Der letzte Mohikaner

Als ich das las, spürte ich den Hauch einer Ahnung davon, dass die Sozialdemokraten ja auch mal inhaltlich ernst zu nehmende Gegner gewesen sein mögen.

Bezeichnend, dass es solch ein Jüngelchen und ewiger Student ist, der im Namen der SPD dagegen als, demonstrative Gleichgültigkeit demonstrierender, Kontrahent zu Wort gelassen wird.

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18 Kommentare zu “Der letzte Mohikaner”

  1. R.A.
    20.12.2007 | 16:37

    dass die Sozialdemokraten ja auch mal inhaltlich ernst zu nehmende Gegner gewesen sein mögen.

    Ja, das waren sie.

    Ich kannte das immer so, daß man mit den Christdemokraten am lustigsten einen saufen konnte (das war bei den Linken immer etwas mühsam), die Grünen waren schon immer langweilige und vorurteilsbeladene Spießer, die diversen linken Sekten waren meist nur anstrengend – und die Sozialdemokraten, egal ob normale SPD oder Jusos – das waren die Einzigen, mit denen man vernünftig und mit einem gewissen Anspruch inhaltlich diskutieren konnte.
    Und das wird immer seltener.

  2. 20.12.2007 | 17:53

    Boche,

    für Deine Naivität könnte ich Dich manchmal knuddeln ;-) . Aber da wir hier ja nicht in der LEGU sind, stattdessen die Frage:

    Für wen und in welcher Hinsicht soll denn ausgerechnet Clement ein ernstzunehmender Gegner (gewesen) sein?

    Im übrigen zeigt die von Clement skizzierte Grenze nur, dass er schon lange keine SPD-Veranstaltung mehr besucht hat. Es sei denn, es käme ihm nicht auf eine inhaltliche Gleichtaktung von SPD und Linkspartei an, sondern nur auf eine formale Koalitionsaussage von Beck zugunsten der Linkspartei. Erst eine solche als Vorwand zum Parteiaustritt zu nehmen, wäre aber sehr fadenscheinig.

  3. 20.12.2007 | 18:15

    Die SPD scheint mir aber sowieso ein sehr heterogener Haufen zu sein. Ich habe mal eine Veranstaltung von Sozi-Unternehmern besucht und kann bei der Diskrepanz von Inhalt und Form bis heute nicht begreifen, dass die in derselben Partei Mitglied waren oder sind wie die Mini-Ausgaben von Lafontaine, die ich bei anderen SPD-Veranstaltungen bewundern konnte.

  4. 20.12.2007 | 18:24

    Rayson,

    auf Cornflakes-Packungen steht auch drauf: “Kann Spurenelemente von Erdnüssen enthalten”. Würdest Du deshalb Cornflakes als heterogene Flakes bezeichnen?

  5. 20.12.2007 | 18:29

    Nö. Danke für die Quantifizierung.

  6. 20.12.2007 | 19:23

    Bitte ;-) . (Hat meine SPD-Mitgliedschaft also doch einen Sinn gehabt.)

  7. 20.12.2007 | 20:21

    Marian,

    ich war nie in der LEGU, scheine aber etwas verpasst zu haben. ;-)

    Für wen und in welcher Hinsicht soll denn ausgerechnet Clement ein ernstzunehmender Gegner (gewesen) sein?

    Für andere ernst zu nehmende Politiker. Wie … ähm … hum …

    Und was die formale statt inhaltlicher Grenzüberschreitung angeht: Ein Austritt, will er öffentlichkeitswirksam sein, braucht wohl schlicht und einfach ein symbolisches Ereignis als Anlass. Und dieses Ereignis kann nur ein konkretes sein. Eine Koalition mit der SED wäre da nicht das schlechteste.
    Wobei ich dir eigentlich recht gebe. Wenn es um Inhalte geht, ist die Grenze wohl längst überschritten.

  8. 20.12.2007 | 20:43

    Boche,

    ich war nie in der LEGU

    aber Du weißt, was gemeint ist :-) .

    Für andere ernst zu nehmende Politiker.

    Ich wollte damit nicht anzweifeln, dass WC (hihi) ein ernstzunehmender Politiker war. Innerhalb der SPD ist er sehr ernst genommen worden, vor allem deshalb, weil er keine SPD-Politik gemacht hat. Seine Industrie-Politik war Stoiber sehr nahe, und dann noch die West-LB…

    Unterm Strich ist er mit allem, was er angepackt hat, gescheitert. Und taugt für die Rubrik “Sozen, mit denen Liberale reden können” m.E. nicht.

    ein Austritt, will er öffentlichkeitswirksam sein,

    Ey, Du bist ja doch nicht so naiv. Stimmt, andere sind geräuschlos ausgetreten.

