Sinnlos?

Ahnung von Entwicklungshilfe habe ich nicht wirklich, das muss ich ja zugeben. Ein paar Vermutungen meine ich aber schon, anstellen zu können – ich lasse mich da auch gerne widerlegen.

So nehme ich beispielsweise an, dass bei einem Brunnenbau in, sagen wir, Burkina Faso stets hunderte ungelernter Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die bereit sind, tatkräftig mit anzupacken, um zu helfen, dass ihr Dorf künftig sauberes und ständig verfügbares Trinkwasser hat. Was doch meistens fehlen dürfte, sind Ingenieure, die den Brunnen planen können, und gut ausgebildete Brunnenbautechniker, die mit den Materialien und herangeschafften Einzelteilen zu arbeiten vermögen.

Ähnlich stelle ich es mir auch bei der Verteilung von Lebensmitteln vor – Helfer, die LKW abladen, dürfte es selbst in sehr armen Gebieten und bei Hungersnöten in großer Zahl geben. Was dort eher nötig ist, sind wohl erfahrene Kraftfahrer, Logistikfachleute und (leider auch) Soldaten oder Polizisten, die die Sicherheit vor Rebellen und Räubern garantieren.

Und in einem Krankenhaus… nun ja, da braucht man natürlich Ärzte, Krankenschwestern und vielleicht noch Pharmazeuten. Die paar Menschen, die die einfachen Tätigkeiten unter Anleitung ausüben, kann man sicherlich (wir ahnen es) auch vor Ort rekrutieren.

Warum also fördert unsere Regierung nun freiwillige Entwicklungshelfer in Gestalt von jungen Menschen, die gerade eben mal die Schule hinter sich gebracht und weder einen Beruf erlernt noch besondere Kenntnisse über fremde Sprachen und Kulturen haben? Hat das wirklich damit zu tun, dass man da fremden Nationen helfen will – oder liegen die Gründe nicht doch mehr im hiesigen begraben? Mit Straßenjungen Fußball spielen könnten die Hiwis, berichtet die TAZ, vielleicht auch Bäume pflanzen oder jungen Afrikanern erklären, “welcher Teil des Gesichts sich ‘mouth’ nennt”. Jetzt mal ganz unabhängig von der Frage, wie die jungen Deutschen das den jungen Afrikanern erläutern sollen, wenn diese keine lokale Stammessprache und jene kein Englisch sprechen: ist das nützlich genug, dass der deutsche Staat ca. 580 Euro pro Kopf und Monat, pro Jahr insgesamt also ca. 70 Millionen Euro, ausgeben sollte, um 10.000 deutsche Jugendliche ins Ausland zu schaffen?

Gäbe es einen wirklichen, echten Nutzen dieser freiwilligen Helfer, so müsste man ja auch davon ausgehen, dass die Hilfsorganisationen bereit wären, für die Helfer zu bezahlen. Und das müssten ja nicht mal die 580 Euro sein – aber vielleicht die Hälfte, oder auch nur ein Viertel dieser Summe? Aber nein, die Hilfsorganisationen denken ebenso sinnvoll wie betriebswirtschaftlich und akzeptieren diese relativ nutzlosen Hilfskräfte zwar (kopieren können sie ja bestimmt…), wollen aber keinen Cent für ihren Einsatz bezahlen. Was ja auch nur vernünftig ist – die Spendengelder besorgter Bürger sollten ja auch lieber dafür verwendet werden, einen Brunnen in Afrika zu errichten, als einem noch so sozial engagierten jungen Menschen aus meist “besserem Hause”, der erst mal keinen Bock auf Wirtschaft und Kapitalismus hat, sein Jahr Abenteuerurlaub im Ausland zu finanzieren.

Warum aber nun finanziert unsere Regierung dieses Programm? Mir kommt da das Wort “Arbeitslosenstatistik” in den Sinn. Und besonders die Redewendung “Jugendliche ohne Ausbildungsplatz”. Und wenn es das nicht ist – was dann? Dazu Cordula Müller von der “weltweiten initiative für soziales engagement” (wise): “Wir sehen Freiwilligendienste als Sozialisationsinstanzen für bürgerschaftliches Engagement”. Ach so.

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22 Kommentare zu “Sinnlos?”

