17. April 2007
Massaker an Wehrlosen
Das gerade stattgefundene Massaker an der Virginia Tech University fand an Wehrlosen statt.
In den gestrigen Tagesthemen wurde es – natürlich – benutzt, um die Frage des privaten Waffenbesitzes zu erörtern*.
Hier findet sich eine Argumentation, die man erst einmal widerlegen muss:
Wenn privater Waffenbesitz an der Uni erlaubt gewesen wäre (was er offensichtlich nicht ist), hätte der Täter kaum von Zimmer zu Zimmer gehen und wehrlose Studenten massakrieren können. Irgendjemand hätte ihn gestoppt, im Klartext: Irgendwer hätte sich gewehrt und den Täter erschossen.
Nun kann man mit Berechtigung die Abwägung zwischen zwei Risiken ins Feld führen:
Dem Risiko, dass durch den Besitz privater Schusswaffen diese häufiger angewandt werden.
Und dem Risiko, dass man im Falle eines Verbrechens wie dem gerade stattgefundenen dem Täter recht wehrlos ausgeliefert ist, bis die Polizei eingreifen kann.
Diese Abwägung kann man vornehmen. Sie ist aber etwas anderes als das vorschnelle und pauschale Abhaken des Geschehenen unter dem Motto:
Das kommt davon, dass die Amis Waffen tragen dürfen.
Durften sie nämlich am Ort des Geschehens nicht.
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*Aber was heißt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen schon “erörtern”? Die Aussage des Präsident Bush wurde gemeldet, dass er keinen Anlass sähe, den privaten Waffenbesitz einzuschränken. Damit wurden gleich zwei Klischees bedient – der dumme Ami, der auf seine Waffen nicht verzichten will. Und der dumme, verantwortungslose Bush, der das gut findet.
Das will der deutsche Fernsehkonsument hören, nachdem gerade seine Abscheu über erzkonservative Rechte in Baden-Württemberg und ihre Verharmlosung schlimmer Nazi-Mörder bedient und er mit dem zu Kreuze Kriechen eines CDU-Ministerpräsidenten beglückt wurde.
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Link gefunden über Kapitalismus-Magazin
Und Statler erinnert daran, dass Massaker dieser Art nicht unbedingt etwas mit den amerikanischen Gesetzen zu privatem Waffenbesitz zu tun haben.
Verfasst von Boche um 11:53 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, International, Politik, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)
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