    Und ich poltere hier ja nur so rum, weil ich Angst habe, Wolfgang könnte mir die Austritts-Schau stehlen…

  9. 20.12.2007 | 20:49

    Marian

    ein scheiternder Soze ist doch kein schlechter oder des Gesprächs unwürdiger Soze. ;-)

    Und ich poltere hier ja nur so rum, weil ich Angst habe, Wolfgang könnte mir die Austritts-Schau stehlen…

    Wir sorgen dafür, dass die deutschsprachigen Klowände erbeben, wenn du das rote Büchlein zurückgibst!
    Da kann WC ein noch so schönes Namensakronym haben … ;-)

  10. Parker8
    20.12.2007 | 21:22

    Und taugt für die Rubrik “Sozen, mit denen Liberale reden können” m.E. nicht.

    Wie es scheint, gehört er ja auch in die Rubrik “Sozen, mit denen andere Sozen nicht reden können”. Armer Kerl. Keiner redet mit ihm.

  11. 20.12.2007 | 22:00

    Lieber Boche,

    der Hinweis auf Nils Annen scheint mir sehr passend.

    Clement gehört einer Generation an, in der man erst was wurde und dann in die Politik ging. Annen ist einer von denen, die in die Politik gehen, um was zu werden.

    Kürzlich habe ich mal kritisiert, daß viele heute nach ihrem Uni-Examen direkt in den Bundestag gehen.

    Das war optimistisch. Annen ist statt eines Studienabschlusses in den Bundestag gegangen.

    Herzlich, Zettel

  12. 20.12.2007 | 22:03

    Parker8,

    Armer Kerl. Keiner redet mit ihm.

    Doch. Außer der SZ noch das Schweizer Radio.

  13. stefanolix
    21.12.2007 | 11:09

    Interessant ist, dass Herr Annen als Politiker aus dem Jahrgang 1973 in seinem beruflichen Werdegang immer noch angibt, welche Schulen er bis zum Abitur besucht hat. Seit 1994 ist er scheinbar nur noch als Student und Funktionär tätig gewesen. Vielleicht sollte man ihn mal fragen, ob er schon das Vordiplom hat;-)

  14. 21.12.2007 | 15:31

    “Als ich das las, spürte ich den Hauch einer Ahnung davon, dass die Sozialdemokraten ja auch mal inhaltlich ernst zu nehmende Gegner gewesen sein mögen.”
    Ahh, es wird Weihnachten. Jetzt spüre ich es auch. Boche vergießt Krokodilstränen. ;-)

    Naja, Clement war in der SPD-geführten Bundesregierung dabei, die damit endete, dass es eine weitere Abspaltung von der SPD gab. (1982/83 Die Grünen, 2005 die WASG/Linke). Dass das vielleicht auch Ursachen hat und vermieden hätte können, das wird von ihm mal locker ausgeblendet. Stattdessen wird “weiter so” propagiert ohne sich zu überlegen, was das mit sozialdemokratischer Politik zu tun hat.

    Niel Annen: Das Phänomen vom Kreißsaal in den Hörsaal in den Plenarsaal ist ein schönes Beispiel, warum etwas mit den Diäten icht stimmt. Für den leitenden Angestellten ist es uninteressant und für den abgebrochenen Studenten das Gegenteil.

  15. gang
    21.12.2007 | 19:30

    Hat eigentlich der SPD-Generalsekretär seinen Abschluss inzwischen noch gemacht?

  16. stefanolix
    21.12.2007 | 23:51

    @gang: Keine Ahnung, aber der Herr Annen steht sicher schon in den Startlöchern;-)

    @marc: Die WASG wäre in jedem Fall auch ohne Herrn Clement entstanden. Wenn irgendeine Regierungskoalition Umbaumaßnahmen am Sozialstaat beginnt, wird sich immer eine Partei von Linkspopulisten oder Kommunisten hervortun, die vorgibt, sich um die Betroffenen zu kümmern und sie vor Arbeit oder anderem Unbill zu schützen.

    Anzulasten wären Herrn Clement vielleicht die Investitionsruinen, die er in NRW hinterlassen hat. Anzulasten wäre ihm die amtsmüde Phase am Ende seiner Laufbahn. Aber ein Verein wie die WASG wäre in der damaligen Situation ganz sicher gegründet worden.

  17. 22.12.2007 | 11:05

    Wenn irgendeine andere Regierungskoalition das gemacht hätte, hätte die oppositionelle SPD alles das gesagt, was die WASG gesagt hat. :-)

    Nein, die Zusammenlegung der Grundsicherungen war richtig, aber es wären Übergangszeiten für angesparte Vermögen und Rentenversicherungen richtig gewesen. Weiterhin hätte man erst Fördern und dann das Fordern aufbauen sollen. So aber bekamen einige erstmal weniger Stütze und Druck. Um die Intergration in den Arbeitsmarkt kümmerten die sich hier nach über einem Jahr.

  18. dagny
    22.12.2007 | 14:06

    Als ich das las, spürte ich den Hauch einer Ahnung davon, dass die Sozialdemokraten ja auch mal inhaltlich ernst zu nehmende Gegner gewesen sein mögen.

    Sagte man nicht einst über NRW, dort würde selbst ein rot angemalter Besenstiel (=heute Rütgers genannt) Ministerpräsident?
    Demnach kann der Inhalt keine so grosse Rolle gespielt haben.

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