Sechstagekrieg: Ein Pyrrhus-Sieg? Ja. Nein. Vielleicht.

Der Sieg von 1967 – ein Pyrrhus-Sieg?, Hamburger Abendblatt

Ein Pyrrhus-Sieg. Von Wolfgang Günter Lerch, Leitartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. Juni 2007

(…)

Aus heutiger Sicht erweist sich der Sechstagekrieg freilich als das klassische Beispiel eines Pyrrhus-Sieges, eines Sieges, der mehr Schwierigkeiten schafft, als er Beute oder Nutzen einbringt. Die Wiedervereinigung Jerusalems ist nicht wirklich geglückt; die auch den Muslimen heilige Stadt ist endgültig zum ständigen Zankapfel und Streitobjekt geworden, der Konflikt noch stärker als zuvor auch religiös aufgeladen.

(…)

Israel’s wasted victory. The Economist Leader, May 24th 2007

ON THE seventh day Jews everywhere celebrated Israel’s deliverance from danger. But 40 years after that tumultuous June of 1967, the six-day war has come to look like one of history’s pyrrhic victories. That is not to say that the war was unnecessary.

(…)

No Pyrrhic Victory. Most of the conventional wisdom about the Six Day War is wrong. By Bret Stephens, The Wall Street Journal, June 5, 2007

On the morning of June 5, 1967, a fleet of low-flying Israeli jets surprised the Egyptian air force on the ground and destroyed it. This act of military pre-emption helped save Israel from what Iraq’s then-President Abdul Rahman Aref had called, only several days earlier, “our opportunity . . . to wipe Israel off the map.” Yet 40 years later Israel’s victory is widely seen as a Pyrrhic one–”a calamity for the Jewish state no less than for its neighbors,” according to a recent editorial in The Economist [siehe oben, M.W.].

And the alternative was?

(…)

Ergänzung vom 07.06.2007 (mit Dank an ChristianK):

Der Nebel der Geschichte. Von Josef Joffe, Die Zeit Nr. 24 vom 7. Juni 2007

(…)

War der »Instantsieg« ein »Pyrrhussieg«, wie eine gängige Metapher heute, vierzig Jahre später, lautet? Die Sache ist komplizierter. Pyrrhus hatte 280 und 279 v. Chr. zweimal gegen die Römer gesiegt, dies aber mit irreparablen Verlusten. Die der Israelis waren bloß ein Bruchteil der arabischen. Und es war nicht bloß ein taktischer, sondern ein historischer Sieg – sozusagen die Vollendung des Unabhängigkeitskrieges von 1948/49, als das gerade mal ein Jahr alte Land fünf arabische Invasionsarmeen stoppen und sogar Landgewinne verbuchen konnte. Der Triumph im Sechstagekrieg war (…) die Bescheinigung der militärischen Überlegenheit Israels.

(…)

[Hervorhebungen hinzugefügt. M.W.]

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19 Kommentare zu “Sechstagekrieg: Ein Pyrrhus-Sieg? Ja. Nein. Vielleicht.”

  1. R.A.
    6.06.2007 | 22:44

    Man wundert sich schon gar nicht mehr, daß auch eine FAZ so Blödsinn schreibt.

    Ein Pyrrhus-Sieg ist einer, dessen Verluste so groß sind, daß man trotz des Siegs schlechter dasteht als vorher.

    Das ist beim 6-Tage-Krieg auch nicht ansatzweise der Fall – alle Fakten belegen das Gegenteil.

    Die israelischen Verluste waren minimal, der Erfolg maximal.
    Umgekehrt wäre Israel ohne diesen Sieg damals vernichtet worden.

    Der Sieg im 6-Tage-Krieg legte die entscheidende Grundlage dafür, daß Ägypten (nachdem es noch eine Niederlage kassiert hatte) und Jordanien später Frieden mit Israel schlossen.

    Wahrscheinlich hätte es auch damals schon einen Gesamtfrieden geben können, wenn die UN nicht wieder einmal zugunsten der Araber interveniert und die Israelis gestoppt hätte.

    Richtig ist natürlich, daß Israel immer noch erhebliche Probleme mit seinen verbliebenen Feinden hat. Aber diese Probleme sind durch den Sieg 1967 weder verursacht noch vergrößert worden – im Gegenteil.