  1. 4.09.2007 | 0:26

    Man sollte eine Unterscheidung machen, die trivial einfach ist — aber ich habe auch einen Vortrag von William Easterly gebraucht, um darauf zu kommen. Die Unterscheidung zwischen Hilfe und Entwicklungshilfe. Letzteres werden keine deutschen Hiwis in Afrika leisten können. Wahrscheinlich kann man Entwicklungshilfe insgesamt vergessen. Die Entwicklungsländer, die es geschafft haben, haben es nicht dank Entwicklungshilfe geschafft.

    Aber Hilfe ohne Entwicklungsanspruch kann ja trotzdem sinnvoll sein. Im Sinne von erster Hilfe in akuten Notsituationen, oder auch um chronische Probleme ein wenig zu lindern, solange Entwicklungsprozesse halt nicht in Gang kommen. Und in diesem Sinne könnte man ja vielleicht mit solchen freiwilligen Helfern was anfangen. Käme auf einen Versuch an. Das könnte man allerdings vielleicht auch erstmal mit 1.000 Leuten machen — als Experiment, und dann schaut man mal, ob es was bringt.

  2. 4.09.2007 | 0:37

    @Statler:

    Konkreter, bitte. Was können diese (oft) unreifen Kiddies ohne Erfahrung mit unserer oder deren Weltrealität tun? Ich bin da absichtlich etwas grob, weil ich mir wirklich nix vorstellen kann, was sie tun könnten. Denn Bäume pflanzen oder mit Straßenkindern Fußball spielen ist doch etwas sehr weit hergeholt (und hat auch mit Hilfe nicht sooo viel zu tun).

  3. 4.09.2007 | 0:48

    Tjaaaaaaaa, da bin ich so spät am Abend jetzt auch ein wenig einfallslos. Und ich will ja auch dieses Programm gar nicht unbedingt verteidigen, sondern wollte nur darauf hinweisen, daß für einfachere Hilfestellungen ohne großen entwicklungspolitischen Anspruch solche Hiwis vielleicht gut sein könnten.

    Was für Hilfestellungen das genau sein könnten, müßte uns jetzt ein Sub-Sahara-Experte sagen. Liest einer mit?

  4. 4.09.2007 | 0:55

    Nicht unbedingt ein Sub-Sahara-Experte, sondern nur jemand, der sich überhaupt mit der Situation in Entwicklungsländern auskennt. Es muss ja nicht Burkina Faso sein… aber Staaten mit eigenem Atomprogramm fallen aus meiner Definition von “Entwicklungsland” schon mal raus. China genauso… wenn die “rote Heide” die jungen Leute dahin schickt, schreibe ich noch eine ganz andere Glosse…

    Aber: Wenn es wirklich Möglichkeiten gibt, unsere Statistiken zu schönen und dabei hilfebedürftigen Menschen in der Dritten Welt zu helfen, werde ich als treuer Parteisoldat diese natürlich bejubeln, sobald die FDP in die Regierung eintritt. ;)

  5. 4.09.2007 | 1:26

    In manchen Gebieten kann es durchaus schon hilfreich sein, jemand zu haben, der für anfallende Büroarbeiten einsetzbar ist, wäre so ein spontaner Gedanke.

  6. 4.09.2007 | 1:27

    “Staaten mit eigenem Atomprogramm fallen aus meiner Definition von “Entwicklungsland” schon mal raus. China genauso…”

    Gilt es nicht mehr als Atomprogramm, wenn die Bombe schon fertig ist? ;-)

  7. 4.09.2007 | 9:08

    Im Sinne einer Hilfe, wie statler sie definiert hat, kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass Freiwillige eingesetzt werden können. Zum Aufräumen nach Naturkatastrophen, Bespielen der Kinder, einfache Tätigkeiten, für die in Ausnahmesituationen sonst keiner Zeit hat – warum denn nicht?

  8. Ascooby
    4.09.2007 | 9:42

    Mit dem deutschen System kenne ich mich zwar nicht aus, ich vermute allerdings, dass eure “Hiwis” teilweise dieselben Stellen besetzen, die auch für die Österreicher (d.h. den österreichischen Auslandsdienern) zur Verfügung stehen.
    Hier eine Liste mit weitergehenden Links zu den Stellenbeschreibungen.

