Fußball bald nicht mehr jugendfrei?

Der entsprechende Paragraf solle auf “Gewalt beherrschte Spiele” ausgedehnt werden.

“Wenn Sie beispielsweise in einem Spiel belohnt werden, weil Sie Gewalt anwenden, anstatt eine Aufgabe friedlich zu lösen, kann das aus unserer Sicht Jugendliche negativ beeinflussen”, sagte ein Sprecher von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU).

(Quelle: heise online)

Das gibt es im Profi-Fußball zuhauf und nennt sich “taktisches Foul”. Ich bin gespannt, wie konsequent die Bundesplazenta noch wird.

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20 Kommentare zu “Fußball bald nicht mehr jugendfrei?”

  1. googlehupf
    30.06.2007 | 22:33

    Liest sich besonders lustig wenn man mal ausnahmsweise die libertäre Gewaltdefinition auf dieses Zitat anwendet.

  2. 30.06.2007 | 23:11

    widerlich! diese olle Glucke hat doch nicht die geringste Ahnung davon, was Jungs brauchen, und ist auch noch Stolz darauf! …ich frage mich, warum so eine entscheiden darf, mit was unsere Jugendlichen spielen dürfen.

  3. 30.06.2007 | 23:18

    Die Agressionen, die ich häufig z.B. beim Ansehen von Polit-Talkshows empfinde, habe ich weder beim Spielen von Killerspielen noch sonst je bei irgendwas anderem erlebt. Auch darüber sollte man mal nachdenken.

  4. 1.07.2007 | 6:34

    @Rayson: Interessant im Zusammenhang mit dieser Meldung ist die Herleitung des Wortes »hysterisch« aus dem griechischen Begriff für Gebärmutter: hystera. Und Bundeshystera klingt im Zusammenhang mit so pauschalen Aussagen gleich richtig passend[*].

    Wenn Du auf »Bundesgebärmutter« hinauswolltest: die Gebärmutter heißt auf lateinisch Uterus. Die Plazenta wird nach der Geburt abgestoßen. Die Gebärmutter kann weitere Kinder hervorbringen (aber sieben reichen eigentlich).

    [*]In der Wikipedia fand ich in diesem Zusammenhang gleich noch einen politisch korrekt verquasten Hinweis:

    Die Bezeichnung Hysterie (von griechisch hystera: Gebärmutter, verwandt mit lat. “uterus”) als Fachbegriff für eine neurotische Störung ist veraltet und wurde inzwischen durch die Bezeichnungen Histrionische Persönlichkeitsstörung und dissoziative Störung ersetzt, u.a. da dem Begriff der Hysterie allein schon aufgrund der Etymologie eine Verbindung mit dem weiblichen Geschlecht sowie eine negativen Bewertung anhaftet.

    Dieses Lexikon soll mir doch einen Begriff erklären. Wo bleibt hier bitte die Verständlichkeit?

  5. 1.07.2007 | 9:24

    Und erst das Boxen!

  6. Friedel B.
    1.07.2007 | 13:21

    @stefanolix
    Schlag nach bei Goethe (Faust, 1. Teil, Schülerszene); vielleicht hat er mit “Vor allem – lernt die Weiber führen. Es ist ihr ewig Weh und Ach – so tausendfach – aus Einem Punkte zu kurieren” die gleiche Körperregion gemeint, in der auch die Gebärmutter zu finden ist.

