Extra für Bernd Graff aus dem Archiv gekramt

oder: Als ich mich mal über sueddeutsche.de aufgeregt habe

Eigentlich wollte ich ja nichts zum dem Artikel von Bernd Graff schreiben, in dem alle Blogger mit einem lateinischen Ausdruck belegt werden, der nun wirklich auf besagten Herrn Graff selbst am besten passt. Ich wollte vor allem deshalb nichts dazu schreiben, weil andere dazu schon viel geschrieben haben, Jürgen Kaube in der FAZ zum Beispiel oder Klaus Jarchow auf medienlese.
Aber wie es der Zufall will, habe ich gerade beim Stöbern im B.L.O.G.-Archiv einen alten Eintrag gefunden, der sich just mit dem Problemkreis beschäftigt, den Herr Graff so erschöpfend abgehandelt hat.

In dem Eintrag geht es zuerst um Sex und dann um sueddeutsche.de – Blogger-Herz, was willst Du mehr?

Bloggen, Online-Journalismus und ein “harmonisches Beischlaferlebnis” (Erstveröffentlichung am 29. Juni 2006)

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13 Kommentare zu “Extra für Bernd Graff aus dem Archiv gekramt”

  1. admin
    14.12.2007 | 2:24

    Irgendetwas hat in dem alten Beitrag das Design gründlich verhagelt. Noch nicht einmal das Kommentarfeld wird dort noch angeboten. R.A. muss schuld sein; er hat da zuletzt kommentiert.

  2. 14.12.2007 | 2:39

    Mir fällt nichts auf, weder mit dem FF noch mit dem IE.

  3. 14.12.2007 | 2:43

    Interessant. Bei mir zeigen FF und Konqueror den gleichen Mist.

  4. stefanolix
    14.12.2007 | 6:44

    Mozilla Firefox 2.0.0.11 unter Linux: Die Seitenleiste beginnt rechts unterhalb des Beitrags und es kommt kein Kommentarfeld. Der Beitrag ist aber auch so gut, dass man die Seitenleiste bis zum Ende nicht vermisst;-)

  5. 14.12.2007 | 7:43

    Rayson,

    ich korrigiere mich: die von Dir beobachteten Probleme treten bei mir doch auf – wir haben nur unterschiedliche Maßstäbe in Bezug auf “zerschossen” ;-) . Ich denke dabei eher an wildgewordene Smilies, in Marquee herumwandernde Textstellen in falscher Reihenfolge und Text, der erst nach 2 Kilometer Scrollen beginnt – nicht an verrutschte Seitenleisten und fehlende Kommentarfelder.

    Nachdem wir jetzt bewiesen haben, dass Graff recht hat (Blogger weichen gerne vom Thema ab und widmen sich hingebungsvoll Nebensächlichkeiten) – könnten wir die Design-Diskussion an dieser Stelle vielleicht beenden?

  6. Lina
    14.12.2007 | 8:17

    “Seit ich mit dem Bloggen begonnen habe, sind meine Ansprüche an mich selbst stetig gestiegen, während nach meinem Eindruck die Ansprüche (vor allem, aber nicht nur) der Online-Journalisten an sich selbst offenbar immer weiter absinken”, schreibst Du, Marian.

    Gut für Dich und Deine Leser/innen, deren Ansprüche an Dich ebenfalls stetig steigen;-)! Aber Du hast leicht reden, vergisst Du doch dabei, dass diese Online-Journalisten, wie die meisten Journalisten überhaupt, in einem Angestelltenverhältnis stehen, das ihnen bei Berichterstattung und Aufbereitung in wachsendem Mass einen Kurs der Verkäuflichkeit vorgibt, der immer stärker auf Tempo und Effekte setzt.

    Dieser gravierende Unterschied im Verhältnis zu den unabhängig agierenden Bloggern macht ihnen zu schaffen, setzt sie unter Druck und führt IMHO dazu, dass sie sich die Konkurrenz mit allen Mitteln, auch unlauteren, unsachlichen, vom Leib halten wollen; das ist inzwischen Teil des Existenzkampfes der Print- und Online-Medien geworden. Ich will den sichtbar “erwirtschafteten” Qualitätsverlust nicht rechtfertigen – wo käme ich hin! – kann aber verstehen, dass sie zunehmend ärgerlich darüber werden, dass Blogger sich auch ihrer Vorarbeit aus den innerbetrieblichen Nachrichtentickern bedienen können. Das ist zwar Euer gutes Recht, aber Ihr treibt sie damit umso mehr in die Enge ihres vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen begrenzten Handlungsspielraums.

    Die Eifersucht, die aus dem Graff-Artikel auch herauswinkt, halte ich allerdings für gerechtfertigt – um meinerseits am Ende doch noch mit Blumen von der Tanke zu kommen…;-)!

  7. stefanolix
    14.12.2007 | 8:19

    Ich setze noch schnell ein Link zu einem Artikel, in dem Herrn Graff der Spiegel vorgehalten wird. Zusammengefasst: Wenn er Mist sucht, dann wird er Mist finden. Die Autorin schließt:

    Und wer aus dem Bahnhofskiosk nur mit Praline, Bild, Frau im Spiegel und Ein Herz für Tiere unter Arm rauskommt, sollte wissen, dass das mehr über ihn als über den Kiosk aussagt.

