Habermas mit totalitären Tendenzen?

Der wohl bekannteste lebende deutschen Philosoph äußerte sich in der SZ besorgt über die Zukunft der seriösen Zeitung:
“Keine Demokratie kann sich das leisten” – in dem er klarstellte, dass Nachrichten, Hintergründe und Meinungen eben keine Ware wie jede andere auch sind. Ich teile seine Ansicht, dass in der rauhen Wirklichkeit des Medienbetriebs Redaktionen sehr schnell unter den Druck von Finanzinvestoren geraten können, die auf schnelle Profite aus sind und in unangemessen kurzen Zeithorizonten planen. Erwartungen auf schnelle Gewinne ziehen erfahrungsgemäß Umorganisation und Einsparung nach sich, die die journalistischen Standards gefährden. Was der politischen Öffentlichkeit nicht gut tut und die Demokratie schwächt.

Soweit bin ich ganz bei Habermas. Aber die Problemlösung, die er andeutet, die gefällt mir nicht. Er sieht nämlich ausgerechent “den Staat” als Garanten der Meinungsfreiheit; seine Vorschläge laufen meiner Ansicht nach auf eine De-Facto-Verstaatlichung in ihrer Exitenz gefährdeter “Qualitätszeitungen” hinaus. Ein “Heilmittel”, das, wir ich finde, gefährlicher als die “Krankheit” sein kann. Zumal in einen Gemeinwesen mit parternalistisch geprägter politischer Kultur und erhebliche Demokratie-Dezifiten Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung. Wo es Minister gibt, die lieber die Verfassung ihren Gesetzesvorschlägen als ihre Gesetzesvorschläge der Verfassung anpassen wollen.

Marius Meller hat darauf hin in der online-Ausgabe des Tagesspiegels einen “offenen Brief” an Habermas geschrieben: Gut und Böse Ein offener Brief an Jürgen Habermas.

Ob in Habermas’ Philosophie wirkllich ein totalitärer Kern schlummert, wie Meller meint, kann ich nicht beurteilen. Dazu habe ich einfach nicht genug Habermas gelesen.

Völlig zustimmen kann ich ihm darin, dass es in Fragen der Moral nur auf den Einzelnen ankommt, nicht auf das “System”.

Ich hoffe inständig, dass das gnostische Schema von Gut und Böse, dass Sie leichtfertig auf Liberalismus und Neoliberalismus anwenden, nicht zur Ideologie wird, die sich irgendwann auf Sie beruft. Das kann Philosophen, die in der Öffentlichkeit wirken, leicht passieren (siehe Nietzsche).

.

Ich sehe die freie, qualitativ hochwertige “Presse” – zu der ich nicht nur die klassischen Print-Medien zähle – von zwei Seiten bedroht: Einmal vom “Big Buisiness”, von “ökonomischen Entscheider”, die den Erfolg einer Zeitung, einer Fernsehproduktion, eines Online-Magazin auf ein paar Kennziffern reduzieren und meinen, damit im Sinne der Investoren zu handeln.
Andererseit aber von propaganda-willigen, parternalistisch “volkserzieherischen” Politikern, denen der eigene Machterhalt allemal wichtiger ist als “das Wohl des Volkes”.

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57 Kommentare zu “Habermas mit totalitären Tendenzen?”

  1. 18.05.2007 | 15:19

    Und das kleine Business schaut nicht auf die Kennziffern? Bzw. auch wenn es auf mehr oder andere Faktoren schaut, ist nicht dennoch der einzige harte Fakt die Rentabilität der Informationen? Ist das nicht auch eine Bedrohung für freie Presse?

  2. FAB.
    18.05.2007 | 17:20

    Was dabei herauskommt, wenn der Staat in einem Medium die “Meinungsvielfalt” (gern noch ergänzt um die “Repräsentanz” von “gesellschaftlichen Gruppen” ergänzt) herstellen will, sehen wir doch täglich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Brauchen wir das wirklich auch noch in Papierform? Ich nicht.

  3. 18.05.2007 | 17:42

    [...] Soweit habe ich das bei den Bissigen Liberalen gefunden und dort wird auch diskutiert, von welchen Seiten »die freie, qualitativ hochwertige Presse« bedroht ist. [...]

  4. Florian
    18.05.2007 | 17:50

    Ok, nehmen wir mal an, die Süddeutsche würde an eine sog. “Heuschrecke” verkauft.

    Was ist denn die Interessenlage des Finanzinvestors?
    Er möchte möglichst viel Rendite.
    Wie erreicht er das?
    Indem er Kosteneffizienz durchsetzt und/oder die Reichweite/den Umsatz vergrößert.
    Kosteneffizienz KANN dazu führen, dass die Qualität leidet. Muss aber nicht.*
    Auf jeden Fall bedeutet dies nicht, dass sich der Investor in die redaktionelle Arbeit einmischt.
    Denn jedem nüchtern denkenden Investor dürfte klar sein, dass eine Zeitung, die nicht mehr unabhängig und “kritisch” berichtet, zumindest für die links(liberale) Klientel der SZ unattraktiver wird.
    Schon aus reinem wirtschaftlichen Eigennutz wird der Investor daher der Redaktion ihre Freiheit lassen.

