The 2 Places to Go in 2008

Die New York Times hat 53 Touri-Ziele für 2008 zusammengestellt. Zielgruppe war dabei offenbar nicht der typische NYT-in-Blogs-Zitierer (aka Bush-bashende Apple-Jünger), sondern die Anzeigenkunden. Deutschland ist zweimal vertreten, mit Sylt auf Platz 13 und München auf Platz 17. Dem cliché overload nach zu urteilen, kann die beiden Schnipsel eigentlich nur einer beigesteuert haben. *sigh*

Der erste Satz über Sylt lautet so:

With a nickname like the “Hamptons of Germany,” it’s only a matter of time before jet-setters discover the North Sea island of Sylt.

Diese Einschätzung ist ungefähr so richtig wie die Aussage “Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Helmut Kohl Vorsitzender der CDU wird.”

München wird mit diesem Einleitungssatz angepriesen:

Wi-Fi beer gardens, lederhosen-wearing hipsters, hybrid Mercedes-Benz taxis.

lederhosen-wearing hipsters, my ass.

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17 Kommentare zu “The 2 Places to Go in 2008”

  1. Buenavista
    9.12.2007 | 18:24

    Ich schätze, bei Sylt war wohl der INTERNATIONALE Jetset gemeint.
    Und München… naja im September kommts ja fast hin mit den Lederhosen.

    Trotzdem natürlich übelster werbefinanzierter “Journalismus”

  2. 9.12.2007 | 19:05

    Buenavista,

    Ich schätze, bei Sylt war wohl der INTERNATIONALE Jetset gemeint.

    Daran habe ich auch kurzzeitig gedacht. Aber dann wäre wirklich ein Warnhinweis nötig, denn was soll denn der internationale Jetset, der gerade erst auf der Privatinsel von David Copperfield dessen Geburtstag gefeiert hat, in … Sylt?

    Trotzdem natürlich übelster werbefinanzierter “Journalismus”

    Ich bin schockiert. Willst Du etwa andeuten, dass Hamburg zu geizig war, um auch auf die Liste zu kommen? Und was ist mit Düsseldorf? Klischees haben wir auch jede Menge zu bieten – und unser OB behauptet jedes Mal, wenn er in New York war, dass er da super Kontakte hat.

    Nee, das mit dem “werbefinanziert” kann nicht stimmen.

  3. Buenavista
    9.12.2007 | 19:18

    Ach was, das haben doch nicht die Orte finanziert sondern Fluglinien und Hotelketten, die neue Routen bzw. Häuser anpreisen.

    Sylt hat AirBerlin gesponsert und München Rocco Forte

  4. Buenavista
    9.12.2007 | 19:20

    Die Leser haben das wohl auch schon gemerkt:

    I’m dissapointed that the NY times seems to have centered this piece on luxury hotels; it reads more like a boring advertisement section from an airplane magazine than Times-caliber travel journalism.

    These choices seem to have more to do with the opening of luxury hotels than the interesting cultures or natural settings that make travel actually interesting.

    To say nothing of the apalling environmental impact of luxury hotels, my experience has been that they distance you from local people, authentic local food and authentic local culture. In every place I have traveled I have found modest but comfortable hotels that had none of these drawbacks.

    If the most interesting thing you can say about Malawi is that Madonna adopted a baby and now there is a luxury resort, I think it’s time to go back to the drawing board.

    — Jenny, Cambridge, MA

  5. 9.12.2007 | 19:37

    Buenavista,

    Sylt hat AirBerlin gesponsert

    Da sollte die NYT aber mal Nachhilfe bei der BILD nehmen. Air Berlin wird zwar im Text erwähnt – aber verlinkt hamse zum Berlin-Teil des NYT-Reisebuches. Und der Link “weitere Informationen”, der dann wenigstens direkt zu Air Berlin führen würde, fehlt ganz.

    Und die Werbe-Botschaft soll also so lauten?

    “Liebe Jenny aus Cambridge, MA!

    Wenn Du als typische Leserin der NYT mal den internationalen Jetset bei der Arbeit sehen willst, stehst Du vor einem Problem. Die verstecken sich ja dauernd vor Dir. Aber wir haben einen heißen Tipp für Dich. Nächstes Jahr wird Sylt “der” Burner unter den People Destinations. Die Celebrities kommen zwar mit ihrem Lear Jet – aber für Dich haben wir exklusiv eine günstige Fluglinie gefunden – AIR BERLIN!

    Dass das nicht funktioniert, zeigt ja die wunderbare LeserInnen-Reaktion von Jenny.

  6. jopa
    9.12.2007 | 19:52

    Etwas boshaft könnte man feststellen, daß M offenbar nur unwesentlich attraktiver ist als der Iran – der folgt genau dahinter… :-)

  7. Buenavista
    9.12.2007 | 19:57

    Nee das stimmt schon, denn die Flüge gehen eh fast alle über Berlin. Natürlich hätte die NYT den Flugplan von Air Berlin ansehen können, da wären sie dann draufgekommen, dass es gar keine Direktflüge von London nach Sylt gibt, aber wer wird schon dem Kunden widersprechen?

