Idioten aufs Maul?

In der Nachbarschaft ist zu lesen, dass der Betreiber eines am rechten, unappetitlichen Rand der Blogosphäre zu verortenden Blogs nach eigenen Angaben persönlich im privaten Umfeld bedroht wurde.

Nun kann ich nicht abschätzen, in wieweit diese Nachricht glaubwürdig ist oder ob es sich nicht doch lediglich um eine PR-trächtige Selbstinszenierung handelt. Falls es aber stimmt, dass Herr H. bedroht wird, hat er meine Solidarität. Niemand sollte für Gesagtes mit Gewalt bedroht werden.
Unabhängig davon, ob ich parallel der Meinung bin, dass das Risiko vielleicht selbstverschuldet erhöht wurde. In dem der Betroffene sich selbst in einen Sumpf fremdenfeindlicher, niveauloser und sprachlich gewalttätiger Kommentatoren begeben hat.

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94 Kommentare zu “Idioten aufs Maul?”

  1. 23.10.2007 | 17:30

    Zu den unschönsten und ekelhaftesten Angewohnheiten der politischen Blogosphäre gehört es ohnehin (egal ob links oder rechts, uben oder onten) “den Feind” ständig identifizieren zu müssen. Also schön Anspielungen einbauen, dass man weiß wo der Andere wohnt, wie seine Familiensituation ist, blablabla… oder gleich direkt den Klarnamen und die Anschrift öffentlich machen oder gezielt in Antworten einbauen, nur um ein Angstgefühl zu erschaffen. Was inzwischen leider fast schon als Standard zu gelten scheint.

  2. 23.10.2007 | 17:31

    In dem besagten Fall hat sich der Betroffene ja von Anfang an unter seinem echten Namen präsentiert.

  3. 23.10.2007 | 17:34

    Boche,

    wenn ich mich in dieser Sache mit jemandem solidarisch erklären sollte, dann mit Stefan Niggemeier.

    1. Sachverhalt

    Ein Mann mit süddeutschem Akzent (Hessen gehört für mich zu Süddeutschland, und warum allein der Akzent auf eine nicht-deutsche Herkunft oder Staatsangehörigkeit schliessen lassen soll, ist für mich nicht nachvollziehbar) ruft Herrn H. morgens um 7 Uhr mehrfach auf dem Handy an. Der erste dieser Anrufe wird entgegengenommen:

    “Ist da Stefan Herre?”
    - “Ja, warum?”
    - “Ich stehe vor deiner Tür. Ich hab ein rotes Auto. Komm raus.”
    - “Wieso sollte ich?”
    - “Es wird Zeit für dich…” Ich lege auf.

    Das ist der ganze Sachverhalt, wie er uns bekannt ist. Ich habe keinerlei Anlass, anzunehmen, dass das die ganze Wahrheit ist. Ich weiß noch nichteinmal, ob es den Anruf gegeben hat. Herr H. äußert sich nicht darüber, ob er die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. Herr H. äußert sich auch nicht darüber, ob die Angaben des angeblichen Anrufers (rotes Auto, vor der Tür stehen) der Wahrheit entsprachen.

    Mindestens zwei Blogger (Wilhem Entenmann von schoggo-tv und Wolfgang Osinski vom Düsseldorf-Blog bezeichnen nun den Satz “Es wird Zeit für Dich…” als Morddrohung. Und beide sehen den Anlass für diese “Morddrohung” in einem Artikel von Stefan Niggemeier in der FAS von gestern. Und Stefanie Galla schreibt in dem oben von Dir verlinkten Eintrag:

    Ob man die Ansichten von Herrn H[...] teilt, ist ohne Belang.

    Ohne Belang … für was ohne Belang? Für staatlichen Beistand? Es gibt ja noch nichtmal Anhaltspunkte dafür, dass er diesen überhaupt begehrt hat.

    Dafür, dass er seine Meinung sagen darf? Solange sie auf dem Boden des GG ist, darf er sie selbstverständlich sagen. Das ist sie m.E. nicht immer. Und dann wird es etwas kniffliger. Selbst dann gibt es keine Rechtfertigung dafür, ihn auf dem Handy anzurufen (egal, wann) und ihn zu bedrohen (egal womit).

    Dafür, dass er selbst Fotos von Wuppertaler Schwebebahn-Insassen ins Netz stellt, um sie der Lächerlichkeit Preis zu geben?

    Dafür, dass immer wieder im Kommentarbereich seines Blogs Drohungen gegen Andersdenkende ausgestoßen werden, die mindestens so spezifisch sind, wie die, die er selbst empfangen haben will?

    Herr H. selbst ergeht sich – wie in allen Texten, die ich von ihm gelesen habe – in wüsten Beschimpfungen (nicht nur von Personen, sondern auch für Ansichten, die ich teile) und vergleicht sich mit Pim Fortuyn und Ayaan Hirsi Ali.

    Hallo? Geht’s noch?

  4. stefanolix
    23.10.2007 | 17:51

    Die PI-Artikel und PI-Kommentare sind mit dem liberalen Bild einer pluralistischen, geistig freien und offenen Gesellschaft nicht vereinbar. Die Häme gegen Homosexuelle und das undifferenzierte Eindreschen auf alle Muslime sind völlig inakzeptabel. Im verlinkten Artikel ist zu lesen:

    Ebenso wie bei Günther Wallraff wird auch hier wieder einfach nur zur Kenntnis genommen, dass ein weiterer Islamkritiker bedroht wird.

    Herr Herre nutzt die Möglichkeiten der Meinungsfreiheit aus. Es ist unakzeptabel, wenn der PI-Betreiber dafür körperlich bedroht wird und die Täter müssen verfolgt werden. Deshalb muss man aber Herrn Herre (und seine Kommentatoren) nicht gleich zu Islamkritikern erheben. Dumpfe Ressentiments und peinliche Pöbeleien sind noch lange keine Kritik.

  5. 23.10.2007 | 17:51

    @Boche:

    In dem besagten Fall hat sich der Betroffene ja von Anfang an unter seinem echten Namen präsentiert.

    In meinem Blog steht auch mein voller Name und meine Adresse im Impressum. Trotzdem würde ich nicht wollen, dass jemand in anderen Blogs in den Kommentaren von “der politischen Meinung von Björn W., wohnhaft in D.” schreibt.

    Sobald sowas mit in die Kommentare einfließt ist das für mich immer eine implizierte Drohung. Oder wenn über besagten H. als “der Religionslehrer aus X” geschrieben wird, dann ist das für mich schlechter Stil. Dafür gibt es keine Notwendigkeit, außer zu zeigen: Ich weiß wer du bist, ich weiß wo du wohnst.

    @Marian:

    Dass PI und seine Kommentarsektion unterste Schublade sind, darüber wird wohl kaum jemand mit dir diskutieren. Aber ich würde beispielsweise die letzte Aussage auch als Drohung auffassen, würde sie mir von einer anonymen Person am Telefon so kundgetan.

  6. stefanolix
    23.10.2007 | 17:57

    Ich habe den Artikel hier vor mir liegen (im F.A.S.-Feuilleton auf der Medienseite). Er ist natürlich eher zur Meinung als zur Information zu zählen und insofern nicht völlig ausgewogen. Aber Stefan Niggemeier lässt Herrn Herre zu Wort kommen und gibt darüber hinaus die PI-Inhalte in ziemlich objektiver Weise wieder. Nie im Leben ist das ein Anlass für eine Morddrohung.