    *
    Kleine Anekdote: Ein mir bekannter Herausgeber einer regionalen bayerischen Zeitung berichtete mir neulich amüsiert über seinen Besuch in der SZ-Redaktion. Die personelle Überbesetzung in den “nicht produktiven” Bereichen (wie Pförtner, Sekretariat etc.) sei für jeden nüchtern sehenden Branchen-Mann offensichtlich gewesen.

  5. 19.05.2007 | 6:30

    Offen gesagt: Warum sollte eine Firma, die Zeitungen herstellt anders behandelt werden als eine Firma die, z. B. Telekommunikation (Dienstleistungen) herstellt?
    Entweder eine Zeitung hat ihre Klientel und ihre Herstellung zahlt sich aus oder sie wird eingestellt.

  6. 19.05.2007 | 9:39

    @VolkerD: Klar, das kann man so schon sagen, nur damit machst Du es Dir – denke ich – zu einfach, denn die Sorge, die (nicht nur) Habermas hat, beruft sich schon auf eine etwas weitergehende Argumentation.

    Wenn, so der Gedanke, freie Presse als vierte Gewalt im Staat nicht nur eine Kontrollfunktion der drei anderen Gewalten hat, sondern darüberhinaus in der Gesellschaft auch eine Art Erziehungs-, bzw. Bildungsauftrag hat, dann dürfte es schwierig sein, eine Zeitung nach den selben Maßstäben zu beurteilen, der gleiche Bewertung zu unterwerfen, wie beispielsweise einen Elektrogerätehersteller, wie Apple. Einfach deswegen, weil das im Begriff des Bildungsauftrags und dem Selbstverständnis der Gesellschaft liegt.

    Man muss nicht erst Habermas “Strukturwandel der Öffentlichkeit” lesen, um auf den Gedanken zu stoßen, dass eine freie Presse ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft, ja auch der Verfassung ist. Und es ist ein Stück weit doch verständlich, wenn man sich um den Zustand dieser vierten Gewalt im selben Maße sorgt, wie um den Zustand der anderen drei Gewalten.

    Natürlich kann man hinzufügen, dass einer solchen Argumentation ein Gedanke einer Elite, ein “ich weiß, was für die Gesellschaft gut ist” zu Grunde liegt, der einem vielleicht unsympathisch ist. Aber letztlich beruht doch jede Form von Bildung(sauftrag) auf diesem “Besserwissen”, egal ob (vermeintlich) kluger Kommentar in der Zeitung oder einfach nur die so selbstverständliche Schule.

    Ob indes das Hilferufen nach dem Staat eine gute Idee ist, dass ist dann wohl doch nochmal eine ganz andere Geschichte …

  7. 19.05.2007 | 10:15

    @VolkerD
    Das ganze Problem schön zusammengefaßt – was sich nicht rechnet, verschwindet.

  8. 19.05.2007 | 10:18

    “Er sieht nämlich ausgerechent “den Staat” als Garanten der Meinungsfreiheit; seine Vorschläge laufen meiner Ansicht nach auf eine De-Facto-Verstaatlichung in ihrer Exitenz gefährdeter “Qualitätszeitungen” hinaus.”

    Da liest Du ihn aber ohne relevante Zwischenabstufungen im Text selbst. Er “räsonniert” ja über Subventionen und z.B. auch Stiftungsmodelle; letztere könnten ja durchaus auch dem Modell der “Bürgerstiftungen” folgen, die bundesweit seit einiger Zeit populär werden.

    Außerstaatlich ist sowas nie, wie ja auch eine GmbH nicht außerstaatlich ist, ist halt ‘ne Rechtsform. Und wenn ich “totalitär” schon lese – da witter mittlerweile ich immer Lüge. “Totalitär” ist das Hamburger Polizeigesetz, aber nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Den kann man auch aus anderen Gründen doof finden.

    Abgesehen davon empfehle ich auch jedem Liberalen die Lektüre von Habermas “Strukturwandel der Öffentlichkeit”, ein Buch aus den frühen 60ern. Da konstatiert er ebenfalls ein “Versagen” der Öffentlicht, u.a. (ist ein dickes Buch) wegen des zu großen Einflusses von Parteien und Interessen-Verbänden, ich meine, mit letzterem meinte er BDI ebenso wie Gewerkschaften, wenn ich mich recht entsinne, muß ich selbst noch mal nachlesen. Das ist dann auch eine wesentlich intelligentere Form der Kritik am damals ja einzigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, als diese ewige “totalitär”, totalitär”, “totalitär” …

  9. ralph
    19.05.2007 | 10:53

    “Kommt die Vierte Gewalt unter den Hammer?”

    Die SZ ist etwas Besonderes: Selbst als -eher dezent enthusiastischer- CSU-Sympathisant muss ich anerkennen, dass die SZ die einzige ernstzunehmende Opposition gegen die Regierung und Parlamentsmehrheit in Bayern ist. Und öffentliche Kritik ist eben nun einmal das einzig wirksame Mittel gegen Amigotum und Günstlingswirtschaft. So gesehen, wäre es tatsächlich wichtig, wenn die SZ-Abonennten etwaigen Investoren deutlich machen würden, dass sie einen Kurswechsel der SZ ins Seichte oder Unpolitische nicht honorieren würden. Letztlich ist dies aber keine Frage von Wirtschaft vs. Staat, sondern des Gesellschaftlichen: Wenn es eine kritische Gesellschaft gibt, dann gibt es auch auflagenstarke kritische Medien. Und umgekehrt.

