11. Oktober 2007
Feste druff!
Was macht man als aggressiver, der Gewalt zugeneigter Mensch in einer Umgebung, die für sowas nur Strafrechtsparagrafen vorrätig hat?
1. Man geriert sich als Revolutionär: Da fragt keiner nach dem “wie”, sondern nur nach dem “wer”.
2. Man erfindet passende Notwehrsituationen: Strukturelle Gewalt, verbale Gewalt… Wenn alles Gewalt ist, dann muss man ja auch mal mit der Faust zuschlagen dürfen, oder?
Die Wirksamkeit beider Strategien ist allerdings davon abhängig, dass die eigene Revolution gelingt, so dass man hinterher selbst über den Staatsapparat verfügt. Denn ansonsten hat nicht nur der Staat etwas gegen die Ausübung von körperlicher Gewalt. Sondern auch der Angegriffene selbst dürfte, und das muss Zidane-Bewunderern vielleicht mal erläutert werden, sich nicht einfach immer beim kleinsten Hauch fallenlassen, sondern das eine oder andere Mal auch mal zurückschlagen. Wenn man Glück hat, bleibt es sogar dabei, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Objekt des heroischen Widerstands archaischen Ehrbegriffen anhängt, die bedauerlicherweise eine erhebliche Schädigung des diesmal konkret körperlichen Wohls des Angreifers voraussetzen.
Merke also: Der Aufstand gegen strukturelle und verbale Gewalt findet am besten gegen Schwächere statt.
Verfasst von Rayson um 18:42 Uhr in der Kategorie Allgemein, Blogosphäre (Trackback)
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