  7. 23.10.2007 | 18:08

    Björn,

    Aber ich würde beispielsweise die letzte Aussage auch als Drohung auffassen, würde sie mir von einer anonymen Person am Telefon so kundgetan.

    Welche letzte Aussage meinst Du? “Es wird Zeit für dich…” ist eine Drohung. Das beinhaltet mein Satz:

    Selbst dann gibt es keine Rechtfertigung dafür, ihn auf dem Handy anzurufen (egal, wann) und ihn zu bedrohen (egal womit).

    Eine Morddrohung vermag ich allerdings nicht zu erkennen.

  8. 23.10.2007 | 18:18

    Nicht expressis verbis, wohl war. Aber ich verstehe wie man aus “Es wird Zeit für dich…” eine Morddrohung heraushören kann. Ich würde, von mir selbst ausgehend, das als Morddrohung auffassen.

  9. stefanolix
    23.10.2007 | 18:19

    Als Drohung mit körperlicher Gewalt kann man es jedenfalls betrachten.

    Ich habe gerade mal per Google auf »PI« nach Schlagworten aus Stefan Niggemeiers Artikel gesucht. Es ist erschreckend, dass er sich nicht etwa auf temporäre und längst gelöschte Kommentare bezieht, sondern das dieser Unsinn dort immer noch steht.

  10. 23.10.2007 | 18:31

    stefanolix,

    gibt es irgendeinen Anhaltspunkt in der Sachverhaltsschilderung von S.H., der überhaupt einen Rückschluss darauf zulässt, dass PI oder der Artikel von Stefan Niggemeier mit dem Anruf in Verbindung steht? (ich werde jetzt nicht nochmal die PI-Seite aufsuchen, aber so weit ich mich erinnere, behauptet S.H. selbst das nicht).

    Wenn man die inhaltlichen Überschneidungen bedenkt, finde ich kewils Blog-Eintrag auf Fakten und Fiktionen übrigens noch am besten von allen, die ich bis jetzt gelesen habe. Er schreibt nur von “Drohung” und verzichtet auf Solidaritätserklärungen und auf Ausführungen zur Meinungsfreiheit.

  11. 23.10.2007 | 18:34

    Björn,

    mir ist der Sachverhalt zu dünn und der Kontext zu wenig bekannt, um das als “Morddrohung im Zusammenhang mit PI und hervorgerufen durch den FAS-Artikel von Stefan Niggemeier” einzustufen. Vielleicht steckt ja auch eine “real life” – Vorgeschichte dahinter?

    Damit, dass Du zu einer anderen Einschätzung kommst, habe ich kein Problem. So, let’s agree to disagree. Einverstanden?

  12. 23.10.2007 | 18:47

    Ich gebe Björn Recht. Dieser Anspielungsstil ist allerdings auch hilfreich: Man kann sich die Lektüre von Blogs sparen, die ihn verwenden.

    Es gibt noch eine andere Unsitte der Blogosphäre: den Versuch, aus kleinen, stechenden Insekten große, graue Dickhäuter zu erzeugen. Ob es nun um den politischen oder den persönlichen Inhalt von Aussagen geht, gezahlt wird kaum mit der kleinen Münze, sondern bevorugt mit den dicken Scheinen. Verschwörungstheorien und Verfolgungswahn gehören wie selbstverständlich dazu – wenn ich mir überlege, aus was für Aussagen schon alles “Morddrohungen” gebastelt wurden, würde es mich nicht mehr wundern, wenn ein “Wie geht es dir?” auch irgendwann mal dazu zählen wird.

    Aber gut, man kann dieses Telefonat als Drohung sehen oder wahrscheinlicher noch: als Einschüchterungsversuch.

    Andererseits: Willkommen in der Wirklichkeit! Da will einer populär werden und feiert jeden Schritt auf dem Weg dahin. Vielleicht hätte er vorher mal ein paar Promis fragen sollen, welche Art von Bewunderern das alles so mit sich bringt. Es gibt eben nicht nur die bedingungslos ihm huldigenden Bewunderer in der Kommentarsektion, sondern auch deren Gegenpart mit den weniger guten Absichten. Und die kann er, im Gegensatz zu kritischen Kommentaren, nicht löschen. A propos: Dass die Hetzkommentare nur deshalb dort auftauchen, weil die armen Blogbetreiber keine Zeit haben zu moderieren, wird und wurde schon dadurch ad absurdum geführt, dass kritische Kommentare dort sehr schnell zu verschwinden pflegen.

    Wer selbst gerne Personen in einer Art angreift, die mit “übler Nachrede” nur unzureichend wiedergegeben wäre, und wer verunglimpfende und herabsetzende Kommentare billigend duldet, ist für mich nicht jemand, der auf der Liste der solidaritätsbedürftigen Personen ganz oben steht.

    Und so lange die “Drohung” auf der Skala der zu verachtenden Taten für mich noch unterhalb des Fehlverhaltens des Bedrohten einzuordnen ist, würde ich ihn noch nicht einmal raufsetzen auf diese Liste.

    Dass dieses Telefonat jetzt auch noch dazu dienen soll, Niggemeier von hinten durch die Brust ins Auge zu treffen, ist übrigens oberpeinlich. Die Art, wie man sich selbst als Opfer stilisiert, auch. Es fällt schwer, darin nicht einen Versuch zu sehen, die blogosphärisch leicht zu erzeugende Hysterie für Werbezwecke auszunutzen.

  13. 23.10.2007 | 18:54

    Wie wäre es mit Abwarten und Tee trinken?

  14. 23.10.2007 | 19:00

    Dirk,

    Wie wäre es mit Abwarten und Tee trinken?

    Das hätte ich Boche um 16:21 Uhr gerne geraten :-/

  15. 23.10.2007 | 19:05

    @Marian:

    So, let’s agree to disagree. Einverstanden?

    Gerne, mit einer Klarstellung: Die Idee dass Stefan Niggemeiers Artikel den Anruf initiiert, verschuldet oder was auch immer hat, die habe ich bisher nicht geäußert und die würde ich auch nicht äußern. Die halte ich nämlich persönlich auch für Bullshit.

  16. 23.10.2007 | 19:21

    Björn,

    Die Idee dass Stefan Niggemeiers Artikel den Anruf initiiert, verschuldet oder was auch immer hat

    Dass ich in meinem vorherigen Kommentar insinuiert habe, dass das Deine Ansicht sei, ist mir auch aufgefallen. Aber ich habe dann darauf vertraut, dass Du darauf eingehen wirst. Ich bitte um Entschuldigung.

  17. 23.10.2007 | 19:32

    Kein Grund sich zu entschuldigen, hab’s dir nicht übel genommen.

  18. Markus Oliver
    23.10.2007 | 20:32

    Ich finde es erschreckend wie wenig liberal Liberale sind, wenn jemand eine andere Meinung hat als sie.

    1. Was Herre für Ansichten hat, ist irrelevant für diese Sache. Alle Argumente diesbezüglich werte ich als bewiesene Charakterschwäche. Meinung ist Meinung. Und ob etwas auf dem Boden des Grundgesetzes steht entscheidet in Deutschland alleine das Bundesverfassungsgericht, nicht ein paar naive Blogger.

    2. Wer glaubt, dass das keine Drohung ist möge mal seine Telefonnummer und Anschrift veröffentlichen. Ich werde darauf zurückkommen. Glaubt mir, es ist ein beschissenes Gefühl nicht zu wissen, ob man den Schritt vor die Tür überlebt.