    Du hast dir ein schlechtes Beispiel ausgesucht, aber es gibt durchaus sinnvollere Projekte, an denen junge, engagierte Hilfswillige (Hiwis?) mitarbeiten können. Beispielsweise beim Aufbau eines Computernetzwerkes in einer medizinischen Station in Uganda. Gerade Jugendliche sind heutzutage ja mehr firm mit dem Computer als viele Erwachsene in diesen Regionen. Dieses Wissen kann auch weitergegeben werden.

    Was ich eigentlich sagen möchte: nicht alle eure 10.000 Jugendlichen, die jährlich ihren Auslandsaufenthalt gefördert bekommen, sind in Afrika stationiert und spielen Fußball. Viele erbringen auch sinnvolle Arbeit. Wo dies nicht getan wird, sollten eigentlich Pflichtberichte, deren Kontrolle und abschließende Prüfung auf Sinnhaftigkeit Abhilfe schaffen.

  9. 4.09.2007 | 10:08

    @Ascooby:

    Ich habe mir drei schlechte Beispiele ausgesucht… ;)

    Das mit dem Computernetzwerk ist nicht uninteressant, daran habe ich noch nicht mal gedacht. Aber skeptisch bleibe ich: Ob ich mich auf ein Computernetzwerk verlassen möchte, das unser Nachbarsjunge aufgebaut hat? Der ist zwar ein Computerfan, aber im entscheidenden Moment fehlt ihm dann doch wieder manches Wissen und manche Erfahrung…

    Der wesentliche Unterschied zwischen dem geplanten deutschen Programm und dem, das ihr in Österreich habt, scheint mir auch zu sein, dass es sich bei Euch um Auslandsaufenthalte mit sozialen Tätigkeiten unabhängig vom Status des Gastlandes handelt, bei “weltwärts” hingegen um Tätigkeiten in der Entwicklungshilfe, die meisten davon in Afrika.

    @Boche:

    Oh, ich kann mir auf jeden Fall Beschäftigungen für die jungen Leute vorstellen, so oder so. Die Frage für mich ist aber auch, wie sinnvoll das ganze ist, ob man das Geld, das man für das Programm ausgibt, nicht erheblich effizienter für andere Zwecke verwenden könnte – darum ja auch mein Hinweis darauf, dass die Hilfsorganisationen kein Interesse an einer Mitfinanzierung hatten.

    Im Übrigen lese ich überall, dass die jungen Leute als Entwicklungshelfer verstanden werden (siehe oberer Link).

  10. stefanolix
    4.09.2007 | 10:27

    Wenn es um einfache körperliche Tätigkeit geht: für 580 Euro im Monat könnte man immer mehrere Hilfskräfte aus dem afrikanischen Land beschäftigen. Man könnte auch Fachkräfte dorthin senden, die dann afrikanische Arbeiter ausbilden. Es sollte doch letztlich darum gehen, dass die Afrikaner Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstständigkeit bekommen.

    Natürlich wäre es schön, wenn wir vielen Interessierten einen abenteuerlichen Aufenthalt in Afrika finanzieren könnten. Ich bin aber nicht sicher, ob diese Einsätze als »pädagogische Maßnahme« wirklich effektiv sind …

  11. 4.09.2007 | 10:27

    Karsten, das Programm hat mit Entwicklungshilfe bzw. Entwicklungszusammenarbeit so gut wie gar nichts zu tun. Das ergibt sich schon aus dem taz-Artikel selbst und wird überdeutlich, wenn man sich die Informationen des BMZ dazu anschaut:

    Mit weltwärts startet heute ein neues Programm, mit dem wir junge Menschen dabei unterstützen, freiwillig in einem Entwicklungsland zu arbeiten. Es gibt viele Projekte, in denen Freiwillige einen wichtigen Beitrag leisten und Menschen in Entwicklungsländern helfen können. Gleichzeitig erlernen die Freiwilligen dabei Fähigkeiten, die in einer globalisierten Wirtschaft und Gesellschaft dringend gefragt sind: Teamarbeit, interkulturelle Zusammenarbeit, Fremdsprachen.

    Hier geht es um Elitenförderung. Das Programm richtet sich eindeutig an Gymnasiasten. Es ist kein Wunder, dass sich kaum Haupt- und Realschüler bewerben, denn auf die ist das Programm doch gar nicht zugeschnitten.