    Aber die alte linksliberale Vorstellung, man brauche bloß Zeitungen als aufklärerisches Pädagogicum und schon hätten wir eine (diskurs-)offene Gesellschaft, ist rührend von gestern: Ein Flagschiff wie die SZ hat nur dann eine Zukunft, wenn sie als glaubwürdige AUTORITÄT wahrgenommen wird. Wenn man ihr zugesteht, dass zwischen dem eignenen Wissen und dem der hauptberuflich agierenden Redaktion eine gewisse Asymmetrie und auch informationelle Hierarchie besteht. Wenn man also einzuräumen bereit ist, die SZ sei eine vierte GEWALT, soll wohl heißen: eine vierte MACHT.

    Erzählt man allerdings Akademikern das Gegenteil, man müsse alle Autorität “hinterfragen”, auch ohne dass man sich vorher kundig gemacht hätte, will sagen: zu den gelehrten “Mandarinen” gehört, dann muss man sich nicht wundern, dass die, die sich früher an LEITmedien und LeitINSTITUTIONEN ORIENTIERT haben, heute lieber bloggen als zuzuhören, lieber ihr eigenes (Halb-)Wissen darstellen, als schweigend zu lesen.

    Da, wo es keine Gewalt, keine Macht, keine Hierarchie und keine Autorität geben soll, da gibt es eben nur noch flachen auf das Jetzt berechneten Konsum. Und ein solcher Markt (der Meinungen, wenn nicht Jahrmarkt der Eitelkeiten) wird dominiert nicht von studentenführenden Marktschreiern-von-einst, sondern von Leuten, die was von Investment verstehen. Es liegt schon eine gewisse Ironie darin, dass die befreite Diskursgesellschaft eines Habermas sich heute als das vielstimmige Gebrabbel entfesselter Originalgenies darstellt, die Informationen als Appetithäppchen oder als mehr oder minder kreative Assoziations- und Kommentaranreize konsumieren. Das Forum hat über die Agora triumphiert, der Markt über die Bibliothek, die Spontaneität über Gelehrsamkeit, das Expressive üder die Reflexion, Youtube über das Gutenberg-Projekt, der Schüler über den Lehrer, der Konsument über den Schüler, die Fondsgesellschaft über Habermas.

    Die Anklage eines Habermas gegen die, denen seinesgleichen erst zur Dominanz verholfen haben, wirkt, ganz ehrlich gesagt, richtig komisch. Hätte Habermas früher geschwiegen, müsste er heute nicht reden, -oder anders: si tacuisses, philosophus mansisses …

  10. 19.05.2007 | 12:01

    Wie man Kritik bestätigt, indem man sie zurückweist…

    Herr Meller ist ja ein Schelm. Der findet, es besteht kein Unterschied zwischen Wladimir Putin, Herrn Stolte, Ex-ZDF-Intendant, und Konrad Adenauer (via B.L.O.G.). Und wirft ebenso unsinnig wie manch Empörungskönig in den Kommentarspalten liberaler B…

  11. 19.05.2007 | 12:05

    @Ralph:

    Den Habermas in die von Dir so verachteten ‘68er und deren vermeindldiche “Dominanz” einzureihen, das ist aber gar nicht so einfach … der gehörte schon zu den schärfsten Kritikern derer. Weil er eben mit Argumenten, nicht mit dem Gummiknüppel focht …

  12. 19.05.2007 | 13:22

    @ MomoRule: Das Habermas durchaus Zwischenabstufungen im Text macht, sehe ich schon. Und ich kenne ihn einfach zu wenig, als das ich sagen könnte, er hätte in seinem Denken (nicht in diesem Text) totalitäre Tendenzen.
    Ja, regierungs- und behördenferne “Bürgerstiftungen”, oder auch Genossenschafen oder gGmbHs könnte ich mir gut vorstellen, allein: mir fehlt der Glaube daran, dass das in Deutschland funktioniert. Deutschland ist von der politischen Grundstruktur – etwa der Parteienoligarchie und dem Verbandsfilz – und der Mentalität der “politische Klasse” her eindeutig ein potenzieller Diktaturstaat, vielleicht nicht totalitär, aber autoritär im Sinne Putins. Da habe die sonst von mir wenig geschätzten “Antideutschen” leider mal recht.

  13. 19.05.2007 | 13:52

    @martin:

    Da muß man sich doch dann aber nicht zurücklehnen und nur noch kritiseren, der Marsch durch die Instituionen war ja auch nicht nur’ne dumme Idee …. ich finde ja schon, daß Llarian neulich dieses eine mal recht hatte, als er meinte, dann solle man doch Vereine gründen, z.B.. Aber ihr macht das beim Aett ja auch sowieso schon …

  14. 19.05.2007 | 15:15

    Martin hat die Lage wie ich finde sehr schön beschrieben. Am “Ende” wird es vielleicht so sein, dass die freie Presse, die Medien überhaupt nur dann frei bleiben, wenn allzu starke äußere Einflüsse durch die “reguliert” bleiben, für die die freie Meinungsäußerung elementarer Bestandteil ihres eigenen Lebens ist. Das sollten wir alle sein. Auf diesen Konsens gilt es zu achten, weniger auf die Meinung Einzelner – mögen sie noch so einflussreich sein.

  15. 20.05.2007 | 1:02

    Hm, stimmt denn überhaupt die Voraussetzung?

