Pervers

Sollen private Dateien und der Internetverkehr vor den Behörden geschützt bleiben, wenn womöglich unter intimer Chiffre ein Massenmord geplant wird? Eine generelle Ablehnung der Online-Durchsuchung bedeutet eine Perversion von Grundrechtsschutz.

Schreibt Reinhard Müller in der FAZ (seit sie bunte Bilder auf der Titelseite hat, kriegt sie von mir auch ihre Pünktchen nicht mehr…).

Und versucht entweder, seine Leser für dumm zu verkaufen oder ist selber dumm. Denn die privaten Dateien sind selbstverständlich nicht vor den Behörden geschützt, denn auch Festplatten werden ja regelmäßig bei Hausdurchsuchungen beschlagnahmt. Und dass der “Internetverkehr” geschützt sei, kann er seiner Oma erzählen. Die ihm das wohl auch nicht glauben würde…

Die Kampagne, die diese Zeitung in der letzten Zeit für Online-Durchsuchungen fährt, ist sehr interessant.

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7 Kommentare zu “Pervers”

  1. DDH
    10.10.2007 | 19:31

    Mit Verlaub, aber die FAZ ist doch wirklich mittlerweile ein staatskonservatives Jaucheblatt.

  2. 10.10.2007 | 19:47

    Ich bin von deutschen “Qualitätsjournalisten” schon einiger gewöhnt, aber Müller Ahnungslosigkeit (oder Skrupellosigkeit) erschreckt trotzdem, denn die Argumentation bewegt auf dem Niveau eines hartnäckigen Haustürverkäufers oder eines Sektenpredigers. Und das in einem Blatt, dass vor gar nicht langer Zeit mit dem Slogan “Dahinter steckt ein kluger Kopf” warb.

  3. 10.10.2007 | 22:47

    Mit der Logik muss man alles durchsuch- und abhörbar machen.

    “Sollen [$Ort] vor den Behörden geschützt bleiben, wenn womöglich unter intimer [&Begriff] ein Massenmord geplant wird?”

  4. 11.10.2007 | 8:10

    Schön dass das nicht nur mir so ging. Gestern am Bahnhof mal die FAZ gekauft um das neue Design selbst zu bewerten (btw: nach einer Woche immer noch eine ganze Leserbriefseite dafür) und hatte gut Lust das Blatt wieder umzutauschen als ich den Text auf der Rückseite des Politikteils las. Schön auch eine andere Argumentation, in der man erklärt dass es eh kaum Onlinedurchsuchungen gibt, alles andere Panikmache wäre und dafür Passwortdiebstahl und kriminelle Trojaner zunehmen. Und was Verbrecher dürfen, das muss der Staat doch schon lange dürfen.

    Heute hole ich mir für die Zugfahr auf jeden Fall nicht nochmal die FAZ.

  5. 11.10.2007 | 9:06

    Mich erschreckt vor allem die Wortwahl der F.A.Z.: wenn hier überhaupt etwas pervers ist, dann sind es die Ideen von Überwachung, Erfassung und Beschnüffelung, die uns als Sicherheitspolitik verkauft werden.

    Der gesamte Komplex wird meiner Meinung nach unter einer ganz falschen Überschrift abgehandelt. Es geht nicht um Online-Untersuchung oder Online-Durchsuchung. Es geht um die heimliche Durchsuchung privater Datenträger mit Hilfe von Methoden, die in anderem Zusammenhang als Computersabotage bestraft würden.

  6. 11.10.2007 | 9:20

    Stimme zu. Der einzige FAZ-Autor, den ich noch umfassend gern lese, ist Michael Hanfeld. Sonst dehnt es sich mächtig.

  7. 11.10.2007 | 13:55

    [...] Ja, nee, total witzig das Ganze. Ich habe auch schrecklich gelacht. Hihi. Langsam setzt sich bei mir der Eindruck fest, dass einige Journalisten (z.B. von der FAZ) und Politiker (z.B. die Herren Bosbach und Schäuble) wirklich nicht wissen, was mit Online-Durchsuchung gemeint ist. Da darf natürlich der Bevollmächtigte einer Landesregierung im Rahmen eines Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht selbstverständlich nicht zurückstehen, schon klar. Und Papier ist tatsächlich geduldig. (hihi) [...]

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