27. April 2007
Noch was zu SPON: Schmeißt sie raus!
Wir haben es ja schon zigmal erlebt: Bei “Spiegel Online” haben Überschrift und “Teaser” manchmal nur annähernd etwas mit dem Text darunter zu tun. Die Vermutung liegt nahe, dass nicht die Autoren für diese Teile des Beitrags zuständig sind. Warum aber lassen sie es geschehen, dass die Aussage ihrer Texte so sehr verfälscht wird, selbst auf die Gefahr hin, sich lächerlich zu machen?
Neuestes Beispiel: Die erste Fernsehdebatte der Präsidentschaftkandidaten der “Demokraten” in den USA. SPON teast:
Favoritin Hillary Clinton machte dabei keine besonders gute Figur.
Im Text finden wir dazu nichts, nur den bekannten Hinweis, dass die Haltung zum Irak-Krieg Clintons schwache Stelle sei. Das hat mit der Figur, die sie in der Debatte angeblich gemacht oder nicht gemacht hat, erstmal rein gar nichts zu tun.
Bei FAZ.net hat auch einer ferngesehen, und der kommt zu dem Schluss:
Hillary Clinton ist ihrer Favoritenrolle gerecht geworden.
Und weiter:
Im Zweikampf zwischen Clinton und Obama sahen Experten die Senatorin in Führung. „Clinton zeigte sich kompetent und sicher“, resümmiert der Politologe Costas Panagopoulos von der Fordham University. „Die große Überraschung war Obama, der nicht sehr klar war und sich oft wiederholte.“
Der Kommunikationswissenschaftler Charlton McIlwain von der New York University vermutet, der sonst so charismatische Redner Obama habe seine Fähigkeiten in der zeitlich eng begrenzten TV-Debatte nicht zur Geltung bringen können. „Clinton erschien sympathischer, sie hat mehr gelächelt.“ In parteiinternen Umfragen vor der Debatte lag Hillary vor Obama und Edwards an der Spitze.
Also SPON, es gibt einen einfachen Tipp, das Niveau eurer Publikation zu heben: Schmeißt die Typen, die gerade die Teaser verfassen, einfach raus, und lasst das besser die Autoren selbst erledigen.
Verfasst von Rayson um 17:02 Uhr in der Kategorie International, Politik, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)
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