“Der Angstmach-Minister”

Ist der Titel eines sehr zu empfehlenden Kommentars von Heribert Prantl in der SZ online über Schäuble und seine Anti-Terror-Pläne.

Wobei Bundesinnenminister Schäuble bei Weitem nicht der einzige Scharfmacher und nur einer von vielen Hardlinern ist. Und wenn man sich unter amtierenden und ehemaligen Innenministern umsieht, scheinen die “harten Hunde”, die Bürgerrechte in erster Linie als Ermittlungshindernis sehen, in der Überzahl zu sein.
Im Falle Schäubles gibt es aber zwei erschreckende Besonderheiten: Zum einen, dass der Minister offensichtlich auf wichtigen Gebieten den Kontakt zur Realität verloren hat. Er macht den Eindruck eines von Angst getriebenen Menschen, eines Menschen, der mit Tunnelblick auf möglichen terroristische Attentäter starrt. Zum anderen, dass er – aus machtpolitischen Gründen? – weil seine Ängste inzwischen Allgemeingut geworden sind? – immer noch die Zustimmung der CDU/CSU und bestenfalls halbherzigen Gegenwind seitens der SPD erhält. Und die drei Oppositionsparteien liegen politisch so weit auseinander, dass sie – trotz geteilter Bedenken – wohl kaum zu einer gemeinsamen Linie gegen den “Schäuble-Katalog” der Bürgerrechtseinschränkungen finden dürften.
Immerhin: Teile der Presse sind aufgewacht und bejubeln nicht mehr jede Maßnahme, die “mehr Sicherheit gegen terroristische Anschläge” bringen soll.

Wie weit Schäuble von der Realität der Polizeiarbeit entfernt ist, sieht man, wenn man seine Äußerungen mit denen des ebenfalls als “Hardliner” geltenden Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, vergleicht: (via Zwischenspeicher

Wir müssen die Freiheit schützen, sagte Schäuble. Er wolle Anschläge verhindern, aber er wolle vor allem, wenn etwas passieren sollte, dass alle das sichere Bewusstsein haben, dass alles Menschenmögliche getan wurde.

Schäuble in der FAZ

Die Politik warnt seit Jahren vor der Terrorgefahr. Aber gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen verschlechtert. Wir haben über 10 000 Polizisten weniger als vor fünf Jahren. Uns fehlt das Personal für die Beobachtung dieser Leute. Wir sind nicht einmal in der Lage, die Leute, die wir als Gefährder betrachten – bei denen es Hinweise auf ihre Terrorbereitschaft gibt – rund um die Uhr zu überwachen.

Freiberg in der HNA.

Bezeichnenderweise steht nicht naheliegenderweise der Abbau des Personalmangels bei der Polizei in Vordergrund, sondern die Verschärfe von Gesetzen, die Möglichkeit, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen – und technische Überwachungsmaßnahmen, von denen sich nicht nur Schäuble wahre Wunder zu versprechen scheint – wohl in völliger Verkennung der technischen Realitäten.

Allerdings erkenne ich in der Sicherheitspolitik nur einen winzigen Ausschnitt einer Un-Kultur des Generalverdachts, die sich nicht nur in Deutschland wie Mehltau über die politische Landschaft legt. Ein Langszeitarbeitsloser gilt sehr oft (bis zum Beweis des Gegenteils) als “Sozialschmarotzer”, ein Immigrant als “Scheinasylbewerber”. Wer Moslem ist, steht schnell im Verdacht “islamistischer Terrorist” zu sein – hier ging die Fähigkeit zur Differenzierung weitgehend verloren. Und wenn “nicht auszuschließen ist”, dass bestimmte gewaltbetonte Computerspiele zum Abbau der Hemmschwelle gegen reale Gewalt beitragen könnten, wird daraus bei uns “Killerspiele machen Jugendliche zu Mördern”.