    Frau v.d. Leyen bezieht sich in ihrer angeblichen Furcht vor einer negativen Beeinflussung von Jugendlichen möglicherweise auf das von E.L. Thorndike stammende “Gesetz des Effektes”, das in etwa besagt, dass die Auftretenswahrscheinlichkeit einer Verhaltensweise dann erhöht wird, wenn sie zum Erfolg geführt hat. Wenn sie sich einmal selbst begeistert mit Computerspielen befasst hätte, wüsste sie, dass reaktionschnelles und taktisch kluges Verhalten erforderlich ist, um mit den Horden von Orcs und Goblins im Verlies fertig zu werden, aber keineswegs blutrünstiges Berserkertum. Der Spieler hat ja keine Wut auf die Pixelhaufen, so dass der Begriff “Gewalt” hier genau so fehl am Platze ist wie etwa beim Kegeln. Friedliche Angler wären dann hundertmal gewalttätiger, da sie ja immerhin lebende Gottesgeschöpfe auf grausame Weise zu Tode bringen. Mit “Aggression” kann man aber noch nicht einmal das Angeln bezeichnen, denn als “aggressiv” wird eine Verhaltensweise dann bezeichnet, wenn sie die Schädigung des Artgenossen intendiert (in diesem Sinne ist eine Katze nicht aggressiv gegenüber dem Beutetier Maus). Ein Artgenosse ist die Leuchterscheinung auf einem Bildschirm aber auch dann nicht, wenn sie menschenähnlich daherkommt. Mit einem Verhalten, das bei “Counter Strike” erfolgreich ist, fällt man in realiter zu hundert Prozent in schrecklichster Weise auf die Nase – diese “Einsicht” ist so selbstverständlich und banal, dass man sich über die Ignoranz derart hochrangiger PolitikerInnen nur wundern kann.

  7. 1.07.2007 | 13:26

    @Friedel: Ich warte gespannt auf eine Ausgabe des »Faust« in gerechter Sprache ;-)

  8. 1.07.2007 | 16:31

    @stefanolix

    “Bundesplazenta” ist nicht von mir, das habe ich irgendwo als bereits gültigen Spitznamen aufgeschnappt.

  9. 1.07.2007 | 17:09

    “Gewalt beherrschte Spiele”? Wow… und ich dachte schon der Begriff “Killerspiele” wäre schwammig.

  10. NUB
    1.07.2007 | 17:54

    Die Einblendung vor jedem Fußballspiel wird hübsch: Die folgende Sendung ist für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet.

  11. 1.07.2007 | 18:28

    @Rayson: Ich weiß. Aber ich konnte mir keinen richtigen Reim darauf machen.

    Übrigens scheint die Dame unter ihren Ministerkolleginnen und Ministerkollegen immer noch eine der vernünftigeren Personen zu sein. Was andererseits viel über die anderen sagt …

  12. Hardy
    1.07.2007 | 21:14

    Ist das vielleicht der wahre Grund für die Einstellung der NFL Europa? Ist sie auf den Index gerutscht? Siehe auch http://www.s-and-w.de/?p=2164

  13. 3.07.2007 | 9:56

    ich glaub, das lag eher daran, dass den Scheiß keiner sehen will, Hardy… ;-)

    …diese Sportart ist fast so “interessant” wie Baseball oder Cricket.

  14. Hardy
    3.07.2007 | 18:22

    @marc
    Sorry, aber das trifft nur für Leute zu welche die Regeln nicht verstehen/kennen. Ich kann nur sagen, dass es äußerst interessant ist. Aber bis ich die Regeln kannte war ich auch Deiner Meinung. Es ist ein taktisches Spiel mit vielen Varianten.

  15. 3.07.2007 | 19:18

    @Hardy

    Ich kenne die Regeln seit meinem US-Aufenthalt (wo ich mehrmals eine äußerst schwache High-School-Mannschaft unterstützen durfte – aber wenigstens war die Marching Band der Schule die beste ;-) ) einigermaßen und ich war auch schon ein paar Mal bei der Galaxy im Stadion, aber langweilig ist das Ganze für anders sozialisierte Menschen trotzdem. Ok, nicht so langweilig wie Baseball oder Cricket…

  16. 3.07.2007 | 19:19

    Meinem “ersten längeren US-Aufenthalt” muss es natürlich heißen…

  17. Hardy
    3.07.2007 | 20:34

    @Rayson
    Was Baseball und Cricket anbetrifft: zum einschlafen. Aber jeder hat nun mal einen anderen Geschmack, und darf ihn hier Gott sei Dank auch noch haben. Es soll Menschen in Deutschland geben die sich selbst Cricket und Baseball antun. Da bevorzuge ich lieber Eishockey. Aber wenn gewisse Herrschaften hier an die Macht kämen wurde das alles ja sowieso als zu amerikanisch abgeschafft. Empfand deine Diskussion mit Dominik im LibLog übrigens sehr interessant, aber er ist IMHO unbelehrbar.