    Es ist ausgesprochen beschissen ständig andere Wege nach Hause zu nehmen. Es ist wahnsinnig belastend sein gesamtes persönliches Umfeld auf seine Lage auszurichten. Man muss auf jede Kleinigkeit achten und sieht ständig Geister. Kleinigkeiten werden extrem wichtig (so achtet man z.B. darauf, die Fahrzeuginnenbeleuchtung ständig ausgeschaltet zu haben, um beim Einstieg in den Pkw kein gut ausgeleuchtetes Ziel abzugeben. Man hat einen Horror vor Briefen ohne Absender. Fußmatten werden taktische Gegenstände. Die Armbanduhr wird das wichtigste Utensil, man lebt ununterbrochen mit einem Zeiger im Kopf. Alle Abläufe werden zeitlich erfasst).

    Mit einem normalen Leben hat so etwas nichts mehr zu tun. Und ich hatte den Vorteil, dass meine Anschrift NICHT bekannt war. Ich möchte gar nicht wissen wie es ist wenn das eigene Haus zur Falle werden kann.

    3. Was ich nie verstanden habe ist, dass der Herre seine Anschrift ins Impressum gesetzt hat. Da hätte es Alternativen gegeben. Natürlich diente das auch der Profilierung, aber auch das ist sein gutes Recht.

    Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen einmal vorbehaltlos Größe gegenüber dem Andersdenkenden zu beweisen.

  19. 23.10.2007 | 20:43

    @Marian

    Stefan Niggemeier war doch gar nicht mein Thema. Irgendwelche Vorwürfe, irgendein Artikel von ihm (den ich nicht einmal kenne) hätte diese Sache verursacht habe ich mir auch nicht zu eigen gemacht.

    Über den Betroffenen Herrn H. und sein bloggerisches Wirken habe ich, denke ich, auch klar meine Meinung geäußert. Auch, dass er eventuell erntet, was er mit Hass gesät hat (was aber meiner Meinung nach keine Entschuldigung für mögliche Drohungen oder mehr sein kann).
    Und auch meine Zweifel, die Glaubwürdigkeit der Geschichte betreffend, habe ich erwähnt.

    Ob die Drohung nun direkt als Morddrohung verstanden werden kann oder muss oder “nur” als Drohung mit Prügel (wie der von mir gewählte Titel ja eher unterstellen würde) – ehrlich gesagt halte ich das für meine Aussage nicht wirklich von Belang.

    Kurzum: Ich weiß nicht recht, was du an meinem Beitrag eigentlich kritisierst. Irgendwie beziehst du dich auf x Dinge, von denen ich nichts geschrieben habe.

  20. 23.10.2007 | 20:49

    @MO

    Welche Meinung der Betroffene hat, spielt tatsächlich keine Rolle. Hier hat sich auch keiner darauf bezogen.

    Und dass Leute anonym bleiben wollen, hat mit der Frage, ob es sich bei der angeblichen Drohung tatsächlich um eine gehandelt (eine “Morddrohung” gar) hat, ebenfalls überhaupt nichts zu tun.

    Deine Logik entgeht mir.

  21. 23.10.2007 | 20:53

    Btw: Wenn mir jemand für jede Formulierung, in der sich jemand genötigt sieht, einem von uns zu erklären, welche Meinung oder Haltung zu irgendeiner Sache die einzige einem Liberalen würdige sei, einen Euro geben würde, bräuchte ich bald nicht mehr zu arbeiten…

  22. 23.10.2007 | 20:57

    @ Marian Wirth

    Bei PI stand ausdrücklich das die Bedrohung sehr wahrscheinlich von Deutschen ausgeht. Eben wegen dem deutschen Akzent. Lesen ohne Vorurteil ist ein schwere Sache. Aber erklären Sie mir doch bitte mal, warum man mit jemandem der Stefan Niggemeier heißt solidarisch sein soll, wenn jemand der Stefan Herre heißt bedroht wird?

    Herr H. selbst ergeht sich – wie in allen Texten, die ich von ihm gelesen habe – in wüsten Beschimpfungen (nicht nur von Personen, sondern auch für Ansichten, die ich teile) und vergleicht sich mit Pim Fortuyn und Ayaan Hirsi Ali.

    Das ist völlig frei erfunden und auch nicht zu belegen. Da frag ich auch gerne mal: Hallo geht’s noch?

  23. Markus Oliver
    23.10.2007 | 21:02

    Man kann Morddrohungen sehr subtill rüberbringen. Willst Du einen Test wagen? Du könntest ja mal probehalber eine Meinung bei PI vertreten (Gastbeitrag), die gar nicht Deine ist. Und dann Deine Anschrift veröffentlichen.
    Wir werden dann schon sehen, wie schnell eine Morddrohung als solche interpretiert werden kann.

    Da Du schon glaubst das Herre sich diese Sache ausgedacht haben kann, gehst Du offensichtlich von keiner Bedrohung nach solchen Artikeln aus. Na dann: Auf auf!

    Das mit dem Beziehen auf die Meinung ist immer so eine Sache. Im Allgemeinen läuft es eigentlich so ab, dass man erst einmal das Verachtenswerte dieser Meinung hervorhebt. Erst danach traut man sich für die dann sog. Meinungsfreiheit zu streiten.

    Mich kotzt das ehrlich gesagt ziemlich an. Das riecht stark nach einem Distanzierungswettrennen. Angebracht wäre aber eine klare und vorbehaltlose Stellungnahme auf der Seite der Meinungsfreiheit.

  24. Markus Oliver
    23.10.2007 | 21:05

    und das hier:
    “Btw: Wenn mir jemand für jede Formulierung, in der sich jemand genötigt sieht, einem von uns zu erklären, welche Meinung oder Haltung zu irgendeiner Sache die einzige einem Liberalen würdige sei, einen Euro geben würde, bräuchte ich bald nicht mehr zu arbeiten…”

    …kann ja wohl nicht ernstgemeint sein.

  25. 23.10.2007 | 21:06

    @ Boche

    Nun ja, Solidarität geht anders. Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Wenn man keine Formulierung hinkriegt, die nicht gleichzeitig klammheimliche Freude mitschwingen lässt, sollte man es doch in solch ernsten Fällen einfach unterlassen sich zu äußern oder zumindest darauf verzichten anzudeuten, daß dem fiesen Kerl eigentlich alles (was da auch kommen mag) zurecht geschieht.

  26. 23.10.2007 | 21:07

    @Luclog

    Klammheimliche Freude? Na, da antworte ich mal mit deinen Worten: Hallo geht’s noch?

  27. 23.10.2007 | 21:09

    Abgesehen davon ist es mir zuwider, mir sagen zu lassen, wie ich Solidarität zu äußern habe.

  28. stefanolix
    23.10.2007 | 21:13

    @Markus: Eine »klare und vorbehaltlose Stellungnahme auf der Seite der Meinungsfreiheit« ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite nutze ich im Rahmen meiner Meinungsfreiheit, um meine Meinung zu PI darauf zu prägen.

  29. 23.10.2007 | 21:14

    Und noch was anderes, ich halte die Idee, daß Stefan Herre zartbesaitet ist, und ein weinerlich ängstlicher Typ, der gerne übertreibt für ziemlich bizarr. Auch die Idee, daß es sich hier um Taktik zwecks Quotensteigerung handelt, kommt wahrscheinlich nur Leuten in den Sinn, die selber eine merkwürdige Vorstellung von Taktik haben, und vor denen man sich im “Real-Live” hüten sollte.

  30. 23.10.2007 | 21:23

    Markus Oliver,

    Und ob etwas auf dem Boden des Grundgesetzes steht entscheidet in Deutschland alleine das Bundesverfassungsgericht, nicht ein paar naive Blogger.