    Sinnvoll? Für die Deutschen, die am dem Programm teilnehmen: sicher. Für die deutschen (und ausländischen) Unternehmen? Sicher. Für die Organisationen, die das Geld vom BMZ bekommen? Aber hallo. Für die “Entwicklungsländer”? Nö.

    In anderen Ländern (Australien, USA, Israel) nehmen das die Schulabgänger selber in die Hand. In Asien und Afrika wird der Auslandsaufenthalt von den Eltern bezahlt (auch wenn sie sich dafür bis ans Lebensende verschulden).

    Bei uns übernimmt das halt Mama Heidi.

  12. 4.09.2007 | 10:36

    Hier geht es um Elitenförderung. Das Programm richtet sich eindeutig an Gymnasiasten. Es ist kein Wunder, dass sich kaum Haupt- und Realschüler bewerben, denn auf die ist das Programm doch gar nicht zugeschnitten.

    Genau. Und deswegen dürfte auch der Verdacht, es ginge um das Schönen von Statistiken, die Absichten der Initiatoren nicht treffen.

    Bei uns übernimmt das halt Mama Heidi.

    Mit dem Geld der Nichteliten.

  13. 4.09.2007 | 10:40

    Hier geht es um Elitenförderung.

    Soll mir das jetzt sympathischer sein als die Annahme, es ginge um die Schönung von Statistiken?

  14. Henning
    4.09.2007 | 10:45

    “Aber nein, die Hilfsorganisationen denken ebenso sinnvoll wie betriebswirtschaftlich und akzeptieren diese relativ nutzlosen Hilfskräfte zwar (kopieren können sie ja bestimmt…), wollen aber keinen Cent für ihren Einsatz bezahlen.”

    Damit hast du imho schon alles gesagt, was es zu diesem Programm der Regierung zu sagen gibt.

    Die Menschen in Entwicklungsländern brauchen keine staatlich subventionierten Wohlstandsmaden und Wannabe-Bonos (einer ist schon zuviel!), die ihnen bei einfachen Arbeiten, wie Karsten sie erwähnt hat, Konkurrenz machen.

    Entwicklungshilfe verlängert Armut nur,weil sie sie subventioniert. Es ist schließlich nicht im Interesse von Hilfsorganisationen (so pervers das auch klingt)den Grund dafür abzuschaffen, weswegen sie Geld erhalten. (ein schönes Beispiel ist auch die “florierende Friedensindustrie” in Israel und den Palästinensergebieten) Hinzukommt das ein Teil der Entwicklungshilfe auf die Konten der Machthaber sickert und nicht der Bevölkerung zu “Gute” kommt. Und abschließend ist es nicht zu verstehen, wieso Länder wie Syrien, China, Iran, Venezuely, Lybien, Saudi Arabien etc. mit Entwicklungshilfe unterstützt werden.

    Aber wem erzähl ich das? ;-)

  15. 4.09.2007 | 10:45

    Mit dem Geld der Nichteliten

    So ist es.

    Soll mir das jetzt sympathischer sein als die Annahme, es ginge um die Schönung von Statistiken?

    Habe ich irgendwo den Eindruck erweckt, das Programm sei mir sympathisch und ich erwartete deshalb von Dir, es ebenfalls sympathisch zu finden?

    Aber was ich gerade noch vergessen hatte: Verschleierung oder Senkung von Jugendarbeitslosigkeit dürfte tatsächlich nicht der Grund für das Programm sein, denn dann müssten ja ausschliesslich Nicht-Gymnasiasten gefördert werden. Nach meiner persönlichen Erfahrung ist die Arbeitslosigkeit unter Leuten, die nach der Schule nach Afrika gehen: 0%. Auch 10 Jahre später noch.

  16. 4.09.2007 | 10:45

    Keine Ahnung. Aber ich finde, Elitenförderung muss im Gegensatz zur Manipulation von Statistiken nichts per se Schlechtes sein.

  17. 4.09.2007 | 10:53

    Henning,

    Wohlstandsmaden und Wannabe-Bonos

    Mit der Wortwahl würdest perfekt zur SPD passen. Aber die darin enthaltene Diffamierung muss ich dann doch zurückweisen. Jemand, der eine staatliche Subvention annimmt, verhält sich auch nur betriebswirtschaftlich korrekt.

