Ich will kein Antipolonist sein…

aber die Worte, mit denen Mariusz Muszynski hier zitiert wird, begreife ich einfach nicht:

Die Ostseepipeline verstößt gravierend nicht nur gegen die polnischen Interessen, sondern gefährdet möglicherweise auch die Souveränität des polnischen Staates.

Das mit den polnischen Interessen kann ich ja noch nachvollziehen – natürlich ist es in polnischem Interesse, den Finger auf den russischen Gaslieferungen an Deutschland Westeuropa zu haben. Ist so ein wunderbares Druckmittel gegen beide Nachbarn, mit dem man sich gegen Preiserhöhungen wehren kann, aber auch andere politische Forderungen durchsetzen.

Nur warum die Pipeline eine Bedrohung der polnischen Souveränität sein soll, das kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Vielleicht kann mir da (mal wieder) ein Leser aushelfen?

Deutschland habe Schwierigkeiten, die Argumente Polens zu verstehen.

Auch das soll Muszynski laut Netzeitung gesagt haben. Könnte er recht haben. Auch manche der Positionen einer polnischen Regierungspartei sind aus der hiesigen Perspektive schwer zu verstehen:

Im EU-Parlament ließ die Liga (polnischer Familien) eine anti-jüdische Hetzschrift verbreiten, und in Warschau präsentierte sie einen Gesetzentwurf, der Lehrern mit Entlassung droht, wenn sie im Unterricht Homosexualität thematisieren.

Ob man mit Kritik an solchen Aktionen auch die Souveränität des polnischen Staates gefährdet?

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15 Kommentare zu “Ich will kein Antipolonist sein…”

  1. Llarian
    15.03.2007 | 11:36

    Ich denke mal er hat das eher so dahingesagt. Natürlich gefährdet es die polnische Souveränität, wenn man plötzlich keine Druckmittel mehr gegen zwei ziemlich übermächtige Nachbarn hat. Sehr souverän ist man halt nicht mehr, wenn keiner mehr auf einen hören muss.

  2. Libero
    15.03.2007 | 13:55

    mit denen Mariusz Muszynski hier zitiert wird, begreife ich einfach nicht:
    Gräme dich nicht. Es fehlt dir eben polnische Seele. Die kann man nicht begreifen, die kann man nur empfinden. Rational gesehen ist das ein leicht? meschuggenes Verhalten

    Wir brauchen alle eine Therapie
    http://www.welt.de/politik/article760654/Wir_brauchen_alle_eine_Therapie.html
    Andrzj Stasiuk hat recht. Man könnte es vielleicht so sagen. Es reicht nicht, die staatliche Unabhängigkeit zu erreichen, wenn die Menschen ihre persönliche Emanzipation und Souvernität nicht erlangen. Viele Polen tragen den Rucksack der polnischen Geschichte mit sich rum.

    Sieh dir doch nur die Gesichter der Zwillinge in den Artikel an. Die Gesichtszügen kann man lesen. Was liest du? Zwei Menschen,die mit sich selbst nicht im Reinen sind, nicht in sich gefestigt sind. Voller Zwiespalt, von einer eigenartigen Weichheit, die in das genaue Gegenteil umschlagen kann. Wären sie vier, würde man sagen, da wachsen kleine Tyrannen heran.

  3. 15.03.2007 | 14:10

    @Libero:
    In der Tat ein guter Artikel, da er auch die Probleme analysiert, die die Deutschen mit ihrem Nachbarland haben. In der Tat, wir brauchen wohl alle eine Therapie.

  4. Libero
    15.03.2007 | 14:20

    Eine Therapie wäre schon 1945 notwendig gewesen. Selbst wenn man berücksichtigt, das sie selbst nicht zu den Tätern gehörten, sie waren beteiligte Zuschauer.

    Es geht an Menschen nicht spurlos vorüber, wenn sie schreckliche an Menschen verübte Taten miterleben. Das arbeitet in einem bis zum letzten Atemzug.

