TV-Tipp

ARD, heute, 21:00 Uhr: “Das Märchen vom gerechten Staat”, Teil 1, “Wie er uns mit Steuern abkassiert”

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17 Kommentare zu “TV-Tipp”

  1. 14.05.2007 | 15:15

    Dann muß ich ja heute abend an einen Ort, wo ich fernsehen kann…

  2. 14.05.2007 | 15:27

    …kriegt man das nicht vielleicht auch irgendwo aus’m Internet?

  3. Parker8
    14.05.2007 | 17:16

    Um dem Märchen schon mal ein Faktum vorauszuschicken: Die Steuerquote betrug 2006 21 Prozent des BIP. 1980 waren es 24,3 Prozent gewesen, 1960 22,6 Prozent (jeweils in der Abgrenzung der Finanzstatistik).

  4. R.A.
    14.05.2007 | 17:21

    @Parker8:
    Das sind keine Fakten, sondern Eichels Märchen.
    Bei dieser angeblichen Steuerquote werden eine Reihe von Ausgaben (z. B. Kindergeld) von den Steuereinnahmen abgezogen, als wären sie nie erhoben worden.

    Und dann werden natürlich die Abgaben weggelassen die offiziell keine Steuern sind, aber so wirken (z. B. EEG).

  5. 14.05.2007 | 17:45

    Und die Steuerquote in diesem Jahr wird natürlich wieder höher sein. Aber um die absolute Höhe der insgesamt erhobenen Steuern geht es in der Sendung wohl nicht, sondern um das intransparente System mit seinen höchst seltsamen Auswüchsen, wie es dem normalen Bürger gegenübertritt. Lassen wir uns überraschen, unterhaltsam wird es bestimmt.

  6. Parker8
    14.05.2007 | 19:17

    @R.A.

    Sie können auch andere Abgrenzungen nehmen. Das oft beschworene “immer mehr Steuern” lässt sich bei langfristiger Betrachtung schwerlich belegen. Das ist so wie auf der anderen Seite des Spektrums die Klage über “immer mehr soziale Ungerechtigkeit”.

    @Rayson

    Wenn ich in der Programmankündigung schon lese, wie angeblich haarsträubend es sein soll, wenn jemand durch den Erwerb eines Bauernhofs für Einkünfte aus Land- und Fortwirtschaft veranlagt wird, ist mein Interesse dahin.

  7. 14.05.2007 | 19:26

    “Wenn ich in der Programmankündigung schon lese, wie angeblich haarsträubend es sein soll, wenn jemand durch den Erwerb eines Bauernhofs für Einkünfte aus Land- und Fortwirtschaft veranlagt wird, ist mein Interesse dahin.”

    In einem Land wo man für den Besitz kaputter Rundfunkgeräte Gebühren zu zahlen hat, ist das eine durchaus nachvollziehbare Position.

  8. 14.05.2007 | 19:35

    @Parker8

    Du attackierst einen Strohmann.

    Und ich finde es wirklich nicht normal, wenn jemand, der nicht etwa “einen Bauernhof”, sondern ein Bauerhaus mit Scheune, aber ohne Land und Tiere, geerbt hat, plötzlich wie ein Landwirt besteuert werden soll. Aber man wundert sich oft, wie sehr man schon das absurde Denken der Staatsbürokraten verinnerlicht hat. Als Gegenmittel hilft da nur, Libertäre zu lesen, das rückt manches wieder zurecht.

  9. 15.05.2007 | 6:30

    Nun ist die Sendung gelaufen, und ich bin leicht enttäuscht. Für jemanden, noch Illusionen über unser Steuererhebungssystem hatte, mag das ja wirklich aufklärerisch gewesen sein. Unterhaltsam war die Darstellung der haarsträubenden Intransparenzen und der Umverteilung von der linken in die rechte Tasche schon. Allerdings wurde ich das Gefühl nicht los, dass der Beitrag ziemlich “spinnhaltig” ist …

  10. Llarian
    15.05.2007 | 11:19

    Und traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast.
    Steuerquoten sind was schönes, weil:
    - sie keine GEZ Gebühren enthalten (immerhin mehr als 7 Milliarden Euro im Jahr, was widerum gut 1,5% des Jahressteueraufkommens ausmacht)
    - sie keine Müll/Kanal/Wassergebühren enthalten, denen man sich auch nicht entziehen kann.
    - überhaupt und praktischerweise keine von den etlichen Gebühren zahlen, die wohl in keinem Verhältnis zum Aufwand stehen (schönes Beispiel sind Erbscheine, bei Toten hält sich der Staat eh schadlos).
    - sie vor allem keine Sozialabgaben enthalten, die bei einem normalen Angestellten inklusive Augenwischanteil deutlich mehr ausmachen als alle Steuern, die er pro Jahr zahlt.
    - sie auch keine Kosten fürs EEG enthalten, sowas wie den alten Kohlepfennig gar nicht angesprochen.
    - Praxisgebühren sind übrigens auch keine Steuern.
    - Bußgelder auch nicht.
    - Zölle sind keine Steuern.
    - Etc. Etc. Etc. Etc.