    Nö. Für die Frage, ob ich mich mit jemandem solidarisiere, entscheide ich diese Frage allein. Und jemand, der nach meiner Auffassung in dem von ihm betriebenen Blog Meinungen äußert, die nicht mit dem GG vereinbar sind und der anderen die Möglichkeit bietet, Meinungen zu äußern, die ich nicht nur für verfassungsfeindlich, sondern für strafwürdig halte, ist für mich weder solidaritätsfähig noch solidaritätsbedürftig.

    Dass ich ihm meine Solidarität versage, bedeutet nicht, dass ich eine Bedrohung wie im vorliegenden Fall für akzeptabel und für nicht verfolgbar halte – im Gegenteil. Aber diese Verfolgung sollte vom Staat ausgehen, auf Veranlassung des Opfers oder auf Veranlassung Dritter, die von der Bedrohung Kenntnis erlangt haben. Bisher habe ich keine Erkenntnisse, dass im vorliegenden Fall das Opfer um Unterstützung durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft nachgesucht hat.

    Im übrigen würde der betroffene Blogger von einem Dhimmi-Weichei wie mir ohnehin keine Solidaritätsbekundung entgegen nehmen.

    Wer glaubt, dass das keine Drohung ist möge mal seine Telefonnummer und Anschrift veröffentlichen.

    An wen richtet sich diese Aussage? Bisher haben ausnahmslos alle Kommentatoren das Verhalten des Anrufers als Drohung qualifiziert und als solches verurteilt.

    Was ich nie verstanden habe ist, dass der Herre seine Anschrift ins Impressum gesetzt hat. Da hätte es Alternativen gegeben.

    Dass der Anruf überhaupt etwas mit dem Blog zu tun hatte, ist nicht erwiesen.

    Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen einmal vorbehaltlos Größe gegenüber dem Andersdenkenden zu beweisen.

    Ich verstehe immer weniger, was dieser Fall mit der Meinungsfreiheit zu tun haben soll. Die Bedrohung eines anderen Menschen wird doch nicht erst dadurch hinnehmbar, dass dieser zuvor durch seine Meinungsäußerung den Anlass dazu gesetzt hat. Wäre die Bedrohung einer Strick-Bloggerin oder eines Bloggers, der nur über Ubuntu bloggt akzeptabel? Für mich nicht.

    Rayson,

    Welche Meinung der Betroffene hat, spielt tatsächlich keine Rolle. Hier hat sich auch keiner darauf bezogen.

    Doch. Ich. Siehe oben.

  31. 23.10.2007 | 21:25

    @ Boche

    So ist das nun mal in einer Diskussion( Auch wenn das hier keine sein soll, es sind ja keine anderen Meinungen zugelassen), man muss auch ertragen interpretiert zu werden. Und da gehört es immer auch dazu, genau zwischen den Zeilen zu lesen. Der Ton macht hier die Musik. Sei froh, ich werf Dir ja nicht mal die Meinungen Deiner Kommentatoren vor, wie Du es bei Stefan Herre machst. Und wenn es auf einer Seite erstmal viele Kommentare gibt, was da dann alles zusammenkommt – auf die Art wird selbst der Spiegel zum Naziblatt.

  32. 23.10.2007 | 21:38

    @Lucloc:

    Sei froh, ich werf Dir ja nicht mal die Meinungen Deiner Kommentatoren vor, wie Du es bei Stefan Herre machst.

    Wieso? Kannst du doch ohne weiteres machen, zumindest wenn du deinen eigenen Ausführungen folgst: Weil hier alles gleichgeschaltet ist und “keine anderen Meinungen zugelassen” sind müssen ja alle unsere Meinungen (Raysons, Marians, Marcus Olivers, Luclocs, meine) automatisch auch die Meinung von Boche sein. Darum kannst du Boche auch unsere Meinungen vorwerfen.

    Wir sind Boche, wie die ZEITUNG titeln würde.

  33. stefanolix
    23.10.2007 | 21:41

    @Luclog: Kommentare und Kommentatoren »wie bei Stefan Herre« fliegen hier zu Recht achtkantig raus. Und es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen PI und den SPON-Foren: bei »PI« heizen die Autoren nämlich genau das an, was dann herauskommt.

  34. 23.10.2007 | 21:46

    @MO

    Von diesen “subtilen Morddrohungen” wimmelt es in der Blogosphäre. Ich wage die Behauptung, dass es sich in keinem der mir bekannten Fälle je wirklich um eine gehandelt hat.

    Es gibt übrigens genug andere Gründe, seine Daten nicht zu publizieren.

    Da Du schon glaubst das Herre sich diese Sache ausgedacht haben kann

    Und du hältst das für unmöglich? Egal – ich habe nirgendwo gesagt, dass er sich das ausgedacht hat. Was für eine Art Diskussion führst du eigentlich?

    gehst Du offensichtlich von keiner Bedrohung nach solchen Artikeln aus.

    Selbst wenn die Ausgangsthese gestimmt hätte, wäre diese Logik eine krause. Aber was sind eigentlich “solche Artikel”?

    Und nochmal: Es geht (zumindest mir) nicht um “Meinungen”, sondern um Beiträge und geduldete Kommentare, die wenig Respekt für die Menschenwürde erkennen lassen. Das wiederum kotzt mich an, und deswegen suche ich mir lieber andere für Solidaritätsadressen.

  35. 23.10.2007 | 21:49

    @Marian

    Ok, du hältst die Meinungen für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Aber sind das denn die Meinungen oder nicht eher die Art und Weise, wie sie vertreten werden?

  36. 23.10.2007 | 21:50

    Luclog, der unfehlbare Exeget, der Boche besser interpretieren kann als dieser selbst. Großes Tennis.

  37. 23.10.2007 | 21:55

    Und noch was anderes, ich halte die Idee, daß Stefan Herre zartbesaitet ist, und ein weinerlich ängstlicher Typ, der gerne übertreibt für ziemlich bizarr.

    Jetzt fehlt nur noch einer, der sie äußert.

    Auch die Idee, daß es sich hier um Taktik zwecks Quotensteigerung handelt, kommt wahrscheinlich nur Leuten in den Sinn, die selber eine merkwürdige Vorstellung von Taktik haben, und vor denen man sich im “Real-Live” hüten sollte.

    Natürlich. Sowas hat es nie gegeben und wird es nie geben. Wie kann man nur auf die Idee kommen. Verwerflich, einfach verwerflich.

  38. 23.10.2007 | 22:05

    Luclog,

    Bei PI stand ausdrücklich das die Bedrohung sehr wahrscheinlich von Deutschen ausgeht. Eben wegen dem deutschen Akzent. Lesen ohne Vorurteil ist ein schwere Sache.

    Schreiben ohne Vorurteile offenbar auch. Wer aus dem Umstand, dass jemand Deutsch mit süddeutschem oder hessischem Akzent spricht, auf dessen Staatsangehörigkeit und/oder Herkunft schließt, offenbart m.E. Vorurteile. Ich z.B. kenne eine Russin, die akzentfrei Deutsch mit schwäbischer Sprachfärbung spricht und einen Bosnier, der aktzentfrei Deutsch mit oberbergischer Sprachfärbung spricht. Wie jemand Deutsch spricht, liefert allenfalls Anhaltspunkte dafür, in welcher Umgebung er Deutsch gelernt hat, mehr nicht.

    Aber erklären Sie mir doch bitte mal, warum man mit jemandem der Stefan Niggemeier heißt solidarisch sein soll, wenn jemand der Stefan Herre heißt bedroht wird?