    Wann hat Paul Sethe geschrieben, die Pressefreiheit sei die Freiheit von 400 (oder wieviele waren es?) Reichen, ihre Meinung zu verbreiten?

    Mein Eindruck ist, daß es in Deutschland heute um die Pressefreiheit so gut bestellt ist wie noch nie.

    Das liegt erstens, trivialerweise, an der Konkurrenz der Neuen Medien. Blogger brauchen kein Geld, um ihre Meinung zu verbreiten.

    Zweitens liegt es daran, daß just wegen der härteren Konkurrenz Journalisten nach der Qualität ihrer Arbeit eingestellt und befördert werden, und nicht nach Parteibuch und Meinung.

    Es gibt heute ja kaum noch eine Meinungspresse, von den Extremisten abgesehen. In der FAZ kann man das finden, was früher nur in der SZ stand, und vice versa.

    Mir scheint, Habermas versucht ein Nicht-Problem zu lösen.

    Er verfährt nach dem Schema des Kinderreims:

    “Was ham wer doch für’n Glaser

    in unserer ollen Stadt.

    Der Glaser schmeißt die Scheiben ein,

    und sagt: dan müssen neue rein.

    Was ham wer doch für’n Glaser ..”

  16. 20.05.2007 | 11:22

    Hi Zettel,

    aus meiner Erfahrung mit der “Presse” ist es leider nicht so, dass wegen der härteren Konkurrenz Journalisten nach der Qualität ihrer Arbeit eingestellt und befördert werden. Soweit ich es mitbekommen habe herrscht in vielen Redaktionen das Prinzip vor, mit möglichst wenig personellen Aufwand das Blatt voll zu machen. Die Praxis einer “schlanken Redaktion” sieht oft so aus, dass die Handvoll erfahrener Redakteure in einen zeitraubenden Papierkrieg mit der kaufmännischen Verlagsleitung über Auflagenzahlen, Sachkosten und Personalbuget verwickelt ist, und das die eigentliche Arbeit von Volontären und Praktikanten erledigt wird.
    Und so sehen die Blätter dann auch aus: schlampige Recherche, jede Menge kaum redigierte Agenturmeldungen und wörtlich übernommene Pressemeldungen.
    Offenes Einfallstor für PR-Agenturen. (Bei denen es dem Vernehmen nach auch nicht viel anders aussieht als in den Redaktionen – eher noch schlimmer!)
    Da teile ich Habermas´ Pessimimus – zumindest zu einen gewissen Grade.

  17. R. A.
    20.05.2007 | 17:08

    Also ausgerechnet mit dem von Prantl et. al. heruntergewirtschafteten Stammtisch-Sudelblatt SZ über “seriösen Journalismus” zu reden, das hat schon was.

    Die freie Presse ist GEGEN den Staat entstanden, von Anfang an privatwirtschaftlich organisiert und von gewinnorientierten Unternehmern geführt.
    Diese freie Presse hat die Demokratie mit erkämpft – wenn wir 1848 schon GEZ-finanzierte Staatsmedien gehabt hätten, würden wir vielleicht immer noch Fürsten-Feudalismus haben.

    Wenn es überhaupt Handlungsbedarf in der Medienszene gibt, dann eben die nötige Privatisierung der staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender.

    Wenn Habermas genau das Gegenteil fordert, nämlich die Quasi-Verstaatlichung der freien Presse, dann ist das entweder dumm oder infam. Denn auch wenn man das mit Umwegen wie “Stiftungen” garniert – schon der Begriff “Grundversorgung”
    zeigt, daß es darum geht, wie im ÖR nur noch das PC-konforme Meinungsspektrum zuzulassen. Damit wird der Demokratie geschadet, und Qualität ist da ohnehin nur noch Feigenblatt für seichtes Einerlei.

  18. the hilarity of it all
    20.05.2007 | 20:12

    Ich teile seine Ansicht, dass in der rauhen Wirklichkeit des Medienbetriebs Redaktionen sehr schnell unter den Druck von Finanzinvestoren geraten können, die auf schnelle Profite aus sind und in unangemessen kurzen Zeithorizonten planen. Erwartungen auf schnelle Gewinne ziehen erfahrungsgemäß Umorganisation und Einsparung nach sich, die die journalistischen Standards gefährden. Was der politischen Öffentlichkeit nicht gut tut und die Demokratie schwächt.

    *tränenabwisch* Selten so ein Schwachsinn gelesen. Nein, tut mir leid; das ist echt debilst. Wie ein Kind, das sich bei der Wirschaftskundeprüfung mit möglichst vielen Worthülsen durchmogeln will.

    Bitte nicht beleidigt sein, lieber MartinM, es ist nichts gegen dich persönlich. Nur gegen den Schwachsinn, den du da flatuliert hast.

    Und stellt mal diese elende Vorschau ab. Beim Tippen steigt die CPU-Last eines >2GHZ-systems auf 100%.

  19. admin
    20.05.2007 | 20:22

    Lieber mit einem langem Usernamen Gesegneter,

    erstens ist dein Beitrag ein absolutes Nullum. Ohne Information, ohne Argument. Nur um selbst mal einen Furz abzusondern. Er erfüllt – inklusive ungültiger E-Mail-Adresse – somit alle Kriterien, hier gelöscht zu werden. Ich werde, wenn sich daran nichts ändern sollte, zukünftig auch genau das tun.

    Und was die Vorschau angeht: Wegen dir stellen wir ganz sicher nichts ab, was von vielen anderen geschätzt wird.