    Die Pyrrhus-These ist also völlig Quatsch und beweist nur die typische Unkenntnis deutscher Journalisten.

  2. 6.06.2007 | 23:02

    Verblüffend ist auch die Behauptung in dem Abendblatt-Artikel

    Heute wird Israel nicht mehr durch direkte Nachbarn und konventionelle Angriffe bedroht

  3. 6.06.2007 | 23:18

    Naja, zumindest das mit den konventionellen Angriffen ist völlig richtig. Das sind ja immer ganz unkonventionelle Attacken von Ländern – direkten Nachbarn zwar – aus, die das absolut überhaupt auf gar keinen Fall und niemals nie auch nur im Ansatz unterbinden könnten. Weiß man doch.

  4. 7.06.2007 | 11:11

    [...] Über das Jubiläum des israelischen Selbstverteidigungskrieges im Jahre 1967 und über die wandelbare Rezeption dieses Ereignisses in den deutschen Medien (auf die aktuelle Interpretation in FAZ und Co. hat Marian ja hingewiesen) schreibt auch Spirit of Entebbe Lesenswertes. [...]

  5. 7.06.2007 | 12:24

    Ich finde in diesem Zusammenhang Josef Joffes Analyse (gut vielleicht gibt’s diese Analyse auch wo anders schon, aber ich habe sie bei ihm zuerst gelesen), dass aus Israelischer Sicht nicht eigentlich der Sieg im 6-Tage-Krieg das Problem war, sondern eher das Fehlschlagen der “Faustpfandpolitik”.

    Während der Sinai quasi gegen den Frieden mit Ägypten eingetauscht wurde, hat das bei den Golanhöhen und vor allem dem Westjordanland nicht geklappt … Wenn man Joffes Analyse folgt, dann entsteht erst vor diesem Hintergrund die Siedlungspolitik. Das ändert zwar nichts an der gegenwärtigen Situation, fügt der Geschichte des 6-Tage-Kriegs aber sicherlich eine Facette hinzu, die dann die Gegenwart abermals komplexer werden lässt, weil durch den Beginn der Siedlungspolitik in Gaza und Westjordanland ja erst viele der bestehenden Konflikte zu erklären sind.

    Joffe schreibt, dass Verteidigungsminister Dajan damals den Befehl gegeben habe, im Osten keinen Gegenangriff zu führen, dieser Befehl aber die Israelischen Soldaten niemals erreicht habe und nur deshalb das Westjordanland erobert worden sei. Wenn das so stimmt, wäre dieser verlorengegangene Befehl wohl einer der Momente in der Geschichte, über den man sich in Israel heute ärgert … und nicht der 6-Tage-Krieg als ganzer.

  6. 7.06.2007 | 13:13

    Christian,

    vielen Dank für den Tipp. Ich habe den Eintrag entsprechend ergänzt.

  7. FG
    7.06.2007 | 14:10

    Gestern war auf arte eine sehr ausführliche und – soweit ich das burteilen kann – shr sachliche Dokumentation zum Krieg zu sehen (die ich leider nicht ganz verfolgn konnte) mit zahlreichen Zeitzeugen. Insbesondere die Darstellung der Vorgeschichte hat sehr klar gemacht, wie die Bedrohngslage seinerzeit war und welche unglaublichen Ängste in der Bevölkerung herrschten. Wenn es jemals einen gerechtfertigten Krieg gab, dann wohl diesen.
    Nahezu grotesk war auch die Überheblichkeit und Selbstsicherheit der arabischen Nachbarn, die auch nur bei oberflächlicher Analyse der militärischen Möglihkeiten als völlig unangemessen erschien.

  8. 7.06.2007 | 14:20

    @marian:

    Heute wird Israel nicht mehr durch direkte Nachbarn und konventionelle Angriffe bedroht

    Das Statement ist vollkommen korrekt: Der Iran ist weder ein direkter Nachbar Israels, noch bedroht er die einzige Demokratie in Nahost mit konventionellen Waffen.

  9. 7.06.2007 | 14:48

    jo@chim,

    Der Iran ist weder ein direkter Nachbar Israels, noch bedroht er die einzige Demokratie in Nahost mit konventionellen Waffen

    Ja. Jetzt fehlt nur noch Dein Beleg, dass ich mich in irgendeiner Weise auf den Iran bezogen habe. Einen solchen Beleg wird es nicht geben, weil ich das nicht getan habe.