    Warum ich mich mit Stefan Herre nicht solidarisiere, habe ich in meinem vorigen Kommentar erläutert. Meine Solidaritätsbekundung gegenüber Stefan Niggemeier bezieht sich darauf, dass ich den von mindestens zwei Bloggern in jeweils eigenen Einträgen erhobenen Vorwurf, sein Artikel in der FAS hätte auch nur das Geringste mit der Bedrohung von Stefan Herre zu tun, für verwerflich halte.

    Das ist völlig frei erfunden und auch nicht zu belegen. Da frag ich auch gerne mal: Hallo geht’s noch?

    Ja, es geht noch. Ich ersetze das Zitat:

    Herr H. selbst ergeht sich – wie in allen Texten, die ich von ihm gelesen habe – in wüsten Beschimpfungen (nicht nur von Personen, sondern auch für Ansichten, die ich teile) und vergleicht sich mit Pim Fortuyn und Ayaan Hirsi Ali.

    durch:

    Der Text, unterzeichnet mit “Ihr PI-Team”, ist durchsetzt mit wüsten Beschimpfungen, wie z.B. “kulturell-rassistische Doktrin” oder “‘Neorassismus’ vorwiegend linksgrüner Prägung” und in der Wendung “Das Schicksal Pim Fortuyns ist uns eine Warnung. [Absatz] Die Drohung gestern morgen gegen Stefan Herre war zu erwarten” vergleicht “PI-Team” Stefan Herre mit Pim Fortuyn.

    und gestehe somit ein, einen Text des “PI-Team” als einen Text von Stefan Herre fehlbezeichnet zu haben.

  39. 23.10.2007 | 22:09

    @Luclog

    es sind ja keine anderen Meinungen zugelassen

    Kannst du den Quatsch, den du von dir gibst, auch irgendwie begründen?
    (Rhetorische Frage. Denn Quatsch lässt sich natürlich schwer begründen.)

    @Rayson

    deswegen suche ich mir lieber andere für Solidaritätsadressen

    Mmh. Gesucht habe ich mir niemanden.

    Natürlich. Sowas hat es nie gegeben und wird es nie geben. Wie kann man nur auf die Idee kommen. Verwerflich, einfach verwerflich.

    Wie kommt es, dass ich diese Worte im Tonfall eines gerade über den Bildschirm flimmernden britischen Schauspielers ( bzw. dessen Synchronisators) in meinem geistigen Gehör habe? ;-)

  40. Markus Oliver
    23.10.2007 | 22:10

    “solche Artikel” sind solche, die offen islamkritisch sind.

    “Und nochmal: Es geht (zumindest mir) nicht um “Meinungen”, sondern um Beiträge und geduldete Kommentare, die wenig Respekt für die Menschenwürde erkennen lassen. ”

    Menschenwürde? Wo verletzt Herre die denn bitte? Selbst die härtesten Artikel verletzen die Menschenwürde noch nicht, ich habe jedenfalls noch nichts finden können.
    Er ist für eine Einschränkung der Religionsfreiheit und sicher auch des Baurechts (Moscheebau), aber das verletzt noch lange nicht die Menschenwürde.

    Hier werden Grundwerte völlig neu definiert. Die willkürliche Neufestlegung von Grundrechten ist kein geeigneter Weg eine freie Debatte zu bekommen. Irgendwann werdet nämlich auch ihr sog. bissigen Liberalen außerhalb der willkürlich gezogenen Grenzen liegen.

    Das erinnert mich ein wenig an Lafontaine, mit seinem “Grundrecht auf soziale Gerechtigkeit.”

  41. 23.10.2007 | 22:11

    Rayson,

    Aber sind das denn die Meinungen oder nicht eher die Art und Weise, wie sie vertreten werden?

    In der Art und Weise ist Herr Herre, vor allem, wenn er sich gegenüber Journalisten äußert, eher moderat.

  42. 23.10.2007 | 22:32

    @MO

    Ob und wo Monsieur Herre in seinen Beiträgen persönlich mangelnden Respekt vor der Menschenwürde hat erkennen lassen, kann ich jetzt nicht ergründen. Aber dass auf seinem Blog Beiträge und Kommentare erscheinen und auch stehen bleiben, in denen das der Fall ist, ist offensichtlich und schon oft genug belegt worden.

    Wenn, um das festzustellen, für dich eine Neudefinition von Grundwerten nötig ist, dann nehme ich das erstaunt zur Kenntnis.

  43. 23.10.2007 | 22:33

    @Marian

    In den Interviews äußert er dann aber auch keine grundgesetzwidrigen Meinungen.

  44. 23.10.2007 | 22:59

    @Rayson

    Egal – ich habe nirgendwo gesagt, dass er sich das ausgedacht hat. Das stimmt nicht ganz. Im Deinem ersten Kommentar schriebst Du:

    Es fällt schwer, darin nicht einen Versuch zu sehen, die blogosphärisch leicht zu erzeugende Hysterie für Werbezwecke auszunutzen.

    Und das stört auch mich. Zwar finde ich das, was wir bisher wissen (Anruf) ebenfalls ein wenig seltsam. Grundsätzlich habe ich jedoch Vertrauen in Menschen und schenke ihnen erst einmal Glauben. Jedenfalls würde ich nicht soweit gehen und einen Vorfall marginalisieren, nur weil er aus sicherer Entfernung harmlose erscheint. Schon gar nicht aber, würde ich instantan den Vorwurf der Instrumentalisierung erheben. (Und es stört mich auch wenn andere es tun. Für Insider: “Da muss ich mich schon fast davor distanzieren, dass ich hier kommentiere” )

    Überhaupt kann ich die frontale Abneigung gegenüber PI nicht nachvollziehen. Viele Kommentare sind dumm und einige Beiträge blöde, aber im großen und ganzen ist PI okay und m.E. belegen sie auch eine gesellschaftlich notwendige Position. Man erfährt viele Dinge, die sonst untergehen. Vielmehr erinnert mich die Ablehnung an einen Versuch, sich rechts abzugrenzen, um dadurch Halt gegenüber linken Argumenten zu finden. Aus Angst, man könnte sonst mit den extremsten PI Positionen identifiziert werden. Das allerdings ist genau die Niederlage gegenüber der Political Correctness, die ein Gegensteuern, z.B. durch PI, notwendig macht.

  45. 23.10.2007 | 23:31

    Geht es jetzt eigentlich noch um eigene Meinungen oder nur um die Vermeidung der “Niederlage gegenüber der Political Correctness”? Und was, wenn ich lieber die Niederlage gegenüber der Political Incorrectness vermeiden möchte?

  46. 23.10.2007 | 23:37

    Und was, wenn ich lieber die Niederlage gegenüber der Political Incorrectness vermeiden möchte?

    Dann hast du dich selbst als Agent der Political Correctness enttarnt. Wie bei allen Streitfragen im Internet bist du entweder 100% für oder gegen etwas. Grauzonen kennen wir nicht.

  47. 23.10.2007 | 23:39

    Scheiße… sowas hatte ich ja geahnt.

  48. 23.10.2007 | 23:46

    Nehme er das, politisch korrekter Meinungsfreiheitsverabscheuer! *Nachtret*

  49. 24.10.2007 | 0:00

    Ieeehnkorrekt!

