Weltmeister im Soldatenhass

Wenn man sich nur ein paar der Kommentare unter Meldungen über das Selbstmordattentat in Kunduz, bei dem drei deutsche ISAF-Soldaten getötet und zwei weitere schwerstverletzt wurden, durchliest, kann einem ganz schön übel werden.

Den Weltmeistertitel im Hass auf die eigenen Soldaten wird Deutschland so schnell nicht los.

Ähnliche Beiträge


16 Kommentare zu “Weltmeister im Soldatenhass”

  1. 20.05.2007 | 10:00

    Entweder ich bin blind, oder die Kommentare wurden entfernt.

  2. MK
    20.05.2007 | 10:10

    Kein Wunder, die Mehrheit der Deutschen sind Pazifisten, die glauben, dass Konflikte sich immer friedlich lösen lassen. Und Pazifisten sind für gewöhnlich Zyniker.

  3. 20.05.2007 | 10:53

    ChristianK,

    nimm’ z.B. einen beliebigen Artikel zum Thema bei welt.de. Unter jedem dieser Artikel stehen Dutzende Kommentare. Mittlerweile ist der Löschzug von welt.de zwar aufgewacht, aber allein aus den Kommentaren, die noch stehen, lässt sich ersehen, was ich meine. Insofern war Dein Kommentar überflüssig.

    Selbst, wenn die Kommentare gelöscht werden, bleiben die Meinungen ja bestehen.

    MK,

    Zynismus und Hass schließen sich meiner Meinung nach aus. Außerdem ist eine Fußpatrouille in Kunduz nicht Teil von OEF; diese ISAF-Soldaten als Mörder zu bezeichnen, die sich in einem Kriegseinsatz befänden, ist nicht pazifistisch und nicht zynisch, sondern einfach nur grotesk falsch.

  4. T. Albert
    20.05.2007 | 11:56

    sagen Sie mal, Herr Kreutz, wie alt sind Sie eigentlich

  5. 20.05.2007 | 12:24

    Da ich mir öfter anhören darf, ich wäre zynisch: Kenne ich vielleicht einfach nur die falschen Pazifisten? Die meisten Pazifisten die ich kenne würde ich eher als zynismusresistent bezeichnen. Und der naive Glaube, dass sich alle Konflikte immer friedlich regeln lassen, dass erscheint mir eher das Gegenteil von Zynismus zu sein…

  6. 20.05.2007 | 12:56

    @Marian Wirth:

    Zugegeben, mein Fehler. Ich hatte den Link so interpretiert, dass sich (die) Kommentare auf der Meldungsseite der Bundeswehr fänden. – Und darauf bezog sich mein Kommentar. Ich dachte man hätte bei der Bundeswehr schnell reagiert …

  7. AM
    20.05.2007 | 14:13

    “Selbst, wenn die Kommentare gelöscht werden, bleiben die Meinungen ja bestehen.”
    Schon, aber ich würde Ihre Behauptung von wegen Hass gegen die eigenen Soldaten gerne nachvollziehen können. Zum guten Schluss hat da nur gestanden, dass der Kampf in Afghanistan nicht mehr zu gewinnen ist und die Soldaten deshalb sinnlos sterben.

  8. 20.05.2007 | 14:45

    Pazifisten sind meistens Zyniker? Das halte ich für Unsinn und denke, dass da eher Björn recht hat – die meisten Pazifisten sind eher naiv.
    Meiner Ansicht nach sind die radikalen Pazifisten eher Menschen, die nicht begreifen, dass es Menschen gibt, die ihnen überhaupt nicht zuhören und Gewalt nicht nur als letztes Mittel, sondern als richtiges Mittel sehen.

    @T. Albert:
    Spielt das in der Diskussion eine Rolle, ob mit oder ohne Satzzeichen?

  9. 20.05.2007 | 18:19

    ChristianK, AM

    ich bitte um Entschuldigung für die späte Freischaltung; keine Ahnung, warum der Spam-Filter bei dem Thema so mimosenhaft reagiert.

    ChristianK,

    nö, dann ist das mein Fehler. Ich hätte doch ‘ne andere Quelle nehmen sollen.

    AM,

    also, diejenigen, die unter den besagten Artikeln ohne Anteilnahme gleich ihren 0815-Linkspartei-Stuss über den Krieg in Afghanistan ablassen finde ich zwar grenzwertig; die meinte ich aber nicht. Ich meinte Kommentare in Richtung “Soldaten sind Mörder!” oder noch präziser “Die deutschen Soldaten in Afghanistan morden – es geschieht Ihnen also ganz recht, wenn jetzt mal der Spieß umgedreht wird.”

