10 Yards to go

Die “Schwarz-Gruppe”, also die Eigner der Lidl-Discountmärkte, hat sich entschlossen, in den Bio-Bereich zu expandieren. Zu diesem Zweck erwarb sie Beteiligungen an der Münchner Basic AG, der zweitgrößten deutschen Bio-Supermarkt-Kette (ich vermute mal ohne Recherche, dass Allnatura die größte ist). Bei den Lieferanten führte das zu Absatzbewegungen. Mit Lidl wollte da wohl keiner was zu tun haben.

Nun, aus liberaler Sicht ist alles, so wie es sich entwickelt hat, außerhalb des Radars. Jeder entschied freiwillig. Kein Grund, sich einzumischen. Es gibt weder eine Pflicht für die Besitzer von Biomärkten, an bestimmte Anbieter zu verkaufen, noch gibt es eine solche für Lieferanten, Lieferbeziehungen über die gewünschte oder vertraglich zugesicherte Zeit aufrechtzuerhalten.

Betriebswirtschaftlich ist die AngeÄşegenheit zwiespältig. Es ist sinnvoll,. Biomärkte zu professionalisieren, was den Einkauf und die Logistik angeht. Nicht alle Lieferanten müssen davon begeistert sein, aber wer will ihnen das Ausnutzen von temporärer Marktmacht verübeln? Auf der anderen Seite kann es ein Alleinstellungsmerkmal von Biomärkten sein, bewusst Präferenzen wirken zu lassen, also z.B. regionale Anbieter zu bevorzugen, das in der Discounterlogik untergehen würde. Ich schätze, wir werden hier Zeuge eines Anpassungsprozesses mit ungewissem Ausgang. Wo und wie sich die Biosupermärkte positionieren, ist wohl noch nicht ausgemacht, und vielleicht existieren ja mehrere Modelle nebeneinander. Entscheidend wird wohl in jedem Fall die Glaubwürdigkeit und Transparenz sein. Bio-Kunden sind, so jedenfalls meine Einschätzung, etwas anspruchsvoller, was die ihnen zur Verfügung gestellten Informationen angeht.

Schaun mer mal, wer sich wie durchsetzt.

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2 Kommentare zu “10 Yards to go”

  1. R.A.
    5.09.2007 | 11:01

    Der Gag ist halt, ein Bioladen verkauft nicht in erster Linie Waren, sondern Glaubensüberzeugungen.

    Ein Bio-Apfel ist geschmacklich und qualitativ nicht von einem konventionellen zu unterscheiden, die Kunden bezahlen die heftigen Aufpreise nur, weil der Verkäufer es geschafft hat, ihnen ein gutes Gefühl zu vermitteln.

    Und da dieser Markt so lukrativ ist, wird er hart umkämpft.

    Eine wunderbare Gelegenheit für “Bio-Lieferanten” sich besser zu positionieren, wenn sie gegen den bösen Lidl Zeitungsmeldungen verfassen können.

    Das sichert ihr Geschäft und keiner fragt nach, was eigentlich noch “Bio” an ihren aus obskuren chinesischen Quellen eingeflogenen Waren ist.

  2. 5.09.2007 | 11:13

    @R.A.

    Der Gag ist halt, ein Bioladen verkauft nicht in erster Linie Waren, sondern Glaubensüberzeugungen.

    Ein Bio-Apfel ist geschmacklich und qualitativ nicht von einem konventionellen zu unterscheiden, …

    Auch eine Glaubensüberzeugung.

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