  50. 24.10.2007 | 0:18

    @Dirk

    Wenn du schon zitierst, dann doch bitte im Kontext. Es ist nämlich nicht völlig irrelevant, wofür “darin” steht. In diesem Falle braucht man dazu den Satz davor, dann wird ersichtlich, dass die

    Art, wie man sich selbst als Opfer stilisiert

    gemeint ist. Damit ist überhaupt nichts dazu gesagt, ob dieser Anruf so stattgefunden hat oder nicht. Im Gegenteil, ich halte ihn sogar für echt, weil jemand, der sich eine schöne, heftige Drohung hätte ausdenken wollen, sicher etwas deutlichere Formulierungen gewählt hätte. Es geht also vor allem darum, dass die Art und Weise, wie dort damit umgegangen wird, den Verdacht aufkommen zu lassen geeignet ist, man ziele auf Zugriffszahlen.

    Überhaupt kann ich die frontale Abneigung gegenüber PI nicht nachvollziehen. Viele Kommentare sind dumm und einige Beiträge blöde, aber im großen und ganzen ist PI okay und m.E. belegen sie auch eine gesellschaftlich notwendige Position.

    Sie belegen sie nicht, sie karikieren sie bis zur Unkenntlichkeit. Ich selbst habe hier schon den einen oder anderen islamkritischen Beitrag veröffentlicht und werde das, wenn ich Lust dazu habe, auch wieder tun, aber diese PI-Methode der selektiven Wahrnehmung und Interpretation ist da keine gute Gesellschaft. Und wer hetzerische Kommentare drin lässt, kritische aber sofort löscht, der macht sich die Hetze zu eigen. Und das ist noch die gegenüber dem geltenden Recht harmlosere Position.

    Vielmehr erinnert mich die Ablehnung an einen Versuch, sich rechts abzugrenzen, um dadurch Halt gegenüber linken Argumenten zu finden. Aus Angst, man könnte sonst mit den extremsten PI Positionen identifiziert werden.

    Also man hat mir ja schon vieles vorgeworfen. Mangelndes Selbstbewusstsein zählte aber seltsamerweise nie dazu. Blogge und kommentiere ich denn, als ob ich “Angst vor linken Argumenten” hätte?

    Es tut mir leid, aber was ich habe, ist eine bestimmte Vorstellung davon, wie man ein politisches Blog betreibt. Was PI macht, ist so ziemlich das Gegenteil davon. Nimm das doch einfach mal so zur Kenntnis.

    Mich wundert überhaupt, dass einige Kommentatoren nicht mit meiner Meinung leben können, ohne mir gleich wenig schmeichelhafte Motive zu unterstellen.

    Es geht ja nicht darum, PI zu verbieten oder dessen Betreiber zum Abschuss freizugeben. Im Gegenteil: Sollen sie ihren Müll weiter verbreiten, und möge unser Staat ihr Leib und Leben schützen. Sondern ich begründe lediglich, warum ich, wenn ich das Bedürfnis hätte, mich mit irgendjemandem zu solidarisieren, dabei nicht an dieses Blog und die dort schreibenden Blogger denke.

  51. zumindest ...
    24.10.2007 | 2:34

    das ‘nomen est omen’ scheint mir in diesem blog auf exzellente weise verifiziert – zumindest was den adjektivischen Teil anbelangt …

    respekt, Ihr libideralen.

  52. quer
    24.10.2007 | 9:11

    Es gibt eine Art Liberalität, welche es problemlos gestattet, unter strikter Beachtung von GG und Demokratie, selbige abzuschaffen. Um dann mit dem bedauernden Hinweis zu kommen, daß dies nunmal demolratisch zustande gekommen ist. So kann man sich intelektuell auf hohem Niveau ad absurdum führen. Immerhin.

  53. 24.10.2007 | 9:14

    @quer

    Mein intellektuelles Niveau ist offensichtlich nicht ausreichend hoch, um dein dunkles Orakeln verstehen zu können. Eine “Liberalität”, die “die Demokratie abschafft”?

  54. Markus Oliver
    24.10.2007 | 10:22

    @ Boche:

    Er meint wohl den Rechtsstaat, nicht die Demokratie Das wird gerne verwechselt.

  55. 24.10.2007 | 10:28

    [...] Da ich die Diskussion im Eintrag von Boche darauf gerichet und so (ohne bewusste Absicht) von diesem weggeführt habe, möchte ich doch noch näher auf Stefan Niggemeiers Artikel über “Politically Incorrect” (PI) (Freier Hass für freie Bürger. Die deutsche Website “Politically Incorrect” lebt vom Ressentiment gegen alles, was islamisch sein könnte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 21. Oktober 2007, S. 31) eingehen, zumal dieser Artikel (noch?) nicht frei zugänglich ist. [...]

  56. 24.10.2007 | 11:15

    @zumindest…

    respekt, Ihr libideralen.

    Hihi, das nenne ich mal einen sexy, freudianischen Vertipper.

  57. 24.10.2007 | 11:17

    Ein Vertipper war das bestimmt nicht.

  58. 24.10.2007 | 11:23

    @Markus Oliver

    Verständlicher wirds mir trotzdem nicht.

  59. 24.10.2007 | 11:53

    @Rayson:

    Dann verstehe ich’s nicht. Libiderale ist eine Verquickung von “Liberal” und “Libido”… wo ist das denn eine Beleidigung? Und falls es nie eine sein sollte, warum unterstellt der gute Mann (dem ich unterstelle ein guter Mann zu sein) euch dann eine sexuelle Lust? Wie gesagt, wenn das kein Vertipper ist, dann überfordert’s mich.

  60. Markus Oliver
    24.10.2007 | 11:56

    Ich denke mal er möchte ausdrücken, dass durch die nicht vorbehaltlose Unterstützung der Meinungsfreiheit von Herre und Co. im Grunde der Rechtsstaat bedroht ist. Und das durch eine vermeintlich liberale Haltung.

    Meine Gedanken gehen in eine ähnliche Richtung.

    Mit Demokratie hat das nichts zu tun.

  61. 24.10.2007 | 12:01

    Rayson,

    der Punkt geht an Björn, denn das scheint mir doch ein Vertipper zu sein:

    lidebileral

    würde einen Sinn ergeben, während ich die Unterstellung, ich verfüge wenn nicht über Verstand, so doch über Libido, ebenfalls – wie Björn – als Kompliment sehen würde.

  62. 24.10.2007 | 12:02

    @Björn

    Es überfordert nur den, der einen tieferen Sinn darin sucht. Ich habe es schon längst aufgegeben, mir besondere Gedanken über das zu machen, was viele Menschen so alles mit Humor verwechseln.

    @MO

    Ich empfehle dringend einen massiven Realitätscheck.

  63. 24.10.2007 | 12:03

    @Marian

    Ich habe vielleicht einen kleinen Wissensvorsprung, weil ich das Wort so schon woanders gelesen habe, bei irgendeinem der üblichen Verdächtigen.

  64. 24.10.2007 | 12:04

    Und überhaupt: Was weigerst du dich, Komplimente anzunehmen? ;-)

  65. 24.10.2007 | 12:07

    @MO

    Ich schließe mich Raysons Empfehlung an.

  66. 24.10.2007 | 12:16

    Ich habe vielleicht einen kleinen Wissensvorsprung, weil ich das Wort so schon woanders gelesen habe, bei irgendeinem der üblichen Verdächtigen.

    Google kennt’s noch nicht

  67. 24.10.2007 | 12:22

    @Marcus Oliver:

    Ich denke mal er möchte ausdrücken, dass durch die nicht vorbehaltlose Unterstützung der Meinungsfreiheit von Herre und Co. im Grunde der Rechtsstaat bedroht ist. Und das durch eine vermeintlich liberale Haltung.

