31. Juli 2007
Werttheorien
Welchen Wert hat menschliche Arbeit? Den, den der Markt ihr anhand von Angebot und Nachfrage zuweist, sagen viele, die hier schreiben und kommentieren. Das kann ich bis zu einem gewissen Maße nachvollziehen, habe aber immer wieder die These verteidigt, dass man die Menschen davor schützen muss, durch Angebot und Nachfrage in die Armut geworfen zu werden.
Welchen Wert haben Butter und Milch? Den, den der Markt ihnen anhand von Angebot und Nachfrage zuweist, würde auch ich sagen. Kollege Zettel aber befürwortet hier eine andere Ermittlung des “wahren Werts” dieser Waren:
Wenn wir Glück haben, dann zahlen wir für ein Pfund Butter, für einen Liter Milch vielleicht bald das, was diese Produkte wert sind; dh die Produktionskosten plus einen angemessenen Gewinn für Produzenten und Händler.
Ganz schön marxistisch für einen Antikommunisten, mein lieber Zettel. Wobei ich nun von Boche (der immer für solche Fragen gut ist und mir damit schon oft schwer zu denken gegeben hat, ernstlich danke dafür!) die Frage erwarten würde, was denn in diesem Zusammenhang nun “angemessen” bedeutet.
Also zurück zu meiner Ausgangsfrage – nämlich der, was menschliche Arbeit wert ist. Ich könnte (quasi mit Zettel) sagen: “Die Lebenshaltungskosten plus einen angemessenen Aufschlag für weiteren Konsum und Rücklagen”. Tu’ ich aber nicht – weil ich nach wie vor davon überzeugt bin, dass der Markt am Besten den Wert der menschlichen Arbeit festlegen kann.
Nur ein Mensch ist eben mehr wert als das, was die Arbeitskraft vieler Menschen augenblicklich wert zu sein scheint. Das gilt für Bauern, aber auch für Küchenhilfen, Reinigungskräfte und landwirtschaftliche Helfer. Und das ist das Problem.
Verfasst von Karsten um 00:57 Uhr in der Kategorie Politik, Wirtschaft (Trackback)
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