    Und die Leute, um die es hier geht, sind in erster Linie risikobereit und engagiert. Wenn Du Dir nämlich durch verseuchtes Wasser eine bleibende Krankheit einfängst, dann nutzen Dir 580 EUR auch nichts.

    Der Unterschied zu Bono besteht darin, dass Bono (und Madonna und Angelina und wie diese ganzen Untoten sonst noch heißen mögen) auch in Afrika im 5-Sterne-Hotel wohnt und ausserdem noch seine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt. Jemand, der mit 19 für ein halbes Jahr nach Kenia geht, tut das in der Regel nicht.

  18. 4.09.2007 | 10:56

    Aber ich finde, Elitenförderung muss im Gegensatz zur Manipulation von Statistiken nichts per se Schlechtes sein.

    Ganz meine Meinung. Nur habe ich mehr Respekt vor Eliten, die sich selber hervorbringen und fördern. Und außerdem sollte das dann von Frau Schavan bezahlt werden und nicht von Frau Wieczoreck-Zeul.

  19. R.A.
    4.09.2007 | 11:59

    Die Idee ist ja nicht neu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anderer_Dienst_im_Ausland

    Ansonsten sehe ich das genauso wie Karsten.

    Im Prinzip ist das eine ziemlich rassistische Einstellung seitens der roten Heidi: So ein deutscher Herrenmensch ist halt auch völlig ohne Ausbildung automatisch schlauer als alle Neger und daher per Volkszugehörigkeit als Helfer geeignet.

    M. E. ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit, dieses Ministerium komplett abzuschaffen.

    http://www.senordaffy.de/?p=1002

  20. Max
    4.09.2007 | 16:40

    Wie wäre es mit politischen Anreizen? Grenzenloser Handel mit der EU (d.h. keine tarife), solange gewisse Innenpolitische Vorgaben (Demokratie, Grundrechte, freie Wirtschaft) erfüllt werden?

    Aber ach, so sinnvoll wie das wäre, so unwahrscheinlich wäre es von den EU Bürokraten etwas ähnliches zu erwarten. Gerade Deutschland und Frankreich würden da wohl gleich blockieren…

  21. R.A.
    4.09.2007 | 17:09

    @Max:
    > Wie wäre es mit
    > politischen
    > Anreizen?
    Klingt erst einmal gut.
    Aber nachdem sich die üblichen Lobbys drüber hergemacht haben, wird das dann so aussehen, daß ein Land nur dann frei handeln darf, wenn es alle möglichen Gesetze übernommen hat.

    Also nicht nur freie Wahlen, sondern auch freigestellte Betriebsräte, Diskriminierungsgesetze, Frauenbeauftragte und Kündigungsschutz.

    Mit anderen Worten: Importieren dürfen sie erst, wenn sie völlig konkurrenzunfähig geworden sind.

  22. Henning
    5.09.2007 | 14:17

    Marian,

    hihi, mit der polemischen Bemerkung würde ich sicher noch in andere Schubladen passen. Deine Wahl sagt aber mehr über dich, als über mich aus.

    “Betriebswirtschaflich korrekt” ist nich unbedingt identisch mit “gut”. Schließlich war es eine zeitlang auch betriebswirtschaftlich korrektes Handeln, wenn man Sklaven besaß.
    Meine Wortwahl zielte aber nicht so sehr auf die Anreizstruktur ab, sondern war eine Unterstellung über die Beweggründe dieser Hilfskräfte. Und hier scheinen mir voyeuristische und pseudomoralische Intentionen( zB zur Selbstbeweihräucherung/Gutes Gewissen) in diesem Alter eine Hauptrolle zu spielen. Es ist egal, aus welchen Intentionen geholfen wird bzw. “Gutes” geschieht, die dahinterstehende Absicht sollte getrennt vom Ergebnis betrachtet werden. Meistens ist gut gemeint nicht gut gemacht. Diese Aktivitäten sollen aber bitte nicht mit Steuergeldern finanziert werden. Wer kein Geld hat in Afrika Menschen zu helfen, der kann sein gutes Gewissen auch hier in Deutschland befriedigen.

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