Ein tolles Wort zum Sonntag

Die Kollegen drüben bei “Libertas Cara” hab ich ja richtig gern. Beim Gunnar, den ich schon als ausgesprochen konservativ empfinde, kann ich immer wieder mit Herzblut anderer Meinung sein, ohne mich – wie bei gewissen anderen Blogs, die sich als konservativ bezeichnen – zu ekeln; und Joachim gehört zu jenen wenigen konservativen Autoren (die Politiker sind da nicht anders), die sich nicht als schneidige Führungsfiguren gerieren, sondern in deren Texten immer wieder jene Caritas durchblickt, die für mich den Herzen des Christentums ausmachen, das ich dann bei allem Ärger doch nicht hinter mir lassen möchte.

Besonders schön finde ich diesen Text, den Joachim allerdings auch nicht geschrieben, sondern nur ausgewählt als Wort zum Sonntag für die Lübecker Nachrichten verfasst hat:

Strafe muss sein!

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9 Kommentare zu “Ein tolles Wort zum Sonntag”

  1. 15.01.2008 | 18:22

    Naja, ich finde Laden ziemlich bieder, zumal sich der “freie Blog” über illegale Einwanderer an Polens Grenze und die Freigabe eines Films für Sechsjährige aufregt, weil dort von “Ficken und Blasen” die Rede ist.

  2. 15.01.2008 | 22:50

    Ich wies ja darauf hin, dass das, was die zwei so schreiben, meist eher in konservativen als in liberalen Kreisen Zustimmung finden dürfte. “Bieder”? Schon möglich. Aber es ist doch auch mal schön, Leute zu lesen, die Einwanderung nicht ganz so toll finden, gerne mehr christliche Religion im Staat hätten und ständig Werte einfordern, dabei aber nicht ins widerlich-braune abrutschen.

  3. 15.01.2008 | 23:51

    Wenn sie Einwanderung nicht so toll finden, dann sollten sie dafür aber auch einen überzeugenden Grund nennen und nicht einfach eine saure Miene wegen einer offenen Grenze demonstrieren.

  4. FAB.
    16.01.2008 | 10:09

    “Offene Grenze” heißt doch wohl soviel wie, jeder marschiert herein, der das möchte. Solche Art der “Einwanderung” ohne jede Prüfung der Kompatabilität des Kandidaten ist so offensichtlich “nicht so toll” daß man das nicht wirklich jedesmal näher begründen muß.

    Mich stört an dem o.g. Artikel allerdings, daß dort die Strafzwecke vollständig auf Prävention reduziert werden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Strafe dient auch dazu, den Rechtsfrieden wiederherzustellen dadurch, daß dem Verletzten eine hinreichende Genugtuung für das erlittene Unrecht verschafft wird, sodaß er aus eigener Entschließung (und nicht nur weil´s verboten ist) von Selbstjustiz Abstand nimmt. Nur auf Abschreckung des Täters und etwa tatgeneigter Dritter abzustellen, greift zu kurz, wenn dabei das Opfer mal wieder ausgeblendet wird.

  5. 16.01.2008 | 10:20

    Hier stimme ich FAB zu. Strafe im Rechtsstaat ist selbstverständlich auch der Ersatz für Selbstjustiz und Mittel, die normal menschlichen Rachegelüste zu befriedigen (oder zumindest beherrschbar zu halten).

  6. Lina
    16.01.2008 | 11:10

    “Nach dem christlichen Menschenbild muss zwischen dem Täter und seiner Tat unterschieden werden.”

    Wie das? Ist er nicht verantwortlich für seine Tat? Hat er die Tat begangen oder hat die Tat ihn (mitsamt dem Opfer) zum Opfer gemacht? Letzteres würde so manches in unverständlicher Milde gesprochene Urteil begründen. Wir haben also eine christlich orientierte Gerichtsbarkeit, und richten deshalb den Blick anstatt auf das eigentliche Opfer so gern auf die Schuldfähigeit des Täters? Ich finde das absurd. Es hiesse also auch, wir hätten den Verlust an Heimat (beim Migranten) und mangelnde Nestwärme.(beim Neonazi) als strafmildernde Umstände zu bedenken? Ballast für ein ordentliches Gericht, wie ich es mir vorstelle.

    “Strafe muss sein”. Wenn der Volksmund das sagt, dann will er auch “bestrafen”. Wenn eine Versöhnung des Täters mit sich und der Welt dabei herausschaut, umso besser, aber zunächst gilt Strafe als gesetzlicher Ersatz für Rache – wie sie der Volksmund direkt aus dem Opferrecht ableitet. Eine heidnische Haltung? Ich finde nicht ;-)

  7. 16.01.2008 | 11:12

    Zunächst: Vielen Dank für das Kompliment im Beitrag! Ich gebe es gerne zurück: Ob Analysen oder nur kurze Kommentare – die Themen- und Meinungsvielfalt bei den Bissigen Liberalen begeistert mich immer wieder und – das ist ja nicht selbstverständlich – die Beiträge sind auch bei abweichender Meinung bedenkenswerte Horizonterweiterungen!

    Eine Korrektur aber: Das Wort zum Sonntag wurde von mir nicht nur ausgewählt, sondern auch von mir verfasst.

    Daher kann ich auch mit Sicherheit sagen, dass FAB. mich missverstanden hat. Ich stimme ihm vollkommen zu: Ausschließlich Präventionsgründe reichen ja eben nicht aus, um Strafe zu begründen. Das Ziel der Strafe ist die Beendigung des Zustands, durch den sie nötig wurde. Sie unterscheidet sich von der Rache durch ihre Begrenztheit und eben auch durch den Bezug auf die Tat (nicht den Täter). Dabei ist logischerweise immer das Opfer mit im Blick – anders kann ja Versöhnung nicht gedacht werden.

    Eins noch: Bieder sind wir nicht. Im Gegenteil: Wir sind ja sowas von flippig. :)

  8. 16.01.2008 | 12:01

    @FAB:

    Es mag Gründe geben, die eine offene Grenze zum Problem machen, weil sie etwa dazu führen, dass man Leute ins Land bekommt, die sich nicht rechtskonform verhalten. Man muss dann aber auch begründen, warum man diesen Generalverdacht allen Ukrainern überstülpt. Mich persönlich lässt man auch über die bayrische Grenze. Was unterscheidet mich grundlegend von einem Weißrussen? Als Ökonom gehe ich ersteinmal davon aus, dass Einwanderer die hier arbeiten wollen nutzenstiftend sind. Werden sie dagegen straffällig kann man sie genauso behandeln wie jeden Deutschen in der selben Situation. Und sie müssen ja nicht automatisch anspruchsberechtigt auf Sozialleistungen gemacht werden. Wo also liegt das Problem der Einwanderung für den Liberalen?

  9. 16.01.2008 | 12:02

    ;-) Weißrussen soll es heißen, nicht Ukrainern.

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