    Das Menschliche ist so stark, daß es sich selbst in Tätern, selbst in den Bestien Mensch gärte. Wäre es nicht so, wären die alkoholische Exzesse nach dem Morden nicht notwendig gewesen. Man kann aber nur den Menschen besoffen machen, nicht aber das Menschliche in seinem Kern. Selbst wenn es nur ein winziger Rest ist, empört er sich und reagiert menschlich. Und wenn es nur ein Übergeben ist, weil der Verstand sich weigert, menschlich zu handeln.

  5. 15.03.2007 | 21:58

    Kleiner Einwand: damit, dass es auf deutscher Seite eine zu geringe Kenntnis des polnischen Partners gäbe, hat Mariusz Muszynski völlig recht. Übrigens auch Kenntnisse der Abgründe der polnischen Innenpolitik, z. B. des großen Einfluß katholischer Fundamentalisten in Polen. “Radio Maria” ist nur die Spitze des Eisbergs. Wenn Muszynski daran wohl weniger gedacht haben dürfte. Woran er aber gedacht haben wird, und woran wir meine Ansicht nach zu selten denken, ist, dass in Polen Geschichtsbewußtsein und das sich Berufen auf “historische Erfahrungen” einen ganz anderen Stellenwert hat als in Deutschland, wo Geschichte tendenziell entweder verdängt oder als Unterhaltungsprogramm konsumiert wird. Wenn bei einem Polen angesichts der “Busenfreundschaft” zwischen Ex-Bundeskanzler Schröder und dem russischen Autokraten Putin die Alarmglocken schrillen, dann kann ich es ihm angesichts der jüngeren polnischen Geschichte (ab den polnischen Teilungen des späten 18. Jahrhunderts) nicht verdenken.

    Genau so ist es zu sehen, dass ein im Grunde lächerliche Organisation wie die “preußische Treuhand”, von der sich sogar die Vertriebenenverbände distanzieren, in Polen so viel Beachtung findet: sie ist der personifizierte polnische Alptraum. Weil aber viele Polen genau so wenig über das heutige Deutschland wissen, wie viele Deutsche über das heutige Polen, kann der Einfluß dieses Revanchisten-Vereins von interessierter Seite (z. B. den Zwilligen) problemlos hochgeredet werden.

    Vor diesen Hintergrund ist es auch zu sehen, wenn Muszynski kritisiert, dass wir es gerade auf der deutschen Seite mit einer nationalen, in ihrem Wesen egoistischen und dadurch Polen nicht gerade freundlich gesinnten Politik zu tun hätten, dann liegt er, zumindest was die Außenpolitik Schröders anging, völlig richtig. Vielleicht abgesehen von “national”.

  6. 16.03.2007 | 0:42

    @MartinM:
    Okay, ich weiß wenig über Polen. Darum lade ich ja andere dazu ein, meine Kenntnis (und die anderer Leser) zu erweitern, wenn sie mehr wissen. Aber schnippisch bleibe ich natürlich nach wie vor, aaaalsooo…

    1) Dass Polens Politik offenbar von katholischen Fundamentalisten durchsetzt ist, ist nichts neues – das wird mir auch von deutschen und internationalen Medien regelmäßig vermittelt. Und darauf bezog sich auch mein abschließender Seitenhieb auf die (klerikale?) Liga polnischer Familien.

    2) Dass in Polen offenbar ein größeres Geschichtsbewusstsein im Denken der breiten Bevölkerung herrscht, ist ja eigentlich positiv. Die Frage ist: Ist dieses wirklich vorhanden, oder bezieht es sich auf eine sehr eigene Deutung der Geschichte? Also: versucht man, geschichtliche Prozesse nicht zu wiederholen, oder bezieht man aus der Geschichte eine Legitimation für eigenen Nationalismus? Ersteres wäre schon klasse (zwei benachbarte Großmächte, die sich verbünden, sind nicht so “der Hit”), letzteres aber eher problematisch (alle haben uns Polen immer schon gehasst, also müssen wir jetzt den “dicken Macker” machen!).

