Ypsilanti rockt!

Meine Damen und Hessen … äh … Herren,

Ypsilanti rockt! Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie mal hier:

Elvisfest 2006 in Ypsilanti, Michigan.

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15 Kommentare zu “Ypsilanti rockt!”

  1. 26.01.2008 | 15:32

    Tja, und das erst noch in miserabler Qualität. So seht euch denn vor, Hessinnen und Hessen. ;-)

  2. 26.01.2008 | 17:10

    Als in Hessen lebender und wahlberechtigter Mitbürger: Bah! Seitdem ich das Wahlrecht bekommen habe, habe ich noch keine Wahl erlebt bei der ich überzeugt das Kreuz für jemanden machen konnte. Andrea Ypsilonze lügt sich einen in die Tasche, was sie alles finanzieren wird mit dem Geld, dass es in Hessen nicht gibt. Die Linke ist unwählbar, die Grünen und die FDP mühen sich darum, ja kein Profil zu zeigen. Und zu Kochs Wahlsieg – den ich kommen sehe, auch wenn die absolute Mehrheit selbst mit schweigender Mehrheit knapp werden dürfte – möchte ich nicht beigetragen habe, weil sowas nur dazu führt, dass diese Art des Crash-Wahlkampfs mit vollpopulistischem Radau zum bundesrepublikanischen Standard wird, den Koch ja auch schon für 2008 auf Bundesebene beworben hat. Nichtmal die PARTEI tritt hier als Protestwahlalternative an… bah! Demokratie? Schtonk!

  3. Milfweed
    26.01.2008 | 17:35

    Jeder gebildete halbwegs intelligente Wähler muss bei jeder Wahl, unabhängig vom Bundesland oder Land, das kleinste Übel ankreuzen, damit das große Übel, mit seinen ganzen Wahlnarren, nicht die Macht erhält.
    Sie sind da nicht allein ;)

  4. 26.01.2008 | 18:12

    Darf ich trotzdem anmerken, dass ich eine Demokratie zum Kotzen finde, die nur von mir erwartet das Größte Übel zu verhindern und mich mit dem kleinsten Übel zu arrangieren, statt mir etwas zu bieten für das ich mich tatsächlich begeistern könnte?

  5. 26.01.2008 | 19:59

    @Björn: Man könnte auch einmal darüber nachdenken, ob solche Gedanken nicht etwas über den eigenen Hochmut aussagen könnten.

  6. 26.01.2008 | 20:57

    Könnte man. Zu welchem Schluß sollte man kommen? Dass man de-, statt hochmütig sein Kreuz beim kleinsten Übel machen sollte, froh sein darf, dass man überhaupt das Wahlrecht hat und nicht nach Besserung streben?

    Oder gehen Sie schlicht mit einer meiner Parteiverachtungen nicht konform?

  7. stefanolix
    26.01.2008 | 21:58

    @Horst: Ich stecke hier in Sachsen in einer ähnlichen Situation und ich betrachte sie sicher nicht hochmütig, sondern eher tief besorgt. Wir haben eine CDU, die das Land als »ewige Regierungspartei« immer wieder durch unüberlegte Aktionen in Schwierigkeiten gebracht hat. Die FDP hat sich ein populistisches Profil gegeben und plakatiert pralle Blondinen. Die Grünen sind kaum erkennbar. Die Kommunisten und die Zehn-Prozent-SPD sind unwählbar. Über die Neonazis müssen wir nicht reden, hoffentlich haben die sich bis zur nächsten Wahl selbst zerlegt.

    So könnte ich aus einer gewissen liberalen Verbundenheit heraus die FDP oder die Realo-Grünen wählen, beides würde mir aber Bauchschmerzen bereiten. Wieso bin ich 1989 für freie Wahlen auf die Straße gegangen?

