8. September 2007
Meinung… Verbrechen… pfft
Gerade habe ich ihn mal wieder gelesen, diesen tollen Satz: “Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”. Ich warte ja nur auf “Neoliberalismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”… aber gut.
Der Ursprungssatz ist in doppelter Hinsicht Unsinn:
1) Faschismus ist weder eine Meinung, noch ein Verbrechen, sondern eine Weltanschauung
2) Auch Meinungen, die sich aufgrund einer faschistischen Weltanschauung bilden, sind kein Verbrechen, sondern Meinungen.
Allerdings sind die meisten Handlungen, die als Folge einer faschistischen Weltanschauung oder darauf basierender Meinungen ereignen, tatsächlich Verbrechen. Gut, und hier in Deutschland ist auch die Äußerung dieser Meinungen ein Verbrechen, wenn sie öffentlich erfolgt. Aber die Meinungen darf man auch hier haben, und im privaten Kreis sogar äußern.
Mir wäre es völlig egal, wenn jemand offiziell sagt, dass er Afrikaner für minderwertig hält; vermutlich würde ich ihn zwar für unsympathisch und/oder ewiggestrig halten, eine Verfolgung durch staatliche Behörden hingegen als unnötig empfinden. Das wertet diesen Blödsinn eigentlich nur als “subversiv” auf und macht ihn daher interessant für Unzufriedene aller Art. Dass der Staat aber einschreitet, wenn jemand dazu aufruft, sie deswegen anzugreifen, zu verletzen oder gar zu töten, halte ich hingegen für richtig. Aber solche feinen Unterscheidungen wollen die “Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen”-Anhänger gar nicht machen. Sie suchen meist nur eine Begründung, um ihrerseits andere Menschen als minderwertig zu kennzeichnen.
Verfasst von Karsten um 11:54 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen (Trackback)
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