    Aber Deutschland ist ein Niedrigsteuerland. Faktum. Und der GRÖKAZ färbt sich nicht die Haare. Faktum.

  11. stefanolix
    15.05.2007 | 11:37

    Ich will das jetzt nicht im Einzelnen zerreden, aber Wasser- und Abwasserkosten würden wohl auch anfallen, wenn Dein Haus nicht durch einen Zweckverband oder kommunale Unternehmen angeschlossen wäre. Vieles was Du über EEG, Gesundheitskosten und andere Gebühren schreibst, kann ich bestätigen. Der wichtigste Kritikpunkt ist, dass offenbar die Abgabenquote »vernachlässigt« wurde.

    Ich habe keinen Fernseher und höre nur im Hotel gelegentlich mal eine politische Talkshow im Hintergrund. Aber was ich da vor ca. drei Wochen gehört habe, nahm mir doch jegliche Illusion über die ARD: In der Sendung mit der blonden Ex-Nachrichtenansagerin Talkshowdarstellerin ging es um die Ostförderung. Da haben sie sich nicht entblödet, eine kleine Gemeinde aus NRW und eine kleine Gemeinde aus dem Osten miteinander zu vergleichen. In der Westgemeinde musste gerade das Schwimmbad geschlossen werden, während in der Ostgemeinde eine neue Schule zu besichtigen war. Abgesehen davon, dass beides überhaupt nichts miteinander zu tun hat, sagte der Ost-Bürgermeister auch noch beiläufig, dass in die Sanierung der Schule gar keine Fördergelder geflossen seien (sie wurde über einen Kredit finanziert).

    Nun könnte man mit den heute verfügbaren Möglichkeiten und mit den Mitteln der ARD sicher auch seriöse Sendungen produzieren. Wann hat das eigentlich begonnen, dass auch die ARD scheinbar nur noch der Volksverdummung dient?

  12. R.A.
    15.05.2007 | 12:26

    @Parker8:
    > Das oft beschworene
    > “immer mehr
    > Steuern”
    > lässt sich bei
    > langfristiger
    > Betrachtung
    > schwerlich belegen.
    Aber sicher läßt sich das belegen.

    JEDES Jahr nimmt der Staat mehr Steuern ein.
    Auch in den Jahren, wo über angebliche “Mindereinnahmen” gejammert wurde (das “minder” bezog sich nämlich immer nur auf die Schätzungen).

    Das BSP ist dagegen deutlich niedriger gestiegen, oft nur kurz über der Stagnation.

    Und dazu kommen noch die ganzen von Llarian beispielhaft beschriebenen versteckten Abzocke-Formen.

  13. Llarian
    15.05.2007 | 16:23

    @stefanolix:
    Nur keine Scheu mir zu widersprechen, auch wenn man im grundsätzlichen ähnlicher Meinung ist, ich halt das aus. Ich bin nur, mal wieder, anderer Meinung. Klar müsste ich auch Wasser kaufen, wenn der Staat das nicht monopolisieren würde. Und zwar für einen Bruchteil des Preises. Das gilt erst recht fürs Abwasser. Was ich kritisiere ist die absurde Querfinanzierung, die da stattfindet. Und natürlich taucht die auf keiner Steuerbilanz auf. Sind ja Gebühren.

    Bezüglich der ARD: Ich bin zwar erst in den dreissigern, aber ich kann mich nicht erinnern, dass das mal anders war. Schon in meiner Jugend gab es Monitor, Report aus München oder Kennzeichen D. Über die letzten 10 Jahre kann ich nichts mehr sagen, da ich seitdem keinen ÖR mehr konsumiere (ausser der letzten WM). Wenn ich Staatspropaganda haben will, dann kann ich danach googeln. Bis jetzt ist der Wunsch noch unter Kontrolle geblieben.

  14. R.A.
    15.05.2007 | 17:10

    @Llarian & Stefanolix:
    Das mit den Wasserwerken sollte man besser beiseite lassen.
    Natürlich zahlt man da einen politischen Aufschlag wg. Ineffizienz.
    Andererseits sind gerade so natürliche Monopole wie die Wasserversorgung nur schwer in einen vernünftigen Wettbewerb zu privatisieren.

    Für die staatliche Abzocke gibt es genug geeignetere Beispiele.

  15. FG
    15.05.2007 | 19:11

    JEDES Jahr nimmt der Staat mehr Steuern ein.

    Das stimmt zumindst bezogen auf die Jahre 2000-2004 nicht.

  16. R. A.
    15.05.2007 | 19:35

    @FG:
    Doch, das stimmt auch für diese Jahre.
    Man darf natürlich NICHT die Zahlen des Finanzministeriums nehmen – da ist die Eichel-Lüge drin.
    Ich weiß nicht mehr, wann die eingebaut wurde, könnte 2000 gewesen sein.
    Leider kann ich die Zahlen eben nicht bringen, die sind irgendwo bei mir im Ordner.

  17. 15.05.2007 | 23:04

    Allein die Geschichten über die Entscheidungen einiger Finanzämter (Schiff eine Meeresdokumentarfilmers ist kein Arbeitsgerät) und Finanzgerichte ließen mich doch sehr verzweifelt mit den Zähnen knirschen.

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