Fußball bald nicht mehr jugendfrei?

Der entsprechende Paragraf solle auf “Gewalt beherrschte Spiele” ausgedehnt werden.

“Wenn Sie beispielsweise in einem Spiel belohnt werden, weil Sie Gewalt anwenden, anstatt eine Aufgabe friedlich zu lösen, kann das aus unserer Sicht Jugendliche negativ beeinflussen”, sagte ein Sprecher von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU).

(Quelle: heise online)

Das gibt es im Profi-Fußball zuhauf und nennt sich “taktisches Foul”. Ich bin gespannt, wie konsequent die Bundesplazenta noch wird.

Nachträge zum Lyssenkoismus

Ein paar Ergänzungen zu meinem Artikel über den Lyssenkoismus.
In der UdSSR galt von den 30er Jahren bis 1962 die “Vererbungstheorie” Lyssenkos von Staats wegen als offizielle Lehrmeinung (in Öffentlichkeit außerhalb der biologischen Forschung sogar bis 1964), ab 1938 wurden Biologen, die nicht dieser Lehre anhingen, verfolgt, ab 1948 galt jeder, der an Lyssenkos Theorien zweifelte, als Staatsfeind. Lyssenko hatte den Fortschritt der sowjetischen Biologie, von der Pflanzenzucht bis in die Medizin hinein, massiv behindert und ist mitverantwortlich für die chronisch schlechte Produktivität der sowjetischen Landwirtschaft und damit indirekt für mehrere Hungersnöte. An den Folgen der Lyssenko-Zeit leidet die russische Landwirtschaft noch heute. Er gilt heute als Beispiel für einen ideologisch verirrten, pseudo-wissenschaftlichen Scharlatan, dem es gelang, in den Genuss massiver politischer Protektion zu kommen. (mehr…)

Verteilungsakrobaten

Ach, das Leben als Politiker ist schön! Man nimmt das Geld fremder Leute, denkt sich schlaue Dinge aus und wirbelt dann mit den, nicht selbst verdienten, Scheinchen herum. Zum Schluss ist man dann der Ansicht, etwas Gutes getan zu haben…

Die rot-grüne Ökosteuer war Unsinn?

Keineswegs. … Der Grundgedanke, Energie allmählich zu verteuern, war und ist richtig. Aber man sollte das Aufkommen nicht wie jetzt bei der Ökosteuer in die Rente stecken. Man sollte die Ökosteuer künftig weiter erhöhen, das Geld daraus aber in Form eines Ökobonus in gleicher Höhe an jeden Bürger zurückgeben. Das hätte auch eine positive soziale Verteilungswirkung. Wer viel Energie verbraucht, müsste viel zahlen. Wer ein niedriges Einkommen hat und wenig verbraucht, bekommt relativ viel zurück.

Quelle: FR

Und wer ein niedriges Einkommen hat und sich keine teuren Energiespartechniken leisten kann, ist der Gekniffene.

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gefunden bei der “Grünen Freiheit”

“Cicero” in fünf Stunden

Heute hatte ich mal wieder ausgiebig Muße, ohne diese mit Bloggen überbrücken zu können. Das heißt auch “Bahnfahrt”. Ok, es gibt UMTS. Für BASE-Nutzer aber nur provisorisch, und außerdem habe ich keine Lust, der Welt zu zeigen, dass der Typ im Anzug nebenan sich auch gerne “Rayson” nennt. Also habe ich eine andere Gegenstrategie, und die lautet: Lies, was du sonst nicht liest. Also z.B. die “Zeit”. Oder, wie heute, “Cicero”.

Und ich weiß nicht, lag’s an den Umständen oder an der Lektüre selbst, diesmal blieb bis zum Erreichen des kurfürstlichen Heimatbahnhofs ein frustrierter Rayson zurück. Danach ließ ich mich von einem dubiose in Arabisch verfasste Bücher lesenden Taxifahrer nach Hause kutschieren – und “Cicero” war erstmal egal. Bis jetzt. Denn ich fühle den bloggerischen Drang, die Welt an meinem Frust teilhaben zu lassen. (mehr…)

Historischer Rückblick: die gen-freie Landwirtschaft in der UdSSR

Normalerweise ist das Schlagwort “gen-freie Landwirtschaft” eine (absurde) sprachliche Schlamperei, geboren aus dem durchaus un-politischen Drang zur griffigen Formulierung. Gemeint ist eine Landwirtschaft, in der keine transgenen Pflanzen oder Tiere verwendet werden.

