß gegen unsere FdGo, sondern eigentlich ihre Essenz.

Einige Gedanken zu Steuern, Recht und Gesellschaft

In der heutigen FAZ ist ein interessantes Gespräch mit dem “Fundamentaltheologen” (was auch immer das ist) Gregor Maria Hoff zu finden, der jenseits aller verbalen Amokläufe und des öffentlich praktizierten Pharisäertums Interessanten zu dem zu sagen hat, was in den letzten Tagen auch Teile der politischen Blogosphäre beschäftigte. Auch ohne davon allem inhaltlich zuzustimmen, eignen sich die Aussagen des Theologen gut dazu, ein paar Gedanken über bestimmte Aspekte der Debatte anzubringen. (mehr…)

Noch besteht Hoffnung

Laut einer Allensbach-Umfrage ist nur ein Drittel der deutschen Bevölkerung für ein bedingungsloses Rauchverbot in Restaurants. Zwar dürfte sich nach dieser Erhebung die überwiegende Mehrheit der Deutschen für staatliche Zwangsmassnahmen in privaten Gastronomiebetrieben aussprechen, doch scheint dem Durchschnittsdeutschen noch nicht das letzte Bisschen Toleranz abhanden gekommen zu sein.

Teures Vergnügen

Der Abschuss des amerikanischen Spionagesatelliten ist zwar geglückt, war aber nach Ansicht von Roger Pielke Jr. ein unerhört teures Vergnügen. Wie der amerikanische Politologe vorrechnet, kostete die Rettung eines Menschenlebens mit dieser Maßnahme etwa 2 bis 3 Milliarden US-$. Angesichts der üblichen Wertansätze für ein Menschenleben in Kosten-Nutzen-Analysen von rund 2 bis 4 Millionen US-$ kann man davon ausgehen, dass der unmittelbare Sicherheitsaspekt für den Menschen wohl nur von untergeordneter Bedeutung für den Abschuss war.

Mensch, nackt

Die Umstrukturierung will Freenet-Chef Eckhard Spoerr schnell umsetzen, wie er dem Manager Magazin sagte. Demnach spielt Spoerr mit dem Gedanken, aus Freenet ein Medienunternehmen mit Internetportalen für Onlinespiele, Geldanlage und Erotik zu machen.

(aus: heise online)

Zocken, Gier und Geilheit – während in Villabajo noch die moralischen Sonntagsreden geschwungen werden, konzentriert man sich in Villariba schon wieder auf das ewig Gültige.

Neo-Imperialismus

Am deutschen Wesen sollte vor Zeiten mal die Welt genesen.
Und um dies durchzusetzen schreckte man auch vor dem einen oder anderen Weltkrieg nicht zurück.

So martialisch ist die Bundesregierung bisher noch nicht – aber die Denkweise ähnelt verblüffend dem Großmachtanspruch früherer Zeiten.

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Staatsangelegenheit

Im vorletzten Jahr hatten Mitglieder der Kirchengemeinde meines Heimatdorfes auf dem Kirchenbasar selbstgemachte Konfitüre zum Verkauf angeboten. Da nicht alles davon weggegangen war, hatte man die Reste der Gießener Tafel übergeben.
Im letzten Jahr wollte man es genauso machen, doch es hieß dann, die Konfitüre erfülle nicht die nötigen Vorschriften (ich weiß nicht genau, welche das sind), um der Tafel übergeben zu werden. Aber verkaufen durfte man sie immerhin noch. War ja in der Kirche.

Überraschung!

Ypsilanti will mit Linken Ministerpräsidentin werden

Wer hätte das geahnt?

Von Zeit zu Zeit hör’ ich den Stallman gern

Gut, RMS ist ein verbohrter Dogmatiker. Aber vielleicht braucht es so einen auch, um einen Gegenpol gegen alle Versuche zu schaffen, Herrschaft über die Köpfe zu errichten. Ich kann jedenfalls nicht umhin, ihm hin und wieder zumindest tendenziell zuzustimmen. So auch bei seiner Forderung, dass staatliche Einrichtungen, insbesondere Schulen, auf freie statt auf proprietäre Software zugreifen sollten.

Populäre Wirtschaftsirrtümer (I)

Gegen chinesische Kosten haben westliche Unternehmen keine Chance.

Peter Schott von der Universität Yale zeigt in der Zeitschrift “Economic Policy” das Gegenteil (siehe den Artikel beim Handelsblatt).

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