  8. 14.12.2007 | 8:35

    vergisst Du doch dabei, dass diese Online-Journalisten, wie die meisten Journalisten überhaupt, in einem Angestelltenverhältnis stehen, das ihnen bei Berichterstattung und Aufbereitung in wachsendem Mass einen Kurs der Verkäuflichkeit vorgibt, der immer stärker auf Tempo und Effekte setzt

    Das vergesse ich keineswegs, liebe Lina. Meine Thesen sind:

    1.) Bevor sich Totes-Papier-Journalisten in den Abgründen der Blogsphäre suhlen, um diese Abgründe hernach zu verabsolutieren, sollten sie lieber mal vor der Haustür des eigenen Online-Auftritts der Publikation kehren, bei der sie angestellt sind. Und so wenig Zeit, dass sie krasse Fehler nicht korrigieren, wenn sie darauf hingewiesen werden, haben Online-Journalisten nun auch wieder nicht.

    2.) Das Rekurrieren auf die journalistische Ausbildung und die in der Theorie vorhandenen Qualitäts-Standards erweist sich dann als Farce, wenn aus den von Dir genannten Gründen in der Praxis alles online gehievt wird, was über den Ticker kommt – egal, ob es sich dabei um eine Bergbau-Katastrophe in China mit 105 Toten handelt, oder darum, dass Paris Hilton einen neuen Lover sucht (und das ausgerechnet in Berlin).

    Richtig übel wird es allerdings, wenn dabei, wie bei SpOn, der tendenziösen Berichterstattung durch diffamierende Schlagzeilen und irreführende Leads auch noch Vorrang eingeräumt wird; und davon ist die sueddeutsche.de weiß Gott auch nicht frei.

  9. 14.12.2007 | 8:57

    stefanolix,

    der Kommentar von Lina ist auch klasse.

  10. 14.12.2007 | 9:47

    Aus der Ecke fand ich ja diesen Kommentar im Tagesspiegel ganz toll. Gut, ich habe ihn ehrlich gesagt nicht so ganz verstanden und glaube dass Huber (Joachim) ein Pseudonym für Wagner (Post von) ist… aber ich finde ihn trotzdem toll… irgendwie… äh… glaube ich…

  11. stefanolix
    14.12.2007 | 21:50

    @Marian: Es war aber Lila, nicht Lina ;-)

  12. Lina
    15.12.2007 | 7:29

    ad 2: Dort wird tatsächlich nur “gefüllt”, lieber Marian.

    Aber glaubst Du denn, dass man sich neben der Hauptredaktion eine zweite ebenso kostspielige Online-Redaktion leistet, leisten kann? Bestimmt nicht. Ich glaube dagegen, dass man den Zugriff auf das Online-Angebot von Anfang an für jedermann kostenpflichtig hätte machen sollen, damit sich der Aufwand auch rechnet. Dann gäbe es vermutlich auch das Qualitätsgefälle Papier/Netz, vielleicht den journalistischen Qualitätsverlust insgesamt nicht in dem Mass, wie sie heute zu beklagen sind.

    Und man müsste in den Redaktionen nicht neidisch auf die Blogger-Produktion schielen, würde fruchtbare Koexistenz feiern können, die sich gegenseitig zu Hochleistungen antreibt. Qualität gibt’s auch anderswo nur für Geld – nur hier nicht;-)…

  13. 15.12.2007 | 8:28

    stefanolix,

    Es war aber Lila, nicht Lina

    Ich bestreite hiermit, dass es sich um einen Freud’schen Vertipper gehandelt hat ;-) .

    Lina,

    Aber glaubst Du denn, dass man sich neben der Hauptredaktion eine zweite ebenso kostspielige Online-Redaktion leistet, leisten kann?

    Nein, das glaube ich nicht. Müsste sie ja auch nicht. Dein Einwand betrifft ja ohnedies nur meine zweite These. Und wenn grobe Schnitzer selbst nach Hinweisen von relativ oder absolut prominenten und kompetenten Journalisten-Kollegen zwei Tage später immer noch online sind, dann kann man das nicht mehr mit Zeitmangel hinreichend erklären.

    Ich glaube dagegen, dass man den Zugriff auf das Online-Angebot von Anfang an für jedermann kostenpflichtig hätte machen sollen

    Kein Widerspruch. Aber die Entscheider in den Medienkonzernen haben sich halt anders entschieden. Ich halte diese Entscheidung für dumm, kann sie aber nicht ändern. Die im Moment im deutschsprachigen Raum angewandten Bezahl-Modelle sind mir allerdings zu teuer und zu unflexibel. Ich sehe nicht ein, dass ich für das Online-Abo einer Zeitung, von der mich nur 10% der Artikel interessieren, genauso viel zahlen soll wie für das Papier-Abo. Und bei der FAZ kostet EIN Artikel so viel wie die ganze Tagespapierausgabe, bei der NZZ kostet EIN Artikel 2.38 EUR. Von diesen Angeboten mache ich nur Gebrauch, wenn ich sicher weiß, dass der betreffende Artikel sich lohnt. Bei den Angelsachsen gibt es wenigstens ein paar Zeilen der kostenpflichtigen Artikel gratis. Warum das bei uns nicht geht, ist mir ein Rätsel.

    Und das allerschlimmste ist: Wenn man sich zu einem Online-Abo entschließt, dann wird man trotzdem noch mit Werbung und Klick-Strecken und Werbe-Newslettern (pardon: “Kunden-Informationen” muss es natürlich heißen) zugeschissen – während es gleichzeitig Dutzende von amerikanischen Think-Tanks und Online-Magazinen gibt, die kosten- und werbefreien Zugang auf ihre dann auch noch qualitativ hochwertigeren Artikel gewähren. Da ist es dann wohl kein Wunder, dass ich virtuell schon längst ausgewandert bin, oder?

    Qualität gibt’s auch anderswo nur für Geld – nur hier nicht;-)

    Vielen Dank! Wenn wir jemals eine Rubrik “Das sagen unsere Leser” haben sollten, dann werde ich mich dafür einsetzen, dass dieser Satz in 18 pt ganz oben steht. Eigentlich sollten wir ihn gleich in den Blog-Header aufnehmen :-) .

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