Kartellamts-Logik

Kooperieren ist schädlich für den Wettbewerb, Fusionieren aber nicht. Wird mir sicher irgendwann auch mal einer erklären können.

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14 Kommentare zu “Kartellamts-Logik”

  1. 5.07.2007 | 16:49

    Sicher niemand vom Kartellamt.;-) Denn die Beamten dort sind hin- und hergerissen zwischen einer angestaubten Wettbewerbstheorie und der Mühe sich stets für den einzusetzen, dem es gelingt die Herde der Wähler vor den eigenen Karren zu spannen.

  2. 5.07.2007 | 17:33

    Tja, wenn das der Ludwig Erhard wüsste … (Auf seine Anregung würde das Bundeskartellamt gegründet – als eine der ersten Kartellbehörden überhaupt.)
    In seinem Sinne wäre die Entscheidung klar: keine Kooperation (weil durch die Absprache zwischen Arena und Premiere regionale Monopole entstehen könnten) und erst recht keine Fusion. Jedenfalls nicht solange weitere Wettbewerber auftauchen sollten. Aber offensichtlich sind dem Kartellamt inzwischen so viele Zähne gezogen worden, dass es nur noch harmlos hinterknurren kann.

  3. 5.07.2007 | 17:34

    Äh – ich meine natürlich: jedenfalls nicht solange *keine* weiteren Wettbewerber auftauchen sollten.

  4. 5.07.2007 | 18:28

    Aber offensichtlich sind dem Kartellamt inzwischen so viele Zähne gezogen worden, dass es nur noch harmlos hinterknurren kann.

    Ja, die Ministererlaubnis ist z.B. so ein Ding.

  5. 6.07.2007 | 2:47

    Lieber Rayson,

    das ist ein Beispiel für die vielen Fälle, in denen ich aus einer liberalen Grundüberzeugung überhaupt nix ableiten kann.

    Ein “Amt”, das “genehmigt” oder “untersagt” – nicht wahr, das klingt nicht sehr liberal? Zumal man ja nicht weiß, wie liberal denn die dortigen Beamten sind. ;-)

    Andererseits liegt es auf der Hand, daß Kartelle den Wettbewerb beeinträchtigen, im schlimmsten Fall zum Erliegen bringen können.

    Wieviel Staat braucht man, um möglichst wenig Staat zu bekommen? Das scheint mir die Frage zu sein.

    Auf die ich keine Antwort weiß.

    Andere schon, und da werde ich dann skeptisch.

    Wie mir überhaupt Liberale, die aus ihrer “Weltanschauung” jede Menge fertiger Antworten hervorzaubern, suspekt sind.

    Ich vermute, daß wir uns darin sehr einig sind. :)

    Herzlich, Zettel

  6. 6.07.2007 | 11:10

    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Beitrag und Link nicht. An welcher Stelle wird eine Kooperation für bedenklich gehalten, nicht aber eine Fusion?

  7. 6.07.2007 | 11:35

    Zumal: Wo findet denn eine Fusion statt? Hier wird ein Monopol (nämlich ein exklusives Lizenzrecht) weiterverkauft – und der Verkäufer hat das zusätzliche Problem, dass er keine weiteren nennens- und veräußerungswerten Rechte besitzt…

    Die Kooperation war deswegen untersagt worden, weil Premiere nach der ursprünglichen Vereinbarung genauso wie arena eine Infrastrukturgebühr erheben (wollte/musste) und es daher keine freie Preisbildung gab. Außerdem warf man UM und Premiere vor, sich den Markt entlang der Grenze Kabel/Sat aufteilen zu wollen.

  8. 6.07.2007 | 12:10

    @Dirk

    Zur Kooperation selbst steht da nichts Genaueres außer

    Auf dessen Druck hatten die beiden Sender in den vergangenen Monaten ein früheres Kooperationsmodell überarbeitet.

    Wie dieses Modell aussah, lässt sich aber unschwer er”googeln”, z.B. hier http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,478826,00.html

    @Andreas Spengler

    “Arena” besteht de facto nur aus den Übertragungsrechten. Wenn die an Premiere weitergereicht werden, verschwindet “arena” als Spieler vom Markt. Das zwar rechtlich keine Fusion, kommt ihr aber im wirtschaftlichen Ergebnis gleich.

    Wieso das jetzt entgegen der ursprünglichen Kooperation eine “freiere Preisbildung” mit sich bringen soll, erkenne ich immer noch nicht. Aber der Vorwurf der Marktaufteilung wird natürlich berücksichtigt, wenn es letztlich nur noch einen gibt…

  9. 6.07.2007 | 12:39

    Lieber Zettel,

    die Ergebnisoffenheit ist ja liberales Prinzip ;-)

    Aber ernsthafter: Wie liberal jemand eingestellt ist, erkennt mich unbedingt nicht daran, was er fordert, sondern eher daran, wie er argumentiert.

  10. 6.07.2007 | 13:23

    @Rayson: du hast mit Deinen Bemerkungen natürlich nicht Unrecht.

    Problematisch ist wohl, dass das KA erstmal nichts an der Tatsache, dass es sich bei den Lizenzen um ein Monopol handelt, machen.

    Also untersuchen sie zumindest, wenn eine Kooperation im Raume steht, ob da – für sich genommen – alles mit rechten Dingen zugeht.

    Zum Glück kann ja jeder selbst entscheiden, ob er Live-Fußball schauen will, oder nicht – und was er dafür bereit ist zu zahlen ;-)

  11. 6.07.2007 | 14:25

    Und wo ist von Fusion die Rede? Na gut, von einem Weiterverkauf der BuLiRechte, die etwa 100% des Firmenwertes von Arena ausmachen. Okay, jetzt habe ich den Punkt.

    Das Problem scheint mir viel mehr zu sein, dass es in Sachen Übertragungsrechte bereits ein Monopol gibt: Die DFL. Insofern entbehrt die ganze Situation ohnehin jeglicher wettbewerbs(rechtlicher) Logik.

  12. 10.07.2007 | 23:26

    [...] Der Präsident des Bundeskartellamts versucht sich an der von mir gewünschten Erklärung. Das Kartellamt will darauf hinwirken, zwei unabhängige Satellitenanbieter und zwei unterschiedliche Kabelanbieter zu erhalten, damit Qualitäts- und Preiswettbewerb möglich wird. Deshalb könne er mit der sich abzeichnenden Lösung leben, sagte Heitzer. Sie sieht nach offiziell nicht bestätigten Angaben vor, dass Arena die Verlust bringenden Bundesligarechte als Sublizenz an Premiere abgibt. Premiere würde die Übertragungen wieder selbst produzieren und über Arena ausstrahlen. Arena als eigenständiger Sender würde geschlossen. [...]

  13. 13.07.2007 | 11:19

    [...] Siehe hierzu auch: Aaaah…..ja! Kartellamts-Logik [...]

  14. 19.07.2007 | 0:13

    [...] Das Bundeskartellamt ist also doch nicht völlig durchgeknallt. Aber dafür sieht die Entscheidung auch anders aus als vorher in den Medien kommuniziert. Nicht nur Vattenfall baut in der Öffentlichkeitsarbeit Mist… [...]

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