  8. 26.01.2008 | 22:53

    Björn,

    ich weiß ja nicht, ob Du Dich schonmal parteipolitisch betätigt hast, aber dem pauschalen, nicht belegten (und anhand Deiner knappen Äußerungen hier wohl auch nicht zu belegenden) Vorwurf des Hochmuts kann ich meine eigene Vita entgegenhalten:

    Von den vergangenen 16 Jahren habe ich neun Jahre (mit längeren Pausen dazwischen) in den drei Parteien verbracht, aus deren Grundsätzen sich meine eigene politische Grundhaltung speiste (FDP, Grüne, SPD). Auch wenn sich meine Grundhaltung durch die hinterhältigen Operationen der vereinigten Kräfte des kaltherzigen neoliberalen Raubtierkapitalismus (statler, Rayson, Steffen und Oliver sowie Friedman und Bastiat) so sehr verändert hat, dass für mich außer der FDP im Moment keine andere Partei in Frage käme, so war ich insgesamt gesehen im betreffenden Zeitraum rot-gelb-grün.

    Kurzum: Ich habe mich sehr wohl in den letzten Jahrzehnten politisch engagiert.

    Dennoch komme ich letztlich zu keinem anderen Ergebnis als Du. Und nicht nur in Bezug auf Hessen.

    Das Einzige, bezüglich dessen ich mir noch nicht so ganz sicher bin, ist Deine Auffassung, die Demokratie müsse uns etwas anbieten. Zumindest rein theoretisch gibt es innerhalb unseres politischen Systems noch die Möglichkeit, ein noch nicht vorhandenes Angebot selbst zu schaffen. Von den bestehenden Parteien erwarte ich jedenfalls nicht mehr, dass sie mir irgendwas anbieten.

  9. 27.01.2008 | 0:10

    @Björn: In der “Zeit” las ich einen Artikel, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Dort begründet der Autor seine Warnung vor einer Wahl Roland Kochs mit der Möglichkeit, dass dessen Art, den Wahlkampf zu gestalten, Schule machen könnte. Andere Politiker würden adäquate Themen aufgreifen und diese wie Koch behandeln. Dies, so der Autor, könne negative Folgen für unsere Demokratie haben.

    Nur, wer ist den diese graue Manövriermasse, der besagter Autor eine nachlassende demokratische Emphase bescheinigt? Wir müssen uns gegenseitig wieder mehr vertrauen. Sonst geht bald nichts mehr. Das sagt sich einfach, ich weiß. Merkel sprach in einem anderen Zusammenhang davon, dass uns “der Laden auseinanderfliegen” könnte. Wenn man die verschiedenen virulenten Problemkreise in unserer Gesellschaft betrachtet und die Reaktionen, mit denen viele Leute darauf reagieren, sind diese Sorgen vielleicht berechtigt.

  10. 27.01.2008 | 1:27

    @Marian

    Da stimme ich dir zu. Ich habe viel CDU-Erfahrung, etwas Erfahrung aus einer Partei, deren Namen ich hier schamhaft verschweige (nein, nix Extremes, nur was Exotisches) und einigermaßen wenig blau-gelbe.

    Aber die Folgerungen decken sich mit Björns und deinen.

  11. 27.01.2008 | 1:29

    @Horst und andere

    Beschäftigung mit “Public Choice” hilft. Und viel mehr wahrscheinlich die Lektüre von Caplans “The myth of the rational voter”. Demnächst in diesem Theater.

  12. R.A.
    27.01.2008 | 11:04

    > Dort begründet der Autor seine Warnung
    > vor einer Wahl Roland Kochs mit der
    > Möglichkeit, dass dessen Art, den
    > Wahlkampf zu gestalten, Schule machen
    > könnte.
    Ein Autor derselben Zeitung, deren Feuilletonchef in nörgelnden Rentnern ein größeres Problem sieht als in brutalen Schlägern …

    Wenn die Linken sich theatralisch über Kochs Wahlkampf entsetzen, dann ist das viel substanzlose Hysterie dabei.
    Wenn man sich mal die Forderungen und Aussagen von Koch im O-Ton anschaut, bleibt eigentlich wenig Grund zur Empörung.

