4. Mai 2007
Die Suche nach dem ewigen Leben
Alle Versuche des Doktors, seinen meist unfreiwilligen Patienten mittels über Goldelektroden direkt in ihre Gehirne praktizierten Starkstromes das ewige Leben zu verschaffen, hatten deren Tod zur Folge gehabt. Irgendwann war es gelungen, den Doktor von der weiteren Ausübung seiner Kunst abzubringen, indem man ihm eine Stelle als Chefarzt einer staatlichen Klinik angeboten hatte, unter der Bedingung, daß er sich wieder der konventionellen Medizin zuwenden müsse. Er hatte die Stelle mit Freuden angenommen. Zwar war er nicht bereit, zuzugestehen, daß er mit seinen früheren Therapieversuchen einen fruchtlosen Weg beschritten habe, aber immerhin ließ er nun von diesen ab.
Seine Schüler jedoch, eine Gruppe von Idealisten, hielten ihn nun für einen Verräter. Er habe sich bestechen lassen, wodurch er die Menschheit um das ewige Leben betrogen habe. Vehement forderten sie die Wiederaufnahme der Experimente, und zwar auf breiterer Basis als je zuvor. Wenn nur die Zahl der Probanden hoch genug sei, so argumentierten sie, dann müsse das Experiment zwangsläufig irgendwann gelingen, etwas anderes sei schließlich gar nicht denkbar, wolle man die Erfolgschancen des Experimentes nicht gleich Null einschätzen. Das jedoch wäre unredliches und vorurteilsbehaftetes Vorgehen, das man sich keinesfalls erlauben dürfe, wo doch nicht weniger auf dem Spiel stehe, als das ewige Leben.
Verfasst von David um 21:12 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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