25. September 2007
Haut und Uniform
Meine Schwiegermutter, die als Flakhelferin am zweiten Weltkrieg beteiligt war, erzählte von ihrer damaligen Angst, von Russen oder Schwarzen in Kriegsgefangenschaft genommen zu werden. Dann kam es:
Ich hatte ja noch nie einen gesehen, einen Schwarzen, meine ich. Und da kam er, auf einem Motorrad, an uns vorbeigefahren. Wir zitterten vor Angst, als er abstieg. Aber er gab nur meiner Kameradin einen Kuß, steckte ihr einen Riegel Schokolade zu, lächelte breit mit einem Mund voller weißer Zähne, stieg wieder auf sein Motorrad und brauste davon.
Da habe ich angefangen, nachzudenken. Und später habe ich dann verstanden, dass wir nicht vor den Menschen mit der schwarzen Haut hätten Angst haben sollen, sondern vor denen in den schwarzen Uniformen!
Eine schöne Geschichte, die zeigt, dass nicht die Herkunft, sondern das Handeln einen schlechten Menschen macht.
Verfasst von Karsten um 14:16 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen (Trackback)
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