  20. the hilarity of it all
    20.05.2007 | 20:35

    Hallo admin,

    der erste absatz ist süss.

    zum zweiten: viel spass bei eurem schneckentempo-editor wünsche ich dann den “vielen”, von denen das angeblich so “geschätzt” wird. ich denke, du kannst gut damit leben, dass ich mal behaupte, dass du frei erfindest, was andere über die vorschau-funktion denken. und jetzt lösche brav. hopphopp.

  21. 20.05.2007 | 20:43

    Der admin war ich.

    Und du bleibst deinem Stil treu. Es gibt nur einen Grund, warum ich deinen letzten Kommentar nicht lösche: Nächstenliebe, verbunden mit dem Hinweis, dass der Firefox und nicht unsere Vorschau das Problem ist.

    Ok, ok, du weißt ja alles besser, und dafür bewundere ich dich ehrlich. Um so trauriger, dass ich hier die Vorschau-Funktion ohne jegliche Geschwindigkeitseinbuße nutzen kann. Das darf doch gar nicht sein.

  22. the hilarity of it all
    20.05.2007 | 20:46

    Webseiten sollten ja bekanntlich streng browser-selektiv sein. Wir wissen es.

  23. 20.05.2007 | 20:47

    Quatsch.

  24. 20.05.2007 | 20:54

    Ich habe meinen neuen Testosteron-Kaiser gefunden.

  25. stefanolix
    20.05.2007 | 21:07

    Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Man kann selbstverständlich auch mit anderen Werkzeugen kommentieren und den Kommentar dann in das Kommentarfeld einfügen. Es gibt auch Firefox-Plugins zum Kommentieren. Und das Problem tritt nur bei leistungsschwachen Rechnern auf. Ich habe einen solchen als Dritt-PC unter Linux laufen. Wenn ich von diesem PC aus in diesem Fenster hier kommentriere, macht’s auch keinen Spaß.

    Wie Rayson aber schon sagte: Man braucht das nur, wenn man auch etwas zu sagen hat … Und, hilarity: Unter einen Beitrag zu Habermas gehört so etwas nicht.

  26. 20.05.2007 | 21:11

    @hilarity:

    Nun, es bleibt Dir ja unbenommen, hier nicht zu lesen bzw. nicht zu kommentieren, wenn Dir die Vorschau nicht passt. Wobei mir – sollten alle Deine Kommentare so gehaltvoll sein wie der, mit dem Du MartinM hier angemacht hast – letztere Konsequenz gar nicht so unrecht wäre.

    @hilarity & Rayson:

    Eigentlich würde mich doch mal sehr interessieren, woran das Problem so liegt. Denn ich habe auf meinem Laptop (nicht das allerneueste Modell) mit Firefox überhaupt keine Probleme mit der Vorschau. Die ich übrigens sehr schätze. :)

  27. 20.05.2007 | 21:20

    @Karsten

    Ich weiß auch nicht, wo das Problem liegt, aber es scheint nur mit dem Firefox aufzutreten. Aus diesem Umstand auf “browser-selektive” Websites zu schließen, offenbart zwar ein eindimensionales Verständnis, ist aber sonst für die Betroffenen keine Hilfe.

  28. 20.05.2007 | 21:24

    Ich habe übrigens den letzten Kommentar unseres Teilzeittrolls gelöscht, weil er so sehr darum gebeten hat.

  29. 20.05.2007 | 22:05

    hilarity, stimmt einerseits schon, was ich das schrob, sind keine knackigen Aussagesätze. Weil ich mir meiner Behauptungen nicht 100% sicher bin. Da baue ich lieber dreimal ein “könnte” ein.

    Andererseits: wo Du da Worthülsen siehts, hättest Du mir gern auch mal schreiben können. “Kritik” der Sorten “Äh, alles Schwachsinn” kann ich nämlich gar nicht verknusen.
    Übrigens kommt mir Dein Stil und Deine Wortwahl sehr bekannt vor – und auch Deine Meckereien über resourcen-fressende Kommentarfunktionen. Ich vermute, wir kennen uns.

  30. the hilarity of it all
    20.05.2007 | 22:10

    Kennen wäre übertrieben, Martin Marheinecke ;)

  31. R.A.
    21.05.2007 | 13:16

    @admin:
    > Er erfüllt -… -
    > somit alle
    > Kriterien,
    > hier gelöscht zu
    > werden.
    Exakt.
    Und deswegen solltet Ihr dann auch löschen – die weitere “Diskussion” mit diesem Troll hat ja auch nichts gebracht.

    (Das mit der Vorschau halte ich auch für lästig – aber darüber zu reden lenkt ja nur weiter vom Thema ab).

  32. 21.05.2007 | 13:29

    @R.A.

    Für uns ist Löschen immer das letzte Mittel und wird nicht – wie in gewissen anderen, sich moralisch überlegen dünkenden Blogs üblich – schon dann praktiziert, wenn uns eine Meinung nicht passt. Deswegen machen wir Löschungen so transparent wie möglich und geben jedem eine zweite Chance, doch noch mitzudiskutieren.

    Was die Vorschau angeht: Mit Konqueror gibt es da keine Probleme.