    3) Bezieht sich das nicht eher auf einen Erkenntnismangel auf polnischer Seite? Mal ehrlich – wer ist die preußische Treuhand? Hätte einer von uns beiden jemals von diesem Haufen gehört, wenn die polnische Regierung sie nicht aufbauschen würden? Haben die Rückhalt und eine ehrliche Chance, ihre Ideen durchzusetzen?
    Die letzten beiden Fragen würde ich jedenfalls mit “nein” beantworten…

    4) Der Eindruck, den ich gewinne, ist eher der gegenteilige: Polens Politik ist eine nationale, egoistische und in ihrem Wesen Deutschland nicht gerade freundlich gesinnte. Und das teile ich mit vielen meiner Mitbürger. In unserem Land sind nämlich nicht die Parteien an der Macht, die den Konflikt mit dem Nachbarn gerne möglichst offen austragen wollen – östlich von Oder und Neiße aber schon.

    Vielleicht brauchen wir wirklich alle eine Therapie. Allerdings nicht so, wie Libero zu argumentieren schien (die Polen brauchen eine!), sondern vielmehr im Sinne einer Familientherapie: Lass uns doch mal wirklich alles auf den Tisch legen – da sind viele Missverständnisse, und einige unter uns reden Quatsch.

    Aber lässt sich das machen, solange sich die PiS Koalitionspartner sucht, die hierzulande zumindest mit den Republikanern (aber nicht mit der NPD, da hat die Frau Steinbach meiner Einschätzung nach Unrecht) vergleichbar sind?

    Fragen über Fragen…

  7. 16.03.2007 | 1:04

    Da ich mal über ein Jahr in Polen gewohnt habe, ernenne ich mich hiermit zum Polen-Experten ;-)

    Zunächst mal müsste man hier – wie übrigens fast überall im Osten Europas – konstatieren, dass das Land selbst von einem krassen Gegensatz zwischen Stadt und Land geprägt ist, der sich geschichtlich weit zurückverfolgen lässt und nach dem Ende des Sozialismus eher noch größer geworden ist. Die gut ausgebildeten Städter z.B. betrachten meist das, was da in Regierungskreisen so abgesondert wird, mit demselben Unverständnis wie unsereins. Die Leute auf dem Land hingegen greifen gerne mal nach dem demagogischen Strohhalm, was angesichts ihrer Situation so unverständlich auch nicht ist.

    Und dann wirken auch in Polen die Mechanismen der Demokratie: Man braucht Mehrheiten, und man braucht Erfolge. Dazu dient eine aufs Innen zielende nationalistisch-reaktionäre Rhetorik genau so wie die nach Außen gerne gespielte Rolle der verfolgten, aber anklagenden Nation zwischen den bösen Mächten, die, was sie so attraktiv macht, ja auch historisch gesehen durchaus belegt werden kann. Dass man selbst auch gerne kräftig mitgemischt hat im schmutzigen chauvinistischen Spiel, muss man ja nicht an die große Glocke hängen. Es ist also der bekannte Versuch, sich einen moralischen Vorteil zu verschaffen.

    Deswegen wäre mein Rat: Tiefer hängen, nüchtern bleiben. Und für Begegnungen sorgen.

  8. 16.03.2007 | 1:21

    @Rayson:
    Wo hast Du eigentlich noch nicht gewohnt? ;)

    Wo bekomme ich Begegnungen her? Okay, unser Ortsvorsteher liebt Polen (wer hängt schon zum Handballspiel Deutschland-Polen eine polnische Fahne auf, wenn er auch noch Politiker ist?), und da kann ich vielleicht mal ‘ne Reise mitmachen. Aber reicht das? Und wem muss ich begegnen?

    Außerdem… Angesichts der real vorhandenen Verhältnisse in der polnischen Politik: Muss ich nicht davon ausgehen, dass die “gut ausgebildeten Städter” nur eine Minderheit in der polnischen Gesellschaft darstellen? Und dass ich mir mehr Gedanken um die auf Sündenböcke und Konflikt orientierten ländlichen Polen machen muss?