    Da gibt es einige überzogen, falsch oder populistische Punkte – aber weiß Gott nicht mehr als bei anderen Politikern.

    Und warum dies nun für die Demokratie eine größere Gefahr sein soll als die haltlosen Schlaraffenland-Versprechungen einer Ypsilanti, als Heuschrecken-Propaganda, als die Lügen der SED – das könnte der Autor wohl nicht wirklich begründen.

  13. 27.01.2008 | 11:43

    Und warum dies nun für die Demokratie eine größere Gefahr sein soll als die haltlosen Schlaraffenland-Versprechungen einer Ypsilanti, als Heuschrecken-Propaganda, als die Lügen der SED – das könnte der Autor wohl nicht wirklich begründen.

    Vielleicht gehe ich an die Sache ja falsch ran, vielleicht habe ich ja als Kind zu viel Tocqueville gelesen: Aber warum arrangieren wir als Gesellschaft uns so bereitwillig damit, dass man sich bei Wahlen aufführen darf wie der letzte Marktschreier und Vollzeitpopulist. Weil es um viel geht und man danach ja, wenn man gewählt wurde, echte Politik machen kann? Weil die andere Seite es ja auch nicht besser macht? Sorry, dass reicht mir nicht…

    Die Hessenwahl wird reduziert auf zwei Gegensätze: Die SPD verspricht mir goldene Bürgersteige ohne zu sagen, woher das Geld kommen soll. Die CDU fährt eine Polterkampagne von der sie selbst weiß, dass das alles so nie durchkommen wird und die eben zu all diesem Gekreische und Gekeife drumrum, von Jessen über Prantl über die ZEITUNG über Schirrmacher bis hin zu den Politisch Inkorrekten – zu einem vergifteten “wir werden alle stürben!!!”-Klima geführt hat, in dem ernsthafte Diskussionen zu den Themen fast unmöglich sind. Nein, Koch hat die Verschlagwortung der Politik nicht erfunden, aber er spitzt sie gerade meisterhaft zu.

    Davor habe ich handwerklichen Respekt, auf dem Level auf dem ich Respekt vor den Kampagnen Nixons, George W. Bushs und Schröder 2002 habe. In Bezug darauf, was ich mir von der Demokratie erwarte finde ich es erbärmlich. Und dieses: “aber weiß Gott nicht mehr als bei anderen Politikern.” Of course he’s a bastard, but he’s our bastard. Und wer mehr erwartet, wer erwartet dass man im Zweifel mit Anstand verliert, der ist ein naiver Gutmensch.

    Fass das Bitte nicht als einen persönlichen Angriff auf, R.A., das soll es nämlich nicht sein, aber ich glaube diese Attitüde innerhalb der Parteien ist einer der Gründe dafür, warum in bestimmten Bevölkerungssegmenten eine ungeheure Politikunlust existiert. Ich gehe zur Wahl um zu verhindern, dass Braun oder Knallrot ins Parlament einziehen… das finde ich als Grund insgesamt irgendwie schwach.

  14. R.A.
    27.01.2008 | 16:40

    @Björn:
    Da sind wir uns völlig einig!
    Ich wollte Koch auch nicht wirklich verteidigen (er ist auch nicht “mein Bastard”).
    Ich wollte nur etwas die Relationen zurecht rücken – Kochs Wahlkampf ist im Kern nicht schlimmer als der sonst übliche, nur das Gekreisch der üblichen Betroffenheits-Heuchler ist lauter.

    Ansonsten aber hast Du völlig recht – es ist höchst ärgerlich, wie Demokratie hierzulande oft inszeniert wird.
    Ein Teil davon scheint unvermeidlich zu sein (siehe die parallele Diskussion zu Caplan), ein anderer Teil wäre aber m. E. zu verbessern, wenn man mehr direkte Demokratie einführt.

  15. 27.01.2008 | 17:07

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