Hillary Clinton wird es jedenfalls nicht.

Wenn sich schon die Kollegen vom Antibürokratieteam ausschließlich mit den republikanischen Präsidentschaftskandidaten beschäftigen, dann kann ich mich ja dem anderen Sektor widmen.

Wer auch immer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird: Hillary Clinton wird es jedenfalls nicht, soviel steht für mich seit Iowa fest. Sie glaubt noch nicht einmal mehr selbst daran (Hillary’s Post-Iowa Caucus Speech, youtube-Video). Und sagt mir, was ihr wollt, aber Barack Obama liefert einfach die beste Show von allen Kandidaten (Obama’s Victory Speech, youtube-Video).

Um das auch von Zettel immer wieder hervorgehobene Argument zu unterstreichen, dass es Barack Obama an Erfahrung mangele, wurde Hillary Clinton bei ihrer Rede von Madeleine Albright und von St. Bill eingerahmt. Alleine, dass die beiden aussahen, als ob sie gleich anfangen zu weinen, zeigt, dass das die falsche Entscheidung war. Wer will schon alte, weinende Leute sehen, während der Gegenkandidat von Change und Hope redet?
Und ich glaube einfach nicht, dass Unerfahrenheit in der Außenpolitik für die amerikanischen Wähler ein entscheidendes Kriterium ist.

Apropos Außenpolitik: Hillary Clinton erwähnte bei ihren Zielen den Rückzug aus dem Irak an erster Stelle; bei Barack Obama war der Irak-Krieg nur noch Thema # 4. Ein besseres Kompliment konnte er General Petraeus gar nicht machen.

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23 Kommentare zu “Hillary Clinton wird es jedenfalls nicht.”

  1. 4.01.2008 | 8:21

    … von Change und Hope redet …

    Veränderung zu/von/für was? Hoffnung worauf?

  2. 4.01.2008 | 9:31

    Veränderung zu/von/für was? Hoffnung worauf?

    Ist doch egal. Aufs Gefühl kommts an.

  3. 4.01.2008 | 9:57

    Doch doch, Clinton wird es. Ausnahmsweise hat SPON mal Recht: Man kann von Iowa keine Rückschlüsse auf die gesamte USA anstellen.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,526549,00.html

    Würde Obama noch Flordia gewinnen, dann wäre es ernst. Aber davon ist er noch weit weg.

  4. stefanolix
    4.01.2008 | 10:27

    Frau Clinton wird allenfalls Kandidatin, aber nicht Präsidentin. Man kann sicher von Iowa keine Rückschlüsse ziehen, aber Rückenwind für Obama gibt das allemal. Und Florida: ist das nicht der Staat, wo sie sowieso nie richtig auszählen können? ;-)

  5. Parker8
    4.01.2008 | 10:31

    Viel zu früh, um die Clintons abzuschreiben.

    John Edwards schlägt übrigens als Einziger alle Republikaner.

  6. 4.01.2008 | 10:43

    Mache ich mich des Anti-Amerikanismus schuldig, wenn ich mir bei den Republikanern auf gar keinen Fall Mike Huckabee wünsche, sondern dann doch lieber Romney oder McCain? (Giuliani zerstört sich ohnehin effektiv selbst.) Und bei den Demokraten lieber Edwards oder Obama im Weißen Haus sehen würde als Hillary?

    Ansonsten freue ich mich als Außenstehender, dass der offizielle Wahlkampf, mit all dem Dreckschleudern, den Attack Ads, den Dukakis-Momenten und den Swift Boatlern und dem fanatischen Personenkult, jetzt endlich losgeht. Das lässt mein zynisches Politikjunkie-Herz höher schlagen.

