7. Oktober 2007
Bundesliga-Notizen, 9. Spieltag
Geld schießt keine Tore. Das stimmt.
Aber Klassespieler schießen bzw. vorbereiten sie. Und die pflegen, wenn denn genug Vereine auf sie aufmerksam geworden sind, auch entsprechend viel zu kosten. Und es ist eben kein Gegensatz, dass ein Toni oder ein Ribéry Millionen Euro teuer waren und ein Hajnal nur ein paar Hunderttausend. Denn der Marktpreis dieses Hajnal dürfte inzwischen viel höher sein, so dass seine Kosten Opportunitätskosten sind: Es kostet den KSC sehr viel Geld, diesen Spieler nicht zu verkaufen.
Aber dennoch: Die beiden Mannschaften, die jetzt da oben in der Tabelle stehen, verkörpern exemplarisch die Bandbreite des Möglichen. Nicht nur im Fußball, sondern in Organisationen, also auch Unternehmen, schlechthin. Die Truppe der genialen Individualisten gegen die über Jahre gewachsene Mannschaft. Natürlich sind mit dieser Beschreibung die Extreme markiert: Die Bayern-Stars sind auch deswegen vorne, weil sie gut zusammen spielen können, und der KSC hat auch deswegen Erfolg, weil seine Spieler über individuelle Klasse verfügen. Nur den Unterschied zu den anderen Mannschaften, den macht jeweils das andere aus.
Ich weiß deswegen noch nicht einmal, ob ich mir für das Ende der Saison diese Tabelle wünschen sollte. Denn dann hätte der KSC Geld, mit dem er Unsinn anstellen könnte. Hätte er das schon vorher gehabt, hätte er vielleicht den üblichen Fehler von Aufsteigern begangen, nämlich die in der 2. Liga erfolgreiche Mannschaft durch ein Sammelsurium von angeblich besseren, dann hinzugekauften Spielern zu ersetzen. So hat der KSC nur da ergänzt, wo der Trainer eine Lücke ausgemacht hat.
Nochwas zur Bayern-Klasse: Zu sehen, wie Ribéry sich selbst den Ball mit der Hacke vorlegt, ist allein schon ein Premiere-Abo bzw. ein Stadion-Ticket wert. Aber auch ein Zé Roberto steht für eine enge Freundschaft mit dem Spielgerät. Und dass Schweinsteiger einen Doppelpass mit der Hacke spielt, würde ich auf die gute Klinsmann/Löw-Schule zurückführen…
Arme Hertha: Der beste Neueinkauf für Monate flachgelegt. Armer Lucio: Wochen nach der Aussicht auf viel Geld in ständiger Angst vor dem Karriere-Ende. Der Berliner Hysterie tut das gut, aber der menschliche Preis ist zu hoch.
Verfasst von Rayson um 19:06 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)
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