Sar-KO-zee

Ich bin mir absolut sicher, dass jeder deutsche Politiker die Namen aller anderen Politiker der Welt, ob sie nun russisch, spanisch oder chinesisch sein sollten, auf Anhieb, ohne Hilfe und Notizen korrekt aussprechen kann. Oder welchen Sinn sollte sonst solche Häme machen?

Ich mag Bush ja auch nicht. Ich freue mich sogar sehr, dass die Welt ihn bald los sein wird, als Politiker jedenfalls. Aber der Umgang deutscher Medien mit seiner Person wird mittlerweile echt pathologisch. Und lächerlich.

Nachtrag: Während Boche hier unten in den Kommentaren belegt, dass vielleicht nicht Bush unfähig ist, dafür aber die Leute, die ihm eine falsche Aussprache des Herrn Sarkozy aufgeschrieben haben, beschäftigt sich auch USA Erklärt mit dem Thema dieser Aussprachehilfen. Lesenswert.

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14 Kommentare zu “Sar-KO-zee”

  1. Buenavista
    27.09.2007 | 9:34

    Warum denn der deutschen Medien? Diese tatsächlich nicht besonders originelle Geschichte ging doch erst mal durch die englischsprachige Presse.

    Übrigens gibt es solche Zettelchen auch für Kennedys Berlinrede.
    Der Unterschied mag sein, dass Kennedy nicht Australia mit Austria verwechselte.

    Deutsche Politiker benötigen solche Zettelchenb eher weniger. Das liegt daran, dass die deutsche Orthographie in der Regel näher an der Aussprache liegt. Die Gefahr ist geringer, dass man Harara als Häräräh ausspricht.

  2. Buenavista
    27.09.2007 | 9:35

    Harare natürlich

  3. stefanolix
    27.09.2007 | 9:56

    Was die Häme betrifft, stimme ich Karsten zu. Dazu hat Bush doch aber selbst schon alles gesagt: »They misunderestimated me« ;-) [SCNR]

  4. 27.09.2007 | 11:17

    Der Artikel ist wirklich albern. Nachrichtensprecher der Tagesschau etwa werden extra dafür bezahlt, sich solche Notizen zu machen. Sie lesen nicht nur die Nachrichten einfach vom Teleprompter ab, sondern müssen zuvor erstmal die Texte bearbeiten und zusammenstellen. Die “Deutsche Welle” hält dafür extra für ARD und ZDF Hörbeispiele aller wichtigen Namen und Begriffe über ihre internationalen Mitarbeiter zentral bereit samt Lautschriftdokument. Im diplomatischen Dienst soll es nicht anders sein.

    Was bei den Medien selber als professionell gilt, wird bei einem Politiker also gleich ein Zeichen von Blödheit. Ganz tolle Geschichte…

  5. Henning
    27.09.2007 | 12:21

    Was heißt hier “mittlerweile”, so geht das doch schon seit Jahren.
    Ich find die meisten Patzer ja auch zum Brüllen komisch, aber der Hass und die Häme, die da immer wieder durchblickt, ekeln mich an. Zumal es ja auch dazu dient, anti-amerikanische Klischees zu bedienen:

    “Seht mal wie blöd der amerikanische Präsident ist! Ha so einen Volltrottel können nur doofe Amerikaner wählen. Gottseidank sind wir Deutschen/Franzosen/Europäer so superschlau und haben nur Genies als politische Führer!”

    War das bei Reagan nicht ähnlich?

    Außerdem kann jemand der bei Yale und Harvard absolviert hat, Jetpilot war und sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen scheint, nicht annähernd so dumm sein, wie die Leute, die ihm mangelnde Eloquenz als Blödheit auslegen.

  6. 27.09.2007 | 12:31

    Nun ja, Bayern wählen solche Typen ja offenbar auch. ;)

  7. 27.09.2007 | 12:44

    Problem ist doch eher, dass einem in der Schule nie richtig Lautschrift beigebracht wird und man später zu faul dazu ist und sich deswegen mit phonetischen Schreibweisen rettet.

  8. 27.09.2007 | 16:00

    Im Übrigen meine ich, dass es wohl eher Sar-ko-ZEE hätten heißen müssen.

  9. 27.09.2007 | 16:33

    @Boche:
    Eigentlich ja, aber alle Nachrichtensprecher, die ich bisher gehört habe, betonen tatsächlich die mittlere Silbe. Liegt vielleicht daran, dass es eigentlich ein ungarischer Name ist, der der französischen Betonung nur begrenzt folgt.

  10. 27.09.2007 | 16:41

    Der französischen Betonung folgt in Frankreich alles. Ich habe Sarkozy von noch nicht anders als SarkoZY gehört.
    Und das müsste ja eigentlich entscheidend sein.

  11. 27.09.2007 | 16:43

    Wenn ich jetzt hundert Mal versuche, das nachzusprechen, was ich bisher gehört habe, komme ich eigentlich auf Sar-KO-ZY. Wobei die letzte Betonung wohl stärker ist. Okay, Du hast recht. :)

  12. 27.09.2007 | 16:44

    Wikipedia sagt auch: auf der letzten Silbe betonen. Und wenn schon ungarisch, dann auch gleich SCHAR-kö-si..

  13. 27.09.2007 | 16:53

    War klar, dass Rayson nicht lang auf sich warten lässt, wenn das Wort “ungarisch” fällt.

  14. 28.09.2007 | 16:07

    @Karsten: Richtig erkannt ;-)

    @Nachtrag: Das ist eben der Unterschied zwischen seriösem Journalismus und unrecherchiertem Dahingeschmiere, den so viele Journalisten in ihrer Abgrenzung zu Blogs nicht müde werden zu betonen…

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