28. Januar 2008
Und noch mal Hessen
Die hessische FDP hat gut abgeschnitten, das freut mich. Sie wird nicht in der nächsten Regierung vertreten sein, das freut mich auch. Zwar sehe ich meine eigene Partei immer gerne dort, wo auch mal Entscheidungen gefällt werden können (und die Parteifreunde nicht nur meckern können). Aber es wäre eine Regierung Koch geworden, und die wäre unter allen Umständen grausig.
Nicht nur wegen Koch selbst, einem schlimmen Populisten, der mit seiner “brutalstmöglichen Aufklärung” damals schließlich bei komischen Geschichten mit jüdischen Vermächtnissen Halt machte. Sondern vielmehr wegen des Personals, das die Hessen-CDU sonst so zu bieten hat: Vom mehrfachen “Big-Brother-Award”-Träger Volker Bouffier über den schießwütigen Bundesverteidigungsminister Jung bis hin zu meinem ganz besonderen Freund Christean Wagner (zu dem Horst ein nettes Video verlinkt hat) – fast alles, was dieser Landesverband der Union so an Personal nach vorne stellt, ist irgendwie beängstigend. Von denen, die man auf Druck von Außen hat fallen lassen müssen, mal ganz zu schweigen.
Gewissermaßen spielt bei meiner Freude über das Ende dieser Landesregierung also auch die Hoffnung eine Rolle, dass die CDU vielleicht in den nächsten Wochen und Monaten darüber nachdenkt, woran ihre Wahlschlappe auch gelegen hat, und vielleicht eine Art Selbstreinigung vollzieht. Ob ich das wirklich glaube, das weiß ich nicht, aber die Hoffnung bleibt. Während bei einem Sieg Kochs (ob mit oder ohne die liberalen Freunde in Hessen) wohl kaum etwas an dem nepotistischen, weit nach rechts hinaus lehnenden System Koch geändert worden wäre.
Kleiner Nachtrag:
Marc hat recht, den Herrn Irmer sollte man vielleicht auch noch anführen. Zwar kein Regierungsmitglied, aber doch ganz bezeichnend für das, was mir an der Hessen-CDU Schauer über den Rücken treibt. Und ich rege mich auf, wenn hier in NRW der Ministerpräsident für einen besseren Schutz kirchlicher Feiertage kämpft…
Verfasst von Karsten um 23:36 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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