12. März 2007
Staatenlos
Immer wieder versuche ich in Gesprächen Leute von dem unsinnigen Gedanken abzubringen, es gebe so etwas wie “deutsche Konzerne”, die man aufgrund ihrer “Nationalität” gegenüber anderen Unternehmen stützen müsse. Ob es nun Subventionen sind oder ein “Kauft deutsche Autos/Waschmaschinen/Tabletten”, von all diesen Ideen möchte ich meine Mitmenschen gerne abbringen: Denn Konzerne ab einer gewissen Größe (und die ist gar nicht so groß) sind staatenlos, heimatlos und haben zumeist absolut keine Bindung an ein gewisses Land.
Es ist ja nicht wie in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Die großen Aktionäre der Konzerne sind nicht mehr alle aus einem Land, sondern stammen aus aller Welt; das gleiche gilt für das Management. Auch die Mitarbeiter sprechen meist ein Dutzend verschiedene Sprachen und arbeiten in Werkstätten, Büros und Fabriken, die über die ganze Welt verteilt sind. Und selbst ein Hauptquartier lässt sich einfach verlegen.
Heute ist wieder einmal ein Beweis für meine These hinzugekommen. Die meisten werden sich erinnern an Halliburton, jenen typisch amerikanischen Konzern aus der Ölbranche. Nur: Schon sehr bald wird Halliburton kein amerikanisches Unternehmen mehr sein, sondern ein arabisches. Der Standort der Zentrale wird nämlich nach Dubai verlegt. Staatenlos eben.
Verfasst von Karsten um 08:26 Uhr in der Kategorie International, Wirtschaft (Trackback)
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