    Vielmehr meine ich, dass sowohl die Palästinensischen Autonomiegebiete als auch der Libanon direkte geographische Nachbarn von Israel sind. Desweiteren meine ich, dass Kassam- und Katjuscharaketen zu den konventionellen Waffen gehören. Obwohl ich natürlich auch David recht geben muss, dass die Palis diese Waffen unerhört pfiffig und damit unkonventionell einsetzen.

    Deshalb meine ich, abschließend, dass das Abendblatt-Zitat Bullshit und Dein Kommentar in jeder Hinsicht daneben ist.

  10. Llarian
    7.06.2007 | 16:15

    Pyrrhus ist ein sehr schlechter Vergleich, der eher von Leuten motiviert sein dürfte, die es immernoch bedauern, dass Israel 67 so vernichtend siegte. Pyrrhus sagte wohl (zumindest behauptet das die Wikipedia) “Noch so ein Sieg und ich bin verloren.” Ich würde eher sagen, noch so ein Sieg und von den arabischen Armeen wäre gar nichts mehr übrig geblieben.
    Wenn man wirklich mit Pyrrhus argumentieren möchte, dann muss man sich Gedanken machen, was Israel denn verloren haben soll (wenn man mit Pyrrhus vergleicht). Und mal ab von den direkten Verlusten (die zwar im Einzelfall tragisch, aber doch eher gering waren) fällt mir da echt nichts ein. Im Gegenteil, die Erberung des Sinai ermöglichte doch erst den späteren Friedensvertrag mit Ägypten. Die Eroberung des Golans zog jahrzehnte taktische Vorteile nach sich. Selbiges gilt fürs Westjordanland und Gaza. Davon ab, dass jeder Westentaschendiktator aus Syrien, Jordanien, dem Libanon oder Ägypten damit rechnen musste, tu den Israelis weh und Du verlierst Land. Das schreckt schon ab.

    Natürlich enstand das Palästina Problem. Aber das ist bisweilen sehr klein gegen die militärische Bedrohung durch die panarabischen Armeen. Palästina und auch die Intifada sind für Israel zweifelsfrei schlimm, aber nicht existenzbedrohend. Im Unterschied zu den arabischen Armeen. Und mir fällt auch keine Antwort auf die Frage ein, warum sich in Palästina jetzt ein friedlicheres Volk aufhalten sollte, als es sich aufhalten würde, wenn es nicht 67 besetzt worden wäre. Man braucht nur in den Libanon zu sehen, nach Syrien oder in den Iran.

    Israel hat mit seinem Sieg eins erreicht: Es gibt heute noch Israel. Das mag dem einen oder anderen Journalisten nicht schmecken. Ich finds gut.

  11. R.A.
    7.06.2007 | 16:49

    @ChristianK:
    > weil durch den Beginn der
    > Siedlungspolitik in Gaza
    > und Westjordanland ja erst
    > viele der bestehenden Konflikte
    > zu erklären sind.
    Nein.
    Es gibt keinen einzigen Konflikt, der durch die Siedlungspolitik zu erklären wäre.

    Der wesentliche Konflikt war genauso und mit denselben Leuten schon vorher da.

    Und ob die Palis die Israelis nun zu 220% anstatt vorher zu 210% hassen – das ist irrelevant.

    Die Eroberung des Westjordanlandes hat es den Israelis aber ermöglicht, sich besser gegen diesen Haß zu schützen – das ist ein klarer Vorteil.

  12. der gute don
    7.06.2007 | 22:10

    @Llarian
    Ich würde eher sagen, noch so ein Sieg und von den arabischen Armeen wäre gar nichts mehr übrig geblieben.

    Für eine “arabische” Armee brauch es nicht viel, Menschen, Hass und Waffen gibt es zufällig genug auf der Welt. Der Pyrrhus-Faktor mag der Hass sein.

  13. Llarian
    7.06.2007 | 22:45

    Für eine “arabische” Armee brauch es nicht viel, Menschen, Hass und Waffen gibt es zufällig genug auf der Welt.

    Damit kann man heute aber auch keinen Krieg mehr gewinnen.

    Der Pyrrhus-Faktor mag der Hass sein.

