27. Januar 2008
Gefühlte Kriminalität?
Einen interessanten Artikel zur Jugendkriminalitätsstatistik hat das Statistische Bundesamt jüngst veröffentlicht. Den Äußerungen der Behörde ist zu entnehmen, dass die politische und öffentliche Debatte der letzten Wochen nicht nur der tatsächlichen Problemlage nicht angemessen sei, sondern eigentlich auch ein paar Jahre zu spät geführt wird. Schließlich hätten sich die Tatverdächtigenzahlen jugendlicher Straftäter zwar seit 1990 deutlich erhöht, wären aber seit 2004 wieder leicht rückläufig.
Bemerkenswert ist auch folgende Aussage:
Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Opfer- und Täterstudien sowie Zahlen der Unfallversicherer legen allerdings nahe, dass es sich bei der Zunahme registrierter Gewaltkriminalität lediglich um eine Verschiebung von den nicht registrierten zu den polizeilich bekannt gewordenen Straftaten handelt. Insgesamt sei die Zahl der Gewaltdelikte auch junger Menschen über die Zeit nahezu unverändert geblieben. Der Anstieg der registrierten Gewaltkriminalität sei auf die – gesellschaftlich erwünschte – geschwundene Toleranz gegenüber Gewalt und ein geändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen.
Verfasst von SteffenH um 15:58 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)
20 Kommentare