Es gab allerdings tatsächlich in einem großen Staat Bestrebungen, nicht etwa “nur” die “Gentechnik” aus der Landwirtschaft zu verbannen, sondern gleich die ganze Genetik – eine im wahrsten Sinne des Wortes “gen-freie” Landwirtschaft. Ich meine damit die gut 30-jährige Vorherrschaft des Lyssenkoismus in der UdSSR. Kaum zu glauben, aber von den 30er Jahren bis 1962 wurde an Schulen, Fachschulen und Hochschulen gelehrt:

Die Vererbung ist eine Eigenschaft des gesamten Organismus. Es existieren keine diskreten Erbanlagen oder Gene.

Biologen, die in Übereinstimmung mit experimentellen Befunden an der Genetik festhielten, wurden als “unwissenschaftliche bürgerliche Metaphysiker” beschimpft, erhielten Berufsverbote oder kamen, bei Kontakt zu “imperialistisch-faschistischen” ausländischen Biologen ins Arbeitslager (ab 1941 war die Genetik “faschistisch”, weil die Rassenlehre der Nazis auf den Mendelschen Regeln beruhte). (mehr…)

Nietzsche reloaded

Julius Bübl hat die ewige Wiederkehr des Gleichen visuell erfahren.

(Kommentare bitte aaO)

SED warnt vor Gentechnik-Hölle für Wildschweine!

Marktwirtschaftliche Logik von tiefroten Genossen zu erwarten, ist sicher ein unsinniges Unterfangen.

Deshalb ist es auch eigentlich keiner Nachricht wert, dass solch eine Genossin einerseits meint, es gäbe für eine gentechnisch erzeugte Kartoffelsorte gar keinen Bedarf, andererseits aber fordert, die Zulassung zu verweigern (unter anderem, weil es keinen Bedarf gäbe).

Weil es also Quatsch ist, mit SED-Kommunisten die Logik der Marktgesetze zu diskutieren, mache ich hier auch Schluss und sorge mich lieber (wenn auch nur ganz kurz) um Bodenorganismen und Schwarzwild, die an nicht angebauten, weil nicht benötigten aber gefährlicherweise zugelassenen Kartoffeln großen, großen Schaden zu nehmen drohen. All die Gene, die da in den Boden oder die Mäuler der Borstenträger strömen und dort ihr unsägliches Unheil anrichten könnten…! Huuh!

Böcke faseln vom Gartenbau

Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es der Stoff, aus dem die Monty Python-Truppe Filme gemacht hat:

In Moskau findet eine “Internationale Konferenz” statt, die sich mit „Neuen Wahltechnologien“ beschäftigt.
In Russland eine Konferenz über Wahlen abzuhalten ist genauso absurd, als würden Isländer eine Hochschule für den Freilandanbau von Zitronen eröffnen.

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Wer einen Blick hinter die Propagandakulissen des Putin-Reiches riskieren möchte, dem sei das “Russische Tagebuch” der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja empfohlen.

Steuergeld, Gebühren, Spenden

Weil es gut zu der von stefanolix angestoßenen Diskussion zum Hochschulwesen passt, verweise ich auf einen aktuellen Artikel in einem meiner Lieblings-Blogs – “USA Erklärt”. Es geht um das amerikanische Hochschulwesen und dessen Finanzierung, die natürlich Auswirkungen auf die soziale Mischung der Studentenschaft haben dürfte.

Deutschlandfond

Was mir zur neuen sozialdemokratischen Schnapsidee in den Sinn kam, hat Nachbar SteffenH in viel bessere Worte gekleidet.

Nachtrag:
Auch Statlers Anmerkungen zum Beckquatsch sind lesenswert.

Könnte mal jemand…

… der ZEIT, der Welt und all den anderen MSM, die auf ihren Webseiten nun die Artikel kommentieren lassen, mitteilen, dass man zwar die Artikel möglichst so anordnen sollte, dass die neuesten ganz oben erscheinen – nicht aber die Kommentare? Es nervt mich immer wieder, wenn ich mal die Kommentare überfliegen will und dann erst einmal auf die letzte Seite gehen muss (und da auch noch ganz nach unten scrollen), um mich dann in Gegenrichtung wieder zurückzuarbeiten.

Kommentare sind auch eine Gelegenheit zur (weiterführenden) Diskussion, sie beziehen sich oft aufeinander, und sie sollten daher der klassischen Gesprächsreihenfolge folgen – nämlich von Anfang bis Ende, und nicht umgekehrt. Aber das kann man natürlich nicht verstehen, wenn man nicht kapiert hat, dass Kommentare interaktiver sind als Leserbriefe. :(

Verrückte Welt

So was passiert wohl in einem Land, das für Milliarden eine eigene Kerntechnik entwickeln will, anstatt mal ein paar Raffinerien zu bauen, um den Energiebedarf der eigenen Bevölkerung mit eigenen Rohstoffen zu decken.