    Darf ich die Meinungsfreiheit von Herrn H. unterstützen, mir aber derweil selbst noch soviel Meinungsfreiheit zugestehen, dass ich Meinungen die PI vorbringt und vertritt für plumpe und reißerische Hetze halte, die ich persönlich zum Kotzen finde? (“Plump und reißerisch”: Das Umgehen mit Dingen wie der “Sparschwein”-Ente oder der Ente, dass es Hate Speech wäre neben einem Moslem ein Schinkenbrot zu essen.)

    Frei nach dem Motto: Jeder hat das Recht sich wie ein Vollhonk aufzuführen, aber deshalb muss ich Leute die von dem Recht gebrauch machen noch lange nicht mögen?

    Oder riskiere ich damit schon den Rechtsstaat?

  68. 24.10.2007 | 13:14

    Björn! Meinungen gehören geliebt! Alle, ohne Vorbehalt! Und wer die dümmste hat wird König und darf Blut trinken!

  69. Dirk
    24.10.2007 | 14:52

    Lieber Rayson,

    Wenn du schon zitierst, dann doch bitte im Kontext.

    Eine Sache für zu Werbezwecken aufgebauscht oder komplett frei erfunden zu halten, läuft auf dasselbe hinaus.

    Es tut mir leid, aber was ich habe, ist eine bestimmte Vorstellung davon, wie man ein politisches Blog betreibt. Was PI macht, ist so ziemlich das Gegenteil davon.

    Das bleibt Dir selbstredend frei. Mich verwundert allerdings die totale Ablehnung von PI, die soweit geht dem Betreiber die für mich selbstverständliche Solidarität zu verweigern und ihm sogar “Übertreibungen” zu unterstellen. Das finde ich sehr seltsam und wollte ich auch kritisiert haben. Es erinniert mich in der Tat an die Angst zusammen mit den “Schmuddelkindern” gesehen zu werden.

  70. 24.10.2007 | 15:12

    Da ich schon wegen Mangels an Positionierung angemault wurde (hehe), hier meine kurze Stellungnahme: Wenn jemand in irgendeiner Form bedroht wird, bin ich grundsätzlich solidarisch mit ihm insofern, als ich es scheiße (hehe) finde, wenn jemand bedroht wird. So weit geht meine Solidarität auch selbstverständlich gegenüber Herrn Herre, und wenn er sie will, dann kann er sie haben.

  71. 24.10.2007 | 15:18

    und wenn er sie will

    Schon wieder eine Bedingung!
    Bedingungslosigkeit ist gefordert, lieber David.

  72. 24.10.2007 | 15:30

    Aber wenn ich sage: “Herr Herre kriegt meine geballte Solidarität, ob er sie will oder nicht”, wäre das nicht schon wieder eine Drohung?

  73. 24.10.2007 | 15:35

    Verflixt.

  74. 24.10.2007 | 15:39

    Vielleicht wenn du ihm deine Solidarität in einem nicht bedrohlichen Tonfall aufzwingst? Oder sie ihm einfach heimlich unterschiebst, während er wegguckt?

  75. 24.10.2007 | 15:45

    Vielleicht wenn du ihm deine Solidarität in einem nicht bedrohlichen Tonfall aufzwingst?

    Sozialverträgliche Nötigung?

    Oder sie ihm einfach heimlich unterschiebst, während er wegguckt?

    So wie sonst Drogen?

  76. Markus Oliver
    24.10.2007 | 16:29

    Ich glaube ihr habt mich nicht ganz verstanden.

    Rechtsstaat ist immer nur gelebter Rechtsstaat. Freiheitsrechte müssen durchgesetzt werden, auch wenn es weh tut. Das man sich eine eigene Meinung über Herre bilden kann, möchte ich gar nicht abstreiten.

    Aber eine Drohung ist nun einmal eine Grenzüberschreitung.
    Dahinter tritt doch der ganze Blödsinn zurück. Je stärker die Rechtsdurchsetzung ist, desto stärker sind die Freiheitsrechte ausgeprägt.

    Wenn aber schon offensichtliche Grenzüberschreitungen nicht kommentiert werden können, ohne ein “ja, aber” beizüfügen, dann stimmt etwas mit unserer rechtsstaatlichen Kultur nicht.

    Und Demokratie ist einfach nur eine Herrschaftsform. Der Begriff hat in dieser Diskussion streng genommen gar nichts verloren. Man kann auch eine Demokratie haben, ohne in einem Rechtsstaat zu leben.

  77. 24.10.2007 | 16:37

    @Dirk

    Eine Sache für zu Werbezwecken aufgebauscht oder komplett frei erfunden zu halten, läuft auf dasselbe hinaus.

    Findest du? In einem Falle wäre es eine ziemlich dreiste Lüge, im anderen Fall nur ein Ausnutzen von etwas real Geschehendem. Ich sehe da schon einen deutlichen Unterschied. Aber ich verstehe, dass du deine These retten willst ;-)

    Mich verwundert allerdings die totale Ablehnung von PI, die soweit geht dem Betreiber die für mich selbstverständliche Solidarität zu verweigern und ihm sogar “Übertreibungen” zu unterstellen.

    Dich verwundert die totale Ablehnung von PI? Mich verwundert deine zumindest partielle Zustimmung zu Hetze und Rassismus. Und ich unterstelle nichts, sondern ich schlussfolgere allein aus dem, was da auf dem Blog passiert.

    Eine “selbstverständliche Solidarität” gibt es bei mir nicht. Die wäre auch wertlos.

  78. 24.10.2007 | 16:42

    @MO

    Wenn aber schon offensichtliche Grenzüberschreitungen nicht kommentiert werden können, ohne ein “ja, aber” beizüfügen, dann stimmt etwas mit unserer rechtsstaatlichen Kultur nicht.

    Ich zitiere mich mal selbst:

    Falls es aber stimmt, dass Herr H. bedroht wird, hat er meine Solidarität. Niemand sollte für Gesagtes mit Gewalt bedroht werden.
    Unabhängig davon, ob ich parallel der Meinung bin, dass …

  79. 24.10.2007 | 16:43

    Wenn aber schon offensichtliche Grenzüberschreitungen nicht kommentiert werden können, ohne ein “ja, aber” beizüfügen, dann stimmt etwas mit unserer rechtsstaatlichen Kultur nicht.

    Warum nicht? So lange mit dem “aber” keine Einschränkung der Rechte begründet wird, finde ich das völlig in Ordnung. Auch wer den Unfrieden erntet, den er selbst gesät hat, wird von unserem Staat geschützt. Das ist selbstverständlich. Aber meine ganz persönliche Solidarität, die mache ich dann doch davon abhängig, was für eine Nase das ist, die sich da zum Opfer erklärt. So frei bin ich.

  80. 24.10.2007 | 16:51

    Hmm? Ist nur willkürliche Solidarität von Wert?

    Dich verwundert die totale Ablehnung von PI? Mich verwundert deine zumindest partielle Zustimmung zu Hetze und Rassismus.

    Wer PI nicht auf breiter Front ablehnt, stimme zu Mindest partiell Hetze und Rassismus zu? Seltsam. (Abgesehen davon, kann ich in Beiträgen von PI (anders als in Kommentaren) keine Hetze und keinen Rassismus erkennen)

  81. 24.10.2007 | 17:07

    Ist nur willkürliche Solidarität von Wert?

    Für mich muss schon mehr als ein per Stichwort ausgelöster Automatismus dahinterstecken.

    Wer PI nicht auf breiter Front ablehnt, stimme zu Mindest partiell Hetze und Rassismus zu? Seltsam.