  8. Buenavista
    9.12.2007 | 20:02

    Naja was den Iran betrifft, nachdem der ja bekanntlich für Geheimdienste so verschlossen ist, schickt die NYT jetzt Touristen hin:

    18-day trips that start in Tehran and then weave through the once-forbidden countryside, including stops in Shiraz and Isfahan.

    Isfahan, da liegt Busheir gleich ums Eck. Vielleicht können ja ein paar Spooks mitfahren.

  9. 9.12.2007 | 20:08

    Buenavista,

    Isfahan, da liegt Busheir gleich ums Eck. Vielleicht können ja ein paar Spooks mitfahren.

    Ich wette, John Bolton hat schon gebucht. Und sich bei der CIA einen deutschen Reisepass auf den Namen Heiner Brand besorgt, damit er seinen Schnurrbart behalten kann.

  10. 9.12.2007 | 20:10

    und:

    Nee das stimmt schon, denn die Flüge gehen eh fast alle über Berlin.

    Und wenn dann die Millionen von der NYT angelockten Touristen in Berlin aufschlagen, werden die Berliner einfach die Start-Erlaubnis der Maschinen nach Sylt widerrufen (aus Sicherheitsgründen, natürlich). Und die Touris müssen in Berlin Urlaub machen. Clever.

  11. Buenavista
    9.12.2007 | 20:13

    Da einzigen Ausländer auf Sylt sind Dänen, die sich im Hafen von List mit billigem Bier zudröhnen

  12. Buenavista
    9.12.2007 | 20:18

    Was “beer gardens” sind hat das automatische Link System der NYT wohl auch nicht überrissen

  13. Die Stimme aus dem Off
    10.12.2007 | 8:12

    Mal im Ernst: Gibt es eigentlich so etwas wie eine deutsche Destination? Sylt ist natürlich lange schon nicht mehr angesagt und München wird ja auch irgendwann langweilig. Sylt ist dann auch ein Ziel, das ich nie besucht haben werde wenn ich dem Fährmann die Münze gebe. Was soll es…

    Ich vermute mal, dass DAS neue deutsche Ziel irgendwo an der Ostsee liegt. Landschaftlich unendlich schön und man kann langsam aber stetig auch eine Steigerung der Immobilienpreise in einigen Orten beobachten.

    Bei meinen Freunden in England ist und wird aber das Rheinland wohl auf die nächsten Jahre die unangefochtene Destination bleiben. Vor einigen Jahrzehnten sollen sich ja viele Briten im Rheinland niedergelassen haben und damit eine gewisse Prägung im Mutterland hinterlassen haben (Ich meine nicht die Rheinarmee). Das weiß ich aber nur gerüchteweise und könnte das jetzt nicht belegen. Aufgefallen ist mir aber, dass die Briten schnell anfangen vom Rheinland zu schwärmen.

  14. 10.12.2007 | 10:01

    Das kann ich nur bestätigen. Die Briten, die regelmäßig alle zwei Jahre aus unserer Partnerstadt für ein paar Tage hierher kommen, haben sich komplett in Königswinter verliebt – und erzählen mir auch, dass der Ort zumindest in Südengland auch ansonsten sehr bekannt ist.

  15. 10.12.2007 | 10:43

    SadO,

    Mal im Ernst: Gibt es eigentlich so etwas wie eine deutsche Destination?

    Bevor ich mich wegen anti-deutscher Umtriebe einem der intern sehr beliebten Rayson’schen Schauprozesse stellen muss, möchte ich darauf hinweisen, dass Du die Antwort ja später selbst gibst: die Ostsee hat schon was. (Die Werbung für die neuen Bundesländer überlasse ich unserem Regionalbeauftragten Ost).

    Warum übrigens Briten den besonders alten Teil Düsseldorfs mögen, kann ich mir schon vorstellen.

  16. Buenavista
    10.12.2007 | 12:23

    Berlin gilt im Ausland als ziemlich “hip” (m.E. übertrieben).
    Schöne Destinationen gibt es aber mehr als genug. Es sind aber eher stille, vom Bayrischen Wald über die Schwäbische Alb bis nach Hiddensee oder Darss.

    Sylt ist, vom Promi-Alptraum Kampen abgesehen, durchaus schön und im Winter enorm erholsam.

    Man kriegt den Kopf dort herrlich frei

  17. 11.12.2007 | 21:26

    möchte mal wissen, was da in die Leute gefahren ist, als sie das verfasst haben. München und Sylt? …uber-lame, dude!

    …zum Glück liegt NYT Travel nicht immer so komplett daneben. “36 Hours in Berlin” ist zwar schon über ein Jahr alt, aber immer noch nicht unaktuell.

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