Aber beim Atomprogramm geht es wirklich nur um die Energieversorgung der Iraner. Ganz klar.

Meint er es doch ernst?

Wenn ich Palästinenserpräsident wäre – genau das wäre sicher auch eine meiner ersten Maßnahmen gewesen. Mal sehen, ob er sich durchsetzt.

PS:
Was sagen eigentlich die Libertären dazu, dass der Staat dort so gravierend in die Rechte der Menschen einzugreifen droht? ;-)

Studentenstatistik

In der Geschichte der DDR gab es einen Zeitabschnitt, in dem man den Kindern von Akademikern die Aufnahme eines Studiums erschweren wollte. Arbeiter- und Bauernkinder sollten damals möglichst in großer Zahl studieren. Die Kinder von Professoren, Ingenieuren oder Ärzten sollten sich dagegen erst in der Produktion »bewähren«. Den Pfarrers- und Dissidentenkindern wollte man die Aufnahme eines Studiums möglichst schwer machen.

Die Kinder der Professoren, Ingenieure und Ärzte wollten natürlich trotzdem gern studieren. Das führte zu absurden Zuständen: der Sohn eines Bauingenieurs betonte in seiner Bewerbung, dass der Vater am staatlich gelenkten Wohnungsbauprogramm mitarbeitete und die Tochter einer Ärztin schrieb, dass ihre Mutter vorher als Krankenschwester gearbeitet hatte. Damit konnten die Schulen nämlich den Anteil der nicht akademisch gebildeten Eltern erhöhen und dem Schein war Genüge getan.

Aus ideologischen Gründen musste ein absurdes Theater aufgeführt werden, damit dem Staatsapparat passende Zahlen geliefert werden konnten. Natürlich haben die meisten Akademikerkinder irgendwann doch studiert. Eine ostdeutsche Pfarrerstochter ist zuerst Physikerin und dann Bundeskanzlerin geworden. Aber im Rückblick erinnert man sich an staatlich verordnete Heuchelei und an die nutzlos verschwendete Zeit.

Die Kinder der Parteibonzen zählten selbstverständlich zur Arbeiterklasse, auch wenn beide Eltern mit einem Hochschulabschluss in Marxismus-Leninismus ausgestattet waren und noch nie ein Werkzeug angefasst hatten. Ja, auch in der DDR konnte man virtuos mit Statistiken umgehen …

Nach der Wende durfte man zunächst hoffen, dass dieser Zustand nicht länger andauern würde. Wer die Hochschulreife erreicht hatte, sollte sich nach Fähigkeit und Neigung für ein Studium entscheiden können. Heute bin ich nicht mehr so sicher, ob das immer so bleiben wird. Vielleicht muss mein jüngerer Sohn eines Tages angeben, dass sein Vater vor dem Studium eine Lehre auf dem Bau absolviert hat. Denn das Interesse an der Herkunft der Studenten ist so groß wie nie. Der Sozialbericht zur Lage der Studierenden ist mehr als 500 Seiten lang und einige Politiker leiten daraus die Schlussfolgerung ab, dass zu viele Akademikerkinder studieren.

Warum befasst sich eigentlich niemand mit den wirklich spannenden Fragen? Warum kam noch keine Studie an die Öffentlichkeit, in der Wissenschaftler bekannt geben, dass viele Kinder von Handwerksmeistern überraschend hohe handwerkliche Fähigkeiten an den Tag legen? Man könnte sogar nachweisen, dass diese Kinder in vielen Fällen selbst erfolgreiche Handwerker werden.

Als Leser einer solchen Studie würden wir wohl mit den Schultern zucken. Natürlich geben Handwerker ihre Werte und ihre Fähigkeiten an die Kinder weiter. Natürlich helfen sie ihren Kindern beim Lernen, beim Arbeiten und beim Sammeln von Erfahrungen. Was sollten sie denn sonst tun? Das Handwerk hat schließlich trotz Kammerzwang und übermäßiger staatlicher Regelungswut immer noch einen goldenen Boden.

Eine Statistik über die Häufigkeit der Entwicklung »reinblütiger« Akademikerkinder zu jungen Akademikern sagt uns also streng genommen auch nichts Neues. Warum werden diese Statistiken dann so gern veröffentlicht und warum wird so oft daraus zitiert? Sind die Zahlen wirklich so besorgniserregend und kann man daraus die Notwendigkeit politischen Handelns ableiten? In der DDR-Zeit habe ich gelernt, dass der Begriff »Akademikerkind« offensichtlich eine Definitionsfrage ist: entweder man erfasst den erlernten Beruf oder man erfasst den höchsten Abschluss.