    Den Satz versteh ich nicht. Ehrlich.

  14. der gute don
    7.06.2007 | 23:02

    Damit kann man heute aber auch keinen Krieg mehr gewinnen.

    nicht alle die Krieg führen haben eine Chance diesen auch zu gewinnen. Hält die Kriegsparteien aber leider trotzdem nicht von Ihrem Ansinnen ab.

    Den Satz versteh ich nicht. Ehrlich.

    Ich meinte damit folgendes: Die Verluste des 6-Tage-Krieges sind vermutlich nicht die eigenen toten Soldaten, aber der jahrzehntelange Hass einer ganzen sie umgebenden muslimischen Region. Ein Sieg mit hohen Kosten eben.

  15. Llarian
    8.06.2007 | 1:01

    nicht alle die Krieg führen haben eine Chance diesen auch zu gewinnen. Hält die Kriegsparteien aber leider trotzdem nicht von Ihrem Ansinnen ab.

    Wohl wahr. Und damit etwas, was dem alten Clausewitz wohl eher unbekannt war.

    Die Verluste des 6-Tage-Krieges sind vermutlich nicht die eigenen toten Soldaten, aber der jahrzehntelange Hass einer ganzen sie umgebenden muslimischen Region.

    Den Zusammenhang kaufe ich nicht. Die Iraner haben weder mit Amerikanern noch mit Israelis je einen realen Konflikt ausgetragen und tragen ihren Hass geradezu wie eine Monstranz vor sich her. Hass auf andere gehört in arabischen Ländern zum normalen politischen Geschäft, wenn sie gerade keine Juden oder Amerikaner hassen, dann hassen sie Schiiten oder Sunniten, Aleviten oder Kopten. Israel ist da nur dankbares Ziel.
    Die arabischen Staaten haben ihren Hass gegen Israel schon vor 1967 allzu deutlich gemacht, ich sehe nicht, wie sich da irgendwas gesteigert hätte. Und nebenbei gesprochen hat der grosse Prophet Mohammed bereits 1400 Jahre vor dem 6-Tage Krieg verkündet, dass Juden Schweine und Esel seien. Wenn ich daran glaube, dann brauche ich keinen 6-Tage Krieg, um meinen Hass zu stimulieren.

  16. 8.06.2007 | 2:05

    @R.A.

    Es gibt keinen einzigen Konflikt, der durch die Siedlungspolitik zu erklären wäre.

    Monokausal verstanden sicherlich nicht. Ein klein wenig differnzierter betrachtet, kann man aber durchaus zwei Konflikte finden, für die die Siedlungspolitik eine Rolle spielt. Gerade für den Ersten der beiden Konflikte eine nicht unentscheidende:
    Der erste Konflikt ist einer innerhalb der israelischen Politik. Die Siedlungspolitik ist heute alles andere als unumstritten und die Frage, wie heute mit dem Erbe der Siedlungspolitik umgehen, ist nach wie vor aktuell. Zwei Beispiele:

    (1)Es mag viele Gründe geben, weshalb sich Israel aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat. Einer u.a. war der Aufwand, den der Schutz der Siedler erforderlich machte. – Und das der Rückzug aus dem Gaza-Streifen und das Räumen der dortigen Siedlungen nicht ohne Konflikt von statten ging, ist bekannt.
    (2)Der Aspekt der Sicherheit, bzw. des Schutzes der Sieder und der damit verbundenen Probleme kommt auch im Westjordanland und dem Wunsch einer Grenzbegradigung (Bsp. Grenzwall) zum Tragen.

    Der zweite Konflikt, an den ich dachte, ist nun in der Tat einer, der direkt den Konflikt Israel – Palästina betrifft.
    R.A., Du schreibst:

    Der wesentliche Konflikt war genauso und mit denselben Leuten schon vorher da.

