26. Juni 2007
Datensicherung
Die einfachste Methode der Datensicherung ist die mit einem einzelnen Bandlaufwerk auf ein einzelnes Band. Diese ist aber nur dann empfehlenswert, wenn es sich um wenig wichtige Daten handelt, die dazu noch “live”, also auf einer Festplatte direkt auf dem aktiven System vorliegen. Für sensible Daten (oder gar solche, die ausschließlich auf Bändern aufbewahrt werden), ist davon dringend abzuraten.
Ein absolutes Minimum für jegliche kritischen Daten stellt die gespiegelte Sicherung dar, bei der die Sicherung über getrennte Bandlaufwerke gleichzeitig auf zwei, danach völlig identische, Magnetbänder erfolgt. Diese werden dann typischerweise physisch getrennt aufbewahrt (z. B. im Unternehmen und im Banksafe), um auch im Falle von Bränden oder anderen Naturkatastrophen noch eine Sicherung der Daten zu haben.
Große Unternehmen mit besonderer Sorge um ihre Daten greifen oft sogar zur striped-and-mirrored-Sicherung, bei der typischerweise zehn einzelne Laufwerke zum Einsatz kommen. Dabei werden je vier Bänder mit den zu sichernden Daten beschrieben, ein fünftes mit einer so genannten “Checksum”, die es ermöglicht, auch bei Zerstörung eines einzelnen Bandes aus den vier übrigen dessen Inhalt zu rekonstruieren. Die zweiten fünf Laufwerke erstellen eine gespiegelte Version der ersten fünf; die Lagerung erfolgt dann wieder getrennt. Was etwas paranoid erscheint, ist für kritische Forschungs- und Buchhaltungsdaten in Großunternehmen tatsächlich weit verbreitet.
Schon mehr als ein Unternehmen ist seit dem Aufkommen der EDV durch einen Verlust der Datensicherung an den Rand des Untergangs geraten; wenn durch äußere Einflüsse schlagartig die Daten verschwunden oder zerstört sind, ist das heutzutage oftmals schlimmer, als wenn Produktionshallen verbrennen. Die Firmen sind sich dieses Risikos bewusst, und die komplexen Datensicherungslösungen sind ein gutes Geschäft für IT-Produzenten von der IBM bis zu Hewlett-Packard.
Dieser kleine Informationstext nur, falls mal jemand vom Verteidigungsministerium hier bei uns vorbeischauen sollte.
Zum Thema auch Julius Bübl beim LibLog.
Verfasst von Karsten um 08:52 Uhr in der Kategorie Politik, Rochus (Trackback)
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