Wenn ich so einen Bericht in die Hand bekäme, würde ich zuerst einmal nachsehen, wer eigentlich als Akademikerkind gilt. In Deutschland gibt es reiche Akademiker, arme Akademiker, reiche Nicht-Akademiker und arme Nicht-Akademiker. Aber es gibt auch Partnerschaften zwischen einem Professor und einer Krankenschwester oder einer Ärztin und einem Buchhalter. Werden deren Kinder zu den Akademikerkindern gezählt? Geht es nach der Mutter oder nach dem Vater? Oder setzt sich Akademikerblut immer durch?

Praktischerweise kann der komplette Bericht als PDF-Datei heruntergeladen werden. Bildet Euch eine Meinung über die Zahlen. Und dann entscheidet selbst, ob die Verdichtung der Ergebnisse auf vier Zahlen noch zur Statistik oder schon zur Unpolitik gehört:

In Deutschland entscheidet die soziale Herkunft ganz maßgeblich über den Bildungsweg; bei der Verteilung von Bildungschancen gibt es eine soziale Polarisierung. 83 von 100 Akademiker-Kindern studierenden, aber nur 23 von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Die neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) bestätigt: Das deutsche Hochschulsystem ist sozial selektiv. DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat fordert: soziale Öffnung der Hochschulen, mehr BAföG, mehr Unterstützung für die Studentenwerke.

Das Zitat stammt von der Hauptseite der Studentenwerke und steht unter dem Titel Ungleiche Bildungschancen: Neue Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks . Eine direkte Verknüpfung habe ich nicht gefunden und im eigentlichen Artikel fehlt dieser Abschnitt.

Statistische Daten: 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (PDF, 500 Seiten, ca. 3 MByte).

Eine grün-gelbe Koalition ist möglich.

Zumindest, wenn sich diese Ansichten bei den Grünen mal als mehrheitsfähig durchsetzen sollten.

Eine fast wahre Geschichte

Von einem Lebensmittelskandal mit weltpolitischer Dimension berichtet Claudio Casula.

Datensicherung

Die einfachste Methode der Datensicherung ist die mit einem einzelnen Bandlaufwerk auf ein einzelnes Band. Diese ist aber nur dann empfehlenswert, wenn es sich um wenig wichtige Daten handelt, die dazu noch “live”, also auf einer Festplatte direkt auf dem aktiven System vorliegen. Für sensible Daten (oder gar solche, die ausschließlich auf Bändern aufbewahrt werden), ist davon dringend abzuraten.

Ein absolutes Minimum für jegliche kritischen Daten stellt die gespiegelte Sicherung dar, bei der die Sicherung über getrennte Bandlaufwerke gleichzeitig auf zwei, danach völlig identische, Magnetbänder erfolgt. Diese werden dann typischerweise physisch getrennt aufbewahrt (z. B. im Unternehmen und im Banksafe), um auch im Falle von Bränden oder anderen Naturkatastrophen noch eine Sicherung der Daten zu haben.

Große Unternehmen mit besonderer Sorge um ihre Daten greifen oft sogar zur striped-and-mirrored-Sicherung, bei der typischerweise zehn einzelne Laufwerke zum Einsatz kommen. Dabei werden je vier Bänder mit den zu sichernden Daten beschrieben, ein fünftes mit einer so genannten “Checksum”, die es ermöglicht, auch bei Zerstörung eines einzelnen Bandes aus den vier übrigen dessen Inhalt zu rekonstruieren. Die zweiten fünf Laufwerke erstellen eine gespiegelte Version der ersten fünf; die Lagerung erfolgt dann wieder getrennt. Was etwas paranoid erscheint, ist für kritische Forschungs- und Buchhaltungsdaten in Großunternehmen tatsächlich weit verbreitet.

Schon mehr als ein Unternehmen ist seit dem Aufkommen der EDV durch einen Verlust der Datensicherung an den Rand des Untergangs geraten; wenn durch äußere Einflüsse schlagartig die Daten verschwunden oder zerstört sind, ist das heutzutage oftmals schlimmer, als wenn Produktionshallen verbrennen. Die Firmen sind sich dieses Risikos bewusst, und die komplexen Datensicherungslösungen sind ein gutes Geschäft für IT-Produzenten von der IBM bis zu Hewlett-Packard.

