1. Dezember 2007
Schmiergeld macht glücklich
Schmiergeld bei Pisa – Schüler bekamen 50 Dollar
(…) Die Wissenschaftler des Pisa-Konsortiums, das für den Ablauf der Tests in Deutschland verantwortlich ist, zeigten sich entsetzt. (…)
(…) “Denkbar ist, dass eine Verschiebung von der durchschnittlichen Leistung zur Bestleistung erfolgt”, heißt es in dem Papier mit dem Titel “Bewertende Stellungnahme zu den Maßnahmen zur Steigerung der Rücklaufquoten”. (…)
Im Duden ist Schmiergeld folgendermaßen definiert:
Schmier|geld, das (ugs. abwertend): Bestechungsgeld: -er [be]zahlen, nehmen.
Auch wenn ich mal nicht so beckmesserisch sein und die strafrechtliche Definition der Bestechung zugrundelegen will, so ist auch nach der umgangssprachlichen Verwendung des Wortes, wonach es irgendein Entscheidungsträger (und eben nicht ein Amtsträger oder Bundeswehrsoldat) sein kann, der durch eine Leistung dazu gebracht wird, die für die Entscheidung festgelegten Grundsätze nicht zu beachten, so ist das Setzen eines Anreizes im vorliegenden Fall vielleicht Wettbewerbsverzerrung, aber gewiß keine Bestechung.
Und die “Befürchtung” der Wissenschaftler ist auch interessant: Obwohl die Schüler ja das Geld (oder im Falle von Slowenien sogar (Schul-)Freiheit) für die Teilnahme und nicht für das Erreichen eines bestimmten Testergebnisses erhalten haben, wird “befürchtet”, dass sich dadurch auch ihre Leistungen verbesserten. Shocking, ist es nicht?.
Verfasst von Marian Wirth um 18:59 Uhr in der Kategorie Bildungspolitik, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)
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