Die gemeinsamen Merkmale: eine diffuse Angst – vor dem Terror, vor der Umweltkatastrophe, vor dem “demographischen Niedergang”, vor der “Überfremdung” und “Unterwanderung” – aber auch: vor dem Neuen, dem Unverstandenen, dem Wandel: Globalisierung, (nicht mehr) neuen Technologien wie dem Internet, neue Formen des Protestes und vielem mehr.
Die Folgen: Angstabwehr durch Ausschließen des Zweifels und der Suche nach einfachen Antworten und “Sündenböcken”. Vor allem aber: Umsichgreifen eines “strukturellen Konservativismus” (auch bei politisch nicht konservativen – und des Hanges zum Wegsehen, zum unsichtbar Machen und unter den Teppich kehren unangenehmer Tatsachen.

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32 Kommentare zu ““Der Angstmach-Minister””

  1. 9.07.2007 | 17:04

    Danke Herr Schäuble…

    Vielleicht bin ich ja doch garnicht so unpolitisch, wie ich selbst immer gedacht habe. Spätestens seit heute muss ich meinen Standpunkt nochmal gründlich überdenken. Nach meinem morgendlichen Stöbern in diversen Weblogs scheint ein …

  2. R.A.
    9.07.2007 | 17:21

    Prantl tue ich mir aus Prinzip nicht mehr an.
    Auch wenn er hier ausnahmsweise vielleicht recht hat – er ist ein Hetzer und verbreitet platte Vorurteile für den linken Stammtisch.

    Schäuble wird allerdings wirklich zum Problem.
    Das ist einfach unfaßbar, was der alles absondert.

  3. 9.07.2007 | 17:23

    Der Personalabbau bei der Polizei ist m.E. begrüßenswert. Mehr Polizisten bringen nicht mehr Sicherheit, sondern mehr Unsicherheit, weil diese Massen schlichtweg mit unsinngen Aufgaben belastet werden und teilweise sogar kontraproduktiv werden.
    Bei den Amtsgerichten landen z.B. jede Menge Owi-Verfahren, die auf Grund schlechter Beweisführung eingestellt werden müssen. Es gibt einfach zu wenig Technik und zu viel Personal.

    In England ist jeder Streifenwagen ein High-Tech-Einsatzmittel. Ich habe neulich noch einen grün-weißen VW Santana gesehen, mit dem zwei Beamte unterwegs waren. Einen Santana!

    Die Polizeidichte in Deutschland ist dreimal so hoch wie in Großbritannien, die innere Sicherheit aber in einem gravierend schlechterem Zustand. Automatical number plate readers sind in GB z.B. schon seit 10 Jahren im Einsatz. in Deutschland geht deren Einsatz gerade erst los.
    Alle polizeilichen Aufgaben werden in Deutschland mit einer Vielzahl der Beamten erledigt, allerdings ohne der britischen Effizienz.

    Ich weiß z.B., dass kleinere Flughäfen in Deutschland mit genauso vielen Beamten bewacht werden wie Heathrow. Allerdings machen die Briten sehr viel mit weit überlegener Technik wett.

    Die englischen Polizeien stellen auch schon seit 25 Jahren für Führungsaufgaben vorwiegend spezialisierte Akademiker ein, während man in Deutschland versucht den Alleskönner zu produzieren, der am Ende nichts richtig kann. Deshalb auch die vielen mangelhaft geführten Verfahren, die schlechte Beweissicherung, die unzureichenden rechtlichen Würdigungen, das hat damit alles zu tun.

    Die Staatsanwaltschaften sind doch nur noch am Aktenverwalten. Die Ermittlungen leiten, wie es ursprünglich vorgesehen war, machen die doch schon seit dreißig Jahren nicht mehr.

  4. R.A.
    9.07.2007 | 17:51

    @Markus:
    > Die Polizeidichte in
    > Deutschland ist dreimal
    > so hoch wie in
    > Großbritannien …
    Ist das wirklich so?

    Ich kann mir ein so krasses Mißverhältnis nicht vorstellen.
    Das deutet eher auf unterschiedliche Abgrenzungen hin, was man alles unter “Polizei” rechnet.

    Ansonsten gebe ich Dir sehr recht, daß bei Organisation und Technik in Deutschland noch sehr viel im Argen liegt.
    Wenn sich Schäuble und die anderen Maulhelden mal darum kümmern würden, wäre das deutlich effektiver als immer mehr neue Vorschriften.

    Aber das würde halt Arbeit machen und keine Schlagzeilen.

    Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob im Endergebnis die hochtechnisierte englische Polizei so viel bessere Arbeitsergebnisse liefert …

  5. 9.07.2007 | 17:57

    Ich habe neulich noch einen grün-weißen VW Santana gesehen, mit dem zwei Beamte unterwegs waren. Einen Santana!

    Kann nicht im Ländle gewesen sein. Hier fahren sie einen geleasten Benz, Grundfarbe silber.

    Automatical number plate readers sind in GB z.B. schon seit 10 Jahren im Einsatz. in Deutschland geht deren Einsatz gerade erst los.

    Äh…

    Wenn sich Schäuble und die anderen Maulhelden mal darum kümmern würden, wäre das deutlich effektiver als immer mehr neue Vorschriften.

    Vielleicht ist das Schäubles Problem? Er kann sich darum ja gar nicht kümmern, weil es ja noch einen Vorwand für Länder geben muss…

  6. 9.07.2007 | 18:01

    Das mit den Personalzahlen stimmt auf jeden Fall. Und der Bereich “Polizei” ist in GB und D in etwa gleich. Als Ausnahme würden mir da nur die coroner einfallen. Aber deren Anzahl ist verschwindend gering.

    automatic number plate readers sind technische Anlagen, die KFZ-Kennzeichen vollautomatisch mit den polizeilichen Datenbanken abgleichen und bei einem Fahndungstreffer Alarm geben. So ein Teil ersetzt von seinen Ergebnissen her einige hundert Beamte.

  7. 9.07.2007 | 18:05

    achso, nochtwas: Man muss natürlich auch noch die Folgekosten berücksichtigen. So ein Beamter will schließlich Krankenversorgung und Pension erhalten. Natürlich neben den Bezügen.

    Technik ist da sehr viel günstiger.

  8. 9.07.2007 | 18:05

    Mein “Äh” bezog sich auch eher auf die damit verbundene Erweiterung der Überwachung.

  9. 9.07.2007 | 18:11

    Rayson, man muss eben wissen was man will. Mir persönlich sind so ein paar number plate readers die ihre Arbeit zuverlässig machen lieber als hundert Beamte, die lange nicht so effizient sind. Warum sollte man auch eine Person gegen die ein Haftbefehl erwirkt wurde oder ein geklautes Auto nicht problemlos finden können?

  10. googlehupf
    9.07.2007 | 19:16

    Neue Überwachungsinfrastruktur schafft auch neue Überwachungsbegehrlichkeiten.
    Und das britische Modell finde ich eher unheimlich als nachahmenswert.

    Vielleicht gibts ja auch technische Anwendungen die nicht vollautomatisch und vollüberwachend funktionieren die aber trotzdem die Polizeiarbeit erleichtern.

  11. 9.07.2007 | 20:03

    Man muss natürlich wissen, dass diese Automaten verplompt sind und die abgefragten Daten sich – außer bei Fahndungstreffern – vollautomatisch löschen.

    Die Einschränkung der bürgerlichen Freiheit ist m.E. größer, wenn mehr Beamte vom bürgerlichen Steuergeld bezahlt werden müssen. Das bisschen Technik bezahle ich dagegen gerne, macht es doch nur einen Bruchteil davon aus.

  12. 9.07.2007 | 20:10

    Das britische Modell resultiert m. E. aus einer Fehleinschätzung: nämlich der, im “islamistischen” Terror so etwas ähnliches zu sehen, wie im Terror der IRA. (Aus dieser Zeit kommt auch das britischen Vertrauen in technische Sicherheitsmaßnahmen.) Die bewährten Methoden erwiesen sich gegen die neue Art des Terrorismus als Wirkungslos – die Folge: Vertrauensverlust der Bürger in den Staat, blinder Aktionismus “etwas” zu tun – und das fatale Rezept: “Mehr davon, wenn wenig nicht richtig hilft”. Insgesamt ist das “britische Modell” nicht nachahmenswert, auch wenn unsere Polizei IMO noch einiges aus dem U.K. lernen könnte.