Dieser kleine Informationstext nur, falls mal jemand vom Verteidigungsministerium hier bei uns vorbeischauen sollte.

Zum Thema auch Julius Bübl beim LibLog.

Ce qu’on voit

Oliver Marc Hartwich steigt publizistisch auf. Nicht, dass ich ihm das nicht gönnen würde – im Gegenteil, es findet meinen uneingeschränkten Beifall – aber mir missfällt ein wenig, dass dies mit einem Entzug von der liberalen deutschen Bloggerszene verbunden ist. Kann ich jetzt nicht mehr direkt beim A’Team motzen, wenn mir was nicht passt? Muss ich jetzt den Umweg über “WELT Debatte” gehen? Ganz ehrlich: Die Kommentare des A’Teams sind um Quantillionen gehaltvoller als alles, was bei “WELT Debatte” je zu lesen sein wird. Sogar, wenn ich die Kommentatoren abziehe, die Autoren in unserem Blog sind.

Aber schön, dass ausgerechnet er etwas zum Neoliberalismus schreibt. Gewürzt mit der notwendigen Prise Unpolitik, die sozusagen Meinungsäußerungsbedingung ist, den Punkt dennoch nicht wirklich verfehlend.

Dennoch darf ich enttäuscht sein. Man mag es Sarkozy anrechnen, dass Jean Baptiste Say ein Name ist, mit dem er wenigstens theoretisch etwas anfangen kann. Aber genau so ist erkennbar, dass Sarkozy eben kein Liberaler ist. Denn der hätte nicht die Gelegenheit verpasst, Frédéric Bastiat den Platz zu verschaffen, der ihm gebührt: Ganz oben in der Reihe der liberalen Theoretiker des 18. Jahrhunderts und immer noch der Mehrzahl aller Populärkeynesianer auf frappierende Weise überlegen. Oliver hätte das durchaus mal sagen dürfen. Auch bei der “WELT”.

Verträge

Verträge haben zwei Wortlaute. Einen expliziten, in dem die Vertragsparteien das regeln, was sie meinen, regeln zu müssen. Und einen impliziten, der den Konsens umfasst, der das Vertragswerk umgibt und stützt.

Deswegen ist es einfach, in einem Land einen Vertrag zu schließen, in dem so etwas wie das BGB gilt. Schon schwieriger ist es, sich an Verträge dort zu halten, wo das herrschende Recht eine Sache der fortentwickelten Rechtssprechung ist. Wobei, das sei zugegeben, die Grenzen verwischen, wenn im ersteren Fall Gesetze hinreichend häufig erschaffen werden und intransparent genug zustande kommen.

Auch die NATO ist ein Vertrag. Jenseits der genau geregelten Bündnispflichten wird die darauf beruhende Organisation aber nur dann funktionieren, wenn es auch über die Vertragsdetails hinaus einen Konsens im Vorgehen und eine latente Bereitschaft zum gegenseitigen Unterstützen gibt.

Unabhängig von der konkreten Bewertung des zu behandelnden Punktes: Wer in diesem Bündnis Partner sein will, muss für die anderen berechenbar bleiben. Maßgebliche Teile der SPD sehen das aber ganz anders.

Unternehmertum als Kunst

Ich habe mit Kunst recht wenig am Hut. Mein bildnerisches Verständnis ist bei den Impressionisten stehen geblieben, mein akustisches hat bei “Bitches Brew” erst angefangen, und mein dramatisches verlangt nach einer Selbstironie, die ich bislang nur bei den Absurden gefunden habe.

Aber als ich heute Matthias Hartmann bei Frank A. Meyer reden hörte, da drängte sich mir ein Vergleich auf:

Unternehmer und Künstler – Menschen aus demselben Holz?

Da ist etwas dran. Die Wagnisse, denen sich der Künstler ausgesetzt sieht, gleichen denen des Unternehmers. Es gibt eine große herrschende Meinung, die Neuerungen als schädliche Abweichung begreift. Man muss an seine Idee glauben, wenn man sich durchsetzen will. Und man muss letztlich ein Publikum überzeugen. Das nicht eine Majorité zu umfassen hat, sondern nur einen Kreis, der das Gebotene ausreichend goutiert, um es auch so zu entlohnen.

Aber auf Dauer hat nur das Wagnis Erfolg. Wer meint, alles zu wissen und das Geheimnis des Erfolgs aus der Vergangenheit herleiten zu können, hat schon verloren. Es bleiben die, die sich permanent häuten, die immer wieder Neues probieren.

Ich glaube, die Parallelen sind kein Zufall.

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