    Schließlich: Was soll ich denen sagen, die in meiner Umgebung aufgrund der aktuellen Nachrichten aus Polen Sorgen haben, was die Beziehungen zwischen unseren Ländern angeht? Oder gar denen, die die Polen immer schon für eine Art reaktionärer Dorftrottel gehalten haben? Oder gar den Aussiedlern zweiter Generation, die nun erst recht wissen, dass sie gerade noch rechtzeitig aus einem Land geflohen sind, dass sie vielleicht bald verfolgen würde?

    Die Überschrift lautet ja “Ich will kein Antipolonist sein”. Will ich auch nicht. Aber die aktuelle Lage macht es eben schwierig. Und die bisherigen Kommentare sagen mir mehr: “Du hast recht, es ist dort so irre. Aber die sind nun mal beschädigt von der Geschichte. Und wir können nur abwarten…”

    Vielleicht wählen die Polen die PiS und ihre geschmacklosen Koalitionspartner ja bald ab. Darauf wollen wir hoffen. Zu der Platforma Obywatelska und Donald Tusk würde mir jedenfalls mehr positives einfallen, das ich hier posten könnte…

  9. 16.03.2007 | 1:37

    @Karsten

    Wo du persönlich Begegnungen herkriegst, kann ich dir nicht sagen. Höchstens vielleicht Reisen empfehlen: Krakau soll z.B. eine wunderschöne Stadt mit sehr netten Menschen sein. Oder Masuren: Ein Gemälde von Landschaft.

    Aber mit Frankreich hat es man es doch auch versucht. Jugendaustausch und all das Gedöns. Mal Polnisch als Wahlfach in deutschen Schulen anbieten. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

    Die Städter, von denen ich sprach, sind wohl eine Minderheit, aber dafür eine prägende und bestimmende. Aus ihnen rekrutiert sich das handelnde Personal in Politik und Wirtschaft. Das Problem des unterentwickelten Landes ist aber natürlich nicht so einfach zu lösen. Das hieße, einen Strukturwandel im Zeitraffer hinter sich zu bringen.

    Sag deinen Freunden in deiner Umgebung, dass es sich im Wesentlichen um folgenlose Rhetorik handelt. Weder werden in Polen die noch verbliebenen Deutschstämmigen verfolgt, noch droht ein Präventivkrieg. Da, wo Menschen einfach nur miteinander umgehen, läuft das alles viel normaler, auch auf dem Land. Die Zwillinge an der Spitze des Staates meinen nicht, was sie da sagen. Und solche Spinner wie den Gertych und den Lepper, die muss eine so frische neue Demokratie aushalten. Die Kaczyńskis nehmen die auch nicht ernst, sondern versuchen sie umarmend zu erdrücken.

    Man muss nicht auf jedes Gequatsche antworten und nicht auf jede Provokation reagieren (soll ja auch in Blogs gelten ;-) ). Am Ende geht es schlicht um Geld, da gilt es, cool zu bleiben.

  10. 16.03.2007 | 1:57

    @Rayson:

    Nehme ich ja alles zur Kenntnis und werde auch versuchen, etwas danch zu handeln. Aber warum kommt mir bei

    Die Kaczyńskis nehmen die auch nicht ernst, sondern versuchen sie umarmend zu erdrücken.

    der Name “Franz von Papen” in den Sinn?

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt Godwin’s Law aussetze…

  11. 16.03.2007 | 2:06

    Dass dir der Name in den Sinn kommt, ehrt dein Geschichtsverständnis ;-) Aber den Vergleich würde ich angesichts der unterschiedlichen Kräfteverhältnisse damals in Deutschland und heute in Polen nicht für treffend halten. Es ist eine gute Strategie für einen Riesen, einen normalen Menschen zu erdrücken, aber nicht für einen Gnom.

