Die Suche nach dem ewigen Leben

Alle Versuche des Doktors, seinen meist unfreiwilligen Patienten mittels über Goldelektroden direkt in ihre Gehirne praktizierten Starkstromes das ewige Leben zu verschaffen, hatten deren Tod zur Folge gehabt. Irgendwann war es gelungen, den Doktor von der weiteren Ausübung seiner Kunst abzubringen, indem man ihm eine Stelle als Chefarzt einer staatlichen Klinik angeboten hatte, unter der Bedingung, daß er sich wieder der konventionellen Medizin zuwenden müsse. Er hatte die Stelle mit Freuden angenommen. Zwar war er nicht bereit, zuzugestehen, daß er mit seinen früheren Therapieversuchen einen fruchtlosen Weg beschritten habe, aber immerhin ließ er nun von diesen ab.
Seine Schüler jedoch, eine Gruppe von Idealisten, hielten ihn nun für einen Verräter. Er habe sich bestechen lassen, wodurch er die Menschheit um das ewige Leben betrogen habe. Vehement forderten sie die Wiederaufnahme der Experimente, und zwar auf breiterer Basis als je zuvor. Wenn nur die Zahl der Probanden hoch genug sei, so argumentierten sie, dann müsse das Experiment zwangsläufig irgendwann gelingen, etwas anderes sei schließlich gar nicht denkbar, wolle man die Erfolgschancen des Experimentes nicht gleich Null einschätzen. Das jedoch wäre unredliches und vorurteilsbehaftetes Vorgehen, das man sich keinesfalls erlauben dürfe, wo doch nicht weniger auf dem Spiel stehe, als das ewige Leben.

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19 Kommentare zu “Die Suche nach dem ewigen Leben”

  1. 4.05.2007 | 21:21

    Ich verstehe dieses Gleichnis nicht.

  2. 4.05.2007 | 21:22

    Ich schon.

  3. 4.05.2007 | 21:24

    Leider ist das Gleichnis nicht so offensichtlich wie deine Antwort auf meine Aussage. Kannst Du es mir bitte noch einmal erklären?

  4. 4.05.2007 | 21:25

    Später vielleicht, ich muß jetzt weg. Vielleicht kommt ja noch ein Exeget.

  5. 4.05.2007 | 22:32

    Wenn ich es richtig verstehe: Die meisten derart experimentierenden Doktoren haben wohl in der Vergangenheit nicht Gold, sondern eher Blei und Stahl verwendet … Aber ich kann auch daneben liegen.

  6. 4.05.2007 | 23:29

    David macht den Orwell, gelle?

  7. Llarian
    4.05.2007 | 23:33

    Und mir fallen gleich zwei Möglichkeiten ein:
    In einem Falle wären die Probanden eher unfreiwilliger Natur, gar so unfreiwillig, dass der gute Doktor ihnen in den Rücken zu schiessen pflegte, wenn sie seine Behandlung für sich ablehnten.
    Im anderen Falle ginge es wohl wirklich um das ewige Leben, allerdings wäre auch zuzusetzen, dass die Probanden in ihren Todeszuckungen noch etliche andere Probanden mit sich gerissen hätten.
    Ich gehe mal vom ersten Fall aus, der wohl der naheliegendere ist und hoffe damit genug zur Verwirrung beigetragen zu haben. :)

  8. 4.05.2007 | 23:37

    Der zweite Fall hat mich tatsächlich verwirrt. Da muss ich mal drüber schlafen.

  9. Ludwig
    5.05.2007 | 9:05

    Ist es groß und dreht sich?

  10. riccardo
    5.05.2007 | 14:22

    Nein, es ist relativ klein. Wenn man es sich näher ansieht steht drauf: Lambrusco.
    Zusammen mit Gras geht das überhaupt nicht.

  11. 6.05.2007 | 17:37

    Gleichnisse funktionieren in Blogs wohl nicht. Jedenfalls habe ich meine Versuche dieser Art aufgegeben. Bei mir kamen ja nicht einmal ratlose Kommentare.

  12. 6.05.2007 | 18:06

    Jetzt will David mir auch noch den Job als B.L.O.G.-Kryptiker streitig machen…

  13. 7.05.2007 | 0:41

    @Rayson: Dabei weißt Du doch wahrscheinlich besonders gut, was ich meine. ;-)

  14. 7.05.2007 | 0:44

    @Marc: Es sind ja nicht einmal alle Kommentatoren ratlos. Stefanolix, Boche und Llarian wissen auch ziemlich genau, was gemeint ist. (Llarian, Dein erster Vorschlag ist richtig; der zweite absurd.)

  15. Llarian
    7.05.2007 | 11:18

    @David: Es ist dein Gleichnis. Aber ich will gerne sagen, wie ich auf Erklärung zwei kam:
    Ich dachte an eine terroristische Organisation in einem gar nicht so fernen Lande, wo sich Menschen im Namen des ewigen Lebens in die Luft zu sprengen pflegen. Ich habe die Implantation der Elektroden mit Indoktrination gleichgesetzt. Auch dort hat es dann jemanden gegeben, der sich gegen Geld davon abbringen lies. Und viele hielten ihn für einen Verräter und meinten, jetzt müsse man erst recht für das ewige Leben eintreten. Der Doktor in diesem Fall erhielt vor einigen Jahren den Friedensnobelpreis.
    Falsch mag das sein, aber absurd finde ich es nicht. Es passt schon einiges.

  16. 7.05.2007 | 12:53

    Ja, was Du meintest, hatte ich schon verstanden. Vielleicht läßt es sich tatsächlich so lesen, aber ich wäre selbst nicht darauf gekommen.

  17. 7.05.2007 | 17:42

    Erklärt mir “Doffmann” das bitte jemand?

  18. Llarian
    7.05.2007 | 17:47

    @Markus:
    Denk doch mal an den Sozialismus, die Mauer und diejenigen, die meinen, Sozialismus werde schon noch klappen, wenn nur noch größere Menschenmengen ihn ausprobieren.

  19. 7.05.2007 | 19:08

    Danke. Du hast mir die Selbstexegese erspart.

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