    Wie gesagt, ich denke nicht, dass man mit der Siedlungspolitik den Grund für die Entwicklung seit dem 6-Tage-Krieg in Nahost hätte – das wäre wohl auch mehr als unzulässig vereinfachend. Aber es gibt unter den verschiedenen Ansätzen, die versuchen, das Entstehen der ersten Intifada (die ja bekanntlich nicht mit dem Ende des 6-Tage-Krieges begann) begreifbar zu machen, auch welche, die die Siedlungspolitik mit dem weiteren Verlauf der Geschichte in Nahost zusammenbringen. Joffes Versuch einer Analyse (oben der Link) bezieht die Siedlungspolitik beispielsweise mit ein:

    Die bitterste Ironie aber ist, dass die Israelis sich dieses Volk selbst geschaffen haben. Außer den Siedlungen bauten sie Schulen und Universitäten, importierten sie palästinensische Arbeiter, deren Einkünfte die palästinensische Wirtschaft ankurbelten. Bald waren die Palästinenser gebildeter und reicher als die arabischen Brüder ringsum. Bloß ging diese Rechnung nicht auf, hieß doch die andere Seite der Modernisierungs-medaille »Mobilisierung«. Die Universitäten wurden zu Kaderschmieden, der relative Reichtum, der aus Israel in die Gebiete schwappte, lockerte die alten Machtbande zwischen den Clanführern und ihrer bäuerlichen Gefolgschaft. Vor allem schuf die Besatzung, die gemeinsame Erfahrung der Fremdherrschaft, ein kollektives Nationalbewusstsein, das vorher zwischen Stadt und Land, Arm und Reich nicht existiert hatte, weil die stärkste Identität die panarabische war.

    R.A. Du schreibst weiter:

    Und ob die Palis die Israelis nun zu 220% anstatt vorher zu 210% hassen – das ist irrelevant.

    Klar, kann man schon so sagen. Nur, irrelevant, ist das vielleicht für bloße Meinung, nicht aber für den Versuch einen Konflikt in all seiner Komplexität wenigstens Ansatzweise zu verstehen.

    Die Eroberung des Westjordanlandes hat es den Israelis aber ermöglicht, sich besser gegen diesen Haß zu schützen – das ist ein klarer Vorteil.

    Unabhängig davon, dass ich nicht weiß, wie man sich gegen Haß schützen soll … Du meinst wohl die Gewalt, die unter anderem durch Hass hervorgebracht wird oder so – vielleicht bin ich da aber auch zu pedantisch … – jedenfalls ist das aber unter Umständen eine interessante These, die man allerdings wohl ein bisschen ausbauen und verfeinern müsste …

  17. 8.06.2007 | 10:35

    @marian: Entschuldigung, dass die Ironie in meinem Kommentar offensichtlich schwer erkennbar war.

  18. 9.06.2007 | 10:40

    Man kann den Nahostkonflikt nicht verstehen, wenn man versucht Israels Strategie als eine am klassischen militärischen Sieg ausgerichtete Strategie zu begreifen. Ein solcher Sieg ist für Israel nie erreichbar gewesen und auch nie angestrebt gewesen.
    Ziel war und ist immer lediglich die Sicherung der eigenen Existenz. Dazu versucht man eine Art “balance of power” Umgebung zu realisieren.
    1967 war dadurch gekennzeichnet, dass es um die direkte Existenzbedrohung ging. Also mussten die arabischen Armeen vernichtend geschlagen werden. Daraus lassen sich aber gar keine Schlüsse in Hinblick auf die derzeitige Situation ziehen. Wer in diesem Zusammenhang allen Ernstes von einem “Phyrrussieg” spricht, offenbar seine totale Ahnungslosigkeit.
    Das es in der Zukunft zu einer solchen Situation kommen würde, war immer klar. Es gab deshalb schon 1967 Pläne den Gazastreifen komplett räumen zu lassen. Von diesem Plan wurde aus richtigen und klugen Motiven abgesehen. Man wollte nämlich langfristig eine Umgebung schaffen, in der die Palästinenser unter geteilten Herrschaftsstrukturen leben können. Wen das Thema näher interessiert, sollte sich einmal mit der Gründung der Hamas auseinandersetzen.

    Um die Araber zu “besiegen” bedarf es keiner israelischen Armee. Das bekommen die selbst schon am besten hin, wie man mal gerade wieder im Libanon und im Irak sehen kann. Schon sehr bald wird man das auch in Syrien sehen, denn Assads letzte Stunden haben schon geschlagen.

  19. 9.06.2007 | 23:29

    jo@chim,

    Entschuldigung, dass die Ironie in meinem Kommentar offensichtlich schwer erkennbar war.

    Zumindest für mich ;-) .

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