  12. 16.03.2007 | 8:49

    Geschichtskenntnis und -verständnis auf der einen Seite und eine Funktionalisierung eines Teils der Geschichte auf der anderen Seite sind sehr oft nur von einer sehr schmalen Grenze getrennt. – Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist der Konflikt zwischen slowenisch sprechender Minderheit und deutsch sprechender Mehrheit in diesem kleinen Land in Österreich namens Kärnten. Dort ist jeder mit der Geschichte des sog. “Abwehrkampfes” vertraut und noch heute sind Engländer alleine schon auf Grund der Tatsache gerne in Kärnten gesehen, weil diese eben “Kärtnen als Kärnten” bewahrt oder auch verteidigt haben … Die KEnntnis der Geschichte in der breiten Bevölkerung beschränkt sich aber auch auf diesen kleinen Ausschnitt …

    Worauf ich hinaus möchte: Auch wenn sich viele über eine Funktionalisierung der Geschichte (für und durch die Politik) aufregen, ist dieser Vorgang (denke ich) doch allzu normal und ein Stück weit wohl auch verständlich.

    Genau aus diesem Grund, ist eine polnische Angst vor einem sich wiederholenden Muster einer deutsch-russischen Freundschaft wohl ohne Probleme nachvollvollziehbar, auch wenn diese Angst den meisten Deutschen (ich denke zu recht) als völlig abwegig erscheint.

    Die Frage, die sich mir, als jemand stellt, der mit der polnischen Innenpolitik so gut wie nicht vertraut ist: Welche Mittel bleiben der deutschen Politik, um dieser Angst (vielleicht auch ihrem bewussten Einsatz in der polnischen Innenpolitik, um das Wohlwollen der Wählergunst Willen?) den sprichwörtlichen Wind aus den Segeln zu nehmen? – Ein nicht ungünstiger Schritt wäre sicherlich, von deutscher Seite die Rechtslage hier soweit zu ändern, dass eine Entschädigungsklage (bspw. der preußischen Treuhand) gegen Polen, bzw. polnische Staatsbürger unmöglich wird. – Meines Wissens hat der dt. Staat das bislang nicht getan. (Wohl auch deswegen, weil im Falle einer solchen Gestezesänderung die “preußische Treuhand nicht mehr gegen den pol. Staat sondern gegen den dt. vor Gericht ziehen müsste.)

    Wie die gegenwärtige Regierung in Polen nun auch immer sein mag, ob sie “falsch” oder “richtig” agiert, all das ist denke ich recht nebensächlich, weil man das von hier aus ohnehin nicht ändern kann. Diese Politik ist, wie sie ist, und die Freiheit die Merkel, Steinmeier & Co. bleibt, ist Zeichen zu setzen, weil man wohl nur mit geschichtsträchtigen Zeichen gegen die Geschichte (und ihrer Funktionalisierung) angehen kann …

  13. 16.03.2007 | 20:35

    @ChristianK

    Das sehen wir ähnlich. Es gilt, die Reaktionen der Polen zu verstehen, ohne sie unbedingt kritiklos hinzunehmen. Das geht m.E. nur über eine sachbezogene Politik, die den europäischen Gedanken in den Vordergrund stellt. Und zwar einen, der nicht auf Zentralismus abzielt, den nicht nur die Polen wohl zu Recht ablehnen, sondern der sich aus gemeinsamen Werten und einem Zusammengehörigkeitsgefühl ergibt. Noch setzt Polen überwiegend auf die USA – auch das ist verständlich und ja alles andere als schändlich. Langfristig aber wird es nicht umhinkommen, seine Interessen als europäische zu verstehen und auch so umzusetzen. Wenn das Ergebnis eine Stärkung der atlantischen Komponente ist, soll mir das recht sein.

    Was die unsägliche “Preußische Treuhand” betrifft: Das ist ja der einfache Weg, der uns von Polen und anderen gerne nahe geleget wird (und auch die Vertriebenen hätten nichts dagegen), nämlich der über den deutschen Steuerzahler. Irgendwann wird diese Diskussion auch kommen, und dann bin ich wirklich mal gespannt.

  14. 16.03.2007 | 23:43

    Und wenn ich das mal so nachschieben darf: Die Merkel macht das recht gut.

  15. 17.03.2007 | 9:42

    Auch nochmal kurz ein Nachtrag:

    Genau dieser Frage nach der rechtlichen Situation und dieser “Preußischen Treuhand” geht ein Beitrag von Robert Leicht in der Zeit #52/2006 nach.

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