  33. der gute don
    21.05.2007 | 15:22

    die Vorschaufunktion ist in der Tat manchmal nervenaufreibend. Allerdings tritt das Problem für mich nicht reproduzierbar auf. Unabhängig vom obigen Kritiker würde ich eher auf den Luxus der Vorschau verzichten, als auch nur einen interessierten Blogleser zu verlieren, weil er genervt das Kommentieren aufgegeben hat. Dafür geht es hier doch eigentlich zu sehr um inhaltliche Mehrwerte.

  34. 21.05.2007 | 15:29

    @R.A.: In diesem Fall ist das letzte Mittel “Löschen” in der Tat angebracht – deshalb werde ich von nun an alle Kommentare dieses Trolls löschen. Weshalb ich zu diesem letzten Mittel greife, erklären die bereits eingestellten Kommentare von “The hilarity of it all” selbst.

  35. R.A.
    21.05.2007 | 15:36

    @Rayson:
    Ich gebe Dir völlig recht, so sieht eine vernünftige Blog-Praxis aus.
    Wenn ich hier zu mehr Löschen ermuntere dann deswegen, weil eben eine eigentlichen Meinung nicht da war.

  36. stefanolix
    21.05.2007 | 16:26

    @der gute don: Das Problem tritt nur dann auf, wenn ein Beitrag sehr viele Kommentare hat. Auf einem älteren Rechner geht es schon ab 50 Kommentaren recht zäh zu, auf einem gut ausgebauten Rechner spürt man kaum Verzögerungen. Ich vermute, dass das Plugin nach jedem Anschlag einen Seitenaufbau veranlasst. Je nach Browser kostet das halt mehr oder weniger Ressourcen.

  37. 21.05.2007 | 17:20

    So, jetzt habe ich mal eine neue Vorschau-Funktion eingefügt. Die drängt sich nicht auf, sondern ist wahlweise aufzurufen.

  38. 21.05.2007 | 17:44

    Für uns ist Löschen immer das letzte Mittel und wird nicht – wie in gewissen anderen, sich moralisch überlegen dünkenden Blogs üblich – schon dann praktiziert, wenn uns eine Meinung nicht passt.

    Harhar, wie lustig. (Wegen dem “sich moralisch überlegen dünkend” beziehe ich das jetzt einfach mal auf FdoG – dieses “Argument” kam ja schon in der unseligen Filbinger-Diskussion vor – als eure Reaktion darauf, dass für unsere Autoren überhaupt moralische Standards in der Bewertung der Person Filbingers eine Rolle spielten.) Als hättet ihr euch nicht gerade darüber aufgeregt, dass wir bestimmte Kommentare, in denen ihr scharf angegangen wurdet, nicht gelöscht haben. Auch eure wurden übrigens ausnahmslos nicht gelöscht.

  39. 21.05.2007 | 18:15

    @Ingo

    Interessant, dass du dir diesen Schuh anziehen möchtest. Wie du aber auch selbst sagt, wird bei FdoG wohl eher grundsätzlich nicht gelöscht – der Vorwurf kann also nicht an eure Adresse gerichtet sein (wo ich mich darüber “aufgeregt” hätte, dass ihr Kommentare nicht gelöscht habt, müsstest du mir übrigens auch mal zeigen).

    Und was das sich Sonnen in einer selbstverliehenen moralischen Überlegenheit angeht: Ich will hier jetzt nicht wieder auf deine grobe Verzerrung meiner und Boches damaliger Position eingehen, obwohl ich wirklich nicht begreife, wo der Sinn darin liegen soll, reale Gegenstandpunkte ständig durch Strohmänner auszutauschen. Tatsächlich ist die Gleichsetzung der eigenen Position mit moralischer Überlegenheit aber eine gute, alte Tradition von ideologischen Weltrettern, die sich auch in der Blogosphäre ständig im Kampf gegen das Böse schlechthin sehen. Konkret dachte ich bei meiner Formulierung heute an einen bestimmten Blogger aus dem “linken Lager”.

  40. DDH
    21.05.2007 | 19:17

    BRD-Staatsphilosoph Habermas ist ohnehin der gefährlichste Feind der Freiheit! Und es will mir nicht behagen, daß mit Hans-Hermann Hoppe ausgerechnet dessen einstiger Lieblingsschüler heute die libertäre Szene ins rechtsrechte Abseits führt …

  41. R. A.
    21.05.2007 | 19:20

    @Rayson:
    > So, jetzt habe ich mal eine neue Vorschau-Funktion eingefügt.
    Perfekt.

  42. R. A.
    21.05.2007 | 19:21

    @DDH:
    > … der gefährlichste Feind der Freiheit!
    Bei aller Kritik an seinen medienpolitischen Vorstellungen – ist das jetzt nicht deutlich übertrieben?

    > … heute die libertäre Szene ins rechtsrechte Abseits führt
    Es spräche gegen die libertäre Szene, wenn sie sich von einem Einzelnen so verführen ließe …

  43. der gute don
    21.05.2007 | 19:36

    So, jetzt habe ich mal eine neue Vorschau-Funktion eingefügt. Die drängt sich nicht auf, sondern ist wahlweise aufzurufen.

    finde ich prima.

  44. 22.05.2007 | 0:42

    Es spräche gegen die libertäre Szene, wenn sie sich von einem Einzelnen so verführen ließe

    Der Punkt ist einfach, dass die libertäre Szene so klein und normalen Menschen unbekannt ist, dass sie auch zum Forum der üblichen Spinner wird, die genau sowas suchen. Man muss sich nur mal diese Diskussion hier im paxx:Blog genüsslich auf der Zunge zergehen lassen, um mitzubekommen, dass darunter auch viel Braunes ist.

