Selbstausgrenzung

Nach dem Selbstverständnis der Linken war die Luxemburg-und-Liebknacht-Demo heute ein “Zeichen gegen den neoliberalen Mainstream”. So ein Mainstream, als “Widerspiegelung des kulturellen Geschmacks einer großen Mehrheit”, würde allerdings anders aussehen als beispielsweise die 76%ige Zustimmung zum Postmindestlohn im Bundestag oder die deutlich ausgeprägte Mindestlohnzustimmung in der Bevölkerung. Die Linke ist mehr “Mainstream”, als sie sich selbst eingestehen will. Als selbsternannte Randgruppe leidet es sich aber offenbar besser.

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2 Kommentare zu “Selbstausgrenzung”

  1. max
    14.01.2008 | 13:31

    Ich glaube irgendwie, sie verstehen den neoliberalen Mainstream auch nicht als politische Motivation in Deutschland, sondern eher als multinationle “Problem” des Wettbewerbs in dem der deutsche Arbeiter (wohlgemerkt Arbeiter nicht das deutsche Unternehmen!) immer mehr ins Hintertreffen gerät. Weniger fürchtet man das old-europe Ausland, als das man Einflüsse aus den “neoliberalen” USA oder dem jungen Europa im Osten fürchtet.
    Deutschland ist für sie schon links, nur die bösen competitiven Staaten im Ausland wollen diesen “Vorteil” zu nichte machen und dagegen muss angekämpft werden, in dem man die Linken Vorteile weiter festigt…
    Anders kann ich mir diese Angst vor dem “neoliberalen” Staat Deutschland nicht erklären…

    Außerdem macht es sich doch immer gut, sich selbst als Opfer darzustellen und gerechten Zorn walten zu lassen…

  2. 14.01.2008 | 14:14

    Nee, “DAS SYSTEM” ist neoliberal. Ist das nicht eine westdeutsche altlinke Formel, “DAS SYSTEM” (ausgesprochen im Tonfall, in dem Bewohner von Mittelerde “Mordor” aussprechen) für schlecht zu erklären?
    Wobei dann völlig egal ist, wieviel Menschen links denken und ob das eine Mehrheit ist. Umso besser – dann ist das eben eine “VOM SYSTEM” unterdrückte Mehrheit.

    Also, meine Interpretation der konkreten kommunistischen Propaganda:
    Mainstream = DAS SYSTEM (= Mordor = BÖSE)

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