Dumm durch Information

Es steht nicht nur auf sport1.de, sondern war auch gestern in der F.A.Z. zu lesen: Obwohl im Halbfinale des UEFA-Pokals sage und schreibe drei spanische Vereine stehen, glauben die Spanier angeblich daran, dass Werder Bremen den Pott erobern wird.

32 Prozent sehen Werder als Titel-Gewinner, 31 Prozent der 32.000 Umfrage-Teilnehmer tippen auf eine Titelverteidigung des FC Sevilla. Für Bremens Halbfinal-Gegner Espanyol Barcelona votierten 20 Prozent und 16 Prozent für CA Osasuna.

Wie auf den ersten Blick ersichtlich, tippt natürlich eine Zweidrittelmehrheit der Befragten auf einen spanischen Verein und eben nicht auf den deutschen Vertreter. Der erhält die höchste Prozentzahl der vier Kandidaten nicht obwohl, sondern gerade weil es sich bei den anderen drei um spanische Klubs handelt, unter denen sich die Präferenzen der Iberer erwartungsgemäß verteilen.

Mal ganz ehrlich: Wenn schon bei solch einfachen Sachverhalten Journalisten einen derartigen Mist zusammenschreiben, was muss ich dann über die Berichterstattung zu komplexeren Themen annehmen? Sagen wir mal bei Wirtschaftsfragen?

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6 Kommentare zu “Dumm durch Information”

  1. Schlens
    17.04.2007 | 11:53

    Entweder benoetigen einige Journalisten ein bisschen Nachhilfe in Prozentrechnung oder es handelt sich um mehr oder weniger gewollte Desinformation. Ein weiteres schoenes Beispiel laesst sich in der Welt finden:

    Zwei von drei Deutschen wissen nicht, dass der SPD-Vorsitzende Kurt Beck heißt. Bei den Amerikanern sieht es nicht besser aus: Nur 69 Prozent kennen den eigenen Vizepräsidenten. Barack Obama, Nancy Pelosi und Wladimir Putin schnitten noch schlechter ab.

  2. 17.04.2007 | 15:44

    Das ist ein Druckfehler[1], oder? Der Satz sollte ursprünglich lauten: »Nur zwei von drei Deutschen wissen, dass Kurt Beck SPD-Vorsitzender ist«(?)

    [1] Übrigens hat mich neulich ein Drucker korrigiert: »Das sind keine Druckfehler. Das sind Satzfehler.« Bleibt zu ergänzen: es kann sich auch um sprachlich Fehler oder um Verständnisprobleme handeln ;-)

  3. Schlens
    17.04.2007 | 15:49

    Ich glaube, ich muss Dich da enttaeuschen:

    Auf die Frage, ob sie wüssten, wer im Augenblick SPD-Chef ist, konnte in einer Umfrage nur rund ein Drittel (35 Prozent) der Bundesbürger die richtige Antwort geben und den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck nennen.

    Auch aus der Welt.

  4. 17.04.2007 | 16:50

    Ich bin enttäuscht. Warum halten wir eigentlich noch Wahlen ab?

  5. R.A.
    17.04.2007 | 17:02

    Das Beispiel von “Schlens” habe ich in einer dol-Umfrage verwurstet.
    Mit dem bewußt ablenkenden Titel: “Wer kennt sich in der Politik besser aus: Amis oder Deutsche”.

    Dazu das Originalzitat ohne Kommentar.

    Volltreffer.

    Alle möglichen Leuten rülpsen spontan ihre Vorurteile raus – kein Einziger bemerkt den Logikfehler im Text.

    Kann man jetzt sagen, daß die deutschen Medien sich mit ihren Qualitätsmängeln auf die Leserschaft einstellen?

  6. 17.04.2007 | 17:03

    Dol-Umfrage … Wat es allet (noch) gibt…!
    ;-)

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