    In Deutschland ist das bekanntlich nicht so. Was die Verschwörungstheoretiker auf den Plan ruft: “Da steckt doch Absicht hinter, die wollen eine Diktatur einrichten”. Es stimmt: Jedesmal, wenn Schäuble einen “neuen Vorstoß” für “mehr Sicherheit” und “gegen den Terrorismus macht (also mittlerweile beinahe täglich), gibt er damit anderen Politikern die Gelegenheit, sich als gute Demokraten zu profilieren. Trotzdem halte ich nichts von der Stammtischidee, nach der Schäuble nur eine bestimmte Funktion im einem Spiel mit verteilten Rollen einnimmt, etwa mit der CDU als “böser Polizist” und der SPD als “lieber Polizist” der Koalition. Denn am Besten können sich die Oppositionparteien profilieren.
    Etwas, aber nicht viel, plausibler ist die Idee, Schäubles “harte Linie” soll Wählerstimmen am “rechten Rand” gewinnen. (Das traue ich eher dem Koch zu.)
    Nein, im Falle “Schäuble und der Antiterrorkampf” halte ich es mit J. Joffe: “Versuche nie durch Konspiration zu erklären, was auf Chaos oder Inkompetenz zurückgeführt werden muss.”

  13. 9.07.2007 | 20:27

    Der islamistische Terror in Europa ist zweifelsohne schlechter organisiert als der Terror der IRA, Al Kaida ist wohl auch eher ein kriminologisches als ein terroristisches Problem.
    Man darf technische Neuerungen bei der Polizei aber auch nicht nur im Zusammenhang mit dem Terrorismus betrachten. Die öffentlichen Haushalte fahren auf Grund der Pensionslasten schon bald vor die Wand. Man wird schlichtweg mit viel weniger Personal auskommen müssen. Der Terror bietet wohl nur soetwas wie die bequeme Ausrede jetzt endlich etwas tun zu müssen.
    Die technische Aufrüstung müsste so oder so jetzt von statten gehehn, weil sonst mit der öffentlichen Sicherheit mangels bezahlbarem Personal bald Schluß wäre.

  14. 9.07.2007 | 20:28

    Etwas, aber nicht viel, plausibler ist die Idee, Schäubles “harte Linie” soll Wählerstimmen am “rechten Rand” gewinnen. (Das traue ich eher dem Koch zu.)

    Hmm… aber macht sich Schäuble damit nicht selbst das Leben schwer? Ich gehe mal stark davon aus, dass die nächste Koalition wahlweise schwarz-gelb oder möglicherweise schwarz-grün (vielleicht sogar Jamaika) sein wird. Und sowohl die Grünen als auch die Liberalen werden doch sicherlich Schäuble als erstes Bauernopfer im großen Postengeschacher fordern, oder?

  15. 9.07.2007 | 20:29

    Achja, wo wir gerade bei der britischen Polizei waren: Guckt Euch unbedingt “Hot Fuzz” an! Der ganze Kinosaal hat hier fast am Boden gelegen vor lachen. Unbedingt ansehen!

  16. 9.07.2007 | 21:01

    @ MartinM: Ich glaube nicht, dass Schäuble oder die aktuellen Regierungsparteinen eine Diktatur errichten wollen. Aber sie tun alles einer den Weg zu bereiten.

    Die müssen dann noch nicht mal verfassungswidrige Gesetze verabschieden, die müssen nur die bestehenden ohne wenn und aber ausreizen und anwenden.

    Und mit den entsprechenden Grundgesetzänderungen knipsen sich Schäuble&Co auch noch selbst das BVerfG aus, dass in einer Notbremdung einige zweifelhafte Gesetze kassieren könnte.

  17. 9.07.2007 | 21:46

    [...] Siehe auch: B.L.O.G. [...]

  18. der gute don
    9.07.2007 | 21:50

    In meinem Job geht es im Endeffekt darum, durch immer raffiniertere Techniken weitergehende Automatisierung und Schaffung von Transparenzen Konsumenten mehr Service zu bieten. Aber ehrlich, mir sind 100 Polizisten lieber als eine automatische Nummernschilderfassung.

