There is no business like…

Spontane Frage: Warum verkommt das Web eigentlich zu einer Art “Fernsehen light”? Nur, weil’s funktioniert?

Mehr und mehr Links verweisen auf Videos. Für Unterhaltung mag das ja noch sehr sinnvoll sein, aber wenn es um komplexere Themen geht, sei es nun in Richtung Wissenschaft oder Politik, sind Videos aus meiner Sicht eine der unsinnigsten Arten der Gedankenübermittlung. Man wird durch das Gesehene beeinflusst, also z.B. wie sympathisch der Sprecher erscheint, muss sich u.U. in die gewöhnungsbedürftige Sprechweise des Vortragenden einhören, kann nicht mal den letzten Absatz eben nochmal Revue passieren lassen und auch nicht zwischendrin kurz gedanklich innehalten, um über das gerade Erfahrene nachzudenken.

Sicher haben auch “Bleiwüsten” ihre Nachteile, aber dazwischen gibt es doch wirklich noch eine Menge Raum. Es muss ja nicht unbedingt Powerpoint sein, aber gekonnt zusammengestellte Mischungen aus Bildern, Grafiken und Text sind aus meiner Sicht immer noch am instruktivsten.

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10 Kommentare zu “There is no business like…”

  1. R.A.
    22.08.2007 | 17:52

    Volle Zustimmung!

    Und aus den genannten Gründen war ich schon immer der Meinung, daß Fernsehnachrichten weitgehend ungeeignet für eine seriöse (nicht nur politische) Information sind – und das hat wenig mit der Qualität der Journalisten dahinter zu tun.

    Und was bei den YouTube-Schnipseln dazukommt: Man kann nicht kurz mal querlesen, ob das interessant klingt.
    Man muß erst warten, bis der Krempel halbwegs geladen ist, und dann läuft das vielleicht Minuten, bis mal klar wird, was eigentlich der Knackpunkt bzw. der Grund der Empfehlung sein soll.

    Und fast nie bekommt man mit dem Link auch mal eine Kurzbeschreibung, was einen da erwartet und warum man das sehen sollte.

    Ich reagiere daher nur ganz selten auf solche Links, meist nur, wenn sie mir von mehreren guten Quellen empfohlen wurden.

  2. FAB.
    22.08.2007 | 19:21

    Wie allseits bekannt, verführt Textlichkeit nur zu eindimensional-linearem Denken, also zur traditionellen, eurozentristischen, logosfixierten (i.e., faschistischen) Weltsicht toter weißer Männer. Davon sich endlich zu lösen, um die multiperspektivisch-interkulturelle Vernetzheit des Weltgeistes ganzheitlich erfassen zu können, darin liegt die große Aufgabe und die Verheißung der multimedial-visuellen Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Vorwärts, und nicht zurückgeblickt!

  3. 22.08.2007 | 19:44

    “Ganzheitlich” wird gefälligst erspürt, nicht erfasst.

  4. 22.08.2007 | 20:06

    @FAB: *muhähähääääää*

  5. 22.08.2007 | 22:52

    ich ignoriere mal FAB.s …’äm’ Satireversuch… das menschliche Gehirn ist nicht gut dafür geeignet lange Texte am Bildschirm zu lesen. Bilder sind nunmal der effektivste Input für unseren Verstand. …das heißt aber nicht, dass Videos für alle Zwecke gut geeignet sind, und schon gar nicht, dass die anderen Arten von Information unwichtig wären.

    für Nachrichten bevorzuge ich persönlich Print (notfalls Netz, wenn die Texte halbwegs übersichtlich aufbereitet sind). ich hasse Fernsehnachrichten.

  6. 23.08.2007 | 0:12

    Videogucken kann man automatisch, Lesen muss man erst lernen. Ergo: Lesen ist total unnatürlich. Pfft.

  7. 23.08.2007 | 0:24

    Videogucken kann man überhaupt nicht automatisch! Der Unterschied ist nur, dass es das Gehirn schon viel früher gelernt hat als das Lesen.

  8. 23.08.2007 | 0:27

    Ich hasse es, wenn marc Marc widerspricht… ;-)

  9. R.A.
    23.08.2007 | 10:27

    @marc:
    > das menschliche
    > Gehirn ist nicht
    > gut dafür
    > geeignet
    > lange Texte am
    > Bildschirm zu
    > lesen.
    Meins schon.
    Und ich sehe auch keinen Grund (guten Bildschirm und vernünftiges Layout vorausgesetzt), warum das bei anderen Menschen grundsätzlich anders sein sollte.

    > Bilder sind
    > nunmal der
    > effektivste
    > Input für
    > unseren Verstand.
    Ja, aber es geht hier eben nicht nur um Effektivität, sondern um Bewußtmachen von Inhalten und Zusammenhängen sowie um Nachprüfbarkeit.

    Man kann per Bild sehr viele Informationen transportieren, die meisten davon werden unbewußt aufgenommen, und damit kann eben auch sehr effektiv manipuliert werden.

  10. 23.08.2007 | 12:14

    Ich muß marc da wenigstens zum Teil recht geben. Am Bildschirm lesen kann ziemlich anstrengend sein. Zum Teil kann ich nicht sagen, woran es liegt, zum Teil ist es aber jedenfalls die weitgehende Unmöglichkeit schnellen Durchblätterns. Eine vorher gelesene Stelle wieder zu finden ist kaum mit irgendwas so komfortabel und schnell zu machen, wie mit einem stinknormalen Buch. Auch Volltextsuche kann da nicht mithalten.

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