Geld oder Wahrheit

Ohne Worte:

Während der geschmeidige Romney eine gewaltige Finanzspritze aus Washington und gesetzliche Erleichterungen für die Autoindustrie beim Umweltschutz versprach, verfolgte der kantige Vietnamveteran McCain die riskante Strategie, „harte Wahrheiten“ zu verkünden. Jeder Kandidat, der sage, dass die traditionellen Jobs in der Autoindustrie zurückkommen würden, sei entweder naiv oder rede nicht Klartext, hatte er im Wahlkampf verkündet, in der Hoffnung damit die Stimmen von parteilosen Wählern zu gewinnen. Deren Unterstützung für McCain fiel jedoch deutlich geringer aus als 2000. Der in Michigan aufgewachsene Romney dagegen erhielt breite Zustimmung von traditionellen republikanischen Wählern.

(Amerikanische Vorwahlen: Finanzspritze statt „harter Wahrheiten“. Von Katja Gelinsky, Washington, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Ähnliche Beiträge


11 Kommentare zu “Geld oder Wahrheit”

  1. 16.01.2008 | 22:48

    Habe ich auch so gelesen wie du. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass ich meinem Favoriten weiter die überflüssige Treue halten kann.

  2. 16.01.2008 | 23:31

    Was ich ja nicht so ganz verstehe, ist, dass sowohl Obama als auch Romney unter “empty suit” laufen.

    (Du weißt, dass Du zuviel paxx.tv gelesen hast, wenn Dir solche Gedanken kommen…)

  3. 16.01.2008 | 23:33

    Leicht OT: DonDahlmann stellt übrigens eine gute Frage.

  4. 16.01.2008 | 23:35

    Die der erste Kommentator treffend beantwortet. Wie kann man nur die patriotische Schiene mit einem Honda desavouieren?

  5. 16.01.2008 | 23:42

    Aber McCain will gar nicht Präsident werden, oder?

    Ich sehe es schon vor mir: McCain vs. Clinton. Nur noch wenige Stunden bis zur Entscheidung. Die Demoskopen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Die letzte TV-Debatte. Die Live-Demoskopen sehen keine Vorteile für einen von den beiden. Beide Kandidaten haben noch Gelegenheit zum Schlußwort.

    Hillary: “Nur eine Frau kann Amerika wieder nach vorne bringen. Vote for me!”

    McCain: “Liebe Landsleute! Ihr müsst jetzt ganz stark sein: WIR WAREN NOCH NIE AUF DEM MOND! Das war alles ein NASA-Fake!”

  6. 17.01.2008 | 0:00

    Was jetzt was sagen soll? Die Amis glauben an unrealistische Ufo-Szenarien?

  7. 17.01.2008 | 0:16

    Nein. Soll sagen: McCain wird immer das Unpopulärste sagen.

  8. 17.01.2008 | 0:17

    bzw. das, was die Leute in der konkreten Situation am wenigsten hören wollen.

  9. 17.01.2008 | 0:26

    Ok. Mein Mann also.

  10. R.A.
    17.01.2008 | 10:42

    Vorsicht.
    So ein (Vor-)Wahlergebnis wird ja immer von mehreren Faktoren beeinflußt, es ist hier nicht leicht, den wahren Effekt von “Wahrheit vs. Versprechen” herauszufinden.

    Man könnte auch sagen, Romney hätte dafür, daß Michigan seine Heimat und Hochburg ist, gar nicht so toll abgeschnitten.

    Ansonsten kommt es natürlich auch darauf an, was McCain sonst so gesagt hat.
    Den Leuten zu erklären, daß das mit den Autos nichts mehr wird, das ist eine Sache.

    Aber er hat dann auch etwas aufgezeigt, wie Alternativen aussehen könnten?

    Einfach nur ein “ätsch, deswegen habt Ihr Pech gehabt” ist natürlich nicht das, was man sich von einem Präsidenten erwartet.

  11. 17.01.2008 | 10:50

    @R.A.

    Laut Zettel hat McCain nicht nur Ätsch gesagt:

    “McCain hat gesagt, der Verlust von Arbeitsplätzen in bestimmten Branchen sei aufgrund der Globalisierung unvermeidlich. Er werde als Präsident für strukturelle Verbesserungen sorgen, die neue Arbeitsplätze in neuen Branchen schaffen würden.”

Bad Behavior has blocked 1045 access attempts in the last 7 days.