  45. 24.05.2007 | 9:09

    ^^

    Jetzt muss ich doch nochmal kurz zu Habermas zurück. Einige werden den (zweiten) Aufmacher Giovanni de Lorenzos in der heutigen Zeit wahrscheinlich schon gelesen haben. Auch wenn Die Zeit m.E. schon gehaltvollere Artikel erlebt hat, sind zwei Punkte für die Diskussion vielleicht von größerem Interesse, weil Lorenzo zwei “neue” Facetten des Themas erwähnt. (Leider habe ich den Artikel online nicht gefunden …)

    (1) “ein vertrauenswürdiges Blatt [gemeint ist ein Blatt hoher Qualität] dagegen sei auch für Anzeigen wertvoller” [Zeit 22/2007]

    Ein kleines bisschen erinnert mich das an die Debatte über das “Unterschichtenfernsehen” und die damalige Angst und Vermutung der Privatsender, dass Werbeeinnahmen ausbleiben könnten.

    Nur weil der von Lorenzo zitierte Philip Meyer zu dem Schluss kommt, dass Qualitätszeitungen für Werbekunden wertvoller seien, muss das noch nicht so sein. Sollte es aber wirklich so sein, wäre das wohl ein schönes Beispiel für ein Funktionieren des Marktes. (wo ich dem “Markt” das nicht zugetraut hätte …)

    (2) “[...] Verleger müssen sich mit wechselnden und manchmal auch überschaubaren Renditen abfinden. Sind sie echte[!] Verleger [...] dann werden sie auch eine andere Währung schätzen als den gewohnten Cashflow: Prestige und Einfluss, die ihnen die großen Titel in Deutschland nach wie vor bescheren.”

    Das kann man – so scheint es mir – in zwei Richtungen lesen. Entweder hier offenbart sich ein Art elitärer Dünkel, der Verleger als eine Art Kopf der Öffentlichkeit ins Licht stellt, oder aber man kann diesen Hinweis als eine Art vorauseilendes Lob verstehen, das Verleger für etwas lobt, dass sie noch nicht getan haben, durch das Lob dafür aber noch tun sollen … Vielleicht gibt es noch eine andere Lesart, so oder so ist dieser zweite Punkt aber (im Gegensatz zum ersten) ein Appell gegen den bloß profitorientierten Markt.

  46. R.A.
    24.05.2007 | 10:27

    > ein
    > vertrauenswürdiges
    > Blatt [gemeint ist
    > ein Blatt hoher
    > Qualität] dagegen
    > sei auch für
    > Anzeigen wertvoller
    Das glaube ich auch.
    Für den Erfolg eines Mediums ist das Vertrauen der Leser essentiell.

    Wobei “Vertrauen” aber NICHT gleichbedeutend mit hoher Qualität sein muß.

    Das typische Kommunalblatt gilt häufig als sehr vertrauenswürdig, obwohl die meisten Leser die Qualitätsmängel kennen.

    Und m. E. lebt sogar das Musterbeispiel für niedrige Qualität – die BILD – wesentlich davon, daß sie das Vertrauen ihrer Leser hat.
    Wobei die durchaus wissen, daß die BILD politische einseitig ist, Sachen übertreibt und manchmal schlichten Blödsinn schreibt.
    Aber sie haben trotzdem ein Grundvertrauen, daß die BILD ihre Anliegen als “kleine Leute” ernst nimmt (und zwar als einziges Medium) und notfalls in ihrem Interesse Krach schlägt.

    Nur weil eben so viele Wähler der BILD hier vertrauen, ist ihr politischer Einfluß so groß.

  47. 24.05.2007 | 11:01

    @R.A.

    Denkst Du, dass das von Dir beschriebene Vertrauen, das für die BILD existiert tatsächlich ein Vertrauen ist, das sich durch Werbekunden “nutzen” lässt.

    Ich bin mir da nicht so sicher, weil einige der BILD-Leser, die ich so kenne, ein durchaus kritisches Verhältnis zur BILD haben. In etwa ein schmunzelndes: “Was, echt?, – das muss ich lesen.”

    Zugegeben: Es mag sich da vielleicht um Einzelfälle handeln und wahrscheinlich habe ich in mir einen Reflex, der den treuen BILD-Lesern ein kritisches Verhältnis zu ihrer Zeitung zuschreibt, – vielleicht, weil ich mir nicht vorstellen mag, dass Menschen die BILD so unreflektiert als “Wahr” nehmen, wie das die meisten Menschen mit der Tagesschau tun.
    Wenn es aber ein solches eher kritisches Verhältnis der Leser zur BILD gäbe, wäre die BILD für Werbekunden aber nur bedingt wertvoll.

  48. 24.05.2007 | 11:07

    Zu schnell gewesen und was vergessen

    @R.A.

    Nur weil eben so viele Wähler der BILD hier vertrauen, ist ihr politischer Einfluss so groß.

    Die Auffassung, dass BILD Themen besser setzten kann, als (fast) jedes andere Medium, würde ich sofort unterschreiben. Aber daraus ergibt sich m.E. nur bedingt auch gleich ein großer politischer Einfluss. Ich denke das wird überschätzt … weil, würde ich sagen, und dann beißt sich die Katze fast in den Schwanz ^^, der Umgang durchaus kritischer …

  49. 24.05.2007 | 12:15

    so oder so ist dieser zweite Punkt aber (im Gegensatz zum ersten) ein Appell gegen den bloß profitorientierten Markt

    Ist er nicht (selbst wenn er so gemeint war), sondern höchstens ein Hinweis darauf, dass “Profit” nicht immer in Geld besteht.