  7. DDH
    4.01.2008 | 12:03

    Warum redet eigentlich niemand von Dennis Kucinich? Scheint zumindest ein integerer Mann zu sein und ist ähnlich wie Ron Paul an manchen Stellen dennoch zu kritisieren (sein Gesundheitssozialismus ist so grausam wie Pauls Zuwanderungsbegrenzungssozialismus).

    http://www.dennis4president.com/go/newsroom/kucinich%3a-candidates-must-answer-for-their-foreign-policy-stands-on-pakistan-and-the-middle-east/

  8. DDH
    4.01.2008 | 12:06

    P.S. zur Farmersbegeisterung für Prediger Huckabee:

    Mußte da an H. L. Menckens herzhafte Abhandlungen über die Bauerntölpel im Bibelgürtel denken, die “nur durch baptistische und methodistische Menschenaffen bei guter Laune zu halten sind”.

    Daß der Bauer ein besonderer Freund der Freiheit sei, ist ein Gerücht, das von Röpke ausgestreut wurde und von Blocher geglaubt wird. Mencken wußte es besser.

  9. 4.01.2008 | 12:25

    @DDH:

    Kucinich mag integer sein, aber er ist auch ein typischer Fall von “looney left”. Er ist zu ökologisch, zu linksliberal, zu pazifistisch, zu sehr Alt-Hippie als dass er politisch tragbar wäre. Eine laufende Zielscheibe für die Medien, und damit meine ich nicht nur FOX News. Dazu kommt auch, dass Kucinich selbst wenig Gesetzesvorhaben initiiert, aber sich gegen die meisten Homeland Security Laws gestellt hat. Auch das macht ihn angreifbar: A.) Kann nicht regieren. B.) Ist für die Terroristen.

    Ich denke, der Grund warum niemand von Kucinich redet, ist dass den Demokraten das McGovern-Debakel noch immer in den Knochen sitzt. Und ob Kucinich auch nur einen einzigen Staat gewinnen würde, das stünde in den Sternen.

    By the way: Mencken. Der hat 1920 auch dieses Traktat verfasst:

    When a candidate for public office faces the voters he does not face men of sense; he faces a mob of men whose chief distinguishing mark is the fact that they are quite incapable of weighing ideas, or even of comprehending any save the most elemental — men whose whole thinking is done in terms of emotion, and whose dominant emotion is dread of what they cannot understand. So confronted, the candidate must either bark with the pack or be lost… All the odds are on the man who is, intrinsically, the most devious and mediocre — the man who can most adeptly disperse the notion that his mind is a virtual vacuum.’ The Presidency tends, year by year, to go to such men. As democracy is perfected, the office represents, more and more closely, the inner soul of the people. We move toward a lofty ideal. On some great and glorious day the plain folks of the land will reach their heart’s desire at last, and the White House will be adorned by a downright moron.

  10. 4.01.2008 | 14:12

    Immer wieder schön, wie alle vier Jahre losspekuliert wird, wer in den USA das Rennen macht. Warten wir doch einfach mal die noch kommenden Schlammschlachten ab.

    Heißer Tipp: Hillary hatte sich bestimmt vor dem Vietnamkrieg gedrückt.

  11. 4.01.2008 | 15:08

    Immer wieder schön, wie alle vier Jahre losspekuliert wird, wer in den USA das Rennen macht. Warten wir doch einfach mal die noch kommenden Schlammschlachten ab.

    Aber wir reden doch auch vor der Saison darüber, wer nächstes Jahr in der Bundesliga Meister wird, ohne die roten Karten, Schwalben, Blutgräschen und PR-Katastrophen zu kennen. Macht doch nur halb soviel Spaß, wenn man wirklich erst bis zum Super Tuesday warten würde.