  18. 3.07.2007 | 20:44

    @Hardy

    Ich sagte bewusst “für anders sozialisierte Menschen”, denn ich weiß natürlich, dass die Amis Fußball langweilig finden, weil da manchmal über lange Zeit nichts Zählbares herauskommt. Ist eben Geschmackssache. Ich kann mir auch ein Football-Match anschauen und die Dynamik darin mitkriegen, aber das ist nicht beliebig skalierbar (um mal im Management-”Deutsch” zu sprechen).

    Was Dominik angeht: Ich will auch nicht belehren, sondern andere Standpunkte verdeutlichen. Gerne darf jeder hinterher weiter seiner Meinung sein, ich strebe aber an, dass er auch meine im Raum der Möglichkeiten als existenzberechtigt ansieht. Und ich glaube, diesen (gegenseitigen) Konsens mit ihm auch gefunden zu haben, womit ich schon sehr zufrieden bin.

  19. Hardy
    3.07.2007 | 21:35

    @Rayson
    Unbelehrbar war eventuell ein falscher Ausdruck meinerseits. Ich wollte darauf anspielen, dass er wohl zu jenen gehören wird, welche erst zu spät erkennen was Chavez wirklich will. Und bis dahin werden sie ihn aufgrund einiger positiver Errungenschaften auch immer verteidigen. Egal was auch passiert.

  20. 3.07.2007 | 22:28

    @Cricket:

    Bei Cricket habe ich den Verdacht, und er wurde noch durch nichts ausgeräumt, das hat überhaupt keine Regeln. Da sind zwei Mannschaften, meistens sogar in den gleichen Dressen, werfen mit kleinen Bällen nach Stöckchen, schlagen die Bälle dann mit so Paddeln, wie man sie früher zum Umrühren in der Kochwäsche verwendet hat, manchmal freu’n sich die einen oder die andern – man weiß auch nicht wer – weil sie eben gleiche Dressen anhaben. Dazwischen geben Schiedsrichter Meinungen ab. Ein Spiel kann, muß nicht, kann aber durchaus mehrere Tage dauern, und gewonnen wird mit astronomischen Zahlen, die in keiner Weise nachvollziehbar sind. Ja, und um fünf ist natürlich Teepause. Aber nicht, weil’s Cricket ist, sondern, weil’s England ist. Das hat nach meinem Dafürhalten überhaupt keine Regeln. Das einzige, was man beim Cricket beachten muß, als Spieler und als Publikum, ist, daß man so tut, als gäbe es Regeln. Das spielen die sicher nur, um Kontinentaleuropäer als Trottel hinzustellen, weil die sich nicht auskennen. Und als kleine Entschuldigung für die Kolonialzeit dürfen Mannschaften aus dem ehemaligen Commonwealth auch mitspielen und den Rest der Menschheit als Vollidioten hinstellen, weil die nicht begreifen, worum’s da geht, und wie man das spielt. Vielleicht irre ich mich da auch, aber wenn eine Gesellschaftsschicht sich von einer anderen abheben will, dann wird das zumindest genauso gemacht. Die Florentiner spielen ihr Calcio, damit sie wissen, wer sie sind, das Cricket dient wahrscheinlich hauptsächlich dazu, daß die anderen wissen, wer sie nicht sind.

    Aus Gunkls Glück – eine Vermutung.

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