    Wie schon gesagt, gestern abend und heute morgen konnte man Reaktionen dieser Art reihenweise finden. Jetzt vielleicht nicht mehr. Aber der Umstand, dass die Kommentare gelöscht wurden, ändert an der Meinung der Kommentarverfasser nichts.

    Übrigens, die Soldaten des eigenen Landes hassen, ist für mich kein Pazifismus.

  10. 20.05.2007 | 18:43

    @Marian:

    Ich nehme an, dass der Spamfilter die Kombination aus “Kommentare” und “gelöscht” oder “entfernt” nicht mag. Er fängt vermutlich diejenigen ab, die sich über gelöschte Kommentare mokieren. ;)

  11. 20.05.2007 | 18:46

    Karsten,

    ich bin schockiert. Das müssen wir bei der nächsten ZK-Sitzung unbedingt besprechen.

  12. 20.05.2007 | 19:58

    Es scheint beliebig, sich gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr zu stellen aber die Konsequenzen auszublenden. Da stimme ich zu. Zynisch oder naiv finde ich die Haltung aber deshalb nicht, weil sie für meine Begriffe das Resultat der Erziehung vieler Menschen in unserem Land ist. Auch wenn unser letztes “Engagement” jahrzehntelang zurückliegt, die Auswirkungen und Folgen sind sehr vielen Menschen präsent. Auch wenn das in anderem Zusammenhang leider manchmal anders wirken mag.

    Persönlich bin ich in dieser Beziehung ambivalent. Einerseits finde ich es falsch, wenn wir aufgrund der sich verstärkenden Gefahren in Afghanistan nun “den Schwanz einziehen” würden, denn wir haben eine Verpflichtung übernommen, die eben leider konsequenterweise auch gefährliche bzw. lebensbedrohliche Situationen einschließt. Ich fand es fast beschämend, wie sich die Bundeswehr trotz der Klage anderer Alliierter aus dem “Kampfgetümmel” herausgehalten hat. Nun kommt aber der Punkt. Ich will es mir nicht so einfach machen aus diesem Grund so tun, als sei nur diese Position die Richtige. Vor dem Hintergrund der Entwicklung in Afghanistan kann man sehr wohl die Sorge haben, dass dieses Engagement noch sehr viele Opfer fordern könnte. Dann ist die auch die Antwort auf die Frage fällig, ob wir uns ganz im Stile unserer amerikanischen Waffenbrüder für einen Kampf vereinnahmen lassen sollen, der in Wahrheit nicht unsere Sache ist. Es könnte außerdem sein, dass uns die dortige Bevölkerung mehrheitlich überhaupt nicht mehr dort haben will. Wer kennt die Stimmung dort schon so genau, um das wahrheitsgemäß beantworten zu können? Das sind alles Überlegungen, die im Endeffekt als Pazifismus ausgelegt werden können. Das ist klar. Aber es sind Gedanken, die man sich nicht nur deshalb macht, weil man persönlich nicht betroffen ist und es sich auch insofern leicht reden lässt, sondern deshalb, weil es immer Menschen geben wird, die kriegerischen Auseinandersetzungen so gar nichts abgewinnen können. Das ändert sich vermutlich dann, wenn man selbst betroffen würde. Ich habe aber Zweifel daran, dass selbst ein paar Selbstmordanschläge, die in Deutschland verübt würden, an dieser Haltung viel ändern würde.

  13. 20.05.2007 | 19:59

    @Karsten

    Richtig so. Die Admins dieses Blogs wollen Huldigungen und keine Kritik.

  14. 20.05.2007 | 20:01

    @Horst Schulte

    Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Aber es ist ja gerade das Unvermögen, so abwägend, wie du es tust, zu urteilen, das der Anlass für Marians Beitrag war.

  15. DDH
    21.05.2007 | 19:06

    Nur leider lautet die korrekte Übersetzung der Politikerphrase “Wir erwarten Unterstützung für unsere Soldaten” eben “Wir erwarten die vorbehaltlose, generalmobilmachungskonforme, Erregung von Mißvergnügen nicht duldende, hurrahpatriotische Unterstützung für unsere militärinterventionistische Politik”.

  16. DDH
    21.05.2007 | 19:10

    Und Pazifisten sind für gewöhnlich Zyniker.

    “Der Pazifismus hat Auschwitz erst möglich gemacht” sagte Heiner Geißler mal in den frühen 80ern. Nicht zynisch? Inzwischen ist er übrigens Mitglied bei attac …

Bad Behavior has blocked 1044 access attempts in the last 7 days.