  19. stefanolix
    9.07.2007 | 21:55

    Marc, Du sprichst ein großes Wort gelassen aus: Diktatur. Und ich fürchte, dass wir in Richtung einer Diktatur treiben, denn
    - die Sozialpolitik ist nicht zukunftsfähig,
    - die Politik ignoriert die demographischen Probleme,
    - viel zu wenig Menschen begreifen das Wort »Eigenverantwortung«,
    - die Globalisierung wird viele zu einem gewissen Verzicht zwingen.
    Es gibt weitere Faktoren, die zu innenpolitischen Spannungen führen können. Und zu alledem wird es bald noch unerträglich warm sein …

    Damit ist der Nährboden für Populisten von Links und Rechts vorbereitet. Ob ein rechter Diktator oder eine linkspopulistische Partei an die Macht kommt: beide werden die Infrastruktur zur Überwachung des Volkes gern nutzen.

  20. 10.07.2007 | 1:32

    Ein Langszeitarbeitsloser gilt sehr oft (bis zum Beweis des Gegenteils) als “Sozialschmarotzer”, ein Immigrant als “Scheinasylbewerber”. Wer Moslem ist, steht schnell im Verdacht “islamistischer Terrorist” zu sein – hier ging die Fähigkeit zur Differenzierung weitgehend verloren.

    Asylbewerber gelten oft als “Scheinasylbewerber”, nicht Immigranten – zudem ist Einschätzung nicht mal falsch, denn die meisten sind tatsächlich Wirtschaftsflüchtlinge. Ein nachvollziehbares Motiv, aber zumindest kein Grund für Asyl. Muslime gelten der Super Illu tatsächlich schnell als “islamistische Terroristen”, für anderen, wie mir, gelten hingegen mindestens ein Drittel als Nazis, denn in der bisher einzigen repräsentativen Studie zu den weltanschaulichen Vorstellungen von Migranten türk. Herkunft stellte Heitmeyer schon 97 fest:

    “ein Drittel der türkischsprachigen Migrantenjugendlichen” neigen zu “einem gewaltzentrierten islamischen Fundamentalismus und ethnischen Nationalismus” (Heitmeyer/Müller/Schröder: Verlockender Fundamentalismus. Türkische Jugendliche in Deutschland, 1997)

    Zum Ethos gerade der Türken, die Adenauer & Co aus einfachen Verhältnissen kommen ließ, habe ich dir woanders schon geschrieben, das Stichwort ist Namus. Schäuble dreht tatsächlich durch, denn mit Terror werden wir fertig. Mit einem stetig wachsenden Anteil reaktionärster Schulversager nicht.

  21. 10.07.2007 | 4:37

    Und zu alledem wird es bald noch unerträglich warm sein

    ha! schön wär’s…

  22. AM
    10.07.2007 | 10:05

    Es gibt auch eine persönliche Komponente bei Schäuble. Das Attentat gegen ihn hat ihn verbittert und ein bisschen lebensfeindlich gemacht. Es ist menschlich verständlich, dass er ständig davon träumt, potenzielle Gewalttäter präventiv zu erschiessen. Der Mann ist deshalb in seinem Amt eine Fehlbesetzung.

  23. 10.07.2007 | 10:28

    Unwahrscheinlicher Grund. Auf Schily wurde auch nie geschossen.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,493377,00.html

  24. 10.07.2007 | 11:04

    @AM: Ich Vermute, dass liegt daran, dass beide Anwälte sind. Und von denen machen einige nunmal für ihre Mandanten alles. Und wenn es sein muss, vertreten sie nächstes Mal die Gegenposition.

  25. 10.07.2007 | 11:53

    Das ist aber kein Privileg der Anwälte, sondern so ziemlich aller Dienstleister. Der Anwalt hat seinen Mandanten übrigens nach ganzen Kräften zu vertreten, so funktioniert das Spiel.

    Es könnte auch der Grund vorliegen, dass Schäuble über überlegene Informationen verfügt auf Grund derer er sich zu solchen Vorschlägen veranlasst sieht.
    Ganz davon abgesehen wären solche Präventiverschießungen auch nach der derzeitigen Rechtslage durchführbar, sie wären lediglich nicht von höherer Stelle anzuordnen. Im Krisenfall könnte das locker der Einsatzführer eines SEK anordnen. Das Gefahrenabwehrrecht gäbe ihm dabei Recht. In meinen Augen sind weite Bereiche der Sicherheitspolitik daher Scheingefechte.