    Seltsam? Wo es doch genau das ist, wofür dieses Blog steht? Worauf erstreckt sich denn deine “Nichtablehnung”? Aufs Layout?

    (Abgesehen davon, kann ich in Beiträgen von PI (anders als in Kommentaren) keine Hetze und keinen Rassismus erkennen)

    Wie ich schon mehrfach schrieb, ist es aus meiner Sicht belegt, dass die Blogbetreiber die Kommentare, die da unter ihren Beiträgen stehen, mindestens billigend in Kauf nehmen.

    Man hält sich eben eine Meute, die dann stellvertretend für den noblen Geist, der sich auf das Setzen von Stichworten und Reizen beschränken kann, Gift und Galle spuckt. Das kennt man auch von anderen Blogs. Und den Zugriffszahlen tut es gut, wenn das Niveau schön unterirdisch bleibt, da steckt für Freund und Feind viel Erregungspotenzial.

    Wenn ich an diesen Beitrag denke, wo ein Bild eines offenbar muslimischen Paares veröffentlicht und mit herabsetzenden Text begleitet wurde, dann gibt es auch Beispiele, wo mal die Blogger selbst aus der Rolle fielen.

  82. 24.10.2007 | 17:12

    Nimm noch dazu den Fakt, dass inzwischen entkräftete Urban Legends immer noch gerne den Weg in die Texte auch der Blogbetreiber finden oder man andere faktisch falsche Texte nicht korrigiert, sondern einfach löscht wenn es zu vielen auffällt. Sowas ist auch – im besten Fall – als Gesinnungs”journalismus” zu beschreiben.

    Ist nur willkürliche Solidarität von Wert?

    Ist etwas zu dem man sich aus freiem Willen entscheidet nicht automatisch mehr wert als etwas, zu dem man sich entscheidet weil es von einem erwartet wird?

  83. R.A.
    24.10.2007 | 17:29

    @Björn:
    > Vielleicht wenn du
    > ihm deine
    > Solidarität in
    > einem nicht
    > bedrohlichen
    > Tonfall aufzwingst?
    Tonfall kommt in Internetbeiträgen nicht so gut rüber.

    M. E. eine der Hauptursachen für Streitigkeiten.

  84. 24.10.2007 | 17:32

    Dann muss man tricksen:
    [nichtbedrohlich]Hier ist übrigens meine Solidarität.[/nichtbedrohlich]

  85. 24.10.2007 | 17:47

    Ist nur willkürliche Solidarität von Wert?

    Für mich muss schon mehr als ein per Stichwort ausgelöster Automatismus dahinterstecken.

    Nö, Automatismus nicht. Aber für mich basiert Solidarität auf festen Werten (etwa freie Meinungsäußerung) und damit unabhängig von der Nase eines anderen.

    Worauf erstreckt sich denn deine “Nichtablehnung”? Aufs Layout? Z.B. Interessante Berichte, die man anderswo nicht erfährt. Etwa die Geschichte mit der Suppenküche in Frankreich, die schliessen musste, weil die Suppe Schweinefleisch enthielte.

  86. 24.10.2007 | 18:06

    Aber für mich basiert Solidarität auf festen Werten (etwa freie Meinungsäußerung) und damit unabhängig von der Nase eines anderen.

    Damit kaufst du dir aber zweifelhafte Solidargenossen ein. Dein Ding.

    Interessante Berichte, die man anderswo nicht erfährt.

    Eben, in der DDR war ja auch nicht alles schlecht. Hier wie da steht der angebliche Nutzen aber nicht für sich, sondern ist Teil eines Systems mit verachtenswerten Zielen. Und wie die anderen von Marian und Björn erwähnten Räuberpistolen eben zeigen, tut man gut daran, solche “Berichte” mit großer Skepsis zu lesen.

  87. 24.10.2007 | 18:22

    Ich glaube hierbei finden wir nicht mehr zueinander (-:

  88. 24.10.2007 | 18:28

    Sehe ich auch so. Schade, ich wollte gerade anfangen, dich als Faschist zu beschimpfen. ;-)

  89. 24.10.2007 | 18:30

    Mist, einer der beliebten Rayson-typischen stalinistischen Schauprozesse wäre mir jetzt ganz recht gewesen!

  90. 24.10.2007 | 18:41

    Dann würden mir Wippermann und Knobloch zur Seite springen und gefragt werden und ich müsste mich dafür rechtfertigen, von denen verteidigt zu werden. Sprich: Das wäre keine schlechte Taktik.

  91. R.A.
    25.10.2007 | 10:49

    Noch ein Nachtrag zur Wortwahl: Ich würde in solchen Fällen nur von “Unterstützung” sprechen.

    Solidarität ist für mich nicht nur freiwillig, sondern auch gegenseitig und beruht auf gewissen Gemeinsamkeiten zwischen den sich solidarisierenden.

  92. 25.10.2007 | 13:21

    Ich mag R.A.s Gedankengang zu dem Thema. Ich habe nämlich gestern auch nochmal nachgedacht. Und Vorwarnung: Ja, ich bringe jetzt die Nazis in die Debatte ein, was Rayson ungern sieht. Aber ich versuche meine Position mal aus gutem Grund genau da festzumachen.

    Ich hatte in meinem Blog mal argumentiert, dass Holocaustleugnung kein Straftatbestand sein sollte. Obligatorischer Nachtrag: Der Holocaust hat stattgefunden, wer ihn leugnen will kategorisiert sich für mich als Depp, aber sollte das Recht haben sich als Depp zu outen.

    Würde jemades Leben deshalb bedroht, so würde ich “für” ihn einstehen, in der Hinsicht dass er trotz depperter Meinung das gleiche Rechte auf körperliche Unversehrtheit genießt wie jeder andere auch. (Ungefähr so hielt ich das auch mit der Jyllands-Posten. Die Aktion fand ich deppert, das heißt aber nicht dass man den Redakteuren, et cetera etwas antun darf.)

    Aber deshalb würde ich mich nicht mit dem hypothetischen Holocaustleugner “solidarisieren” wollen. Weil “Solidarität” für mich mehr ist als ein Lippenbekenntnis. Da schwingt für mich auch eine Form von Wertschätzung und Akzeptanz seiner Position gegenüber mit. Was in dem Fall beides nicht vorliegen würde.

    Kann man sich in solchen Fällen vielleicht einfach mit dem “Recht auf körperliche Unversehrtheit” solidarisieren, das für jeden gelten sollte?

  93. 25.10.2007 | 22:32

    [...] Ich habe gestern geschrieben, dass Stefan Niggemeier mit seinem Artikel PI eher noch verharmlost. Und ich habe in den Kommentaren zum Eintrag von Boche geschrieben, dass ich mich eher mit Stefan Niggemeier als mit Stefan Herre solidarisieren würde – und heute schreibe ich diesen Verriss. Wie passt das zusammen? [...]

  94. 31.10.2007 | 15:56

    [...] Verfasst von muslimwelt am 31. Oktober 2007 Da ich die Diskussion im Eintrag von Boche darauf gerichet und so (ohne bewusste Absicht) von diesem weggeführt habe, möchte ich doch noch näher auf Stefan Niggemeiers Artikel über “Politically Incorrect” (PI) (Freier Hass für freie Bürger. Die deutsche Website “Politically Incorrect” lebt vom Ressentiment gegen alles, was islamisch sein könnte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 21. Oktober 2007, S. 31) eingehen, zumal dieser Artikel . [Aktualisierung 25.10.2007: nun ist der Artikel kostenfrei abrufbar, M.W.] [...]

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