  12. 4.01.2008 | 17:03

    Und sagt mir, was ihr wollt, aber Barack Obama liefert einfach die beste Show von allen Kandidaten

    Yep. Traurig, dass es Giuliani offensichtlich nicht gebacken bekommt… und mein innerer Schweinehund, der linkslibertäre Schuft, flüstert mir die ganze Zeit zu, dass es so tragisch gar nicht wäre, wenn Obama das Rennen machen würde…

  13. 4.01.2008 | 18:04

    Ron Paul macht’s eh … ;-)

  14. 4.01.2008 | 18:06

    @Joachim

    Weil Obama auch so libertär ist …

    Der Typ kann’s gar nicht erwarten, alle möglichen Arten von Kriegen zu beginnen … Gegen Terror, gegen Drogen, gegen …

  15. 4.01.2008 | 18:24

    Damit ist der Personenkult schon mal anwesend.
    All Glory to the Ronpaultoad!

  16. 4.01.2008 | 21:34

    [...] Marian von B.L.O.G. glaubt nicht an eine Präsidentin. Er geht sogar soweit, ihre Rede nach dem Entscheid in Iowa dahingehend zu interpretieren, dass sie selbst nicht mehr an ihren Sieg glaube. [...]

  17. 4.01.2008 | 22:05

    [...] Da einige der Kommentare auf meinen vorherigen Beitrag zum Thema mir gezeigt haben, dass ich nicht deutlich genug gemacht gemacht habe, warum ich meine, dass Hillary Clinton bereits nach Iowa alle Chancen eingebüßt hat, Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden, hier noch ein Nachschlag: [...]

  18. 4.01.2008 | 22:29

    So sehr ich es Obama wünschen würde, aus dem Rennen ist Hillary noch lange nicht. Seis drum, was schlechteres als zur Zeit kann kaum nachkommen.

  19. cozzzmo
    5.01.2008 | 1:43

    @ Marian Wirth

    Und ich glaube einfach nicht, dass Unerfahrenheit in der Außenpolitik für die amerikanischen Wähler ein entscheidendes Kriterium ist.

    Im Gegenteil, seine Unerfahrenheit wird ihm immer wieder vorgehalten, und macht die Entscheidung für ihn (oder eben gegen ihn) für viele schwerer.

  20. 5.01.2008 | 16:04

    Was Überschriften doch ausmachen: Auf Rivva gesehen und spontan draufgeklickt. Jetzt bin ich zum ersten Mal hier und finde das Blog gut. Obama natürlich auch…

  21. DDH
    5.01.2008 | 17:42

    @StoiBär: In einer Demokratie kommt fast immer was schlechteres nach (von retardierenden Momenten einmal abgesehen). In Demokratien wirkt auch eine Art Gresham’sches Gesetz: Das minderwertigere Menschenmaterial verdrängt das bessere.

    “Politik, die – Vom verkommenen Teil unserer kriminellen Schichten bevorzugter Lebensunterhalt.- Interessenkonflikt, maskiert als Prinzipienstreit. Die Leitung öffentlicher Angelegenheiten zu privatem Vorteil.”
    Ambrose Bierce

    “Politiker, der – Aal in dem Grundschlamm, der den Überbau der organisierten Gesellschaft trägt. Wenn er sich windet, hält er die Bewegung seines Schwanzes irrümlich für ein Beben des Gesamtgebäudes. Im Vergleich mit dem Staatsmann leidet er unter dem Nachteil, noch zu leben.”
    Ambrose Bierce

  22. 9.01.2008 | 13:43

    A propos: Clinton schafft Comeback – Sieg über Obama. Wie ich schon sagte, warten wir die Vorwahlen doch einfach ab. :-D

  23. 9.01.2008 | 13:56

    Marc,

    Clinton schafft Comeback – Sieg über Obama.

    Ja, über “Hillary, the comeback kid” habe ich heute morgen zwei Stunden gelacht.

    Wie ich schon sagte, warten wir die Vorwahlen doch einfach ab.

    Dann ist es zu spät ;-) . Außerdem bin ich ja eh’ der Einzige hier, der Lust hat, zu dem Thema wild in der Gegend herumzuspekulieren. Und ich habe den furchtbaren Verdacht, dass meine Spekulationen keinerlei Auswirkungen auf den Wahlausgang haben werden.

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