17. April 2007
Stell dir vor, es ist Sozialstaat und keiner bezahlt ihn
Die Empfehlung, sich bei anstehenden Handwerkerarbeiten zwei Angebote einzuholen, hat seit einigen Jahren wohl eine neue Bedeutung bekommen. Ich muss gerade ein paar solcher Jobs in Auftrag geben und bekomme zu meiner Verwunderung bei jedem Anbieter automatisch, d.h. ohne danach zu fragen, zwei Angebote: Eins “mit Mehrwertsteuer”, eins BAT (“bar auf Tatze”). Nachfragen bei mir bekannten Hausbesitzern brachten als Ergebnis, dies sei “längst üblich”.
Da ich erstens nur ungern erpressbar bin und zweitens auf Garantie bzw. Gewährleistung nicht verzichten möchte, zahle ich dennoch regelmäßig den Staatshaushaltskonsolidierungsbeitrag. Die Annahme, dass dies nicht bei allen der Fall sein wird, scheint mir aber berechtigt zu sein.
Soweit also zu den Grenzen eines auf Zwangsabgaben beruhenden Sozialstaats, von den Fantastereien eines Götz Werner mal ganz zu schweigen. Der Blick auf die großen Konzerne ist ebenso beliebt wie verkehrt: Millionenfache kleinere Ausweichbewegungen sind viel relevanter und instruktiver. Wer zur Realisierung der Träume einer staatlichen Rundumbetreuung, die nach neuer regierungsoffizieller Doktrin jetzt auch die Kindererziehung zu umfassen hat, die öffentliche Verschuldung nicht noch weiter in die Höhe treiben (und damit, nebenbei gesagt, die Besitzer “leistungslosen Kapitals” fördern ) will, sollte wohl bei Hayek mal nachlesen, wie man das am besten macht mit dem Weg in die Knechtschaft.
Verfasst von Rayson um 11:58 Uhr in der Kategorie Politik, Wirtschaft (Trackback)
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