  26. 10.07.2007 | 13:32

    Es wäre einiges möglich, wenn ein Polizist oder Geheimdienstler meint, es wäre Gefahr im Verzug. Schließlich konnt man dem Kindesentführer in Frankfurt auch mit Folter drohen. Und ein Jet könnte immer ein verdächtiges Flugzeug abschießen.

    Dinge, die man vielleicht sogar tun muss, wenn die Lage nichts anderes mehr zulässt. Nur möchten einige dafür gerne freisprechende Gesetze schaffen.

    Nur schafft das dann Freibriefe, die wir bestimmt nicht wollen. Ich finde, dass man die aber nicht geben darf.

    Die Frage, “ist es die Sache wert oder ist es wahrscheinlich, das wenn ich dem Verbrecher jetzt foltere, er aussagt und ich schlimmeres verhindere” sollte man sich immer stellen müssen, weil sie – Gewissen vorausgesetzt – meiner Meinung ein gutes Regulativ bildet.

    Wenn ich aber Folter, präventive Todes- und Abschüsse erlaube, dann macht man es uns Menschen zu leicht. Denn wir neigen zum Machtmissbrauch, wie Stanford Prison und Milgram Experiment zeigen.

  27. 10.07.2007 | 14:02

    Du verwechselst jetzt aber zwei Dinge: Du sprichst nämlich Beispiele an, die rechtswidrig wären. Die Anwendung einer präventiven Erschießung – weil z.B. die Festnahme nicht durchführbar wäre – wäre aber rechtmäßig. Natürlich müsste dann die Annahme der Unmöglichkeit der Festnahme (z.B. Sprengstoffgürtel am Mann) schlüssig sein.

    Aber auch in anderen Szenarien wäre die präventive Erschießung rechtmäßig.

    Das ist ja gerade das absurde an unserer Rechtsprechung. Ein wenig Folterandrohung regt die Gerichte auf. Die Erschießungen wären dagegen vollkommen ok.
    Diese total bekloppte Haltung wurde den Gerichten auch schon am Beispiel des finalen Rettungsschusses und dem Vergleich zum Daschner-Fall vorgeworfen.

  28. 10.07.2007 | 14:59

    Ich hatte hier gestern etwas gepostet – war es nicht genehm, oder ist es wg. zu vieler urls im Spam-Ordner gelandet?

  29. 10.07.2007 | 17:29

    @M. Möhling

    Akismet hat’s blockiert. Ist jetzt freigeschaltet.

  30. 10.07.2007 | 18:07

    Schäuble ist leider nicht der Einzige, der das Grundgesetz für ein überflüssiges Hindernis beim Durchregieren hält:

    law blog: Das geht schwer ‘runter
    Ausgerechnet der rechtspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Norbert Geis möchte “Gefährder” ohne Gerichtsverfahren internieren. Ich begreife nicht, wieso jemand, der solche verfassungsfeindlichen Vorschläge macht, nicht sofort sein Amt verliert.

  31. 10.07.2007 | 18:16

    @Markus Oliver:

    Es könnte auch der Grund vorliegen, dass Schäuble über überlegene Informationen verfügt auf Grund derer er sich zu solchen Vorschlägen veranlasst sieht.

    Nehmen wir mal an, ja – das müsste dann aber schon in der Größenordnung eines Staatsstreichs oder eines bürgerkriegsähnlichen Aufstandes liegen. Und wäre es z. B. eine Horrormeldung wie die Info: “Al Qaida hat die Atombombe” wären die Reaktionen unseres Verfassungsdemontageministers ahnungs- und hilfloser Aktionismus. Nein, ich fürchte, dass parteienübergreifend und staatenübergreifend eine Polizeistaats-Mentalität eingerissen hat.

  32. 11.07.2007 | 0:54

    TerrorLinks – 11.07.2007…

    Heute das TerrorspecialNächste Woche Montag ist Webmontag in Karlsruhe, direkt am BahnhofDie CDU arbeitet an der Entmachtung des Grundgesetzes. An allen Fronten. Geis, Schäuble (jetzt auch mit gezielter Tötung), Terror: James Hetfield unter Talib…

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