  50. 24.05.2007 | 13:19

    weil ich mir nicht vorstellen mag, dass Menschen die BILD so unreflektiert als “Wahr” nehmen, wie das die meisten Menschen mit der Tagesschau tun.

    Ich habe den Eindruck, dass die meisten derjenigen, die BILD-Nachichten als wahr ansehen, diese wiederum oft nicht als wichtig oder für ihr eigenens Leben bedeutsam empfinden. BILD liefert halt hauptsächlich Unterhaltung.

  51. R.A.
    24.05.2007 | 14:08

    @ChristianK:
    Ich sehe sowieso nicht den direkten Zusammenhang zwischen Vertrauen und Werbekunden, wie er im Zitat oben behauptet wurde.
    Sondern das geht m. E. nur indirekt: Vertrauen -> viele treue Leser -> attraktives Werbemedium.

    M. W. ist die BILD übrigens immer noch die einzige Zeitung, die sich aus den Verkäufen finanziert, die Werbung ist die Sahnehaube.

    Meine Erfahrungen stammen noch aus meinen Betriebspraktika.
    Mit typischen BILD-Lesern in der Mittagspause.
    Alles gewerkschafts-organisierte SPD-Stammwähler – denen durchaus klar war, daß die BILD eher CDU-geneigt ist.
    Und die auch wußten, daß man nicht alle Darstellungen 100% glauben darf, vor allem bei den Promi-Skandalen etc.

    Aber wenn es um Politik und neue Zumutungen seitens “die da oben” ging – da hatte die BILD Autorität (m. E. meistens zu Recht).

    Ich halte den politischen Einfluß der BILD durchaus für groß.

  52. DDH
    24.05.2007 | 17:55

    @Rayson:

    Der Punkt ist einfach, dass die libertäre Szene so klein und normalen Menschen unbekannt ist, dass sie auch zum Forum der üblichen Spinner wird, die genau sowas suchen.

    Diese ganze Offenheit für rechte Spinner ist in der Tat ein ernstes Problem, wie auch die Affinität einiger meiner Mit-Libertären zu den Elaboraten des Kopp-Verlages zeigt …

    Da zieht es selbst mir die Schuhe aus, und ich kann einiges vertragen.

  53. 24.05.2007 | 19:26

    @Rayson:

    Ist er nicht (selbst wenn er so gemeint war), sondern höchstens ein Hinweis darauf, dass “Profit” nicht immer in Geld besteht.

    Da bin ich völlig einverstanden. Ich meinte mit Apell gegen den “Markt” in diesem Fall aber wirklich einen auf Geldprofit reduzierten Profit, weil Habermas doch eben genau das Versagen eines auf Geldprofit orientierten Marktes im Bereich der Presse befürchtet.

    @Boche

    diese wiederum oft nicht als wichtig oder für ihr eigenens Leben bedeutsam empfinden. BILD liefert halt hauptsächlich Unterhaltung.

    Wenn BILD als Unterhaltung aufgefasst wird, wäre das ein Stück weit ja Deckungsgleich mit meiner Vermutung, das die Bild nicht für wahr genommen wird, weil Wahrheit nur sehr bedingt, eher: kein Kriterium für Unterhaltung ist.

    Und genau jener Reflex, den ich bei BILD-Lesern meine beobachten zu können, dieses schmunzelnde “Was, echt? Das muss ich gleich mal nachlesen.” spräche ja für BILD als Unterhaltung und nicht so sehr als Nachrichtenquelle à la Tagesschau.

    @R.A.

    So wie ich Giovanni di Lorenzos Artikel verstanden habe, ist der Gedanke dieser:
    -> Qualität
    -> Vertrauen in die Berichterstattung (also bspw. keine tendenziell skeptische Einstellung GEGEN das Blatt)
    -> Vertrauen in die Seriösität
    -> auch die Werbung wird als seriös empfunden.
    -> wertvoller, weil als seriös empfundener Werbeplatz

  54. 24.05.2007 | 21:21

    @ChristianK

    Auch Wahrheit kann ja als reine Unterhaltung betrachtet werden. Sie muss eben nur als irrelevant genug erscheinen. Was auf so einige politische Theaterstücke ja wohl zutreffen mag.

  55. 25.05.2007 | 8:40

    Klar, Wahre Dinge und Ereignisse können als Unterhaltung betrachtet werden, nur für die Frage, ob die Berichterstattung über solche Ereignisse unterhaltend ist oder nicht, ist es eben völlig irrelevant, ob sie wahr ist oder nicht. – Das meinte ich mit: Wahrheit ist kein Kriterium für Unterhaltung.

  56. 25.05.2007 | 9:27

    Da stimme ich dir natürlich zu.

  57. 25.05.2007 | 9:47

    Das Sagbare und das Unsägliche…

    In der so großartig angekündigten, neuen/alten Magazin-Beilage von DIE ZEIT steht ganz weit vorne ein Artikel über Sonnenbrillen. Männer würden immer die Falschen kaufen und dann wie Modeopfer durch die Gegend latschen – schicke Marken zum Gegenst…

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